Stiefelternschaft als Herausforderung

Tipps zur Übernahme eines laufenden Projektes

Die Herausforderung

Tipps zur Übernahme eines laufenden Projektes
Die Ausgangssituation: Du bekommst einen neuen Arbeitsplatz und sollst dort die Leitung eines laufenden Projekts übernehmen. Damit das Stiefkind Dich liebgewinnt (und umgekehrt), haben wir die folgenden Tipps zusammen getragen. Dabei sind drei Sichtweisen herausgekommen.

Verschiedene Antworten unterschiedlicher (anonymer, aber vertrauenwürdiger) Fachfrauen haben wir in diesem ausgewertet und zusammengefasst. Aber nicht vergessen: Eigene Erfahrungen muss jede sammeln, auch auf diesem Gebiet. Deshalb: Lesen und auf das konkrete Projekt, die konkrete Stelle, Branche und nicht zuletzt auf die jeweiligen Kollegen und Vorgesetzten übertragen. Und das alles unter Berücksichtigung des eigenen Arbeitsstils. Puh!

Einstieg

Wichtig ist es, den Überblick – fachlich, technisch, organisatorisch, persönlich – zu gewinnen und alle (wirklich alle) Details zu Am besten mit der/dem Vorgänger/in einen Einarbeitungsplan (Ziele, Aufgaben zur Erreichung dieser Ziele) erarbeiten – und auch einhalten!

Kommunikation

Natürlich muss frau erst mal jede Menge zuhören, zugucken und sich einlesen. Also reden mit Vorgänger/innen, Kolleg/innen (inkl. Chef/innen), Kund/innen und wer da sonst noch mit im Projekt drin ist.

Hilfreich ist es, sich die gesamte bisherige verfügbare Projekt-Kommunikation vorzunehmen. Also (Gesprächs-, Meeting-) Protokolle lesen, Emails zum Projekt als Forwards anzufordern, Flurfunk so weit wie möglich aus den Leuten "heraus zu kitzeln".

Unklarheiten sofort nachfragen, wenn der Punkt wichtig ist. Eher Nebensächliches klärt sich vielleicht noch später. Also bitte gern Fragen, aber nicht das Projektteam zu Tode nerven.

Fragen über Fragen

  • Worum geht es in diesem Projekt?
  • Wer macht was?
  • Welche ist das Projekt dokumentiert und wo finde ich alle erforlderlichen Informationen (Dokumente, Emailverteiler etc.)?

Sehr viel einfacher gestaltet sich das Einarbeiten mit Einschätzungen von der/dem Vorgänger/in bzgl. der beteiligten Persönlichkeiten (Vorlieben, Arbeitsweise, Wichtigkeit und so weiter).

(Anmerkung: Als ich diesen Tip gelesen habe, habe ich geglaubt, es sei sehr schwierig, aus meinem Kollegen Wissen über die Kunden herauszubekommen. Es hat sich aber gezeigt, dass das einer der einfachsten Punkt war: Er war sehr froh, sich mal über die Macken der anderen beschweren zu können. Also: Fragen lohnt sich!)

Jetzt zu den eigentlichen Aufgaben

  • Was muss frau tun, wenn eine Aufgabe erledigt ist?
  • Gibt es Richtlinien, die beachtet werden müssen?
    • Programmierrichtlinien
    • Dokumentationsrichtlinien
    • Design-Dokumente
    • Installationsprozedur
    • Schnittstellen…
  • Musst frau Arbeitsnachweise oder Ähnliches abzeichnen lassen?
  • Gibt es Standards und haben sich bisher alle daran gehalten?
  • Wo stecken die Fehler im Projekt (es gibt immer welche!)?

Ein nicht unerheblicher Teil der Projektleitung ist auch die Budgetfrage, genauso Personalfragen. Diese Dinge ebenso wie andere eher verwaltungstechnischen Punkte vergisst frau als Informatikerin ganz gern (macht auch nicht immer nur Spaß).

Nur Mut!

Frau braucht keine Hemmungen zu haben!!! (Männer haben oft auch keine Bedenken). Außerdem gibt es Erfahrungen, dass gerade in "männerlastigen" Branchen viele Männer positiv auf eine hinzu kommende Frau reagieren. Also: Sei mutig. Kleine Pannen treten immer mal auf und sind kein langwieriges Problem.

Ein oft unterschätztes Kommunikationsproblem ist: Was ist wirklich das Ziel? Was will der Kunde? Habe ich das genau verstanden – es gibt da wirklich erstaunliche Differenzen – die erst nach einer Weile "Aneinander-Vorbeiredens" überhaupt als solche erkannt werden.

Zeit ist Geld

Fau muss natürlich auch Zeitpläne suchen oder erstellen; klären oder feststellen, welche Schritte das Projekt umfasst und wann frau die erreichen will. Auch das sollte innerhalb des Teams immer wieder abgestimmt werden.

Effektive Meetings dauern nicht länger als 90 Minuten. Pünktlichkeit ist dabei das A und O. Also einfach anfangen, wer zu spät kommt, hat das Nachsehen. Niemals nachfragen, warum jemand zu spät kommt, einfach protokollieren. Das erspart unnötige Diskussionen und Zeitfresser.

Die liebe Kollegen…

Noch eine Anmerkung: Männer verhalten sich unter Umständen ganz schön stereotyp: Sie reden zum Beispiel nur über Bier und Fußball! Sei also darauf vorbereitet – und frau scheue sich nicht, das Thema zu wechseln, das wird evtl. dankbar aufgegriffen.

Go for it!

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 Gabriele und Maria

von Gabriele und Maria

Prüfungen

Prüfungen

Erfahrungsbericht einer Prüfungserfahrenen

Wie lernst Du für Prüfungen?
Da sich die (noch relativ kleine) Studierendenzahl in meinem Studiengang
(Naturwissenschaftliche Informatik) auf sechs verschiedene zweite Hauptfächer verteilt
und man die Prüfungsinhalte sehr frei wählen kann, kommt es selten vor,
dass mehrere Studierende zur gleichen Zeit eine Prüfung über das selbe Thema machen.
Da der Prüfungstermin in der Regel auch frei wählbar ist,
weil es sich um 30-minütige mündliche Einzelprüfungen handelt,
stand ich oft allein da und habe mir angewöhnt, allein zu lernen.

Sobald ich mich also für ein Thema entschieden habe,
suche ich mir erst mal Informationsquellen:
Neben meinen eigenen Mitschriften verwende ich auf jeden Fall
Bücher (aus der Universitätsbibliothek) und nach Möglichkeit Mitschriften ältere Kommilitonen.
Auf der Basis dieser Papierhaufen schreibe ich dann mehrere hundert Lernkarten:
Karteikarten, die auf der einen Seite nur ein Stichwort und
auf der anderen dazugehörige Erklärungen, Formeln und Anmerkungen erhalten.
Oft ergänze ich diese Karten noch durch Übersichtsblätter, die z. B.
übergeordnete Zusammenhänge zeigen oder auf denen ich noch mal alle wichtigen
Formeln auf einen Blick habe.

Wie gesagt habe ich praktisch für alle bisherigen Prüfungen allein gelernt.
Um trotzdem noch Anregungen von außen zu bekommen und das Erklären zu üben,
quäle ich meinen Freund: Wenn er etwas vom Thema versteht, lasse ich mich von ihm abfragen,
andernfalls gebe ich ihm eine Einführung in das Thema.

Sobald ich einen groben Überblick über den Stoffumfang habe,
erstelle ich zwar einen Zeitplan, dieser wird jedoch in aller Regel mehrfach überarbeitet –
aber zumindest habe ich einen Anhaltspunkt, wie weit ich mit dem Lernen sein sollte
(könnte) und fange früh genug an…

Prüfungsangst
Ich lasse mich von meinem Freund trösten und beruhigen:
Da er mitbekommt, was und wieviel ich lerne und er sein Diplom im selben Bereich gemacht hat,
vertraue ich ihm, wenn er meint, ich hätte genug gelernt (und eine Pause dringend nötig).

Themenfindung
Zum Teil gehe ich nach meinem Interesse (denn ich muss mich ja mehrere Wochen damit beschäftigen),
zum Teil aber auch danach, was auf meinem
Zeugnis ganz gut aussieht (dabei ist zu bedenken, dass man in meiner Fakultät
neue Prüfungsgebiete beantragen kann – bis zu einem gewissen Grad kann man sich
also selbst aussuchen, welche Fächer später auf dem Zeugnis stehen).

Prüferwahl
In unserer Fachschaft haben wir ganze Ordner voller Prüfungsprotokolle,
die Studies nach ihrer Prüfung für die nachfolgenden Generationen ausgefüllt haben.
Diese sehe ich dann danach durch, ob ich einen ruhigen, fairen Prüfer für mein Gebiet finden kann.

Prüfungen souverän meistern
Reden, reden, reden! Und dabei nicht zeigen, wenn man was nicht weiß,
sondern versuchen, auf ein anderes Thema zu kommen – oder zur Not bluffen: Ich sollte
mal in einer Prüfung mehrere Beweise durchführen, die ich nicht gelernt hatte,
weil der entsprechende Prüfer sonst nie nach Beweisen gefragt hatte. Durch
gesunden Menschenverstand (und ein bisschen Unterstützung des Prüfers,
der wohl glaubte, ich wäre nur nervös) habe ich sie so gut hinbekommen, dass ich
doch noch mit einer Eins aus der Prüfung gegangen bin.

Gabriele

von Gabriele

Chemie und Informatik

Studieren in Bielefeld

Ich studiere nicht reine Informatik, sondern mein Studiengang nennt sich
„Naturwissenschaftliche Informatik“ und umfasst neben dem
ersten Hauptfach Informatik noch ein zweites, das in meinem Fall die Chemie ist.
Idealerweise sollten sich diese beiden Fächer ergänzen und es sollte
Lehrveranstaltungen im interdisziplinären Bereich geben –
was leider eher der Ausnahmefall als die Regel ist.

Abgesehen von ein paar allgemeinen Vorgaben,
wieviele Stunden ich am Ende des Studiums gehört haben muss,
über wieviele Stunden ich mich prüfen lassen
muss und was für Scheine ich benötige, gibt es wenig Vorgaben.
Das bedeutet, dass es jedem selbst überlassen ist, sich einen sinnvollen,
in sich stimmigen Studienplan zu erstellen.

Bei den fünf zu absolvierenden Diplomprüfungen habe ich mich für folgende Gebiete
entschieden – und hoffe, dass sie keine zu schlechte Wahl waren:

  • Physikalische und Bioorganische Chemie
    Da mein zukünftiger Arbeitsplatz vermutlich im Pharmabereich liegen wird,
    werde ich diese beiden Teilgebiete häufiger brauchen, z. B. um Reaktionsabläufe
    oder die Wirkungsweise von Medikamenten im Körper zu verstehen.
  • Angewandte und Neuroinformatik
    Die beiden Gebiete vermitteln meiner Meinung nach das wichtigste Handwerkszeug,
    das speziell in der Chemie gebraucht wird: Musterklassifikation (um z. B.
    Spektren auszuwerten), Datamining, Neuronale Netze (sind in der Computerchemie
    sehr beliebt) etc.
  • Vertiefungsfach Molecular Modelling
    Nun, der Name ist etwas irreführend: Obwohl ich mich auch sehr stark mit Molecular
    Modelling beschäftigt habe (d. h. Moleküle am Rechner entwerfen,
    ihre Eigenschaften berechnen und mögliche Reaktionen vorhersagen), ging die Prüfung
    hauptsächlich über Methoden der Computersimulation, also z. B.
    Monte-Carlo-Verfahren und Molekulardynamik.

Meine Diplomarbeit, die ich voraussichtlich dieses Sommersemester über schreiben werde,
soll die Weiterentwicklung eines Tools zur Erkennung chemischer
Substrukturen umfassen. Das genaue Thema ist aber immer noch in der Planung.

Gabriele

von Gabriele