Professionell (und profitabel) kommunizieren in einer digitalen Welt

Lotsen in der Informationsflut

Cover Wie schaffen Unternehmen es, in der steigenden Flut von Informationen (und Werbung) sichtbar zu bleiben oder erst zu werden und die gewünschten Empfängerinnen und Empfänger zu erreichen? Dieses Buch setzt auf das Konzept eigener Markenbotschafter. Wer Inhalte sucht, schätzt glaubwürdige Lotsen, die Orientierung liefern. Es geht um eine erfolgreiche Kommunikations- und Contentstrategie, die auf „Personenmarken“ setzt.

Neben dem Kernthema des Buches findet man noch ein paar Exkurse, z. B. „der Kunde als ein Markenbotschafter von vielen“, „Online-Reputation für die Karriereplanung“ oder „Themenbotschafter und andere Lotsen“.

Werkzeugempfehlungen gibt es auch. Natürlich einmal die im Web, wenn man vom Blog ins Social Web durchstarten möchte: Medien und Plattformen. In diesen Rahmen gehören die Klassiker XING und LinkedIN sowie Facebook. Dass der Auftritt dort mit Aufwand verbunden ist, wird auch klar im Kapitel „Facebook-Routine für Einsteiger in täglich 15 Minuten“. Das Buch adressiert dabei ebenfalls die Frage, wie man Unterstützung bei der Pflege von Accounts findet. Besonders hilfreich ist der Zeitplan für den Einstieg in Facebook: Praktikabel, durchdacht und im Aufwand absolut angemessen. Für die ersten 6 Wochen findet man hier ein gutes Grundgerüst.

Schließlich liefert das Buch noch ein paar Formate wie Reputationsskala, Präferenzmatrix, Social-Media-Inventory. Diese gibt es netterweise auch über die Website zum Buch, www.digitale-markenbotschafter.de.

Ich war skeptisch – nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, kann ich der Autorin jedoch bescheinigen, dass sie ihr Handwerk versteht und weiß, wovon sie schreibt. Respekt.

Im Einzelnen:

Die Grundlagen (Kommunikation, menschliche Wahrnehmung und Verhaltensweisen) sind nichts Neues. Es geht ja auch um Kommunikation und Beziehungen, da ändert sich nix. Hervorheben möchte ich die Botschaft, dass es ohne authentische, ehrliche, wertorientierte Haltung auch nicht in den neuen Kommunikationskanälen geht. Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Zielgruppe, bewusste Kommunikation mit Mehrwert statt gieriges Zielen auf schnellen Profit – so viel Mühe muss man sich schon machen, um erfolgreich zu sein.

So ist eine gesunde Unternehmenskultur auch hier die Voraussetzung für Erfolg. Dazu gehören u. a. eine konstruktive Fehlerkultur und ein wertschätzender Umgang mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nach dem Motto: Lieber bewusstes Vorgehen vermitteln als sture Regelungen vorgeben.

Als Kommunikationskanäle werden alle gängigen Formate angesprochen: Corporate Blog, persönliches (Themen-)Blog, soziale Netzwerke (und Blogfunktionen dort), Business-Netzwerke, Bewegtbilder (Videos, Live-Videos), Content Curation und Social Bookmarking.

Als Beleg für fundierte Inhalte dient hier ein kleiner Auszug dessen, was Mitarbeitende brauchen, um sich dauerhaft z. B. beim Bloggen einzubringen:

  • Persönlicher Nutzen (z. B. Steigerung des eigenen Status bzw. Werts)
  • Relevanz für eigene Ziele (z. B. fachliche Anerkennung im Unternehmen)
  • Einbindung von Anfang an und Ermutigung, das eigene Potenzial zu entfalten
  • Funktionierende Strukturen (Stichwort: Kultur der Zusammenarbeit)
  • Passende Werkzeuge (Verfügbarkeit, Schulungen)
  • Fachliche Unterstützung (z. B. Schreibschulungen, Anleitung und Begleitung bei Themenfindung), auch extern eingekauft
  • Verständliche Pläne (z. B. Themenpläne)
  • Klare Absprachen (z. B. Redaktionspläne)
  • Zeitnah Feedback (wer wochenlang keine Reaktion auf einen Vorschlag bekommt, kann nur demotiviert zurück bleiben)
  • Zeitliche Ressourcen, d. h. Bloggen ist Teil der Arbeitszeit

Zum Schluss möchte ich noch die Präferenzmatrix hervorheben. Hier kann man in einem einfachen 4-Kategorien-Schema einordnen, wofür man welchen Aufwand investieren möchte. Funktioniert nicht nur für das digitale Leben, sondern auch für viele andere Bereiche. Ein nettes kleines Instrument mit Mehrwert. Aber Achtung, im Buch gibt es eine vereinfachte Form, nicht zu verwechseln mit der Präferenzmatrix, wie sie auf Wikipedia beschrieben ist.

Fazit: Überraschend fundiert und bodenständig

Themen

  • Warum überhaupt Markenbotschafter?
  • Leitbild und Ziele intern kommunizieren
  • 10 Erfolgsfaktoren für das Content-Marketing
  • Contentstrategie: Vom Dialog zur Konversation („Multi-log“)
  • Wie andere im Verborgenen wirklich über Ihre Marke reden
  • Das konzentrische Lotsenmodell
  • 5 Erfolgsfaktoren für Markenbotschafter
  • Markenbotschafter: Unternehmensleitung, Kommunikationsfachleute , Kundenberater, Wissensträger…, Einzelunternehmer
  • Wie man Markenbotschafter entdeckt, aufbaut und unterstützt
  • Typische Befürchtungen aus Unternehmenssicht
  • Leitfragen für Lotsen
  • Wie misst man den Wert einer Personenmarke?

Kerstin Hoffmann: „Lotsen in der Informationsflut. Erfolgreiche Kommunikationsstrategien mit starken Markenbotschaftern aus dem Unternehmen“. Haufe 2016. 34,95 EUR. ISBN 978-3-648-08781-7.

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