Weiterbildung neu denken

Co-Creation Learning

CoverDas Buch besteht aus zwei Teilen. Teil 1 gibt einen Überblick über die Weiterbildungslandschaft (der Zukunft), Teil 2 geht auf das Lernkonzept Flipped Classroom ein. Beide Teile nehmen etwa gleich viele Seiten ein. Kernfrage: Wie soll berufsbezogenes Lernen nach der Grundausbildung aussehen?

Der erste Teil zitiert Studien und ordnet neue Anforderungen an Weiterbildung in die bestehende Landschaft ein. Die veränderte Arbeitswelt, die vor allem seit der Pandemie Realität geworden ist, ist dabei ein Ausgangspunkt. Dabei werden u. a. auch (neue) Ansprüche an Unternehmen und Führungskräfte genannt. Einige Konzepte und Ideen werden kurz vorgestellt, u. a. agile Unternehmen, Soziokratie, New Work / Arbeitswelt 4.0, Servant Leadership. Aus psychologischer Sicht kommen einige Aspekte dazu, z. B. Kohärenz und Salutogenese, aber auch Selbstorganisation.

Lernkonzept Flipped Classroom stammt ursprünglich aus der Schuldidaktik. Dabei wird die Erarbeitungsphase aus dem Unterrichtsraum in den privaten (Lern-)Bereich des Lernenden verlagert. Ziel ist, das in der Vorbereitung erworbene Wissen in den Unterricht mitzubringen und so zu einem größeren Lernerfolg zu kommen. Das Buch greift dieses Prinzip für den Weiterbildungsbereich auf. Mit Hilfe des vorgeschlagenen angepassten Konzeptes sollen Seminare neu gegliedert werden können, in denen Teilnehmer:innen sich die Lerninhalte vorab selbstständig erarbeiten und mit ihrem selbst erarbeiteten Wissen dann das eigentliche Seminar besuchen.

Co-Creation besteht im Kern aus zwei Dimensionen: Selbst etwas (er-)schaffen – nämlich Lernergebnisse. Und das Ganze gemeinsam mit anderen – Reflektion und Austausch in der Lerngruppe, im Arbeitsumfeld und mit der Seminarleitung („Lernbegleiter:in“). Zu diesem Kernthema gibt es einiges an Literaturzitaten, wer mag kann also tiefer eintauchen.

Gut gefallen haben mir besonders zwei Begriffe, die ich hier entdeckt habe: Double loop learning  vs. Single loop learning. Double loop learning umfasst auch die Reflektion über Fortschritte und Lernprozess plus das, was man im Single loop learning im Fokus hat: Verbesserung der eigenen Performance, ausgerichtet auf Ziele/Erfolge im Beruf, d. h. unternehmerische Ergebnisse.

Was mir nicht gut gefallen hat, ist der Praxisbezug, der für mich zu wenig vorkam. So hätte ich mir einige ganz konkrete Praxisbeispiele gewünscht. Etwas, das mir vermittelt, dass die Theorie in der Praxis schon mal funktioniert hat. Denn z. B. beim Abschnitt zu IMPACT Solo, der beschreibt, wie ein/e einzelne/r Lernende in einem konventionellen Seminar allein das Flipped Learning praktiziert, habe ich große Zweifel. Denn diese Person käme mit viel mehr Wissen und gar ersten Erfahrungen eine Gruppe, die im Extremfall auf Frontalunterricht eingestellt ist. Das kann gruppendynamisch schwierig werden. Womöglich käme es zur Ausgrenzung dieser Person durch die Gruppe. Darauf wird leider mit keinem Wort eingegangen. Ganz am Ende steht dann noch der Wunsch an Unternehmen / Führungskräfte, dass sich alle doch das vorgestellte Konzept aneignen mögen (mit dem Eindruck, dann wird alles gut). Das ist nach dem theorielastigen Buch für mich ein großer Gap – wie mein Omma sagen würde: „So wird datt nix“.

Die Autoren sind ein Organisationspsychologe und ein Professor für Leadership, Personal- und Gesundheitsmanagement. Sie bzw. ihre Erfahrungen kommen aus Deutschland und der Schweiz.

Fazit: Von Bildungswissenschaftlern für Bildungswissenschaftler:innen, für mich zu wenig Praxisbezug drin.

Themen

  • Weiterbildung betrachten: Formate, Rechtliches, Weiterbildungsmarkt…
  • Ökonomische Trends: Demografie, Fachkräftemangel, …
  • Remote Work
  • Charakteristik digitalen Lernens
  • Digital Leadership
  • Resilienz & Lernen
  • Dilemma: Was soll gelehrt werden? Was braucht es wirklich?
  • Digitale Ethik
  • Selbstorganisation
  • Lernprozessbegleitung
  • Lernerfolg, Wirksamkeit und Selbstwirksamkeit
  • Learning on the Job
  • Flipped Classroom

Georg Michalik und Volker Schulte: „Co-Creation Learning. Wirksame Weiterbildung mit Flipped Classroom“. Schäffer-Poeschel 2022. 39,95 EUR. ISBN 978-3-7910-5774-3.

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Jim Panse feiert Weihnachten

Schöne Bescherung, Jim!

CoverWeihnachten ist die schönste Zeit im Jahr, auch im Dschungel.

Alle Tiere freuen sich und bereiten sich auf das Fest vor. Alle außer Jim. Egal was die anderen vorschlagen – Lieder singen, schmücken, Geschenke verpacken oder naschen – Jim hat viel zu viele Dinge im Kopf, die mies sind. In der Erwachsenenwelt heißt sowas Sorgen.

Wie Jim lernt, doch noch Weihnachten zu entdecken? Das zeigt das Bilderbuch in dichten Dschungelszenen. Ein Buch darüber, dass man sich mit schlechter Laune selbst im Weg stehen kann. Wie man die schönen Dinge sehen lernt. Am Ende ist Weihnachten dann für alle schön.

Manches in den großformatigen Bildern ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Man kann hier fein auf die Suche gehen und nach Kleinigkeiten und versteckten Freunden und Freundinnen zwischen den Blättern stöbern.

Fazit: Eine ganz andere Weihnachtsgeschichte, ohne typische Weihnachtssymbole. Mit viel Dschungel.

  • Band 4 der Reihe mit dem grummeligen Affen
  • Hilft beim Verstehen von Gefühlen
  • Hilft beim Umgang mit schwierigen Gefühlen
  • Achtsamkeit und Wertschätzung
  • Freundschaft und Familie und wie wichtig sie sind

Suzanne Lang: „Schöne Bescherung, Jim! Lustiges Bilderbuch über schlechte Laune in der Weihnachtszeit – Feiere gemeinsam mit dem unvergleichbar lustigen Jim!“ Ab 4 Jahren. Löwe 2022. 15,- EUR (D) / 15,50 EUR (A). ISBN 978-3-7432-1366-1.

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Naturvielfalt zum Wohle des Menschen… und für Schoko-Fans

Was hat die Mücke je für uns getan?

CoverWen kümmert es, wenn in Brasilien eine Art verschwindet, von deren Existenz wir bis dahin gar nichts gewusst haben? Und wäre es nicht fantastisch, wenn Mücken ausstürben?

Nö: Die Natur ist ein Netzwerk, jeder Organismus hängt mit vielen anderen zusammen. Und Menschen sind hier keine Ausnahme. Ohne Biodiversität überleben wir nicht: Ohne Insekten kein Obst, ohne Mikroorganismen kein guter Boden, ohne Mücken keine Schokolade.

Abbildung einer MückeStoppen wir die Zerstörung dieser Vielfalt nicht, gefährden wir unsere eigene Existenz.

Das Buch wirft auf diese Themen einen verständlichen Blick und öffnet beispielhaft die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen, die uns Nahrung, Sicherheit, Gesundheit und mehr schenkt. Und es stellt klar, was passieren muss, damit wir das Artensterben noch aufhalten können.

Das alles gefällt mir gut, die Texte sind überschaubar und gut gegliedert. Die Mücke taucht immer wieder als Bild auf und bringt Beispiele aus der Artenvielfalt mit. Davon hätte es für meinen Geschmack noch viel mehr geben können. Und – ich weiß jetzt, warum die Mücke und die Schokolade gleich wichtig sind… (nix da, verrate ich nicht, lies selbst…)

Besonders beeindruckt hat mich das Beispiel, wie man wirtschaftlich attraktiver und gleichzeitig besser für das Ökosystem Garnelen in ihrer natürlichen Mangroven-Umgebung leben lässt statt in Massentierhaltung mit Zugabe von Medikamenten. Die Idee heißt Mangroves for Future.

Fazit: Wissenschaftlich fundiert, appelliert an uns und „die Großen“.

Themen

  • World Wide Web of Life
  • Artenvielfalt
  • Biodiversität & Gesundheit
  • Klimawandel
  • Naturschutz
  • Biodiversität & Wohnen in der Stadt
  • Biodiversität & Reisen
  • Biodiversität & Energie
  • Biodiversität & Essen
  • Biodiversität & Sicherheit
  • Sich drum kümmern

Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg: „Was hat die Mücke je für uns getan? Endlich verstehen, was biologische Vielfalt für unser Leben bedeutet“. oekom 2020. 20,- EUR. ISBN 978-3-96238-209-4.

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Sieh mal, ein Pronomen! Und da – eine Präposition!

Hunde im Futur

Bulli auf einer Straße, Frau unter einem Baum, im lila der Nacht, ein paar Beispielwörter wie z. B. 'eine Freundin'

Cover Ein paar Hunde und BeispielformulierungenDiese Grammatik ist in Bildern dargestellt. Sie bietet so einen spielerischen und inspirierenden Zugang zu Grundbegriffen und zur Sprache an sich. Das  Sachbilderbuch kommt mit wenig Text aus: Farbenfrohe, humorvolle Illustrationen auf gefalzten und ausklappbaren Seiten erklären Lerninhalte, von verschiedene Wortarten über die Fälle und Zeiten bis hin zur Satzstruktur. Der Inhalt orientiert sich am Basiswissen, das für alle Schularten relevant ist. Und das Ganze ist so leicht verständlich, wie es dem Thema und der hauptsächlich angesprochenen Altersgruppe angemessen ist.

Adjektiv-Satz, seitlich gedreht

Fragezeichen, Ausrufezeichen nebeneinanderDas Buch nimmt Schüler:innen die Angst vor dem oft als starr und langweilig empfundenen Regelwerk, macht den Stoff spielerisch erfahrbar und zeigt, dass die Sprache ein mächtiges Werkzeug für die eigene Kreativität ist.

Es gibt ein Malheft passend zum Buch. Es lädt dazu ein, die grammatikalischen Gesetze im eigenen kreativen Prozess zu entdecken und nachzuvollziehen. Bewusst wird hierbei auf Übungen im Bereich der Formenbildung verzichtet, die Aufgaben sind rein gestalterisch zu lösen. Daher kann das Malheft auch in den Bereichen „Deutsch als Zweitsprache“ und Lese-Rechtschreib-Schwäche verwendet werden.

Fazit: Schöne Idee, gut umgesetzt. Geschenktipp!

Themen

  • Substantiv
  • Numerus
  • Genus
  • Kasus: Die 4 Fälle
  • Artikel, Pronomen
  • Adjektiv, Adverb
  • Verb mit Tempus und Modus
  • Aktive und passive Verben
  • Präposition
  • Konjunktion
  • Satzarten und Satzteile

Arinda Crăciun, Carsten Aermes, Susanna & Johannes Rieder: „Hunde im Futur. Eine Grammatik in Bildern“. Ab 8 Jahren, auch für Erwachsene geeignet. rieder Bücher 2021. 12,- EUR (D) / 12,- EUR (A). ISBN 978-3-948410-48-3.

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Hybride Realität… neu gestaltbar

Hybride Meetings

CoverWas sind hybride Meetings? Und wie lassen sie sich so gestalten, dass sie erfolgreich sind?

Jetzt waren wir gerade alle endlich online. Und nun das: Gemischte Zugangswege… Hier steigt nicht nur der Vorbereitungs- und Moderationsaufwand, auch die Akzeptanz muss erst mal her: „Die menschliche Spezies ist … veränderungsscheu“!

Im Abschnitt „Führungskultur neu denken: Role Model…“ stehen viele kluge Gedanken drin, wie Führungskräfte hybrid führen können. Mein Gedanke dazu war sofort: Wow, da hängt die Latte hoch. Denn auch Führungskräfte sind veränderungsscheu… Ihr kennt das ;-)

Da passt das Motto gut: „Change by design and not by desaster“.

Das Buch ist überraschend gewichtet: Zuerst kommt das Thema Vorbereitung und auf S. 160 startet erst das Kapitel Moderation (die „eigentliche Durchführung“). Und damit bekommt die Vorbereitung – Überraschung! – tatsächlich nur den Raum, der ihr gebührt. Für die Durchführung steht das Prinzip immer im Fokus: „Online first, offline second.“ Das ist dann auch mein favorisiertes Take-Away aus dem Buch: DER Erfolgsfaktor ist, dass sich Jede/r gesehen und gehört fühlt. Viel erreicht man schon mit der einfachen Grundregel: „Jeder muss jederzeit gut zu sehen und zu hören sein!“ Banal, aber leider gar nicht selbstverständlich *seufz*

Kurz und informativ: Die Vorstellung aktueller digitaler Tools. Ich werde mir mal MeisterTask für Kanban ansehen (mit Server-Standort in D und DSGVO-konform). Auch Canva für visuelle Aufbereitung von Präsentationen, Agenda, Handouts etc. oder visme.co oder genial.ly klingen nützlich.

Was gefällt mir nicht? Die Idee, einen Preis zu verleihen, Stichwort „Belohnungsprinzip“. Nicht der Preis an sich ist kritisch, sondern dass mit keinem Wort auf Risiken von Belohnungssystemen eingegangen wird. Die können leicht eine eigene, unerwünschte Dynamik entwickeln: Neid, Anspruchsdenken, Gewöhnungseffekte… Auch beim Einsatz von Umfragen fehlt mir eine Warnung, dass das böse enden kann: Wenn die Fragen nur den Organisierenden dienen, fühlen sich Befragte schnell nicht ernst genommen – und hin ist die Akzeptanz. Die Frage „Was hat eine Teilnehmerin von der Umfrage?“ sollte immer im Umfragekonzept vorkommen! Da könnte die nächste Auflage besser werden.

Mir fällt außerdem in der Einführung das Ergebnis einer Untersuchung von Karen Reed & Joseph Allen (s.u.) ins Auge, das besagt, dass statistisch gesehen hybride Meetings die besten Bewertungen von allen Meetings bekommen. Meine Erfahrung mit hybriden Meetings ist bisher schlecht. Wie kommen die da drauf? Hier geht es darum, was hybride Meetings bewirken können, wenn wir von der Grundannahme einer alltäglichen hybriden Arbeitswelt ausgehen – wenn einheitliche Meetingmodi per se nicht möglich sind. Mit den Tipps im Buch kann man auf Basis dieser Annahme dann auch gute Meetings gestalten, so dass unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das Ganze steht im Kontext einer Einordnung des Konzepts New Work & Co. mit Zahlen und Fakten.

Gut gefallen hat mir die Bestätigung meiner Praxiserfahrung einer speziellen Workshop-Methode: „Lesen geht immer schneller als mündliches Vortragen“. Hier geht es darum, dass Lesezeit innerhalb eines Meetings eingeplant wird, wenn alle auf dem gleichen Stand starten sollen. Eine gute Idee!

Fazit: Fundiert, umfassend, hilfreich. Bedürfnisse – individuell und sozial – werden berücksichtigt.

Themen

  • Warum hybride Meetings den Aufwand wert sind
  • Organisatorische Elemente: Agenda, Zeit, Regeln, Rollen
  • Unterschiedliche Zielgruppen: Roomies und Zoomies
  • Hybride Meetingskultur, u. a. Early Endings loben statt sie als Zeichen schlechter Vorbereitung zu werten
  • Verbindung zur Agilität mit ihren kürzeren Meetings mit Fokus auf Transparenz
  • Servant Leadership
  • Working Out Loud
  • Technik, u.a. wie man das Kamerabild der „Roomies“ optimiert
  • Technische Voraussetzungen (für alle)
  • Technikmodus BYOM = Bring your own Meeting
  • Ausstattung von Meetingraum und Homeoffice
  • Methoden, um alle aktiv zu beteiligen, u. a. Liberating Structures oder „Agendapunkte als Frage formulieren“
  • Aktuelle Erkenntnisse aus der Zeit von März 2020 bis März 2022

Andrea Heitmann und Anne Michel: „Taschenguide Hybride Meetings. Mehr Erfolg und Agilität in Ihren Online- und Offline-Veranstaltungen“. Mit Downloadmaterial. Haufe 2022. 11,95 EUR. ISBN 978-3-648-16669-7.

Karen Reed & Joseph Allen: „Suddenly hybrid – Managing the modern meeting“ Wiley 2022

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Esskultur aus Mittelerde

Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden

„Wenn mehr von uns Essen und Freude und Gesang höher schätzen
würden als gehortetes Gold, so wäre es eine glücklichere Welt.“
J.R.R. Tolkien in Der Hobbit

CoverDer Autor weiß genau, wie wichtig den Hobbits ihre 6 täglichen Mahlzeiten sind und hält für jede Tageszeit die entsprechenden Rezepte bereit. Die kulinarische Reise geht durch ganz Mittelerde und viele Zeitalter. Mehr als 80 Rezepte bieten jede Menge Appetitanreger. Es geht herzhaft und nahrhaft zu, eher mit als ohne tierische Zutaten.

Fantastische Gerichte schicken Düfte aus dem Gasthaus „Zum Tänzelnden Pony“ an den eigenen Esstisch.

Wunderschöne Aquarelle bebildern die Rezepte, und zu jedem Rezept gibt es einen kurzen, atmosphärischen Text (z. B. in welchem Ambiente man es genießen kann) und einen Text, der den Bezug zur Tolkien-Welt herstellt.

Da lese ich vom nahrhaften und Mut machenden Brot der Elben, überlege, wann ich den Honigkuchen von Pelzwechsler Beorn naschen werde oder hole mir den Geschmack der Wildnis mit Aragorns Waldläufer-Salat. Natürlich findet sich auch Sams Kanincheneintopf, der schon Frodo und Sam Trost und einen Hauch von Heimat auf ihrer langen Reise schenkte.

Ein Stichwortregister listet Zutaten auf sowie die wohlklingenden Rezeptnamen. So findet man schnell All-Time-Hits wieder, die man einmal ausprobiert hat.

Zwischen den Rezepten sind ein paar Exkurse zu Küche und Mahlzeiten eingestreut. Da gibt es „Die Hobbits und das Essen“, „Essen unterwegs“, „Besondere Ernährungsformen in Mittelerde“, „Die Elben und das Essen“, Festmahle und Trinkkultur. Großartig!!!

Mit viel Hintergrundwissen erzählt der Autor davon, wo sich Tolkien von der (klassischen) englischen Küche inspirieren ließ. Belegt durch Textquellen oder erahnt durch den Plot.

Hinweis: Das Buch ist kein offizielles Tolkien-Werk, sondern „inspiriert von Tolkien-Legenden“. Wie dem auch sei, mir gefällt es gut, es geht sehr wertschätzend mit dem Original um. Und wertet es eher auf, durch den offensichtlichen Respekt für die Originalgeschichten.

Appetithäppchen: Malzmehlscones

Am Anfang von „Der kleine Hobbit“ kommen die Zwerge nach Beutelsend und haben Hunger. Gandalf sorgt dafür, dass Bilbo und diese Gäste erst einmal ausgiebig miteinander speisen (zugegebenermaßen auf Bilbos Kosten), bevor das Abenteuer losgeht. So gehören Scones zu den Köstlichkeiten, die Bilbo Thorin und dessen Gefolge serviert.

Scones! Lecker!

Fazit: Heimelig, heroisch, herzhaft…. ein ideales Herbst- und Winterkochbuch :-) Selbst lesen! Verschenken!

Rezepte und Mahlzeiten

  • Frühstück
  • 2. Frühstück
  • Elevenses (11-Uhr-Zwischenmahlzeit)
  • Mittagessen
  • Tee mit Snacks
  • Abendessen
  • Allerlei Getränke
  • Wanderer-Müsli
  • Süß-pikanter Möhren-Pastinaken-Stern
  • Fish and Chips (klingt viel langweiliger als es ist!)
  • Glühwein aus Moria

Illustration: Herr der Ringe - Die GefährtenRobert T. Anderson: „Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden“. Hölker 2020. 24,- EUR (D) / 24,70 EUR (A). ISBN 978-3-88117-246-2.

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Alles, was du schon immer über VoIP wissen wolltest

Voice over IP – die Technik

BuchcoverVoice over IP (VoIP) ermöglicht das Telefonieren über IP-basierte Rechnernetze und ist damit aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Aber wie funktioniert VoIP und welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es? Diese und andere Fragen will das Buch beantworten.

Der Professor für angewandte Informatik beschreibt in seinem über 600 Seiten starkem Buch die Geschichte und die Grundlagen aller relevanten Protokolle. Berührungsängste mit tiefgehenden Informationen zu den beschriebenen Protokollen sollte die Leserin nicht haben, u. a. HTTP, FTP, SMTP – aber auch weniger geläufige wie RTCP, SIP, MGCP werden teilweise sehr detailliert beleuchtet. Viele Fußnoten informieren über weitere Informationsquellen für eine noch tiefer gehende Recherche. Zahlreiche – ebenfalls sehr detaillierte – Abbildungen runden das Ganze ab.

Auffällig ist ein gewisse Redundanz von Informationen, z. B. wird die grundlegende Funktionsweise von SIP (Session Initiation Protocol) recht kurz an mehreren Stellen erläutert. Das stört jedoch nicht, sondern ich habe es sogar als angenehm empfunden, da sich zum einen das Wissen durch mehrfache Wiederholung besser verfestigt und zum anderen erleichtert es das „Kapitel-Hopping“.

Was handwerklich nicht gut gemacht ist: Viele Begriffe aus dem Index sind auf den angegebenen Seiten nicht zu finden. Das erschwert das Studium ungemein, hier sollte der Verlag dringend nacharbeiten!

Das Buch ist nicht für eine gemütliche Abendlektüre, sondern fürs „Büffeln“ gedacht. Auch merkt man dem Autor seinen akademischen Hintergrund deutlich an. Als Praktikerin wird man vermutlich enttäuscht, da wenig Handfestes vorhanden ist. Als Studentin, die gerade in das Thema eintauchen will, wird man eine Fülle an Informationen finden.

Fazit: Mit Abstrichen fürs Studium geeignet

Themen

  • Vom einfachen Telefon bis zu Next Generation Networks
  • Signalisierung in Telefonnetzen und ISDN
  • TCP/IP und VoIP-Protokolle
  • VoIP und QoS in IP-Netzen
  • Sprachcodierung und Echtzeitkommunikation mit RTP/RTCP
  • VoIP nach dem Standard H.323
  • VoIP mit SIP
  • VoIP-Gateways: Konzepte und Protokolle
  • IP-Telefonie-Routing und VoIP-Peering
  • Migration zum VoIP-Einsatz
  • VoIP-Sicherheit
  • VoIP mit Peer-to-Peer SIP
  • VoIP-basierte Notrufdienste
  • WebRTC – Konzepte und Einsatz

Anatol Badach: „Voice over IP – Die Technik „. Hanser 2022. 59,99 EUR. ISBN 978-3-446-46944-0.

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Sehen mit der Kamera, sehen für Bilder

Das andere Sehen

Cover5 Fotografinnen und 5 Fotografen. 2 Trainer. 40 Workshops. Das ist kein Wettbewerb, das ist eine Einladung.

Der Verlag nennt es eine kreative Masterclass für zu Hause. Und das ist tatsächlich nicht zu viel versprochen.

Zu Beginn finden sich 12 Spielregeln, die den Trainingseinheiten eine Richtung geben: Von „Jeder ist kreativ“ über „Es geht nicht um Perfektion“ bis hin zu „Fotografieren ist wie Spielen“. Besonders letzteres hat mich neugierig gemacht…

Los geht es mit den praktischen Workshops: Aufgaben wie „Alltagspoesie“, „Miniaturen der Realität“ oder »Fotodomino« laden ein, allein oder noch besser in der Gruppe die Motivsuche und Gestaltung in den Fokus zu nehmen, größtenteils unabhängig von der verwendeten Technik. Einzelne Übung gehen dafür gezielt auf „Technik“ ein. Da wird ausgedruckt, geschnitten, geflochten, gerissen, … und neu zusammengestellt. Oder die Technik der Cyanotypie wird gezeigt. Spannend, neu, aufregend.

Individuelle Lösungen aus den einzelnen Workshops veranschaulichen, welche Bandbreite in den Themen steckt. Und so lerne ich aus den Ideen und Herangehensweisen anderer sowie aus den Aufgaben- und Bildbesprechungen im Buch. Großes Kino!

Eine meiner Lieblingsaufgaben: 60 Bilder in 60 Minuten. In einem spärlich ausgestatteten Raum. Whoa! Gern auch mehr als 60 Bilder, wie das Autorenteam ergänzt :-)

Fazit: Öffnet die Augen, schärft die Sinne und inspiriert. Und es macht vor allem eins: Spaß und Lust aufs Weitermachen!

Themen

  • Wiederholen, oft und schnell
  • Variationen finden
  • Einfach denken, nicht kompliziert
  • Idee und Bild
  • Kreative Verbindungen
  • Achtsam wahrnehmen
  • Perspektive & Rolle wechseln
  • Persönliche Handschrift
  • Lichtstimmungen
  • Inszenierte Bilder
  • Geschichten erzählen
  • Visuelle Konzepte

Heidi Mertens und Robert Mertens: „Das andere Sehen. Kreative Fotopraxis in 40 Workshops“. Rheinwerk 2022. 39,90 EUR. ISBN 978-3-8362-8029-7.

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Geschichte einer Lebensumstellung

Ich wollte nie Veganer sein

Cover Frech, fundiert und erfrischend beschreibt das Buch fünf Phasen auf dem Weg, Veganer zu werden: „Ich erinnere mich noch haarscharf, wie ich vor fünf Jahren einen veganen Streukäse einer traditionellen veganen Marke kaufte (…) Er war fürchterlich und ich glaube bis heute, dass Fensterkit besser schmeckt.“

Seit dieser Erfahrung hat sich in im Leben des Autors viel getan. „Mein Leben heute ist eigentlich fast so wie mein nicht veganes Leben zuvor, die Umstellung selbst hat natürlich Energie und Zeit gekostet, aber je versierter ich mit allem wurde, desto einfacher ging mir alles andere von der Hand.“

Mir gefällt der lockere Erzählstil und der unaufgeregte Ton. Die kurzen Abschnitte lesen sich leicht weg, es sind Dialoge eingestreut. Die Geschichte macht Lust, das eine oder andere einfach mal auszuprobieren.

Die vorgestellten Schritte sind klein genug, dass sie machbar erscheinen. Das macht das Anfangen / Rumprobieren sehr leicht. Dabei wird es thematisch niemals oberflächlich, hier und da werden Studien hinzugezogen, um die Argumentationsbasis zu stärken. Z. B. erfährt man was darüber, wie das Hirn mit Dissonanzen umgeht. Was der Körper so braucht, um gesund und fit zu sein. Was Trinken damit zu tun hat. Wie viele Artgenossen Hühner unterscheiden können und dass sie wie wir REM-Phasen beim Schlafen haben.

Auch sehr schön: Ein Überblick über typische vegane Zutaten mit jeweils einer kurzen Einschätzung: Verwendung, Einkauf, … Nussmus ist auch dabei (nom nom nom). Weiter hinten findet man einen beispielhaften Wochenplan als Inspiration, mit dem man direkt die erste vegane Woche angehen kann – mit weiteren Tipps, wie die Umstellung besser funktionieren könnte: Freitags anfangen ;-)

Dann gibt es noch Tipps für Recherchen im Web, wenn man Alternativen sucht zu den eigenen Ess- und Lebensgewohnheiten. Der Abschnitt Einkauf vermittelt Tipps und Tricks und zeigt Stolperfallen (krass, was alles NICHT vegan ist und was dann DOCH wieder). Es gibt Linktipps (u. a.vekoop.de) und App-Empfehlungen, auch weitere Bücher sind da und dort genannt.

Der Autor lebt jetzt nach eigener Einschätzung seinen veganen Lebensstil entspannt und im Einklang mit seinen Werten in Bezug auf Gesundheit, (Tier-)Ethik und Umwelt.

Das Buch endet mit einer Liste an Leuten, die von ihrem eigenen Weg zum veganen Leben berichten, inklusive „Anfängertipps“. Manche machen da auch Werbung für eigene Bücher und Webangebote. Meinetwegen, des Positive überwiegt hier den Werbeteil.

Fazit: Plädoyer für eine schrittweise Annäherung. Viele Ideen für alle möglichen Fragen – sportlich statt dogmatisch :-)

Themen

  • Praktische Erfahrungen
  • Das Meat-Paradox
  • Gründe für veganes Leben
  • Wie Tiere die Welt sehen (Hühnerträume)
  • Wie Tiere gemeinsam leben (Kuhfreunde)
  • Einkaufstipps
  • Kochtipps und Kochtricks
  • Vegane Ernährungspyramide
  • Challenges, z. B. neue Gemüsesorte probieren
  • Gesundheit, mit und ohne vegan
  • Ausprobieren: 1 Woche vegan

Philipp Steuer: „Ich wollte nie Veganer sein. Warum Gemüse dennoch mein Fleisch wurde“. Härter 2022. 14,- EUR. ISBN 978-3-942906-56-2.

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Rotpastellige Romantik und herzhaftes Futtern

London love story

Tarte auf TartanCoverEine Stadt voller Tradition und Geschichten. Essen, Drinks und Romanzen. Das erwartet uns in diesem Kochbuch. Wir erinnern uns an die erste Begegnung von William Thacker und Anna Scott in „Notting Hill“ oder Bridget Jones‘ Suche nach der wahren Liebe.

Die Rezepte listen die Zutaten auf und geben den Ablauf Schritt-für-Schritt und ohne viel Gedöns an, hier und da ergänzt um einen Hinweis auf besondere Hilfsmittel, z. B. „Ausstecher (∅ 7 cm)“ für die Scones. Die Rezepte sind authentisch. Viel Fleisch und insgesamt deftig bzw. sättigend. Weder besonders vegetarisch noch besonders gesund (wenn man sich nur so ernähren würde). Dafür Seelenschmeichler und Bauchwärmer. Und deshalb: Passend zum typischen englischen Wetter.

Ganz am Ende gibt es ein Stichwortverzeichnis, das alphabetisch nach Zutaten geordnet ist. Sehr praktisch.

Neben den Rezeptfotos bietet der Band auch etwas für die Seele: Stimmungsfotos aus der Stadt. Und zwar oft die kuscheligen Ecken, übliche Touristenbilder sind kaum dabei. Alles wirkt ruhig und gemütlich.

Scones auf hübsch gedecktem TischDie einzigartigen Stadtfotografien von The September Chronicles entführen in romantische Ecken für Verliebte, zeigen aber auch die baulichen Schönheiten dieser Stadt. Die Bilder sind auch eine Liebeserklärung an die Geschichte der altehrwürdigen City.

Das ganze Buch ist sehr schön gemacht, sowohl die Texte, als auch die Nachkochbarkeit, bis hin zur Gestaltung. Es gibt – passend zum Gesamteindruck – auch ein Lesebändchen. Die stimmigen Texte ergänzen die Rezepte und schaffen Bilder im Kopf, so dass wir uns auf die Tageszeit oder Jahreszeit oder die Location zum Gericht eingrooven können. Eingestreut sind immer wieder Zitate großer englischer Literatur. Besonders schön: Hier kann man auch den einen oder anderen Tipp für ein Sightseeing der anderen Art herauslesen :-)

Meine Lieblingsassoziation beim Lesen… ich lese… ich sehe ein Bild vor Augen… in meinem Kopf höre ich: „Clotted Cream“! Dann wünsche ich mir 17 h herbei und einen guten heißen Tee, vor dem Kamin, im Ohrensessel!

Autorin

Anne-Katrin Weber ist Köchin, Ernährungswissenschaftlerin, Foodstylistin und Autorin von Koch- und Backbüchern. Als Hamburgerin ist sie britisches Wetter gewohnt und findet London daher das ganze Jahr über anziehend. An London liebt sie ganz besonders die Vielfalt der authentischen, internationalen Küchen und die aufregende, innovative Foodszene Londons.

Fotografin

Julia Hoersch arbeitet seit vielen Jahren als freie Fotografin in Hamburg. Mit großer Passion fotografiert sie für Zeitschriften, Agenturen und Buchverlage. Pünktlich zum Start von „London Love Story“ kam sie voll frischer Eindrücke von einem Londonbesuch zurück. Ihre Tochter hat dort ihren Master absolviert und Julia Hoersch die hippsten Ecken der Stadt gezeigt.

Gläser mit Limetten- und Orangenscheiben auf einem Tablett serviert

Fazit: Liebevoll gestaltet, wertig verarbeitet, atmosphärisch dicht

Themen

  • Breakfast & lunch
  • Picknick (outside lunch)
  • Tea Time
  • Dinner & Pub
  • Rezepte: Full English Breakfast, Fish’n‘ Chips, Shortbread und Sunday Roast mit Yorkshire Pudding, …

Anne-Katrin Weber: „London Love Story. Rezepte und Geschichten“. Coppenrath 2022. 30,- EUR (D) / 30,90 EUR (A). ISBN 978-3-88117-287-5.

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Roadtrip durch Verschwöristan als Bilderstrecke

Comic: Die Känguru-Verschwörung

CoverDas Känguru kommt ins Kino. Das ist schon mal lustig. Noch besser gefällt mir die Känguru-Verschwörung als graphische Novelle. Allein das Vorwort lässt mich aus dem Grinsen kaum rauskommen. Denn es gibt ehrlich gesagt keins. Also kein „richtiges Vorwort“. Eher ein Fingerpointing. Stattdessen gibt es ein Interview, dem sich der Verantwortliche nicht entziehen kann. Wie das so ist, wenn man zusammen wohnt…

Worum geht es?

Diesmal geraten ein Kleinkünstler und sein Hund … öh.. Haustier… ähh… ein autarkes, starkes Beuteltier in ein Netz aus abenteuerlichen Behauptungen und skurrilen Mythen.

Marc-Uwe und das Känguru begeben sich auf einen Roadtrip, von dem das Leben abhängt. Nicht nur Ihres. Ihres allerdings ernsthaft: In Form von Spielkonsole und Wohnung.

Das Ziel: Die „Conspiracy Convention“ in Bielefeld. Eigentlich hoffen sie, Marias Mutter dort zur Vernunft zu bringen, denn die ist im Internet falsch abgebogen, trägt nun einen Aluhut und leugnet den Klimawandel. Stattdessen geraten die beiden ins Visier eines Verschwörungsgurus und seiner Fangemeinde. Blöderweise können die beiden es einfach nicht lassen, zur falschen Zeit das Richtige zu sagen.

Spoiler: Die Erde ist keine Scheibe. Schließlich hat sie ja Volumen, und das gibt es nicht nur in Form einer Kugel…

Fazit: Sehr sehr lustig! Für Fans von Anarchie, Klimawandel und Wahrheit.

Themen u. a.

  • Die falschen Kekse
  • Influencer
  • Hinweise und Indikatoren
  • (keine) Argumente
  • The End (ob happy oder nicht, lest selbst)

Marc-Uwe Kling, Jan Cronauer und Axel Eichhorst: „Die Känguru-Verschwörung. Storyboard-Comic“. Ullstein 2022. 20,- EUR (D) / 20,60 EUR (A) / 22,90 SFR (CH). ISBN 978-3-550-20224-7.

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Dieser Vogel macht Ernst! So Ernst, wie das nur ein Eichelhäher kann…

Piepmatz macht Wald aus euch. Weltrettdings für Vorangeschrittene

CoverDer Wald ist in Gefahr! Und Piepmatz ist wütend! Weil die Menschen zu dumm sind, um zu sehen, was sie anrichten. Also schmiedet er einen Plan, um die Natur zu retten…

Was regt den kleinen, klugen Vogel so auf? Die Menschen roden Wälder, bauen immer neue Häuser und Straßen, für die Tiere bleibt kein Platz mehr. Ihm, dem Eichelhäher, platzt endgültig der Kragen, die Menschen müssen gestoppt werden!

Normalerweise würden Eichelhäher ja singen (oder sowas in der Art), fliegen, frei sein, lecker voll gesund essen und Bäume umarmen, aber dafür hat er nun keine Zeit mehr. Unser Piepmatz ist wütend, weil die Menschen zu dumm sind, um zu sehen, was sie anrichten. Also pflanzt er Bäume, wo es ihm gerade passt, mit dem Ziel, die ganze Welt zu bewalden. In einer furiosen Rede – verfasst in »Eichelhäherisch« – richtet er sich an die Menschheit. Höchste Zeit, ihm zuzuhören!

Und: Keine Bange, zum Glück will er niemandem ernsthaft schaden! Nicht einmal diesen »Menschwesigen«.

Auszug:

„WÄLDER WEG. TIERE WEG. KLIMA WEG. MENSCHWESIGE WEG.

Vielleicht meinst du jetzt: Mach nicht so ein Drama ey, bleib cremig, mach nicht so viel Übertreibung. Mach nicht so fies Miesstimmung gegen uns Menschkauzige. Und dass ihr viele, viele, sehr viele gute Dinglichkeiten tut. Meine Sichtweise: Ich seh das nicht. Und hab echt zwei scharfe Augen und was im Kopfhörer.“

Fazit: Absolut empfehlenswert. Lustig und sehr ernst gemeint.

Themen

  • Tierische Solidarität
  • Heiliger Zorn
  • Kriegserklärung
  • Friedliebender „Kampf“

Stella Dreis und Michael Stavarič: „Piepmatz macht Wald aus euch. Weltrettdings für Vorangeschrittene“. leykam 2022. 20,50 EUR. ISBN 978-3-7011-8242-8.

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Unterwegs mit dem Zeichenstift

Zeichnen on the go

CoverVielleicht hast Du schon mal jemanden mit Skizzenbuch bewundert? Hast Dir gewünscht, Leerlauf auf der Fahrt in Zug oder Bahn, im Café oder im Wartezimmer kreativ füllen zu können. Dies Buch ermutigt dazu. Die Autorin führt an einzelne Objekte und Szenen heran. Sie zeigt, wie man Motive erfasst und ihre Komplexität zeichnerisch reduziert.

Einstiegsübungen helfen, das weißen Blatt rasch zu füllen. Der innere Kritiker bekommt solange einen Maulkorb.

Schließlich erreicht man einen immer besseren Blick, sogar für kleine Geschichten: Gentleman mit Filzhut in zerknittertem Dreiteiler, verspielter kleiner Hund, dort noch schüchtern einwärts gedrehte Füße.

Durch die Zeichentechniken, Hinweise und Übungen wird man schnell in die Lage versetzt, die kleinen Schätze des Lebens in lebendige Zeichnungen zu übersetzen und das eigene Skizzenbuch mit leichter Hand und raschen Strichen zu füllen.

Fazit: Praktisch, pragmatisch und für Leute, die ihr Bauchgefühl nutzen oder schulen möchten. Jede Menge Inspiration.

ThemenMein Versuch: Mammutbaum

  • Außergewöhnliches im Alltäglichen finden
  • Linien zeichnen, Umrisse skizzieren
  • Mit Schraffuren und Texturen für räumliche Tiefe sorgen
  • Fokus setzen mit Farbe
  • Zeichnen von Bewegung, Körpersprache und lebendigen Gesichtern
  • Durch Kompositionsprinzipien mit komplexen Szenen umgehen
  • Fehler in gelungene Bildelemente verwandeln
  • Geschichten erzählen

Sarah Nisbett: „Zeichnen on the go. Alltägliche Momente mit dem Stift einfangen“. dpunkt 2022. 19,95 EUR. ISBN 978-3-86490-907-8.

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Selbstversorgt in Häuserfluchten

Mein City-Obstgarten

CoverFruchtige Vielfalt auch ohne Garten, das klingt doch verlockend!

Wie man einen Topf-Obstgarten mit klein bleibenden Sorten wie Säulenobst, Zwergobstbäumchen und Co. anlegt und pflegt, zeigt eine Selbstversorger-Spezialistin in diesem Buch. Für jeden Geschmack und Standort ist was dabei. Von Beerenliebhaberin bis Wildobstfan, auf dem Sonnenbalkon oder auf der Schattenterrasse. Verschiedene Pflanzkombinationen sorgen für anhaltendes Ernteglück. Das Basiswissen zum Gärtnern in Gefäßen und Obstgartenpraxis im Jahreslauf kommt noch dazu.

Reichlich Beeren, Steinobst, Wildfrüchte und Exoten auf Balkon oder Terrasse anbauen, das möchte ich auch. Und mit dem Buch weiß ich jetzt auch, was bei mir eine Chance hat zu wachsen. Und was nicht. Zur Ernte passende Rezepte und Ideen sorgen für noch mehr Lust am Gärtnern.

Mein Lieblingskapitel ist „Naschbalkon für Kinder“. Beim Naschen bin ich ja noch nicht zu alt ;-)

Fazit: Lecker ;-)

Themen

  • Planung
  • Werkzeug & Co.
  • Substrate für Topfgärten
  • Gefäße
  • Pflanzenkauf
  • Pflanzung
  • Mulchen
  • Gießen
  • Düngen
  • Pflanzenschutz
  • Schnitt
  • Sorten auswählen
  • Kern- & Steinobst
  • Beerenobst & Reben
  • Zitrusfrüchte
  • Naschbalkon für Kids
  • Grüne Wände
  • Bauerngartenbalkon
  • Topfgarten
  • Mediterran
  • Exoten
  • Tier- und Insektenparadies
  • Nachwuchs auf dem Obstbalkon
  • Arbeiten nach Jahreszeit
  • Erntekalender
  • Elisabeth Mecklenburg: „Mein City-Obstgarten. Der einzige Ratgeber, der zeigt, wie der Obstgarten in Gefäßen auch in der Stadt gelingt“. GU 2021. 17,99 EUR. ISBN 978-3-8338-7708-7 .

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Die einfachen Geheimnisse agilen Managements

Selbstorganisation braucht Führung

BuchcoverAnfang 2022 ist die 3. Auflage dieses Buches erschienen. Schon die Erstauflage ist in der Zeitung als Rezension nachzulesen: Agil und selbstorganisiert zusammen am Erfolg arbeiten, auch als Führungskraft. Grund genug, um sich mal anzuschauen, was diese „Frischzellenkur“ bewirkt hat.

Laut Klappentext sind die Themen Legitimation, Mut, Remote-Führung und selbstbestimmte Gehälter hinzugekommen. Das klingt vielversprechend.

Zum Einstieg möchte ich aus der Rezension von 2016 zitieren:
„Das Buch greift das Klischee auf, dass Scrum und andere agile Managementmethoden einfach so funktionieren, wenn man Teams sich selbst überlässt. Doch Achtung: Agilität befreit vor allem die mittleren Manager nicht von ihrer Verantwortung. Ganz im Gegenteil: Agile Selbstorganisation hat einen hohen Anspruch an Führung – sie braucht Managerinnen und Manager, die sich ihrem Menschsein stellen. […]Die Grundfrage des Buchs ist, wie agiles Arbeiten in Selbstorganisation, Führung und Teamentwicklung sich zueinander verhalten und miteinander verwoben sind. Dazu gibt es Hintergründe und Praxis und Erfahrungen (auch „schlechte“, aus denen man bekanntlich am meisten lernt).“

Daran hat sich auch mit der neuen Auflage nichts geändert und die Zielgruppe sind wieder Führungskräfte.

Das Buch ist sehr locker geschrieben und verleitet dazu, es „mal eben“ durchlesen zu wollen. Dabei ist es gespickt mit so vielen interessanten Informationen, Übungen und Beispielen, dass man hin und wieder schon innehalten muss, um das Gelesene verarbeiten zu können. Die neuen Themen sind grundsätzlich gut und verständlich beschrieben.

Besonders ein Thema triggert mich persönlich: Führung muss handlungsfähig und auf den Ebenen System, Team und Selbst legitimiert sein. In meiner Selbstreflexion beim Lesen dieses Kapitels hat es hier an der einen oder anderen Stelle „klick“ gemacht und mir sind ein paar Sachen klarer geworden für meinen Führungsalltag.

Nicht so gut gelungen finde ich das Kapitel über Remote-Führung. Für mich sind da zu viele Vorurteile („die bösen Führungskräfte wehren sich gegen remote-Arbeiten, da sie ihre Leute kontrollieren wollen“) und zu viele Allgemeinplätze („virtuelle Meetings brauchen funktionierende Technik“) enthalten. Wenn das für eine nicht im Fokus steht, ist das Buch weiterhin eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Mein Exemplar werde ich garantiert häufiger mal wieder in die Hand nehmen.

Fazit: Lesenswert

Themen

  • Führen – warum ist das so schwer?
  • Führung – die Einladung zum Mitgestalten
  • Die Kultur des Gelingens
  • Strukturen schaffen
  • Anerkennungssysteme
  • Die Erlaubnis zu versagen

Boris Gloger und Dieter Rösner: „Selbstorganisation braucht Führung. Die einfachen Geheimnisse agilen Managements“. Hanser 2022. 3. Auflage. 36,99 EUR. ISBN 978-3-446-47269-3

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Flugschwein und wie man eigene Figuren erschafft

Comics zeichnen leicht gemacht

CoverDas Buch ist auch interessant für Leute, die mehr oder weniger professionell Comics zeichnen lernen möchten. Für wen noch? Für Leute, die sich mit Visualisierung beschäftigen (ich) und mit Kommunikation (ich).

Sandra Schulze zeigt mittels Übungen und Ideen, wie Comics erstellt werden, ohne dass man außergewöhnlich talentiert zeichnen muss. Bei den Übungen zur Heldenfigur gibt es beides: Skizze Held / Skizze Heldin. Gekonnt gegendert, nicht nur im Text, auch in den Übungsbildern. Ganz selbstverständlich gibt es hier beides. Nett.

Alles wird locker und leicht erklärt. Eine gute Mischung aus Tricks und Expertise. Das Buch macht deutlich, dass vor allem Spaß, Mut und Neugier nötig sind. Der Schreibstil ist ansprechend, frisch und zeugt von einem Händchen für’s Formulieren. Man wird gesietzt. Und irgendwie ist das auch mal wieder schön, nett und respektvoll.

Das Buch beginnt mit einer gezeichneter Übersicht über empfohlene Malgerätschaften. So ist man gleich mittendrin im Thema. Sehr schön. Zum Material gehören auch die Downloads: zwei Manga-Bastelbögen und Übungsvorlagen. Die Bastelbögen gehören zur Anleitung für Manga: Ein Bewegungsmodell zum Zusammenbasteln mit Briefklammern. Einfach, hübsch, praktisch, dazu günstig. Guter Tipp. Apropos Tipps…

Es gibt Tipps zum Darstellen von Dialogen und gesprochener Sprache. Es gibt Tipps für Hände. Richtig gut ist die Einführung dazu. Hände sind sooo schwer wirklichkeitsgetreu abzubilden. Hier ist sehr klar und reduziert ein guter erster Überblick über 12 Handhaltungen. Es gibt Tipps für Apps, die die eigene Handschrift in digitale Schrift umwandeln können.

Die Intros in analoges und in digitales Zeichnen – Zeichnen am Tablet, Bilder anordnen per Smartphone, … – sind trotz der Kürze sehr gut, führen weiter und sind gleichzeitig überschaubar. Nicht zuviel Infos für Neulinge. Toolvorschläge sind auch da. Insgesamt rund. Sehr schön. Sehr sehr schön.

Besonders gefallen hat mir, dass die gezeigten „fertigen Ergebnisse“ durchaus auch etwas schief und ungleichmäßig sind, also unperfekt – und man sieht sofort: Es funktioniert trotzdem! Das motiviert, mit sich selbst dann auch nicht zu streng zu sein. Großes Kino für ein Buch zum Lernen :-)

Zum Entwickeln von Charakteren gibt es u. a. ein paar Tipps aus dem Improvisationstheater. Nimmt mich als Neuling ganz gut mit :-)

Jetzt schon mein Favorit: Die Kleckstechnik. Irgendwas als Ausgangspunkt und darin etwas entdecken. Ist wie Schäfchenwolkengucken ;-)

Fazit: Toller Einstieg, liest sich fluffig weg. Nur das Üben braucht dann Zeit ;-)

Themen

  • Materialübersicht
  • Charakterfigur und Monsterparade
  • Menschen und Mimik
  • Stadt, Land, Fluss
  • Manga
  • Details
  • Bewegung
  • Kameraeinstellungen und Layout

Sandra Schulze: „Comics zeichnen leicht gemacht. Figuren, Story, Umgebung, Panelgestaltung, Perspektive“. dpunkt 2019. 22,90 EUR. ISBN 978-3-86490-635-0.

Ein weiterer Titel der Autorin ist bereits rezensiert und erschienen: „Auf dem Tablet erklärt

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Kleinigkeiten genau im Blick: Zeichenatelier

Zeichnen, was da so rumliegt

CoverNachdem ich von einem anderen Buch des Künstlers ganz angetan war (s. Rezension „Zeichnen und visuell erklären„), war ich auf dieses mit einem sehr speziellen Thema gespannt.

Sehen lernen gehört dazu, um Motive zu aufzuspüren. Auf einem Spaziergang im nahen Park oder auf einer Wanderung, in der Küche zu Hause oder einer Schublade im Atelier, überall liegen kleine Objekte herum. Zeichnenswerte Gegenstände: Eingetrocknete Tuben im Malzeug, Unnützes in der Krimskramskiste, längst Vergessenes im Näh- und Werkzeugkasten oder Teile des ausgeweideten alten Kofferradios.

Das mit mehr vielen vielen Zeichnungen und Fotos vollgepackte Buch enthält Tipps zu eher ungewöhnlichen Techniken und Materialien. Viele verschiedene Stifte (die meisten grau oder schwarz) habe ich hier kennengelernt. Unauffällig eingestreut ein Tipp für Papierqualität: Zeichenpapier 170 g/m2, säurefrei, oberflächengeleimt und radierfest. Radierfest! Großartig!

Der Autor ist Hochschullehrer und zeigt eigene Fundstücke und Kunstwerke sowie solche von anderen Künstler:innen. So demonstriert er unterschiedliche Interpretationen vom selben Motiv.

Was hat mir nicht so gefallen? Im Ankündigungstext zum Buch finde ich den Hinweis „Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen“. Das stimmt aus meiner Sicht so nicht. Es gibt Beispiele, wo etwas im Entstehen gezeigt ist, ja. Schritt-für-Schritt-ANLEITUNGEN sind in meiner Welt etwas anderes. Sie beginnen mit einem Strich, zeigen dann die nächsten fünf Striche, fügen so.. und so… und so… noch Schatten und vielleicht etwas Farbe hinzu. Und zwar mit dem Schwung und diesem Material. So etwas ist nicht zu finden.

Was es gibt, sind viele Anregungen für erfahrene Zeichnende. Für absolute Neulinge habe ich da anleitungsmäßig nichts gefunden.

Fazit: Augenöffner. Ideengeber. Empfohlen für Leute mit einiger praktischer Erfahrung.

Themen

  • Kleines wie Großes
  • Eigenem Stil folgen
  • Glänzend
  • Reibetechnik
  • Abklatschen als Technik
  • Projekt Walderde
  • Krümel und Laub
  • uvm.

Albrecht Rissler: „Zeichnen was da so rumliegt. Großartige Kleinigkeiten finden und zeichnen – in der Natur und zuhause“. dpunkt 2021. 26,90 EUR. ISBN 978-3-86490-721-0.

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Richtig gut SW bauen, wie beim Gärtnern

Der pragmatische Programmierer

Cover„Bei der Programmierung geht es darum, zu versuchen, die Zukunft weniger schmerzhaft zu gestalten.“ Dieses Zitat aus dem Geleitwort bringt auf den Punkt, warum man das Buch lesen sollte.

Es ist eines dieser seltenen Fachbücher, die ich nach Jahren immer noch im Regal stehen habe (die erste Auflage). Und immer wieder versucht bin, sie anderen ins Regal zu stellen. Jetzt ist die Jubiläumsausgabe da.

Ziel der Autoren ist, die Freude am Programmieren (wieder) zu wecken. Unabhängig von bestimmten Sprachen, Vorgehen oder Frameworks werfen die beiden einen Blick auf das, was gut funktioniert. Wie man Leute zu gutem Handwerk verhilft und Teams zu einem guten Klima verhilft.

Erläutert werden neben Best Practices auch Fallstricke. Gute Beispiele und interessante Analogien machen das Buch außerdem zu einer Fundgrube für Argumente in Gesprächen mit verschiedenen Stakeholdern. Übungen aus den Abschnitten werden im Anhang durch Lösungen bzw. Lösungsvorschläge ergänzt.

Zielgruppe: Leute, die nicht nur den Arbeitstag rumkriegen möchten, sondern stolz auf ihr Werk sein möchten. Und die keine Scheu haben, einmal Aufgebautes mit der Zeit auch immer wieder anzupassen.

Was macht das Buch aus?

„Pragmatisch“ ist m. E. nicht der treffendste Begriff dafür. Eher geht es darum, wirklich gute Programmierarbeit zu leisten, die robust ist und sich immer mit dem Fluss der Welt anpassen lässt.

In diesem Sinne lautet die Analogie für das Programmieren viel mehr Gartenbau als Hausbau: Man bereitet den Boden, macht es Schädlingen schwer und sieht zu, wie sich das große Ganze entwickelt. Wildwuchs ist schnell im Blick und wird sanft in die richtigen Bahnen gelenkt. Und am Ende kann man die Hängematte auspacken und genießen, was man geschaffen hat.

Aus dem Vorwort der Jubiläumsausgabe (eher frei zitiert):

20 Jahre sind in Bezug auf Software viele Lebensalter. […] Gleichzeitig haben 20 Jahre keinerlei Auswirkungen auf den gesunden Menschenverstand. Die Technologie mag sich geändert haben, die Menschen nicht. Praktiken und Ansätze, die damals eine gute Idee waren, sind auch heute noch gut. […] Ergänzt werden die überarbeiteten Teile durch Inhalte, die die sich verändernden Einstellungen und Umgebungen reflektieren: Von der agilen Bewegung […] über eine steigende Akzeptanz funktionaler Programmiersprachen bis hin zur Berücksichtigung von Privatsphäre und Sicherheit. […]

Fazit: Unbedingt (wieder) empfehlenswert. Mit Anspruch an das eigene Berufsethos.

Themen: Wie man…

  • … den Verfall von Software bekämpft (Entropie)
  • … flexiblen, dynamischen und anpassungsfähigen Quelltext schreibt
  • … das eigene Handwerkszeug optimal nutzt
  • … sich vor Sicherheitslücken schützt
  • … Probleme bei nebenläufigem Code löst
  • … Teams bildet
  • … effektiv testet
  • … Anwender:innen begeistert
  • Anforderungen und (unlösbare) Rätsel
  • Persönliche Verantwortung
  • Architekturtechniken
  • Orthogonalität & Umkehrbarkeit
  • Zeitliche Kopplung
  • Geschwindigkeit: Leistungsfähigkeit von Algorithmen
  • (Falsche) Zustände
  • Aktoren und Prozesse
  • Design by Contract
  • Ressourcen balancieren
  • Programm vs. reale Welt
  • Prototypen & PostIts
  • Schlauer werden: Wissensportfolio
  • Kommuniziere! Schreiben, reden, …

 

Die Rezension zur älteren Ausgabe in der Zeitung: Pragmatisch diesseits und jenseits der Logik

David Thomas und Andrew Hunt: „Der pragmatische Programmierer. Für Einsteiger, fortgeschrittene Programmierer und alte Hasen“. Hanser 2021. 39,99 EUR. ISBN 978-3-446-46384-4.

Website zum Buch: https://pragprog.com/titles/tpp20/the-pragmatic-programmer-20th-anniversary-edition

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Sumsisumm…Taschenkalender

Bienenkalender

CoverJeder Monat im Kalender ist einer (Wild-)Bienenart gewidmet. Es gibt Infos zum Aussehen, zum Lebensraum und zu Gewohnheiten.

Bisher wusste ich z. B. gar nicht, dass Bienen die Farbe Rot nicht erkennen können und daher am liebsten die blauen und gelben Blüten anfliegen. Oder dass die Dunkle Erdhummel zur Gattung der „Echten Bienen“ gehört. Oder dass die Holzbiene mit bis zu 28 mm Größe die größte unserer Wildbienen ist. Und ich habe entdeckt, wo die Biene ihre 5(!) Augen hat. Und gelernt, dass Hummeln eine Art von Biene sind – BRRRRRUMMMMM ;-)

InhaltsseiteDie handgezeichneten Illustrationen sind naturgetreu und informativ. Es gibt immer auch eine Skizze in Originalgröße, dazu vergrößerte Abbildungen. Damit kann man gleich in die Natur gehen oder (eigene) Fotos damit abgleichen, um z. B. die Art zu bestimmen. Die Texte sind fundiert und nutzen umfangreiche Quellen wie trachtfliessband.de oder www.wildbienen.info zurück.

Praktische Wochenübersichten, liebevoll angereichert mit Bienenmotiven, bieten Platz zum Planen. Als Bonus gibt es noch heraustrennbare Postkarten.

Fazit: Als Geschenk für Bienenfreunde oder als hübscher Jahresplaner, der Buchkalender taugt gut als Begleiter für 2023.

Themen

  • Wildbienen-Porträts
    • Frühlings-Pelzbiene
    • Rote Mauerbiene
    • Dunkle Erdhummel
    • Holzbiene
    • uvm.
  • Bienenverhalten rund ums Jahr
  • Aussehen, Lebensraum und Gewohnheiten von Wildbienen

„Bienenkalender 2023“. Taschenkalender Landwirtschaftsverlag 2022. 18,- EUR. ISBN 978-3-7843-5718-8.

Mehr Infos:

Zeitungsartikel: Sumsisumm… Aktion
https://wir-tun-was-fuer-bienen.de/home.html

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Suchen zu Ostern: Wörterfinden-Spiel als soziales Event

Suchspiel mit Buchstaben

Beispiel-Ergebnis erfolgreich beim 3. VersuchGerade zu Ostern ist das Suchen ja mega-beliebt! Hier mal eine andere Art von Anregung dazu.

In diesem Jahr taucht wieder mal ein Hype im Web auf: wordle. Das ist eine feine kleine Website, auf der man jeden Tag ein Wort raten kann. EIN Wort! Ein einziges Wort!

Anzeige der statistische Werte und des Countdown bis zur nächsten RundeHat man den Versuch des Tages – egal ob erfolgreich oder nicht – abgeschlossen, muss man bis zum nächsten Tag warten, bis ein neues Worträtsel kommt.

Die Tastatureingabe erfolgt per Maus. Und die eingeblendete Tastatur zeigt an, welche Buchstaben schon entdeckt sind, welche nicht reingehören und welche noch zur Verfügung stehen.

Ist das nicht langweilig?

Nö. Das ist recht ungewöhnlich. Und macht das Ganze zu so einer Art Cliffhanger.

So kommt auch der soziale Aspekt rein: Am Ende bekommt man das Angebot, das Ergebnis zu teilen. Und damit kann man sich dann schön mit der eigenen Filterblase vergleichen.
Beispiel-Ergebnis erfolgreich beim 5. VersuchBei dem Versuch von heute muss ich mich wahrlich nicht verstecken: 3 Wörter eingetippt, Lösung eingeloggt. Hey-ya!

 

Zum Spiel:
www.powerlanguage.co.uk/wordle

Noch ein Beispielergebnis - Chunk
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