Verstanden statt gefürchtet werden

Weniger schlecht über IT schreiben

CoverAls IT-Expertin unterliegt man oft dem „Fluch des Wissens“, der besagt: Je besser wir uns mit einem Thema auskennen, desto unverständlicher sind wir in unseren Erklärungen. Das liegt daran, dass wir (meist unbewusst) davon ausgehen, unser Gegenüber hätte denselben Wissensstand wie wir.

Um mit diesen und anderen Unwägbarkeiten des „IT-Erklärens“ umzugehen haben die beiden Autor*innen eine ganze Fülle an Handwerkszeug und Tipps parat. Angefangen von Sensibilisierung zu verschiedenen Problemfeldern, über den richtigen Umgang mit englischen Wörtern in deutschen Texten, zur Gliederung von Texten,bis hin zu… wie und wo man die eigenen Texte veröffentlichen kann. Das Buch ist mit seinen knapp 190 Seiten relativ dünn, hält aber so viel Input parat, dass ich es nach dem ersten Durchlesen gleich noch ein zweites Mal durchgelesen habe und auch immer wieder einzelne Themen nachblättere.

Was mit sehr gut gefallen hat, ist der Umgang mit dem Thema „Gendern“. Zum einen gibt es hierzu ein ganzes Unterkapitel, zum anderen werden generisches Maskulinum und Femininum im Wechsel eingesetzt („… als Autorin sollten Sie ….“). Begründung: Damit auch Männer sich daran gewöhnen, bei der weiblichen Form mitgemeint zu sein :)  Ich hätte mir nur gewünscht, sie hätten diesen Wechsel kapitelweise gemacht und nicht manchmal schon zwischen zwei zusammenhängenden Sätzen.

Das Buch ist für alle, die IT verstehen und es Leuten erklären wollen, die IT nicht so gut verstehen. Von den Tipps profitieren sowohl Schreibanfängerinnen als auch Expertinnen. Der Schreibstil ist dabei sehr locker und mit so viel (Nerd-)Witz versehen, dass ich richtig Spaß beim Lesen hatte. Die Autor*innen kennen offensichtlich ihre Leserschaft! Das Buch hat jetzt einen festen Platz auf meinem Schreibtisch.

Fazit: Absolut lesenswert

Themen

  • Mein Leser, das unbekannte Wesen
  • Big und Little Data: Recherche und Quellenangaben
  • GOTO considered harmful: Texte klar strukturieren
  • Ausdruck vor Eindruck: Verstanden statt gefürchtet werden
  • Erzähl mir nix: Storytelling
  • Auftragen, polieren, einatmen, ausatmen: Überarbeitung
  • Prokrastination 101: (Un)produktiv sein
  • Press Any Key: Was möchten Sie schreiben?
  • Schöner leaken: Texte veröffentlichen

Christina Czeschik, Matthias Lindhorst: „Weniger schlecht über IT schreiben. Die Schreibwerkstatt für IT-Erklärer“. O’Reilly 2018. 19,90 EUR (D). ISBN 978-3-96009-063-2.

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Wie mit Klängen Geschichten entstehen

Sounddesign

CoverGefühlt habe ich noch nie so lange gebraucht, ein Fachbuch durchzulesen, was sicherlich auch an der für mich fremden Thematik liegt. Aber erstmal der Reihe nach.

In den rund 260 Seiten geht es um die Wirkung von Klang im Zusammenspiel mit Bewegtbildern. Also welche emotionale Wirkung erzeugt welcher Klang mit welcher Szene? Aber auch wie mit Klang die Geschichte eines Films nicht nur unterstützt, sondern auch weiter erzählt werden kann. Der Autor, Professor für Sounddesign und Musikproduktion, analysiert dafür zahlreiche Szenen aus zumeist bekannten Filmen (z. B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fight Club). Ein theoretischer Einstieg zum „Hören“ mit entsprechenden Übungen rundet das Ganze ab.

Normalerweise finde ich Übungen in Fachbüchern eher überflüssig. In diesem Buch haben mir die Hörübungen aber sehr gut gefallen. Sie haben mich angeregt zu experimentieren. Schwieriger sind da schon die zahlreichen Beispiele aus den Filmen. Diese erstmal zusammenzusuchen, habe ich als mühselig empfunden. Gewünscht hätte ich mir hier eine Zusammenstellung, vielleicht als beigelegte DVD oder über einen Weblink.

Zielgruppe sind fortgeschrittene Studentis in Medienstudiengängen. Anfängerinnen oder Fachfremde bekommen zumindest einen kleinen Einblick in die Thematik, müssen aber etwas leidensfähig sein. Schreibstil und Thematik machen es manchmal schwierig, dem Autor zu folgen. Andererseits hat er es fast immer geschafft, mich mit guten, eingängigen Beispielen wieder einzufangen. Ich würde das Buch trotzdem als „anstrengend zu lesen“ bezeichnen.

Fazit: Eher was für Medienstudis

Themen:

  • Was ist Sounddesign?
  • Wahrnehmung
  • Klang
  • Objekt
  • Bedeutung
  • Raum und Zeit
  • Film

Thomas Görne: „Sounddesign. Klang, Wahrnehmung, Emotion“. Hanser 2017. 30,- EUR (D) / 30,90 EUR (A). ISBN 978-3-446-44297-9.

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Hausbootbau und kreatives Lebensziel

Heimathafen

CoverHausboot statt Mietwohnung: Was tun, wenn man  eine größere Wohnung braucht, aber so gar keine bezahlbare Immobilie findet? Wie entgeht man dem Mietwahnsinn in Hamburg?

Jill und Ole Grigoleit haben es gewagt: Sie bauten eigenhändig ein Hausboot!

Trotz vieler Herausforderungen wurde es zur besten Entscheidung ihres Lebens. Sanft in den Schlaf geschaukelt werden, den morgendlichen Kaffee mit Blick aufs Wasser genießen und aus dem Wohnzimmer heraus das Abendessen angeln. Mittlerweile auch mit den Kindern – das ist inzwischen seit fünf Jahren der Alltag von Ole, Jill, Line und Morlin. Ihr rotes Hausboot liegt in ihrem eigenen kleinen Hafen in Winsen an der Luhe, versteckt zwischen Deichen in einem Seitenarm der Elbe.

Das Buch erzählt die Geschichte der mutigen Familie. Es erzählt auch von Hindernissen und Zufällen, die es brauchte, um aus dem Alltag auszubrechen und neu zu beginnen.

Fazit: Schöne Geschichte mit eingem Lehrreichem.. besonders für potenzielle Hausbootbauer*innen

Jill und Ole Grigoleit: „Heimathafen. Wie wir mit unserem Hausboot das Glück auf dem Wasser fanden“. Ullstein 2019. 15,- EUR (D) / 15,50 EUR (A). ISBN 978-3-86493104-8.

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Künstliche Intelligenz umfassend

Künstliche Intelligenz für Dummies

Cover„Künstliche Intelligenz“ ist nicht nur technisch ein großes Thema: Selbstfahrende Autos, humanoide Robotern und intelligente Systeme, die bereits Menschen im Schach und GO besiegt haben oder Ärzten bei der Diagnose von Krankheiten helfen oder bei der Produktion von der Fehlererkennung bis zur Prozess- und Produktoptimierung.  Man lernt Anwendungen aus der Industrie kennen und erfährt etwas über die zugrundeliegende Mathematik.

Es ist außerdem interessant und hilfreich, sich drumherum mal genauer umzusehen: Geschichte der Intelligenz, Bedeutung für Gesellschaft und Zukunft, Ethik etc. Darüber hinaus zeigt es klar die Grenzen, was KI in den nächsten Jahrzehnten nicht erreichen kann. Es sind keine tiefen theoretischen Vorkenntnisse notwendig, um das Buch zu verstehen. Mathematikwissen auf Oberstufenniveau reicht. Interesse für statistische Zusammenhänge sollte auch vorhanden sein.

Besonders gut hat mir der kurze, aber informative Überblick über die vielen, vielen Tools gefallen. Am schlechtesten war die Auswahl der Cartoons zu jedem Kapitelanfang.

Fazit: Gut, um über den programmiertechnischen Horizont hinaus zusätzlich mehr zu erfahren

Themen

  • Geschichte intelligenter Maschinen
  • Lernen und Logik
  • Denken formalisieren
  • Daten, Information, Wissen
  • Neuronenmodell: Künstliches Gehirn
  • Maschinelles Lernen und Neuronale Netze
  • Convolutional Neural Networks, Policy Network und Value Network
  • Daten, Big Data und Deep Learning
  • Tools: Matlab, WEKA, R und Python, KNIME, TensorFlow
  • IBM Watson, Industrieroboter, Internet der Dinge
  • Bildverarbeitung und Übersetzen
  • Gesichtserkennung, Spracherkennung, Sprachsteuerung
  • Autonomie und Intelligenz
  • Verschiedene Intelligenzstufen
  • Schwache und starke KI
  • Turing-Test und das chinesische Zimmer
  • Datenbanken und Wissensbasierte Systeme
  • Mathematik, Statistik und Modelle der Welt
  • Entscheidungsbäume und Assoziationsregeln
  • Gütemaße und Interessantheit
  • Probleme und Fallstricke
  • Philosophie und Ethik der KI
  • KI als Fluch und Segen: Kritische Anmerkungen
  • Ausblick: Was ist mit Quantenphysik?

Ralf Otte: „Künstliche Intelligenz für Dummies“. Wiley VCH 2019. 24,99- EUR. ISBN 978-3527714940.

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Mediatheken im Blick (reloaded)

Vor einer Weile habe ich Euch die Software MediathekView vorgestellt. Dank eines Betriebssystem-Updates habe ich aktuell Probleme, die Software zum Laufen zu bringen. Zum Glück gibt es eine browserbasierte Version, die zwar etwas eingeschränkter ist von den Funktionalitäten, aber in meinen Augen alles wichtige anbietet, wie z. B. eine Suchfunktion und unterschiedliche Videoqualitäten. Interessant für alle, die ebenfalls Probleme mit der Software haben oder keine Software installieren möchten oder können.

Zu finden auf der Webseite mediathekviewweb.de.

Screenshot der Webseite

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Malen mit PowerPoint

Einzigartige Grafiken gestalten mit PowerPoint

CoverIch arbeite schon ziemlich lange und vor allem täglich mit PowerPoint. Ich hatte daher beim Aufschlagen des Buches nicht viel Neues erwartet, erhofft hatte ich es allerdings schon. Wurde meine Hoffnung erfüllt? Ja, auf jeden Fall, wenn auch in einem geringen Umfang.

In dem reichlich bebilderten Buch werden viele Werkzeuge von PowerPoint vorgestellt und anhand von praktischen Beispielen auch deren Anwendungsweise gezeigt, z. B. Objekte ausrichten oder Formen subtrahieren. Neben den rein handwerklichen Dingen werden auch gestalterische Elemente vorgestellt, z. B. der goldene Schnitt oder die Drittelregel.

Top: Es gibt unglaublich viele, sehr gut dargestellte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auch für Anfängerinnen gut nachbaubar sind. Vom Gestalten von einzelnen Icons bis hin zu ganzen Gemälden ist alles dabei. Einige dieser Gemälde sind wirklich beeindruckend!

An ein, zwei Stellen bin ich jedoch etwas verloren. Es will sich mir beispielsweise bis zum Schluss nicht erschließen, wofür der über mehrere Seiten vorgestellte „Auswahlbereich“ so hilfreich sein soll. Auch hat mir ein kurzer Abriss zum Thema „Wie erstelle ich eine gute Präsentations-Folie?“ abseits des goldenen Schnitts gefehlt. Wo positioniere ich z. B. am besten Texte? Auch wenn weder der Titel noch der Klappentext diese Erwartung schüren, hätte es das Buch besser gemacht.

Das Buch ist für Anfängerinnen sowie mittlere Fortgeschrittene geeignet. Aber auch PowerPoint-Profis können die ein oder andere Inspiration mitnehmen, was Grafiken oder auch Arbeitsweisen anbelangt. Bei mir hat es die Lust geweckt, einige der Grafiken nachzubauen. Ich habe mir vorgenommen, mehr mit Mustern zu experimentieren.

Fazit: Für alle, die Grafiken mit PowerPoint erstellen wollen

Themen

  • Menschen visualisieren
  • Eigene Formen aus Grundformen erzeugen
  • Freihändig zeichnen
  • Objekte nachzeichnen und freistellen
  • Muster
  • Kompositionen erstellen
  • Licht und Schatten

Anosh Soltani: „Einzigartige Grafiken gestalten mit PowerPoint. Kreative Ideen schnell und einfach umsetzen“. dpunkt 2018. 19,90 EUR (D). ISBN 978-3-96009-060-1.

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Lebenserfahrung aus globalen Unternehmen

Einfach gut beraten

CoverHm. Tja. Zuerst war ich vom Geschwätzigen genervt. Jurist halt… hmpf. Nach und nach konnte ich aber durchaus fundierte Erfahrungen herauslesen, und ein paar wirklich gute Tipps. Außerdem habe ich mit jedem neuen Kapitelchen mehr einen Eindruck von der juristischen Fachkultur bekommen (nicht, was die Inhalte angeht, sondern Denke und Sprachstil).

Man sieht dem Autoren beim Lesen quasi über die Schulter, während er eine Art Selbstreflektion aufschreibt. Ab und zu spricht er trotzdem Leser (und Leserinnen) direkt an. Inkonsequenz oder Perspektivwechsel? Egal. Humor und Selbstironie führen ihn zu Lehren aus dem Leben. Manchmal leider auch ein bisschen langatmig. Als MINT-Mensch könnte man dasselbe auf halb sovielen Seiten formulieren. Immerhin entstehen trotzdem alltagstaugliche „kleine Weisheiten“. Einige Fragen, die das Buch behandelt: Wie verkaufe ich mich am besten? Wie strukturiere ich meinen Arbeitstag? Wie reagiere ich richtig, wenn mir ein Fehler passiert? Der Autor sammelte seine Erfahrungen als Jurist, der jahrzehntelang für global agierende Unternehmen tätig war.

Fazit: Gut als Bettlektüre oder im Park

Themen

  • Doppelter Nutzen
  • Fehler machen, riskieren und Schaden begrenzen
  • Perspektivwechsel
  • Brutale Wahrheit
  • Lernen durch Zuhören
  • Gelegenheiten sehen und ergreifen
  • Chef-Ideen (sind natürlich immer großartig)
  • Risiken und Chancen
  • Schlechte Nachrichten überbringen und überleben
  • Nicht allen recht machen
  • Poritionieren
  • Der richtige Moment
  • Fertigwerden
  • ABER
  • So schön ruhig hier
  • Blinder Fleck: (Unternehmens-) Schwächen
  • Flexibel denken
  • Geld, Macht, Sext
  • Probleme adressieren
  • Was am Ende rauskommt
  • Mach Dich nicht kaputt
  • Führen heißt dienen
  • Opferrolle
  • Schuldfrage

Wirnt Galster: „Einfach gut beraten. 25 Episoden mit Erlebnissen und Erkenntnissen aus der Beratungspraxis“. Kamphausen 2018. 20,- EUR. ISBN 978-3-95883-346-3.

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Brainstorming und andere Spiele für Erfolg und Spaß

Gamestorming

CoverWie entstehen Ideen? Das Buch will diese Frage neu beantworten. Es zeigt, dass man nicht hexen muss, um kreativ zu sein, sondern spielen!

Der theoretische Einstieg ist gewöhnungsbedürftig. So entdecke ich u. a. eine ungewöhnliche Methodenbezeichung: „Post-up“. Gemeint ist Brainstorming auf Papier (Moderationskarten, Haftnotizzetteln). Manche Beschreibungen muten auch etwas umständlich an, wie etwa die zur Punktabstimmung: „Sie können zum Beispiel allen Anwesenden zehn kleine runde Aufkleber geben und sie bitten, sie auf das zu kleben, was sie am meisten interessiert. Und wenn jemand dann keine Aufkleber mehr hat, hat er auch keine Stimmen mehr.“ Puh… „kleine runde Aufkleber“? Naja, sowas nennt man schlicht Klebepunkte. Das Umständliche liegt vielleicht an der Übersetzung, sei’s drum. Außerdem fehlt ein Hinweis auf die Faustformel, wieviele Punkte man abhängig von Gruppengröße und Zahl der Themenkarten vorgeben soll (dafür gibt es gute Erfahrungswerte).

Dafür ist das Prinzip „Spielen“ grafisch sehr gut aufbereitet. Hier kann man sich tatsächlich inspieren lassen, wie man ein Vorgehen denen erklärt, die den Moderationsauftrag vergeben – und meist gar nicht selbst beim Arbeiten dabei sind. Die meisten „Spiele“ sind außerdem sauber beschrieben, z. B. der Produktkarton, hier als „Entwirf die Schachtel“ erzählt. Zu Beginn von Kapitel 3 gibt es eine Ultrakurzzusammenfassung der kommenden Abschnitte. Sehr lesefreundlich. Hätte ich mir für mehr Kapitel gewünscht.

Toll: Ein sehr einfaches visuelles Alphabet wird vorgestellt. Wirklich, wirklich simpel: Gerade Striche, Winkel, geometrische Grundformen, die jede und jeder zeichnen kann. Sehr praktisch. Und der Hinweis, dass beim Scribbeln immer auch Beschriftung erlaubt ist. Eine Skizze muss nicht selbsterklärend sein!

Noch was Inspirierendes: Es gibt eine schöne Idee, wie man auf zwei verschiedenen Arten ein „Zwangsranking“ durchführen kann, also Dinge in eine priorisierte lineare Reihenfolge zu bringen. Und dass man DANN die beiden entstandenen Rankings nochmal gegeneinander hält, um daran die Entscheidung abzuwägen, was davon man letztendlich macht, also welches Ranking der Gruppe sinnvoller erscheint. Im Buch klingt das so: „… wir Sie Ihr Geld am effektivsten ausgeben“ (wobei Geld als Metapher für eine Bepreisung / Relevanz dient).

Der Umgang mit dem Thema Fragen ist ebenfalls ungewöhnlich: Es gibt hier …

  • … Eröffnungsfragen,
  • … Navigationsfragen zur Richtungsfindung oder Zielsetzung oder Kurskorrektur: Z. B. „Was ist das“ oder „Was kann ich damit anfangen“, u. a. wenn man im Verlauf auf etwas Neues stößt
  • … Untersuchungsfragen für eine eingehendere Analyse
  • … Ausprobierfragen: Fantasieren oder um eine Analogie zu finden oder um etwas auf eine höhere Ebene zu bringen
  • … Abschlussfragen: „Was davon können wir in den nächsten zwei Wochen auf die Beine stellen?“

 

Eine meiner Lieblingserkenntnisse findet sich auch wieder: „Hat man etwas […] öffnet, muss man es auch wieder […] schließen, um nicht die Energie der Gruppe zu verlieren.“ Wie wahr.

Fazit: Ungewöhnlicher Ansatz, frischer Wind. Vor allem für Fortgeschrittene oder Agil-Erfahrene

Themen

  • Konflikte überwinden
  • Engagement der Mitarbeiter steigern
  • Zusammenarbeit optimeiren
  • Kommunikation optimieren
  • Verständnis von User-Experience verbessern
  • Meetings kürzer und produktiver gestalten
  • Komplexe Systeme und Dynamiken erkunden
  • Wurzel des Problems erkennen
  • Weg zur Lösung finden

Dave Gray, Sunni Brown und James Macanufo : „Gamestorming. Ein Praxisbuch für Querdenker, Moderatoren und Innovatoren“. dpunkt 2011. 29,90- EUR. ISBN 978-3-89721-326-5.

Ein paar Links dazu:

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Kompakter und dabei gut verständlicher Einstieg in Blockchain

Blockchain kurz & gut

Cover Blockchain: DER Begriff für technologische Innovation, wenn es um Handel und Vertrauen geht. Das Konzept dahinter zu verstehen, ist eher anspruchsvoll. Ganz kurz: Eine Blockchain ist eine Datenstruktur, die in kryptografischen Protokollen eingesetzt wird, um Sicherheit gegen Angriffe, Lug und Betrug zu gewährleisten.

Nach einer kurzen Erläuterung der kryptografischen Grundlagen erklärt der Autor den Aufbau eines Blockchain-basierten Protokolls von Grund auf. Ausgehend von einem Protokoll, das jeder kennt, der schon einmal E-Banking benutzt hat, baut er Stufe um Stufe eine Menge an Sicherheits- und Verbesserungsmechanisen auf. In Form von Beispiel-„Coins“ stellt er für verschiedene Probleme einzeln dar, wie man das Problem löst. Und am Ende erreicht man als Leserin Verständnis für das Prinzip der Blockchain.

Abschließend werden mit dem gewonnenen Verständnis Anwendungsfälle von Blockchains identifiziert und auch ausgeschlossen. Man lernt ausgewählte Blockchain-Anwendungen wie Zeitstempel für Dokumente, fälschungssichere Logs und verifizierbare Zufallszahlen kennen.

In kurzen Abschnitten verständlich erläutert, garniert mit ebenso gut ausgewählten grafischen Darstellungen. Etwas Übung im Lesen formaler Modellierung (z. B. UML-Vorkenntnisse) hilft, ist aber nicht unbedingt Voraussetzung für das Verständnis.

Geschrieben ist das Buch für alle, die Software entwickeln, mit IT-Architektur zu tun haben und IT-Entscheidungen verantworten.

Fazit: Wirklich lesenswert.

Themen

  • Hashfunktionen
  • Digitale Signaturen
  • Digitales Geld und Coins
  • Double-Spending-Problem
  • Private Blockchains
  • Proof-of-Work-Prinzip: Rechenleistung verhindert multiple Identitäten aus einer Hand
  • „Ein nicht zu stoppender Computer“

Kai Brünnler : „Blockchain kurz & gut“. dpunkt 2018. 11,90 EUR. ISBN 978-3-96009-070-0.

Zum Weitermachen jenseits dieser Lektüre: Python, NaCl-Bibliothek, Kommandozeilentool, Hashcash

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Kochen für Eistaucher… äh Deep-Learning-Fans

Deep Learning Kochbuch

Cover Mit den passenden Tools und Frameworks sowie dank der Vorarbeit von Generationen von Wissenden ist der Einstieg in die Entwicklung von Deep-Learning-Anwendungen auch für Softwareentwickler*innen möglich, die keine umfassenden Machine-Learning-Kenntnisse haben. Das Buch liefert dafür Rezepte für typische Aufgabenstellungen des Deep Learnings.

Ein paar Voraussetzungen braucht es aber schon, um das Buch nutzen zu können. Man sollte sich auf GitHub bewegen können, den Umgang mit der Shell schon mal praktiziert haben, in Python ein paar Schritte gemacht haben.

Am Anfang steht die „Kultur des Teilens“: Open Data, Open Source, Open-Access-Publishing. Damit hat man schon eine Menge Fundament für die eigenen Projekte. Und wer das Buch zitieren möchte, macht dem Autor (und den Übersetzern) eine Freude – verlangt wird das Zitieren explizit nicht. Sehr sympathisch. Wer auf sich hält, zitiert natürlich trotzdem.

Jedes Kapitel behandelt ein Projekt, u. a. Ähnlichkeiten von Texten mithilfe von Word-Embeddings berechnen. Oder die Stimmung eines Textes erkennen und passende Emojis dazu vorschlagen. Oder ein Empfehlungssystem für Filme basierend auf Wikipedia-Links erstellen. Schön auch: Die Visualisierungsanwendung, das ergibt z. B. eine Weltkarte zum Kaffeekonsum mit verschieden satten Farben je nach Menge.

Der Aufbau der Kapitel unterstützt den Überblick: Problem – Lösung – Diskussion. So erschließt sich schnell der Anwendungskontext und man verliert sich nicht so leicht (nur) in Programmierdetails. Im Abschnitt Diskussion werden u. a. Fallstricke bei der Interpretation von statistischen Daten offenbart: Ist der Kaffeekonsum in Zentralafrika gleich Null oder haben wir einfach nur keine Daten von dort?

Die Codebeispiele sind in Python geschrieben und auf GitHub als Python-Notebooks frei verfügbar. Als Tools kommt neben Python die Open-Source-Biblotohek für Neuronale Netze, Keras, zum Einsatz, außerdem NumPy / SciPy / scikit-learn (Pakete bzw. Bibliotheken zum wissenschaftlichen Rechnen in Python) und Jupyter Notebook (ein Notebook für Python).

Schon das Vorwort gefällt mir: Gut strukturiert und leicht verständlich inklusive Einordnung des Themas Deep Learning in die Welt der Anwendung. Hier erfährt man ein bisschen was vom Mehrwert dieser programmiertechnischen Fachdisziplin mit ihren Neuronalen Netzen, Machine Learning & Co.

Fazit: Interessante Lektüre – und man kann hinterher ’ne Menge Sachen machen…

Themen

  • Neuronale Netze und Netzwerktypen
  • Text- / Bild- / Klangverarbeitung
  • Datenbeschaffung
  • Datenvisualisierung
  • Hund-Katze-Klassifikator
  • Ergebnisse teilen (auch mit Nutzern)
  • Fehler beheben
  • Pandas (nicht die Bären!)

Douwe Osinga (Übersetzung Marcus Fraaß und Konstantin Mack): „Deep Learning Kochbuch. Praxisrezepte für einen schnellen Einstieg“. dpunkt 2019. 34,90 EUR. ISBN 978-3-96009-097-7.

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Motive sehen, verstehen, machen, einsetzen und voraus-fühlen

Einstieg in die Bildgestaltung

CoverDas Buch richtet sich an Hobbyfotograf*innen ebenso wie an Neulinge oder Leute, die ihr Smartphone fürs Fotografieren nutzen. Es gibt anständig viele Beispielbilder mit Erläuterungen, die sich schwerpunktmäßig auf gestalterische Aspekte beziehen.

Statt stumpf Regeln aufzulisten, geht es hier explizit auch um den Kontext, in den das Bild (später) gesetzt wird. Dieser konkrete Einsatzzweck kann aus einem „objektiv schlechten“ Bild ein passendes machen oder ein „perfektes“ Foto als wahrlich ungeeignet erscheinen lassen.

Der Autor und Fotograf ist offensichtlich erfahren – und das nicht nur technisch, sondern auch lebenserfahren. Das zeigt sich deutlich am Beispiel der Perspektive der Bild-betrachtenden Menschen, die sich ein Foto ansehen. Sie sehen nicht alle dasselbe. Sie bringen ihre Erwartungen, Erfahrungen, Gefühle, Wahrnehmungen und Sehgewohnheiten mit. Genauso klug wie diese Sicht ist der Rat des Autors, dass man sich genug Zeit zum Üben zugestehen sollte. Also wirklich. Zum Verinnerlichen der Kameratechnik zum Beispiel. Oder genauso auch zum Schärfen des Blicks. Und dass man beim Üben fokussiert vorgeht. Sich auf einen Aspekt (in Zahlen: 1) konzentrieren.

Und noch so ein guter Tipp: Schlechte Bilder konsequent löschen, spätestens am Rechner. Warum? Speicher sparen? Nö. Weil man sich ungern durch fette Fotoordner klickt, in denen (auch) schlechte Bilder sind. Durch Ordner mit gelungenen Fotos dagegen wühlt man sich doch ganz gern. Weitere Tipps… findet Ihr im Buch.

Fast schon weise nimmt der Profi typische Gestaltungstipps unter die Lupe und entmystifiziert sie:

  • Motiv nie in der Bildmitte!
  • Gestaltungsregeln unbedingt einhalten! Unbedingt brechen!
  • Immer! Goldener Schnitt!
  • Drittelregel einhalten und immer tolle Fotos bekommen!
  • ….

Das Glossar am Ende enthält Verweise auf die Kapitel, in dem der Begriff vorkommt. Danke dafür, auch hier hat jemand mitgedacht. Ganz zum Schluss gibt es noch eine praktische Umrechnungstabelle für Brennweiten (Vollformatobjektive, APS-C-Objektive, FT/MFT-Objektive).

Okay, hier noch mein Lieblingstipp jenseits der üblichen Faustformeln, weil ich ihn zwar schon oft hörte, aber erst hier anhand eines anschaulichen Beispiels so richtig treffend umgesetzt gesehen habe: Eine Gesamtsituation in mehrere Motive aufteilen. So kann man beispielsweise einen Sonnenuntergang in Ausschnitten statt als einzelnes großes Bild fotografieren: Wellen, Seevögel, Strand, die Sonne mit Wolken und Gischt, Wellen, Personen am Strand, …

Fazit: Ungewöhnlicher und kluger Ansatz, nützliche Tipps kurz und exzellent aufbereitet

Themen

  • Motiv wählen
  • Licht und Farbe nutzen
  • Objektive einsetzen
  • Motive grafisch gestalten
  • Fotos aufräumen
  • Bildelemente platzieren
  • Blick führen
  • Schärfe, Bewegung, Fokus und Langzeitbelichtung

Georg Banek : „Einstieg in die Bildgestaltung. 50 Tipps für bessere Bilder“. dpunkt 2019. 19,95 EUR. ISBN 978-3-86490-659-6.

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Vom Anderssein, vom Umgewöhnen und Erfahrungen sammeln: Annie listet alles auf

Mein Leben in Listen

CoverAnnie ist in der 4. Klasse, lebt in Brooklyn und hat ein ganz spezielles Gedächtnis – sie merkt sich Sachen, die sich Leute sonst selten merken. Außerdem macht Annie Listen. Über ihr Leben, darüber, was so passiert und wer was gesagt hat. Und warum. Erstens, zweitens, drittens,… Und da niemand so recht was mit dieser Beschäftigung von Annie anfangen kann, sagt sie eben „Briefmarken sammeln“, wenn sie jemand nach ihrem Hobby fragt. (Auch wenn sie überhaupt nur drei Briefmarken oder so besitzt.)

Damit gerät sie dann auch in Schwierigkeiten. Jedenfalls sieht es für sie eine Weile so aus, als ob sie alles falsch gemacht hat. Die Familie muss aus Brooklyn auf’s Land ziehen. Und Annie muss sich ganz schon umgewöhnen. Nicht nur, weil ihr Bruder Theo total sauer über den Umzug ist, sondern auch, weil sie ihre beste Freundin Mellie verlassen muss. Wie soll das Leben da nur weitergehen können…?!?

Das Buch beginnt mit der Vorgeschichte, bis es soweit ist, dass die Familie umziehen muss. Danach gibt es für jeden Monat, den Annie auf dem Land lebt, ein eigenes Kapitel.

Wie sich das Buch so liest… etwa so wie die Beschreibung des Verlags:

„6 Dinge, die ihr über Annie wissen solltet:

  1. Annie liebt Listen. So kann sie ihre Gedanken ordnen.
  2. Sie hat ein unglaubliches Gedächtnis- aber das bringt sie auch ziemlich oft in Schwierigkeiten.
  3. Annie wäre gerne weniger schüchtern.
  4. Ihr Bruder ist sauer auf sie, weil er denkt, dass die Familie wegen Annie umziehen musste – in einen Vorort mit 8432 Einwohnern.
  5.  Ihre beste Freundin wohnt noch immer in Brooklyn. Aber sie sind sich fast ganz sicher, dass sie trotzdem für immer beste Freundinnen sein werden.
  6. An Annies neuer Schule gibt es auch ein paar nette Kinder, manche mehr, manche weniger.“

Das Ganze liest sich insgesamt nett, nur manchmal haben mich die ganzen Listen etwas genervt. Zwischendurch gibt es immer auch mal ein paar Absätze ohne Auflistung. Wo eine Zahl davor stand und wo nicht, das war leider nicht so sehr durchstrukturiert (mein armes Mathematikerinnenherz hat die Logik gesucht und nicht gefunden).

Fazit: Liebenswert

Kristin Mahoney: „Mein Leben in Listen. Annies Geschichte – in Listen erzählt“. Egmont Schneiderbuch 2019. 14,- EUR (D) / 14,40 EUR (A). ISBN 978-3-505-14257-4.

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Evolution der Wahrnehmung, Fehler und Irrtümer

Wahre Lügen

CoverOb Gesundheit, Politik oder Fake-News : Warum glauben wir nur, was wir glauben wollen?

Dass wir irrational denken und handeln, hat vor allem mit Wahrnehmung zu tun. Der Autor hat Physik und Philosophie studiert und kennt sich mit Hirnforschung und darum auch mit unserer Wahrnehmung aus. So stellt er auch die Frage nach der Wahrheit. Und findet Antworten.

Ein Konzept wie „Wahrheit“ ist evolutionär verzichtbar, da es zum Überleben einer Art wenig beiträgt. Trotzdem kann man lernen, etwas (mehr) zu erkennen, wenn man über Erkenntnisfallen Bescheid weiß.

Das Buch überträgt Forschungsergebnisse auf den Alltag. Es räumt dabei auf mit vorschnellen Schlüssen und argumentiert gegen schlichten Eigennutz. Unter anderem, weil das aus Sicht der Evolution keine gute Strategie ist. Erstaunlich gut erklärt: Das Thema bedingte Wahrscheinlichkeiten (Bayes lässt grüßen).

Außerdem: Es gibt viele – oft etwas skurrile – Fotos, die meisten davon… naja… eher schmückendes Beiwerk als Beitrag zum Verständnis. Sei’s drum.

Der Autor lehrte Psychologie in Münster und untersuchte am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln Wahrnehmungstäuschungen und ihren Einfluss auf menschliches Handeln. Er Autor hat einen ganz eigenen unterhaltsamen Stil: Wortspiele, Anekdoten, Wortwitz. Beispiel gefällig?

„Noch nicht mal ans Erfinden selber war damals schon zu denken gewesen, denn auch was Denken anging: Fehlanzeige. Parpadoxerweise fehlten sogar Fehlanzeigen.“

Oder:

„Man sagt, dass die Kombination von individueller Wahrnehmung, Wissenschat und kooperierenden Experten das schlechteste Mittel der Erkenntnis ist – abgesehen von allen andern, die wir ausprobiert haben.“

Oder:

„Ein Schwein jedenfalls ist ein schlechter Ausgangspunkt, wenn man einen Vogel bauen will.“

Fazit: Unterhaltung mit Potenzial zur Selbsterkenntnis

Themen

  • Wahrnehmung
  • Wahrscheinlichkeit
  • Wahrnehmen für Profis
  • Kein Thema: Wahrheit

Kai Schreiber: „Wahre Lügen. Warum wir nicht glauben, was wir sehen“. Rowohlt 2019. 22,- EUR. ISBN 978-3-7371-0055-7.

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Meditation radikal anders?

Die innere Ruhe kann mich mal

CoverDer ein oder anderen gestressten Großstädterin ist bestimmt schon mal der Gedanke gekommen, man müsse jetzt mal dringend die eigene innere Ruhe finden, am besten in einem Kloster in Tibet. Aber nein, der eigene Zeitplan erlaubt das leider nicht, aber Meditation solle da ja helfen, hört man. Also flugs einen VHS-Kurs gebucht und diesen irgendwie zwischen Arbeit, Einkaufen und Kinderbetreuung gequetscht. Aber irgendwie
will sich die innere Ruhe nicht wirklich einstellen, oh weh.

Dieses Szenario hatte ich ein Stück weit im Kopf, als mich der Titel dieses Buches angesprungen hat, verspricht es doch einen Ausweg aus der Misere.

Worum geht es? Der Autor spricht aus seiner langjährigen Erfahrung als Meditationslehrer und versucht, Entspannung in die Thematik zu bringen. Er erklärt der Leserin, dass es beim Meditieren eben nicht darum geht, einer bestimmten Methode zu folgen oder sich auf eine bestimmte Art hinzusetzen. Das erzeuge kontraproduktiven Druck, den man ja eigentlich gar nicht haben will.

Man könnte das ganze Buch zusammen fassen mit den Worten „Lassen Sie sich in Frieden“.

Das Buch liest sich sehr flüssig, der Autor streut immer wieder interessante Anekdoten aus seiner Lehrtätigkeit ein. Allerdings kam für mich gefühlt nach der Einleitung (!) nichts wirklich neues mehr.

Fazit: Kurzweilig, mehr aber auch nicht

Themen

  • Hören Sie auf zu meditieren
  • Hören Sie auf, ruhig zu werden
  • Hören Sie auf, ein Bewusstsein zu entwickeln
  • Hören Sie auf, perfekt sein zu wollen

Fabrice Midal: „Die innere Ruhe KANN MICH MAL. Meditation radikal anders“. dtv 2018. 14,90 EUR (D) / 15,40 EUR (A). ISBN 978-3-423-26184-5.

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Poetische Kost

Mein Kochbuch für die Seele

CoverEine Prise Humor und ein Teelöffel voll Vergnügen, das sind die wichtigsten Zutaten, die die Autorin serviert. Dazu ein Glas Wagemut und ein Becher Hoffnung. In dem kleinen Band stecken Lebensglücksrezepte, die die Seele erfreuen. Eine Einladung zum Leben und Glücklichsein.

Verschiedene Autorinnen und Autoren liefern ihre besten Rezepte für ein genüssliches Leben. Dazu kommen ungewöhnliche Bilder, die auch zum Schmunzeln einladen. Für einen ersten Eindruck hier ein Zitat:

Der Tisch ist gedeckt
Keinen Blick auf die Uhr werfen
Keine Vorbereitungen treffen
Nicht irgendwo hineilen
Nicht irgendwo herkommen
Keinen Anruf auf dem AB vorfinden
Nichts vergessen haben
Einen leeren Schreibtisch hinterlassen
Nicht an morgen denken
Nicht diskutieren
Nicht reflektieren
Der Tisch ist gedeckt
Für Wesentliches
Thomas Knodel

Fazit: Einfach mal schön

Claudia Peters und Dorothea Siegert-Binder: „Mein Kochbuch für die Seele. Mit vielen Lebensglücksrezepten“. Verlag am Eschbach 2019. 15,- EUR. ISBN 978-3-86917-688-8.

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(Mehr) Lagerfeuergeschichten über beeindruckende Frauen

Good Night Stories for Rebel Girls 2

Cover Neue Geschichten, noch mehr beeindruckende Frauen, die die Welt veränderten: Nachdem der erste Teil gut ankam, gibt es nun nochmal 100 Geschichten. Kurzbiografien von Frauen wie Nofretete oder Beyoncé, Clara Schumann oder J. K. Rowling sind hier wieder gesammelt zu finden. Frauen, die etwas tun. Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Das Buch will Mädchen Mut machen: Ziele setzen und Träume verwirklichen, das kannst auch Du!

In der Einleitung beschreiben die Autorinnen sehr schön, wie man die Geschichten quasi um ein weltweites Lagerfeuer lesen kann. Denn überall auf der Welt ist der erste Band erfolgreich – und so lesen überall Menschen von denselben Erfolgsgeschichten der Frauen. So sind übrigens auch viele neue Geschichten für den zweiten Teil entstanden: Es haben sich Leute gemeldet, um eine Geschichte beizutragen, weil sie sich vom ersten Teil inspiriert fühlten. Super. Die Bilder, die je ein Porträt der vorgestellten Frau zeigen, sind von 60 Künstlerinnen aus aller Welt angefertigt.

Das Schöne am zweiten Band: Hier finden sich (für mich) noch tollere Kurzbios. Warum? Weil hier noch mehr Frauen vorgestellt werden, die ich noch nicht kannte. Heldinnen, Vorbilder. Beeindruckend, von ganz Jungen bis zu weisen alten Frauen, klug oder rebellisch. Von zeitgenössischen Heldinnen bis zu jenen, die vor langer, langer Zeit lebten. Hier, in der westlichen Welt oder weit, weit weg.

Fazit: Für Töchter, Nichten, Enkelinnen. Auch für Jungs. Für Patenkinder. Und für Erwachsene!

Einige vorgestellte Frauen…. bzw. ihre Berufe

  • Neuropsychologin
  • Chemikerin
  • Wildhüterin(nen)
  • Schriftstellerin
  • Astrophysikerin
  • Geschäftsfrau

Elena Favilli und Francesca Cavallo: „Good Night Stories for Rebel Girls 2“. Hanser 2018. 24,- EUR. ISBN 978-3-446-26106-8.

Postkartenset

Postkartenedition

Im Set sind Postkarten für „Rebel Girls“ zusammengestellt: 50 Porträts zum Verschicken und Verschenken. Auf der Rückseite ist dann kurz beschrieben, wer die Frau auf der Vorderseite ist und was sie so besonders macht. Ein kurzer Einblick in die Leistungen, Errungenschaften und Charaktere von Frauen, die die Welt auf ihre Weise verändert haben.

Die Geschenkbox ist hübsch, aus einem handschmeichlerischen Karton sehr stabil gefertigt und dazu noch praktisch für die mittel- bis langfriste Aufbewahrung der Karten, die man noch nicht verschickt oder verschenkt hat. Trennkarten mit Zitaten der Frauen unterteilen den dicken Postkartenpacken in Kategorien: Siegerinnen, Künstlerinnen, Anführerinnen, Pionierinnen und Kämpferinnen. Vielleicht lässt die eine oder andere Karte ja Flügel wachsen…

Wer ist dabei?

  • Königin Elisabeth I.
  • First Lady Michelle Obama
  • Malerin Frida Kahlo
  • Opernsängerin Maria Callas
  • Läuferin Wilma Rudolph
  • Tennisspielerin Serena Williams
  • Naturforscherin Maria Sibylla Merian
  • Primatenforscherin Jane Goodall
  • … und noch viele mehr

Fazit: Schönes Geschenk, gutes Preisleistungsverhältnis.

Elena Favilli und Francesca Cavallo: „Good Night Stories for Rebel Girls – 50 Postkarten“. Hanser 2019. 16,- EUR. ISBN 978-3-446-26233-1.

Der erste Teil

Die Rezension zum ersten Teil findet Ihr selbstverständlich in der zeitung: „Rebellinnen und Pionierinnen am Lagerfeuer

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Kleiner japanischer Bruder einer großen Schwester

Rainbirds

CoverRen Ishido hat gerade seinen Abschluss an der Uni in Tokio gemacht, als er vom plötzlichen Tod seiner älteren Schwester hört. Keiko wurde in einer regnerischen Nacht auf dem Weg nach Hause erstochen, und die Umstände der Tat sind rätselhaft. Ren reist nach Akakawa, um die Sachen seiner Schwester zu ordnen. Mit Keiko, die vor Jahren von einem Tag auf den anderen der Heimatstadt Tokio und der ganzen Familie den Rücken kehrte, verband ihn in der Kindheit eine enge Beziehung. Inzwischen erscheint ihm das Leben seiner Schwester so mysteriös wie ihr unerklärlicher Tod. Interessant sind die Einblicke ins japanische Leben in einer Stadt, die nicht so groß und bekannt ist wie Tokio.

Das Buch beschreibt viel von Rens Alltag in einer sogenannten „Paukschule„, in der er für einige Monate in Akakawa unterrichtet. Parallel erlebt die Leserin seine Spurensuche mit. Danach, wer seine Schwester eigentlich war.  Und was es mit ihrem Tod auf sich hatte. So tritt er buchstäblich in die Spuren seiner Schwester, indem er denselben Job übernimmt. Dort wohnt, wo sie wohnte. Im Regen die Stelle ihres Todes aufsucht. Und so weiter. Das Buch ist aus meiner Sicht weniger Krimi, sondern ein Ausschnitt aus dem Leben. Zu einem Zeitpunkt, wo das Leben für die Hauptfigur erst so richtig beginnt.

Clarissa Goenawan lebt mit ihrer Familie in Singapur. Die indonesische Autorin liebt Regentage, gute Bücher und heißen grünen Tee.

Fazit: Liest sich gut weg

Clarissa Goenawan: „Rainbirds“. Thiele Verlag 2019. 20,- EUR. ISBN 978-3-85179-423-6.

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Kreative Müllverwertung

Müll 2.0

CoverWer nicht hinnehmen möchte, dass tonnenweise Plastik im Meer schwimmt, kann z. B. versuchen, Müll zu vermeiden. Der BUND hat einen schönen Ratgeber herausgegeben, wo Kosmetika überall Mikroplastik drin ist. Die Liste ist erschreckend lang!

Doch manchmal geht das Müllvermeiden nicht so einfach, z. B. aufgrund fehlender Alternativen und ja auch oft aufgrund der eigenen Trägheit.

Hier setzt das Buch „Müll 2.0“ an, indem es der Leserin 70 sehr unterschiedliche Projekte aus Recyclingmaterialien vorstellt, die zumindest bei mir Lust am Basteln geweckt haben. Als Materialien kommen Palettenholz, Wellpappe, Plastikflaschen, Milchkartons, Zeitschriften, Konservendosen und vieles mehr zum Einsatz, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf den beiden ersten liegt.

Die Projekte sind unterteilt in Projekte für Einsteigerinnen, Bastlerinnen, Könner und Profis. Sie schwanken zwischen dekorativ, spielerisch bis nützlich. Die weiter fortgeschrittenen Projekte sind dabei echte Hingucker. Schon mal ein ganzes Büro inkl. Besprechungszimmer komplett aus Wellpappe gebaut? Oder eine mondförmige Wiege aus Palettenholz? Jedes Projekt ist liebevoll aufbereitet und kommt mit vielen Fotos daher. Lediglich die Beschreibung lässt meiner Meinung nach häufig zu wünschen übrig. Ich habe öfter das Gefühl, irgendetwas nicht mitzubekommen – „von welcher Querlatte sprechen die da die ganze Zeit?“

Eine Sache, die ich noch schade fand: Eingangs wird geschrieben, man soll möglichst ökologische Farben und Lasuren verwenden. Was das genau bedeutet, woran ich das erkenne und wo ich vielleicht weitere Informationen dazu bekomme, bleibt leider unbeantwortet. Da ist noch etwas Luft nach oben.

Fazit: Tolle Ideen, macht Lust auf mehr

Themen

  • Pflanzkästen aus Plastikflaschen
  • Tannenbaum aus Wellpappe
  • (Kinder-)Schlagzeug aus Blechdosen
  • Insektenhotel aus Palettenholz
  • Sessel aus Wellpappe
  • Designer-Kleiderbügel aus Kartonhülse

Isabelle Bruno und Christine Baillet: „Müll 2.0. 70 kreative Projekte aus Recyclingmaterial“. Haupt 2017. 24,90 EUR (D) / 25,60 EUR (A) / 31,- CHF (CH). ISBN 978-3-258-60178-6.

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Schon mal eine Geruchskarte erstellt?

Maps!

CoverDies ist zweifellos eines der merkwürdigsten Bücher, das ich bisher in den Händen gehalten habe. Was habe ich erwartet? Ein Buch, das mich in die Geheimnisse der Kartenerstellung einweiht. Also mir erklärt, welche Kartenelemente es gibt, wie ich diese zeichne und wie ich eine plausible Karte erzeuge.

Das Buch führt zu Beginn in verschiedene Kartenelemente ein und erläutert Schritt für Schritt, wie eine einfache Windrose erstellt wird. Leider gibt es außer der Windrose kaum weitere solcher Anleitungen.
Zu jedem Thema gibt es mehrere Übungsaufgaben. Die Aufgaben habe ich alle durch die Bank weg als überflüssig empfunden, insbesondere die Übungen bei den Schriften fand ich sehr frustrierend. Gemeinerweise sind in den Aufgabenteilen aber durchaus wichtige Informationen versteckt, die ich mir außerhalb der Aufgaben im Kapitel selbst gewünscht hätte.

Apropos überflüssig: Verteilt im Buch werden unterschiedliche Kartenkünsterlinnen und -künstler in Kurzinterviews vorgestellt. Den Platz hätte man meiner Meinung nach besser nutzen können für mehr Anleitungen und bessere Beschreibungen. Ebenfalls überflüssig aus meiner Sicht: Die fast 20 Seiten performierte Vorlagen im hinteren Teil des Buches. Für Karopapier brauche ich keine Vorlage (kein Scherz).

Es werden zudem viele unterschiedliche (Kartografier-)Projekte vorgestellt. Die meisten davon fand ich auf den ersten Blick recht merkwürdig, z. B. eine Valentinskarte, in der das eigene Herz kartografiert wird. Und mit Herz ist in diesem Fall das menschliche Organ gemeint. Oder eine Geruchskarte, in der auf einem Stadtplan die unterschiedlichsten Gerüche in ihrer jeweiligen Intensität abgebildet werden.

Auf den zweiten Blick konnte ich dem ein oder anderen Projekt aber doch noch etwas abgewinnen, da die Autorin ihr Handwerk (Karten zeichnen…. nicht Bücher schreiben) sehr gut beherrscht.

Fazit: Viel Überflüssiges, etwas wirr, aber sehr liebevoll aufbereitet

Themen

  • Eine kurze Geschichte der Kartografie
  • Grundelemente einer Karte
  • Kartentypen
  • Stadt-, Netz- und Ortspläne
  • Ideenkarten
  • Projekte

 

Helen Cann: „Maps! Pläne, Karten, Skizzen gestalten und von Hand zeichnen“. Haupt 2017. 24,90 EUR (D) / 25,60 EUR (A) / 31,- CHF (CH). ISBN 978-3-258-60174-8.

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Wunderlich weiblich?

Wunderbar weiblich

CoverSchade… Dr. Libby erzählt, wie sie sich vorstellt, dass alle Frauen sich rundherum vital, gesund und schön fühlen, auf die Weisheit ihres Körpers vertrauen und ihre emotionale Balance finden. Zu den Themen Ernährung sowie ganzheitliche Gesundheit von Körper und Seele erläutert sie sehr knapp einige biologische Abläufe und den Hintergrund hinter körperlichen Symptomen. Dabei kommt sie immer wieder zum selben Schluss: Vernünftig ernähren, genug bewegen und sozial und seelisch für Ausgeglichenheit sorgen. Oder kurz: Gesund leben statt Diät plus Workout.

Was daran ist jetzt schade? Dass ich nach ca. der Hälfte keine Lust mehr hatte, weiter zu lesen. Denn für meinen Geschmack wiederholte sich viel zu viel und die Fakten kamen dabei doch immer wieder recht kurz. Andererseits: Dr. Libby ist ja nicht dumm, sie hat durchaus einen fachlich fundierten Hintergrund und viel Erfahrung. Die Australierin ist Ernährungswissenschaftlerin und promovierte Biochemikerin.

Was mich wirklich geärgert hat: An einer Stelle gibt sie einen Tipp, was man als gesunden Snack selbst zubereiten kann (so eine Art Energiebällchen), verweist auf eine andere Seite im Buch und dort…. steht, dass man ein anderes Buch von ihr kaufen kann, wo dieses Rezept zu finden ist. Pfui! Schlechter Stil. Das Rezept gehört hier ins Buch und dann kann man ja noch auf das andere Buch mit weiteren Rezepten verweisen. So gehört sich das. Außerdem macht sie noch Werbung für ihre Nahrungsergänzungmittel (zumindest ist das bei mir als Werbung angekommen). Nö.

Dann wieder gibt es Stellen im Buch, die wirklich nett sind, z. B. die zugrunde liegende Aussage, dass man auf Basis von Respekt sich selbst gegenüber und Wertschätzung für sich leben sollte. Na klar!

Fazit: Schade, ich weiß wirklich nicht, was ich von Dr. Libby halten soll

Themen

  • Essen: Qualität, Evolution, Natur
  • Ersatzbefriedigung Essen?
  • Wasser, Koffein, Alkohol
  • Nieren, Leber, Verdauung
  • Stimmung, Stress und Nerven
  • Zyklus, Hormone, Menopause
  • Bewegung, Meditation und Atmen
  • Interpretation, Dankbarkeit, Neues ausprobieren
  • Umwelt und Umfeld

Libby Weaver und Imke Brodersen: „Wunderbar weiblich. Gesundheit, Ernährung, Entspannung. Was jede Frau wirklich wissen sollte“. TRIAS (Thieme) 2017. 19,99 EUR (D) / 20,60x EUR (A). ISBN 978-3-43210518-5.

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