Mutig wie ein Huhn

Das Katzenhuhn

Cover Schon das Coverbild lädt zum Entdecken ein. Da wuselt es, überall gucke noch Bauernhoftiere um die Ecke, und auch sonst gibt es jede Menge Details. Es gibt viel zu sehen, und ein warmes Gefühl mischt sich in meine Neugier. Klappt man das Buch auf, geht es dort weiter, mit einem Luftbild vom Bauernhof. Und ganz hinten, bevor man das Buch zuklappt, ist wieder dasselbe Luftbild zu sehen. Nein… Moment… nur so ähnlich. Sehr! Schön!

Jetzt aber zur Geschichte: Zum Heldsein ist es gar nicht so weit. Und mit Umhang schon gar nicht! Der hat nämlich Superkräfte. So sieht’s aus. Timme, das Huhn, kann damit nämlich in jeder noch so verfahrenen Situation den Tieren und sogar dem Bauern helfen. Bis am Ende etwas ganz Überraschendes passiert…

Alles beginnt an einem ruhigen Tag auf dem Bauernhof. Timme entdeckt den Katzenumhang auf dem Heuboden, neugierig wirft er ihn sich über – und plötzlich ist alles anders: Er sieht schärfer, er hört besser, er kann riesige Sprünge machen. Aus Timme, den die Mäuse ärgern, wird ein selbstbewusstes Huhn, Timme ist ab jetzt das Katzenhuhn! Eines ist am Ende sicher, in jedem noch so kleinen Huhn steckt etwas Besonderes. Man muss sich nur trauen, loszuspringen!

Mit Umhang, Mut und jeder Menge guter Freunde springt das Katzenhuhn durch 8 Abenteuer. Das Buch ist voller Humor und warmherzig erzählt.

Fazit: Lehrreich, von Anfang an und besonders nochmal am Ende!

Themen

  • Freundschaft
  • Vorurteile
  • Angst
  • Zusammenhalt
  • Mut
  • Selbstbewusstsein
  • Kreativität
  • Geschäftsidee

Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und Dominik Rupp: „Das Katzenhuhn. Zum Heldsein ist es nur ein Katzensprung – Geschichten über tierische Freunde.“ Vorlesegeschichten in idealer Vorleselänge (ca. 10 Minuten). Ab 5 Jahren. Thienemann-Esslinger 2022. 13,- EUR. ISBN 978-3-480-23798-2.

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Wo soll es nur geräuscheln gehen?

Was macht Püüüp?

CoverAlles beginnt im Garten, draußen am Wasserhahn. Das kleine Püüüp möchte herausfinden, wohin es gehört. Es ist ein Geräusch, wie es bald schon weiß. Und naja, so einfach ist dieses Herausfinden gar nicht. Denn: Was in aller Welt macht schon „PÜÜÜP“?!?

Knarz, ratter, plopp … das kann man recht schnell erraten. Ein Tropfen, der ins Wasser fällt, ist unser kleines Geräusch sicher nicht – denn das macht PLOPP.

Viele andere Möglichkeiten begegnen Püüüp nach und nach noch auf seiner Reise. Das kleine Geräusch bleibt hartnäckig und sucht immer weiter, auch wenn es mal den Mut verliert, denn irgendwohin muss Püüüp doch gehören … Am Ende gelingt es Püüüp tatsächlich, an seinem ganz eigenen Platz zu geräuscheln. Es findet, wohin es gehört. *seufz* Happy End.

Sehr sehr süß, lustig und anrührend, außerdem lehrreich. Toll finde ich, dass jedes Geräusch als eigenes Wesen gezeichnet ist. So wie die Töne, die keine Geräusche sind. Mein Learning: Manchmal gibt es sogar ganze Familien wie Ta, Tü, Ta und Taaa :-)

Fazit: Lesen! Vorlesen! Zusammen mit den Kleinen erleben!

Themen

  • Geräusche
  • Laute
  • Töne
  • Hinhören

Kreativteam

Bernhard Hoëcker kennen ja Viele (aus Funk & Fernsehen und von anderen Publikationen), daher kommt vermutlich auch der wissenschaftliche fundierte Hintergrund, den die Geschichte eindeutig hat. Nikolai Renger hat sich die knallbunten Bilder ausgedacht und gezeichnet. Eva von Mühlenfels „wuchs in der romantischen Quadratestadt Mannheim auf, wo sie nach der Schule Anglistik studierte. Ihre akademische Reise begann im Barockschloss und endete in Zentralalaska, wo sie zwischen Bären und Elchen in einer Blockhütte im Wald wohnte. Entsprechend geradlinig ging es nach ihrem Studium schnurstracks nach Köln zum Fernsehen. Dort werkelte sie als Producerin an verschiedenen … Formaten, die unter anderem mit dem Comedy- und Grimmepreis ausgezeichnet wurden. Um auch außerhalb der besten Sendezeit wunderschöne Comedy zu erleben, machte sie eine Fernsehpause und gründete eine Familie. Ihre gesammelten Erfahrungen aus Sprachwissenschaft, Eiseskälte, Geschichtenerzählen und dem Abkratzen von getrockneten Haferflocken stopfte sie in einen Sack, schüttelte ihn, warf ihn gegen die Wand und herunterfiel das erste Kinderbuch. Und manchmal, wenn es bitterkalt ist, und die Kinder schon schlafen, heult sie noch heute den Mond an. Haouuuu!
Bernhard Hoëcker, Eva von Mühlenfels und Nikolai Renger: „Was macht Püüüp? Knarz, ratter, plopp … püüüp – eine Bilderbuchgeschichte“. Ab 3 Jahren. Thienemann-Esslinger 2021. 14,- EUR. ISBN 978-3-480-23669-5.

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The Myceeeeelium! … im Film

Fantastische Pilze

Cover Das Mycelium! Unendliche Weiten… nöödödö… Möglichkeiten! Öhem… OK, auf Deutsch heißt es Mycel. Egal.

Fakten: Es gibt rund 6x mehr Arten unter den Pilzen als Arten im Reich der Pflanzen. Der Pilz ist der älteste Organismus, der als Fossil je gefunden wurde. Pilze waren die ersten an Land, wo sie – wortwörtlich – den Boden bereiteten. Sie sind praktisch unsterblich, so lange sie Nahrung finden. Sie sind näher mit den Menschen verwandt als mit Pflanzen. Wow.

Unter unseren Füßen befindet sich eine Welt, die alles Lebende miteinander verbindet: Als gigantisches unterirdisches System bilden Pilze die Grundlage des Bodens, des Waldes, und damit die Grundlage jeder Existenz. Unter jedem Schritt im Wald 500 km Pilz.

Und nicht nur dort. Sie sind in der Luft, die wir atmen (Sporen), leben in Symbiose mit Pflanzen und Tieren. Und in uns. Und das ist – meistens – gut so.

Mit Hilfe ausgefuchster Kameratechnik porträtiert die Doku einen faszinierenden Teil der Natur: Ein natürliches Netzwesen, das vor Millionen von Jahren seinen Anfang nahm und auch die Zukunft unseres Planeten nachhaltig beeinflussen kann. Die Dokumentation reist mit mir in ein unterirdisches Universum. Aus Sicht von Forschenden werden Sein, Intelligenz und Lösungen gezeigt, die uns das Reich der Pilze als Antwort auf wichtige medizinische, therapeutische und ökologische Herausforderungen bietet.

Am intensivsten verfolgt der Film den Selfmade-Mykologen Paul Stamets, der die Wissenschaft durch seine unvoreingenommene Sicht aufmerksam macht auf Aspekte, bei denen sich Forschungsfragen lohnen.

Man erfährt ein bisschen was über mögliche neue praktische Einsatzfelder und viel über das Thema Bewusstseins(ver)änderung. Da hätte ich mir weniger Meinung gewünscht und mehr von den handfesten, praktischen Lösungen, die schon funktionieren. (Ich für mich habe die „esoterischen“ Stellen „rausgerechnet“.) Unterm Strich bleibt es dennoch eine gut gemachte Doku. Mehr wünsche ich mir über die Gemeinsamkeiten von Pilznetzwerken und KI und weitere Einsichten – vielleicht gibt es mal einen 2. Teil.

Spannend ist das Experiment in Kanada, 1000 Bäume groß. Daraus resultieren u. a. Bio-Insektizide, die sehr gezielt Ameisen, Mücken, Moskitos und – bald… – Bettwanzen bekämpfen können. Das ist doch mal was!

Auch das Thema Pilze & Medizin finde ich überaus interessant. Sie produzieren Chemikalien (Enzyme), die z. B. Bakterien töten können. Oder Pilzstoffe, die Abwehrmechanismen im Körper unterstützen können. Sie können dafür sorgen, dass im Gehirn Nervenzellen nachwachsen, ein Thema, das die Hoffnung beim Kampf gegen Demenz nährt, Stichwort: Neurogenese. Sobald das gut erforscht ist, möchte ich das natürlich auch haben und später schlau bleiben :-)

Die Themen Schamanismus und Konsum für Bewusstseinsveränderung betrachte ich vorsichtig. Hier ist mir ein gutes Forschungsfundament besonders wichtig. Da ist die Brisanz hoch. Wenn die Möglichkeiten sich als ungefährlich und mit entsprechenden Heilungschancen herausstellen, würde ich das natürlich begrüßen. Von daher ist es sicher gut, wenn es (wieder) Forschungsgelder für den Einsatz von Psychedelika gibt. Macht Euch selbst ein Bild, ich bleibe vorsichtig…

ScreenshotAls Fenster zu einem tiefergehenden Naturverständnis und der Verflechtung alles Lebendigen informiert der Film mit beeindruckenden Bildern und überraschenden Fakten über das Potenzial von Pilzen.

Dabei entsteht eine neue und ungewöhnliche Perspektive. Eine These: Die Welt der Pilze als Vorbild, ein Kosmos im Kosmos aus Verbindung, Inspiration und Hoffnung. Wirklich schön anzusehen, einige erstaunliche Einsichten nehme ich mit.

Im Bonusmaterial gibt es weitere Gespräche und Statements. Im Booklet erfährt man ein paar weitere Hintergrundinfos – z. B. über das Buch zum Pilz.

Der Film

FSK ab 12 Jahren. Warum?!? Keine Ahnung, ich denke, es bräuchte keine Altersbeschränkung. Nur die Aussagen zu Drogen bzw. Bewusstseinsveränderung durch Pilzkonsum sollte man vielleicht besser gemeinsam ansehen und kleineren Kids erklären.

Fazit: Hat der Mykologe Recht? Keine Ahnung, vermutlich oft bis meistens. Stecken da vielversprechende Forschungsfragen drin? Auf jeden Fall!

Themen: Was Pilze so alles können…

  • Boden bereiten
  • Am Leben bleiben
  • Heilen
  • Bewusstsein erweitern
  • Planet retten

„Fantastische Pilze. Die magische Welt zu unseren Füßen“. Originaltitel: „Fantastic Fungi“. Deutsch, Englisch. FSK ab 12. polyband Medien GmbH 2022. DVD 11,36 EUR / Blue-ray 14,99x EUR. 81 Min + 62 Min Bonus.

Mehr Infos und weiterführende Websites

FantasticFungi.com, hier kann man herausfinden, welcher Pilz man ist… Außerdem gibt es im Shop Pilze, Pilzprodukte usw. Bunt und unterhaltsam. Keine Wissenschaftswebsite! Nichtsdestotrotz werden auf informative Weise verschiedene Pilze vorgestellt – im Menü Learn / Fungi Field Guide klicken.

Pilze als Material: Als Verpackung werden sie schon eingesetzt, hier nachzulesen https://duj-design.de/blog/nacchaltige-verpackungen-aus-mycelium

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Weltkultur von Hund und Mensch

Gefährte Hund

CoverEinblicke in verschiedene Mensch-Hund-Beziehungen auf der ganzen Welt, festgehalten mit Fotos von ganz nah dran, begleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen und erzählt in Geschichten.

Im Verlauf der Evolution entwickelten sich Hunde und Menschen gemeinsam und lernten, miteinander zu kommunizieren. Heute hat der Mensch zum Hund eine tiefe emotionale Beziehung entwickelt. Diese Verbindung hat Tierfotografin Debra Bardowicks auf ihren Reisen weltweit und in unterschiedlichen Kulturen gesucht, gefunden und festgehalten. Als Leserin erlebe ich mit, wie Mensch und Hund als perfektes Team zusammenfinden.

Hintergrundinfos zur Historie von Mensch und Hund sowie zu den jeweiligen Geschichten bringt Wissenschaftsjournalistin Katharina Jakob mit.

Autorinnen

Tiere sind seit ihrer Kindheit die Leidenschaft von Debra Bardowicks. Sie studierte Biologie und wissenschaftliche Fotografie in England und Finnland. Als Tierfotografin bereiste sie über 40 Länder auf allen Kontinenten der Erde.

Katharina Jakob ist Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin. In ihrem letzten Buch „Warum Wale Fremdsprachen können“ beschäftigte sie sich mit tierischer Intelligenz und ergründete, wie Tiere denken und fühlen.

Fazit: Entspannte Lektüre ohne rührseligen Touch, dafür mit unbewertetem Blick und Beobachten

Themen

  • Jagdhunde aus Nicaragua
  • Hütehunde von den Shetlands
  • Streuner in Thailands Tempeln
  • Fischende Wasserhunde aus Portugal
  • Bärenjäger aus Japan
  • Alte Rasse, nackte Haut
  • Hunde mit Jobs
  • Wildentschlossene Knirpse aus den Highlands
  • Heimatsuchende aus Costa Rica
  • Berghunde aus dem Atlas

Debra Bardowicks und Katharina Jakob: „Gefährte Hund. Faszinierende Einblicke in die Mensch-Hund-Beziehung aus der ganzen Welt“. Gräfe & Unzer 2022. 25,- EUR (D) / 25,90 EUR (A). ISBN 978-3-8338-7560-1.

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Alltagstauglich klimafreundlich leben

101 Antworten für deinen nachhaltigen Alltag

CoverWas wenn ein Alltag im Sinne von Klima- und Umweltschutz mehr Kreativität ermöglichen, neue Erfahrungen, bessere Gesundheit, mehr Muße erlauben würde? Vielleicht sogar ein Gefühl von Kontrolle über das eigene Leben stärken, also mehr Selbstbestimmtheit? Und ich damit unterm Strich zufriedener werde? Klar, das nehm ich!

Und lese dieses Buch… gedruckt auf Apfelpapier – überzeugt mich, dass das alles sehr ernst gemeint ist.

Antworten auf alltägliche Fragen zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Für eine ausführliche Recherche fehlt die Zeit. Diese Mühe nimmt uns die Autorin mit ihrem Buch ab. Sie nimmt 12 Bereiche des täglichen Lebens genauer unter die Lupe und liefert sorgfältig recherchierte Fakten, praktische Tipps und eigene Erfahrungsberichte rund ums Thema „Nachhaltiger leben“. Dabei bleiben die Tipps recht pragmatisch, was mir besonders gefallen hat.

Besonders positiv aufgefallen sind mir die Ernährungstipps, mit einer Liste an Nahrungsmitteln pro Tag mit Angabe von Portionsgrößen, die zu nachhaltigem Leben passen. Grob beantwortet ist hier auch die Frage, wieviel Fleisch und Milchprodukte vertretbar sind. Für alle interessant, die nicht vegan leben, aber eine Orientierungshilfe suchen.  Hilfreich ist für mich sogar die Auflistung nachhaltiger Modemarken in der Schweiz (u. a. Mammut, Patagonia, Vaude). Da finde ich mich bestätigt darin, langlebige Outdoorklamotten zu bevorzugen :-)

Außerdem bekomme ich hier die Antwort auf die Frage: Wie hoch stelle ich die Heizung ein? Richtwerte für den Alltag & Tipp für eine längere Abwesenheit.

Schließlich weiß ich jetzt, wie ich Backofen vs. Herd (vs. Wasserkocher) einschätzen kann -welches Gerät verwende ich wofür?

Damit man weiß, worüber man spricht, ergänzt der Anhang die Alltagsthemen durch Begriffserklärungen: Gut verstanden habe ich jetzt den CO2-Fußabdruck (wie man Methan und anderes umrechnet) und andere einschlägige Begriffe.

Man findet jede Menge Links und Verweise auf Anlaufstellen, Infoseiten und nachhaltige Shops. Die Website zum Buch bietet eine umfangreiche Sammlung von Infos, d. h. insbesondere eine lange Linkliste, sortiert nach Themen. Es gibt u. a. App-Tipps, Infos zu Labeln, Tipps für Dinge aus dem Unverpacktladen jenseits von Müsli und Nudeln. Wer nachhaltig reisen möchte, erfährt etwas über Buchungsportale wie greenpearls.com oder ecohotels.com. Empfohlen ist auch fairunterwegs.org. Dazu gibt es Buchtipps.

Im Buch selbst findet man die Website leider nur als QR-Code, nicht als URL verzeichnet. Unnötig umständlich.

Wichtig zu wissen: Das Buch ist aus Schweizer Sicht geschrieben, was bei einigen Punkten einen Unterschied macht, man muss für Deutschland und Österreich dann selbst nochmal nach-recherchieren. Der Aufwand hält sich in Grenzen, denn um was es geht, steht ja da. Kleine Übersetzungshilfe meinerseits: Velo = Fahrrad (den Rest schlagt Ihr selbst nach).

Abgerundet werden die Alltagsthemen durch Tipps gegen den inneren Schweinehund – wie halte ich mich motiviert? Danke dafür!

Das Buch wirkt überhaupt nicht belehrend, sondern spricht alle Neugierigen an, die gerne mehr über die Aspekte eines umwelt- und klimafreundlicheren Lebens erfahren wollen.

Eins der Learnings: Begriff und Konzept „Capsule Wardrobe“, die Anleitung hab ich dann online recherchiert. Hier www.vivabini.de/mode/aufbau-capsule-wardrobe-fuenf-schritte oder hier www.natuerlichnele.de/blog/capsulewardrobe gibt es Vorschläge dazu, wie man den Kleiderschrank minimalisiert.

Fazit: Pragmatisches Nachschlagewerk mit alltagstauglichen Tipps, basierend auf Fakten. Aus Schweizer Sicht.

Themen

  • Ernährung & Lebensmittel
  • Wohnen & Haushalt
  • Küche
  • Bad
  • Mobilität
  • Mode
  • Psychologie (die Sache mit dem Schweinehund und andere Hürden)

Sabina Galbiati: „101 Antworten für deinen nachhaltigen Alltag“. AS Verlag 2022. 34,- EUR (D) / 32,80 CHF (CH). ISBN 978-3-03913-046-7.

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Deutschlandreise auf dem Licht

German Roamers

CoverWieder was gelernt: Es gibt ein Outdoor-Fotografen-Kollektiv, die German Roamers. Diese Leute durchstreifen Deutschland mit ihren Kameras. Von der Nordsee und der Ostsee über die Mittelgebirge bis tief in den Süden, an die Alpen. Ihre Landschaftsfotografie zeigt Reiseziele und Unbekanntes.

Der Fokus im Bildband liegt auf den Lichtstimmungen: Nebelfotografie in der Morgendämmerung auf dem Darß, Goldene Stunde in den weiten Wälder des Hainich, Nachtfotografie in der Rhön – die Fotos lassen innehalten und magische Momente genießen.

Natur und Landschaften ändern ihre Atmosphäre mit dem sich bewegenden Licht der Sonne. vom frühen Morgen bis in die dunkle Nacht. Neben den brillanten Aufnahmen der German Roamers gibt es hier die schönsten Fotos aus der großen Community.

Zur Community
Die German Roamers sind 12 Outdoorfotograf:innen. Seit der Gründung 2015 hat sich das Kollektiv zu Europas größter Outdoor-Community in den sozialen Medien entwickelt. Sie haben den Hashtag #weroamGermany eingeführt, um auf die wunderbare Natur auch im „langweiligen“ Deutschland aufmerksam zu machen. Gute Idee!

Fazit: Hier kann man sehr schön eintauchen und auf Tagtraumreisen gehen

Fotografenkollektiv German Roamers und Community: „German Roamers. Deutschland in den schönsten Lichtstimmungen“. Gräfe & Unzer 2022. 34,- EUR. ISBN 978-3-8338-8759-8.

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Was man so in Bilder rein interpretieren kann…

Im Museum gewesen

CoverIm Büro spiegeln sich die großen Dramen der Menschheit täglich im Kleinen: Konflikte, Technikprobleme, Überstunden, sogar der Kater nach der Betriebsweihnachtsfeier – all das findet sich seit Jahrhunderten in den Werken der Kunstgeschichte, man muss nur genau hinsehen. Dieses Buch spielt damit: Der Impressionismus kannte schon die Mühen des Homeoffice, während der Renaissance-Maler Giuseppe Arcimboldo in schlauer Voraussicht bereits die lästigsten Kollegentypen porträtierte. Kleines Geschenk für kunstaffine Arbeitskollegen, Chefinnen und alle, die Büroarbeit ulkig sehen mögen.

Nicht ganz meine Art von Humor, aber Geschmack ist ja bekanntlich verschieden.

CoverHat Bruegel wirklich das Tor zur Hölle gemalt oder ist es einfach der Blick in ein Wohnzimmer, in dem drei Kinder getobt haben? Sieht Caligula nicht aus wie ein frischgebackener Papa, der endlich mal Familienoberhaupt spielen möchte? Dieser Band vermittelt einen neuen Blick auf alte Gemälde: Freuden und die Mühen des modernen Familienlebens in Meisterwerken der Kunstgeschichte. Von Kita bis zum Leben mit rebellischen Teenagern, hier findet man die Höhen und Tiefen des Elternseins in der klassischen Kunst – immer mit einem Augenzwinkern.

Das passte für meinen Geschmack besser zusammen, und jetzt hab ich meinen Bedarf an klassischen Gemälden erst mal wieder gedeckt.

Fazit: Vermutlich vor allem für ältere Semester

Wolfgang Luef: „Im Museum gewesen. Überall meine Arbeit gesehen. Klassische Kunst neu interpretiert“. YES 2022. 9,99 EUR. ISBN 978-3-96905-190-0.
Wolfgang Luef: „Im Museum gewesen. Überall meine Familie gesehen. Klassische Kunst neu interpretiert“. YES 2022. 9,99 EUR. ISBN 978-3-96905-193-1.

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Weiterbildung neu denken

Co-Creation Learning

CoverDas Buch besteht aus zwei Teilen. Teil 1 gibt einen Überblick über die Weiterbildungslandschaft (der Zukunft), Teil 2 geht auf das Lernkonzept Flipped Classroom ein. Beide Teile nehmen etwa gleich viele Seiten ein. Kernfrage: Wie soll berufsbezogenes Lernen nach der Grundausbildung aussehen?

Der erste Teil zitiert Studien und ordnet neue Anforderungen an Weiterbildung in die bestehende Landschaft ein. Die veränderte Arbeitswelt, die vor allem seit der Pandemie Realität geworden ist, ist dabei ein Ausgangspunkt. Dabei werden u. a. auch (neue) Ansprüche an Unternehmen und Führungskräfte genannt. Einige Konzepte und Ideen werden kurz vorgestellt, u. a. agile Unternehmen, Soziokratie, New Work / Arbeitswelt 4.0, Servant Leadership. Aus psychologischer Sicht kommen einige Aspekte dazu, z. B. Kohärenz und Salutogenese, aber auch Selbstorganisation.

Lernkonzept Flipped Classroom stammt ursprünglich aus der Schuldidaktik. Dabei wird die Erarbeitungsphase aus dem Unterrichtsraum in den privaten (Lern-)Bereich des Lernenden verlagert. Ziel ist, das in der Vorbereitung erworbene Wissen in den Unterricht mitzubringen und so zu einem größeren Lernerfolg zu kommen. Das Buch greift dieses Prinzip für den Weiterbildungsbereich auf. Mit Hilfe des vorgeschlagenen angepassten Konzeptes sollen Seminare neu gegliedert werden können, in denen Teilnehmer:innen sich die Lerninhalte vorab selbstständig erarbeiten und mit ihrem selbst erarbeiteten Wissen dann das eigentliche Seminar besuchen.

Co-Creation besteht im Kern aus zwei Dimensionen: Selbst etwas (er-)schaffen – nämlich Lernergebnisse. Und das Ganze gemeinsam mit anderen – Reflektion und Austausch in der Lerngruppe, im Arbeitsumfeld und mit der Seminarleitung („Lernbegleiter:in“). Zu diesem Kernthema gibt es einiges an Literaturzitaten, wer mag kann also tiefer eintauchen.

Gut gefallen haben mir besonders zwei Begriffe, die ich hier entdeckt habe: Double loop learning  vs. Single loop learning. Double loop learning umfasst auch die Reflektion über Fortschritte und Lernprozess plus das, was man im Single loop learning im Fokus hat: Verbesserung der eigenen Performance, ausgerichtet auf Ziele/Erfolge im Beruf, d. h. unternehmerische Ergebnisse.

Was mir nicht gut gefallen hat, ist der Praxisbezug, der für mich zu wenig vorkam. So hätte ich mir einige ganz konkrete Praxisbeispiele gewünscht. Etwas, das mir vermittelt, dass die Theorie in der Praxis schon mal funktioniert hat. Denn z. B. beim Abschnitt zu IMPACT Solo, der beschreibt, wie ein/e einzelne/r Lernende in einem konventionellen Seminar allein das Flipped Learning praktiziert, habe ich große Zweifel. Denn diese Person käme mit viel mehr Wissen und gar ersten Erfahrungen eine Gruppe, die im Extremfall auf Frontalunterricht eingestellt ist. Das kann gruppendynamisch schwierig werden. Womöglich käme es zur Ausgrenzung dieser Person durch die Gruppe. Darauf wird leider mit keinem Wort eingegangen. Ganz am Ende steht dann noch der Wunsch an Unternehmen / Führungskräfte, dass sich alle doch das vorgestellte Konzept aneignen mögen (mit dem Eindruck, dann wird alles gut). Das ist nach dem theorielastigen Buch für mich ein großer Gap – wie mein Omma sagen würde: „So wird datt nix“.

Die Autoren sind ein Organisationspsychologe und ein Professor für Leadership, Personal- und Gesundheitsmanagement. Sie bzw. ihre Erfahrungen kommen aus Deutschland und der Schweiz.

Fazit: Von Bildungswissenschaftlern für Bildungswissenschaftler:innen, für mich zu wenig Praxisbezug drin.

Themen

  • Weiterbildung betrachten: Formate, Rechtliches, Weiterbildungsmarkt…
  • Ökonomische Trends: Demografie, Fachkräftemangel, …
  • Remote Work
  • Charakteristik digitalen Lernens
  • Digital Leadership
  • Resilienz & Lernen
  • Dilemma: Was soll gelehrt werden? Was braucht es wirklich?
  • Digitale Ethik
  • Selbstorganisation
  • Lernprozessbegleitung
  • Lernerfolg, Wirksamkeit und Selbstwirksamkeit
  • Learning on the Job
  • Flipped Classroom

Georg Michalik und Volker Schulte: „Co-Creation Learning. Wirksame Weiterbildung mit Flipped Classroom“. Schäffer-Poeschel 2022. 39,95 EUR. ISBN 978-3-7910-5774-3.

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Jim Panse feiert Weihnachten

Schöne Bescherung, Jim!

CoverWeihnachten ist die schönste Zeit im Jahr, auch im Dschungel.

Alle Tiere freuen sich und bereiten sich auf das Fest vor. Alle außer Jim. Egal was die anderen vorschlagen – Lieder singen, schmücken, Geschenke verpacken oder naschen – Jim hat viel zu viele Dinge im Kopf, die mies sind. In der Erwachsenenwelt heißt sowas Sorgen.

Wie Jim lernt, doch noch Weihnachten zu entdecken? Das zeigt das Bilderbuch in dichten Dschungelszenen. Ein Buch darüber, dass man sich mit schlechter Laune selbst im Weg stehen kann. Wie man die schönen Dinge sehen lernt. Am Ende ist Weihnachten dann für alle schön.

Manches in den großformatigen Bildern ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Man kann hier fein auf die Suche gehen und nach Kleinigkeiten und versteckten Freunden und Freundinnen zwischen den Blättern stöbern.

Fazit: Eine ganz andere Weihnachtsgeschichte, ohne typische Weihnachtssymbole. Mit viel Dschungel.

  • Band 4 der Reihe mit dem grummeligen Affen
  • Hilft beim Verstehen von Gefühlen
  • Hilft beim Umgang mit schwierigen Gefühlen
  • Achtsamkeit und Wertschätzung
  • Freundschaft und Familie und wie wichtig sie sind

Suzanne Lang: „Schöne Bescherung, Jim! Lustiges Bilderbuch über schlechte Laune in der Weihnachtszeit – Feiere gemeinsam mit dem unvergleichbar lustigen Jim!“ Ab 4 Jahren. Löwe 2022. 15,- EUR (D) / 15,50 EUR (A). ISBN 978-3-7432-1366-1.

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Naturvielfalt zum Wohle des Menschen… und für Schoko-Fans

Was hat die Mücke je für uns getan?

CoverWen kümmert es, wenn in Brasilien eine Art verschwindet, von deren Existenz wir bis dahin gar nichts gewusst haben? Und wäre es nicht fantastisch, wenn Mücken ausstürben?

Nö: Die Natur ist ein Netzwerk, jeder Organismus hängt mit vielen anderen zusammen. Und Menschen sind hier keine Ausnahme. Ohne Biodiversität überleben wir nicht: Ohne Insekten kein Obst, ohne Mikroorganismen kein guter Boden, ohne Mücken keine Schokolade.

Abbildung einer MückeStoppen wir die Zerstörung dieser Vielfalt nicht, gefährden wir unsere eigene Existenz.

Das Buch wirft auf diese Themen einen verständlichen Blick und öffnet beispielhaft die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen, die uns Nahrung, Sicherheit, Gesundheit und mehr schenkt. Und es stellt klar, was passieren muss, damit wir das Artensterben noch aufhalten können.

Das alles gefällt mir gut, die Texte sind überschaubar und gut gegliedert. Die Mücke taucht immer wieder als Bild auf und bringt Beispiele aus der Artenvielfalt mit. Davon hätte es für meinen Geschmack noch viel mehr geben können. Und – ich weiß jetzt, warum die Mücke und die Schokolade gleich wichtig sind… (nix da, verrate ich nicht, lies selbst…)

Besonders beeindruckt hat mich das Beispiel, wie man wirtschaftlich attraktiver und gleichzeitig besser für das Ökosystem Garnelen in ihrer natürlichen Mangroven-Umgebung leben lässt statt in Massentierhaltung mit Zugabe von Medikamenten. Die Idee heißt Mangroves for Future.

Fazit: Wissenschaftlich fundiert, appelliert an uns und „die Großen“.

Themen

  • World Wide Web of Life
  • Artenvielfalt
  • Biodiversität & Gesundheit
  • Klimawandel
  • Naturschutz
  • Biodiversität & Wohnen in der Stadt
  • Biodiversität & Reisen
  • Biodiversität & Energie
  • Biodiversität & Essen
  • Biodiversität & Sicherheit
  • Sich drum kümmern

Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg: „Was hat die Mücke je für uns getan? Endlich verstehen, was biologische Vielfalt für unser Leben bedeutet“. oekom 2020. 20,- EUR. ISBN 978-3-96238-209-4.

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Sieh mal, ein Pronomen! Und da – eine Präposition!

Hunde im Futur

Bulli auf einer Straße, Frau unter einem Baum, im lila der Nacht, ein paar Beispielwörter wie z. B. 'eine Freundin'

Cover Ein paar Hunde und BeispielformulierungenDiese Grammatik ist in Bildern dargestellt. Sie bietet so einen spielerischen und inspirierenden Zugang zu Grundbegriffen und zur Sprache an sich. Das  Sachbilderbuch kommt mit wenig Text aus: Farbenfrohe, humorvolle Illustrationen auf gefalzten und ausklappbaren Seiten erklären Lerninhalte, von verschiedene Wortarten über die Fälle und Zeiten bis hin zur Satzstruktur. Der Inhalt orientiert sich am Basiswissen, das für alle Schularten relevant ist. Und das Ganze ist so leicht verständlich, wie es dem Thema und der hauptsächlich angesprochenen Altersgruppe angemessen ist.

Adjektiv-Satz, seitlich gedreht

Fragezeichen, Ausrufezeichen nebeneinanderDas Buch nimmt Schüler:innen die Angst vor dem oft als starr und langweilig empfundenen Regelwerk, macht den Stoff spielerisch erfahrbar und zeigt, dass die Sprache ein mächtiges Werkzeug für die eigene Kreativität ist.

Es gibt ein Malheft passend zum Buch. Es lädt dazu ein, die grammatikalischen Gesetze im eigenen kreativen Prozess zu entdecken und nachzuvollziehen. Bewusst wird hierbei auf Übungen im Bereich der Formenbildung verzichtet, die Aufgaben sind rein gestalterisch zu lösen. Daher kann das Malheft auch in den Bereichen „Deutsch als Zweitsprache“ und Lese-Rechtschreib-Schwäche verwendet werden.

Fazit: Schöne Idee, gut umgesetzt. Geschenktipp!

Themen

  • Substantiv
  • Numerus
  • Genus
  • Kasus: Die 4 Fälle
  • Artikel, Pronomen
  • Adjektiv, Adverb
  • Verb mit Tempus und Modus
  • Aktive und passive Verben
  • Präposition
  • Konjunktion
  • Satzarten und Satzteile

Arinda Crăciun, Carsten Aermes, Susanna & Johannes Rieder: „Hunde im Futur. Eine Grammatik in Bildern“. Ab 8 Jahren, auch für Erwachsene geeignet. rieder Bücher 2021. 12,- EUR (D) / 12,- EUR (A). ISBN 978-3-948410-48-3.

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Hybride Realität… neu gestaltbar

Hybride Meetings

CoverWas sind hybride Meetings? Und wie lassen sie sich so gestalten, dass sie erfolgreich sind?

Jetzt waren wir gerade alle endlich online. Und nun das: Gemischte Zugangswege… Hier steigt nicht nur der Vorbereitungs- und Moderationsaufwand, auch die Akzeptanz muss erst mal her: „Die menschliche Spezies ist … veränderungsscheu“!

Im Abschnitt „Führungskultur neu denken: Role Model…“ stehen viele kluge Gedanken drin, wie Führungskräfte hybrid führen können. Mein Gedanke dazu war sofort: Wow, da hängt die Latte hoch. Denn auch Führungskräfte sind veränderungsscheu… Ihr kennt das ;-)

Da passt das Motto gut: „Change by design and not by desaster“.

Das Buch ist überraschend gewichtet: Zuerst kommt das Thema Vorbereitung und auf S. 160 startet erst das Kapitel Moderation (die „eigentliche Durchführung“). Und damit bekommt die Vorbereitung – Überraschung! – tatsächlich nur den Raum, der ihr gebührt. Für die Durchführung steht das Prinzip immer im Fokus: „Online first, offline second.“ Das ist dann auch mein favorisiertes Take-Away aus dem Buch: DER Erfolgsfaktor ist, dass sich Jede/r gesehen und gehört fühlt. Viel erreicht man schon mit der einfachen Grundregel: „Jeder muss jederzeit gut zu sehen und zu hören sein!“ Banal, aber leider gar nicht selbstverständlich *seufz*

Kurz und informativ: Die Vorstellung aktueller digitaler Tools. Ich werde mir mal MeisterTask für Kanban ansehen (mit Server-Standort in D und DSGVO-konform). Auch Canva für visuelle Aufbereitung von Präsentationen, Agenda, Handouts etc. oder visme.co oder genial.ly klingen nützlich.

Was gefällt mir nicht? Die Idee, einen Preis zu verleihen, Stichwort „Belohnungsprinzip“. Nicht der Preis an sich ist kritisch, sondern dass mit keinem Wort auf Risiken von Belohnungssystemen eingegangen wird. Die können leicht eine eigene, unerwünschte Dynamik entwickeln: Neid, Anspruchsdenken, Gewöhnungseffekte… Auch beim Einsatz von Umfragen fehlt mir eine Warnung, dass das böse enden kann: Wenn die Fragen nur den Organisierenden dienen, fühlen sich Befragte schnell nicht ernst genommen – und hin ist die Akzeptanz. Die Frage „Was hat eine Teilnehmerin von der Umfrage?“ sollte immer im Umfragekonzept vorkommen! Da könnte die nächste Auflage besser werden.

Mir fällt außerdem in der Einführung das Ergebnis einer Untersuchung von Karen Reed & Joseph Allen (s.u.) ins Auge, das besagt, dass statistisch gesehen hybride Meetings die besten Bewertungen von allen Meetings bekommen. Meine Erfahrung mit hybriden Meetings ist bisher schlecht. Wie kommen die da drauf? Hier geht es darum, was hybride Meetings bewirken können, wenn wir von der Grundannahme einer alltäglichen hybriden Arbeitswelt ausgehen – wenn einheitliche Meetingmodi per se nicht möglich sind. Mit den Tipps im Buch kann man auf Basis dieser Annahme dann auch gute Meetings gestalten, so dass unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das Ganze steht im Kontext einer Einordnung des Konzepts New Work & Co. mit Zahlen und Fakten.

Gut gefallen hat mir die Bestätigung meiner Praxiserfahrung einer speziellen Workshop-Methode: „Lesen geht immer schneller als mündliches Vortragen“. Hier geht es darum, dass Lesezeit innerhalb eines Meetings eingeplant wird, wenn alle auf dem gleichen Stand starten sollen. Eine gute Idee!

Fazit: Fundiert, umfassend, hilfreich. Bedürfnisse – individuell und sozial – werden berücksichtigt.

Themen

  • Warum hybride Meetings den Aufwand wert sind
  • Organisatorische Elemente: Agenda, Zeit, Regeln, Rollen
  • Unterschiedliche Zielgruppen: Roomies und Zoomies
  • Hybride Meetingskultur, u. a. Early Endings loben statt sie als Zeichen schlechter Vorbereitung zu werten
  • Verbindung zur Agilität mit ihren kürzeren Meetings mit Fokus auf Transparenz
  • Servant Leadership
  • Working Out Loud
  • Technik, u.a. wie man das Kamerabild der „Roomies“ optimiert
  • Technische Voraussetzungen (für alle)
  • Technikmodus BYOM = Bring your own Meeting
  • Ausstattung von Meetingraum und Homeoffice
  • Methoden, um alle aktiv zu beteiligen, u. a. Liberating Structures oder „Agendapunkte als Frage formulieren“
  • Aktuelle Erkenntnisse aus der Zeit von März 2020 bis März 2022

Andrea Heitmann und Anne Michel: „Taschenguide Hybride Meetings. Mehr Erfolg und Agilität in Ihren Online- und Offline-Veranstaltungen“. Mit Downloadmaterial. Haufe 2022. 11,95 EUR. ISBN 978-3-648-16669-7.

Karen Reed & Joseph Allen: „Suddenly hybrid – Managing the modern meeting“ Wiley 2022

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Esskultur aus Mittelerde

Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden

„Wenn mehr von uns Essen und Freude und Gesang höher schätzen
würden als gehortetes Gold, so wäre es eine glücklichere Welt.“
J.R.R. Tolkien in Der Hobbit

CoverDer Autor weiß genau, wie wichtig den Hobbits ihre 6 täglichen Mahlzeiten sind und hält für jede Tageszeit die entsprechenden Rezepte bereit. Die kulinarische Reise geht durch ganz Mittelerde und viele Zeitalter. Mehr als 80 Rezepte bieten jede Menge Appetitanreger. Es geht herzhaft und nahrhaft zu, eher mit als ohne tierische Zutaten.

Fantastische Gerichte schicken Düfte aus dem Gasthaus „Zum Tänzelnden Pony“ an den eigenen Esstisch.

Wunderschöne Aquarelle bebildern die Rezepte, und zu jedem Rezept gibt es einen kurzen, atmosphärischen Text (z. B. in welchem Ambiente man es genießen kann) und einen Text, der den Bezug zur Tolkien-Welt herstellt.

Da lese ich vom nahrhaften und Mut machenden Brot der Elben, überlege, wann ich den Honigkuchen von Pelzwechsler Beorn naschen werde oder hole mir den Geschmack der Wildnis mit Aragorns Waldläufer-Salat. Natürlich findet sich auch Sams Kanincheneintopf, der schon Frodo und Sam Trost und einen Hauch von Heimat auf ihrer langen Reise schenkte.

Ein Stichwortregister listet Zutaten auf sowie die wohlklingenden Rezeptnamen. So findet man schnell All-Time-Hits wieder, die man einmal ausprobiert hat.

Zwischen den Rezepten sind ein paar Exkurse zu Küche und Mahlzeiten eingestreut. Da gibt es „Die Hobbits und das Essen“, „Essen unterwegs“, „Besondere Ernährungsformen in Mittelerde“, „Die Elben und das Essen“, Festmahle und Trinkkultur. Großartig!!!

Mit viel Hintergrundwissen erzählt der Autor davon, wo sich Tolkien von der (klassischen) englischen Küche inspirieren ließ. Belegt durch Textquellen oder erahnt durch den Plot.

Hinweis: Das Buch ist kein offizielles Tolkien-Werk, sondern „inspiriert von Tolkien-Legenden“. Wie dem auch sei, mir gefällt es gut, es geht sehr wertschätzend mit dem Original um. Und wertet es eher auf, durch den offensichtlichen Respekt für die Originalgeschichten.

Appetithäppchen: Malzmehlscones

Am Anfang von „Der kleine Hobbit“ kommen die Zwerge nach Beutelsend und haben Hunger. Gandalf sorgt dafür, dass Bilbo und diese Gäste erst einmal ausgiebig miteinander speisen (zugegebenermaßen auf Bilbos Kosten), bevor das Abenteuer losgeht. So gehören Scones zu den Köstlichkeiten, die Bilbo Thorin und dessen Gefolge serviert.

Scones! Lecker!

Fazit: Heimelig, heroisch, herzhaft…. ein ideales Herbst- und Winterkochbuch :-) Selbst lesen! Verschenken!

Rezepte und Mahlzeiten

  • Frühstück
  • 2. Frühstück
  • Elevenses (11-Uhr-Zwischenmahlzeit)
  • Mittagessen
  • Tee mit Snacks
  • Abendessen
  • Allerlei Getränke
  • Wanderer-Müsli
  • Süß-pikanter Möhren-Pastinaken-Stern
  • Fish and Chips (klingt viel langweiliger als es ist!)
  • Glühwein aus Moria

Illustration: Herr der Ringe - Die GefährtenRobert T. Anderson: „Das große Kochbuch inspiriert von Tolkiens Legenden“. Hölker 2020. 24,- EUR (D) / 24,70 EUR (A). ISBN 978-3-88117-246-2.

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Alles, was du schon immer über VoIP wissen wolltest

Voice over IP – die Technik

BuchcoverVoice over IP (VoIP) ermöglicht das Telefonieren über IP-basierte Rechnernetze und ist damit aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Aber wie funktioniert VoIP und welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es? Diese und andere Fragen will das Buch beantworten.

Der Professor für angewandte Informatik beschreibt in seinem über 600 Seiten starkem Buch die Geschichte und die Grundlagen aller relevanten Protokolle. Berührungsängste mit tiefgehenden Informationen zu den beschriebenen Protokollen sollte die Leserin nicht haben, u. a. HTTP, FTP, SMTP – aber auch weniger geläufige wie RTCP, SIP, MGCP werden teilweise sehr detailliert beleuchtet. Viele Fußnoten informieren über weitere Informationsquellen für eine noch tiefer gehende Recherche. Zahlreiche – ebenfalls sehr detaillierte – Abbildungen runden das Ganze ab.

Auffällig ist ein gewisse Redundanz von Informationen, z. B. wird die grundlegende Funktionsweise von SIP (Session Initiation Protocol) recht kurz an mehreren Stellen erläutert. Das stört jedoch nicht, sondern ich habe es sogar als angenehm empfunden, da sich zum einen das Wissen durch mehrfache Wiederholung besser verfestigt und zum anderen erleichtert es das „Kapitel-Hopping“.

Was handwerklich nicht gut gemacht ist: Viele Begriffe aus dem Index sind auf den angegebenen Seiten nicht zu finden. Das erschwert das Studium ungemein, hier sollte der Verlag dringend nacharbeiten!

Das Buch ist nicht für eine gemütliche Abendlektüre, sondern fürs „Büffeln“ gedacht. Auch merkt man dem Autor seinen akademischen Hintergrund deutlich an. Als Praktikerin wird man vermutlich enttäuscht, da wenig Handfestes vorhanden ist. Als Studentin, die gerade in das Thema eintauchen will, wird man eine Fülle an Informationen finden.

Fazit: Mit Abstrichen fürs Studium geeignet

Themen

  • Vom einfachen Telefon bis zu Next Generation Networks
  • Signalisierung in Telefonnetzen und ISDN
  • TCP/IP und VoIP-Protokolle
  • VoIP und QoS in IP-Netzen
  • Sprachcodierung und Echtzeitkommunikation mit RTP/RTCP
  • VoIP nach dem Standard H.323
  • VoIP mit SIP
  • VoIP-Gateways: Konzepte und Protokolle
  • IP-Telefonie-Routing und VoIP-Peering
  • Migration zum VoIP-Einsatz
  • VoIP-Sicherheit
  • VoIP mit Peer-to-Peer SIP
  • VoIP-basierte Notrufdienste
  • WebRTC – Konzepte und Einsatz

Anatol Badach: „Voice over IP – Die Technik „. Hanser 2022. 59,99 EUR. ISBN 978-3-446-46944-0.

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Sehen mit der Kamera, sehen für Bilder

Das andere Sehen

Cover5 Fotografinnen und 5 Fotografen. 2 Trainer. 40 Workshops. Das ist kein Wettbewerb, das ist eine Einladung.

Der Verlag nennt es eine kreative Masterclass für zu Hause. Und das ist tatsächlich nicht zu viel versprochen.

Zu Beginn finden sich 12 Spielregeln, die den Trainingseinheiten eine Richtung geben: Von „Jeder ist kreativ“ über „Es geht nicht um Perfektion“ bis hin zu „Fotografieren ist wie Spielen“. Besonders letzteres hat mich neugierig gemacht…

Los geht es mit den praktischen Workshops: Aufgaben wie „Alltagspoesie“, „Miniaturen der Realität“ oder »Fotodomino« laden ein, allein oder noch besser in der Gruppe die Motivsuche und Gestaltung in den Fokus zu nehmen, größtenteils unabhängig von der verwendeten Technik. Einzelne Übung gehen dafür gezielt auf „Technik“ ein. Da wird ausgedruckt, geschnitten, geflochten, gerissen, … und neu zusammengestellt. Oder die Technik der Cyanotypie wird gezeigt. Spannend, neu, aufregend.

Individuelle Lösungen aus den einzelnen Workshops veranschaulichen, welche Bandbreite in den Themen steckt. Und so lerne ich aus den Ideen und Herangehensweisen anderer sowie aus den Aufgaben- und Bildbesprechungen im Buch. Großes Kino!

Eine meiner Lieblingsaufgaben: 60 Bilder in 60 Minuten. In einem spärlich ausgestatteten Raum. Whoa! Gern auch mehr als 60 Bilder, wie das Autorenteam ergänzt :-)

Fazit: Öffnet die Augen, schärft die Sinne und inspiriert. Und es macht vor allem eins: Spaß und Lust aufs Weitermachen!

Themen

  • Wiederholen, oft und schnell
  • Variationen finden
  • Einfach denken, nicht kompliziert
  • Idee und Bild
  • Kreative Verbindungen
  • Achtsam wahrnehmen
  • Perspektive & Rolle wechseln
  • Persönliche Handschrift
  • Lichtstimmungen
  • Inszenierte Bilder
  • Geschichten erzählen
  • Visuelle Konzepte

Heidi Mertens und Robert Mertens: „Das andere Sehen. Kreative Fotopraxis in 40 Workshops“. Rheinwerk 2022. 39,90 EUR. ISBN 978-3-8362-8029-7.

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Geschichte einer Lebensumstellung

Ich wollte nie Veganer sein

Cover Frech, fundiert und erfrischend beschreibt das Buch fünf Phasen auf dem Weg, Veganer zu werden: „Ich erinnere mich noch haarscharf, wie ich vor fünf Jahren einen veganen Streukäse einer traditionellen veganen Marke kaufte (…) Er war fürchterlich und ich glaube bis heute, dass Fensterkit besser schmeckt.“

Seit dieser Erfahrung hat sich in im Leben des Autors viel getan. „Mein Leben heute ist eigentlich fast so wie mein nicht veganes Leben zuvor, die Umstellung selbst hat natürlich Energie und Zeit gekostet, aber je versierter ich mit allem wurde, desto einfacher ging mir alles andere von der Hand.“

Mir gefällt der lockere Erzählstil und der unaufgeregte Ton. Die kurzen Abschnitte lesen sich leicht weg, es sind Dialoge eingestreut. Die Geschichte macht Lust, das eine oder andere einfach mal auszuprobieren.

Die vorgestellten Schritte sind klein genug, dass sie machbar erscheinen. Das macht das Anfangen / Rumprobieren sehr leicht. Dabei wird es thematisch niemals oberflächlich, hier und da werden Studien hinzugezogen, um die Argumentationsbasis zu stärken. Z. B. erfährt man was darüber, wie das Hirn mit Dissonanzen umgeht. Was der Körper so braucht, um gesund und fit zu sein. Was Trinken damit zu tun hat. Wie viele Artgenossen Hühner unterscheiden können und dass sie wie wir REM-Phasen beim Schlafen haben.

Auch sehr schön: Ein Überblick über typische vegane Zutaten mit jeweils einer kurzen Einschätzung: Verwendung, Einkauf, … Nussmus ist auch dabei (nom nom nom). Weiter hinten findet man einen beispielhaften Wochenplan als Inspiration, mit dem man direkt die erste vegane Woche angehen kann – mit weiteren Tipps, wie die Umstellung besser funktionieren könnte: Freitags anfangen ;-)

Dann gibt es noch Tipps für Recherchen im Web, wenn man Alternativen sucht zu den eigenen Ess- und Lebensgewohnheiten. Der Abschnitt Einkauf vermittelt Tipps und Tricks und zeigt Stolperfallen (krass, was alles NICHT vegan ist und was dann DOCH wieder). Es gibt Linktipps (u. a.vekoop.de) und App-Empfehlungen, auch weitere Bücher sind da und dort genannt.

Der Autor lebt jetzt nach eigener Einschätzung seinen veganen Lebensstil entspannt und im Einklang mit seinen Werten in Bezug auf Gesundheit, (Tier-)Ethik und Umwelt.

Das Buch endet mit einer Liste an Leuten, die von ihrem eigenen Weg zum veganen Leben berichten, inklusive „Anfängertipps“. Manche machen da auch Werbung für eigene Bücher und Webangebote. Meinetwegen, des Positive überwiegt hier den Werbeteil.

Fazit: Plädoyer für eine schrittweise Annäherung. Viele Ideen für alle möglichen Fragen – sportlich statt dogmatisch :-)

Themen

  • Praktische Erfahrungen
  • Das Meat-Paradox
  • Gründe für veganes Leben
  • Wie Tiere die Welt sehen (Hühnerträume)
  • Wie Tiere gemeinsam leben (Kuhfreunde)
  • Einkaufstipps
  • Kochtipps und Kochtricks
  • Vegane Ernährungspyramide
  • Challenges, z. B. neue Gemüsesorte probieren
  • Gesundheit, mit und ohne vegan
  • Ausprobieren: 1 Woche vegan

Philipp Steuer: „Ich wollte nie Veganer sein. Warum Gemüse dennoch mein Fleisch wurde“. Härter 2022. 14,- EUR. ISBN 978-3-942906-56-2.

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Rotpastellige Romantik und herzhaftes Futtern

London love story

Tarte auf TartanCoverEine Stadt voller Tradition und Geschichten. Essen, Drinks und Romanzen. Das erwartet uns in diesem Kochbuch. Wir erinnern uns an die erste Begegnung von William Thacker und Anna Scott in „Notting Hill“ oder Bridget Jones‘ Suche nach der wahren Liebe.

Die Rezepte listen die Zutaten auf und geben den Ablauf Schritt-für-Schritt und ohne viel Gedöns an, hier und da ergänzt um einen Hinweis auf besondere Hilfsmittel, z. B. „Ausstecher (∅ 7 cm)“ für die Scones. Die Rezepte sind authentisch. Viel Fleisch und insgesamt deftig bzw. sättigend. Weder besonders vegetarisch noch besonders gesund (wenn man sich nur so ernähren würde). Dafür Seelenschmeichler und Bauchwärmer. Und deshalb: Passend zum typischen englischen Wetter.

Ganz am Ende gibt es ein Stichwortverzeichnis, das alphabetisch nach Zutaten geordnet ist. Sehr praktisch.

Neben den Rezeptfotos bietet der Band auch etwas für die Seele: Stimmungsfotos aus der Stadt. Und zwar oft die kuscheligen Ecken, übliche Touristenbilder sind kaum dabei. Alles wirkt ruhig und gemütlich.

Scones auf hübsch gedecktem TischDie einzigartigen Stadtfotografien von The September Chronicles entführen in romantische Ecken für Verliebte, zeigen aber auch die baulichen Schönheiten dieser Stadt. Die Bilder sind auch eine Liebeserklärung an die Geschichte der altehrwürdigen City.

Das ganze Buch ist sehr schön gemacht, sowohl die Texte, als auch die Nachkochbarkeit, bis hin zur Gestaltung. Es gibt – passend zum Gesamteindruck – auch ein Lesebändchen. Die stimmigen Texte ergänzen die Rezepte und schaffen Bilder im Kopf, so dass wir uns auf die Tageszeit oder Jahreszeit oder die Location zum Gericht eingrooven können. Eingestreut sind immer wieder Zitate großer englischer Literatur. Besonders schön: Hier kann man auch den einen oder anderen Tipp für ein Sightseeing der anderen Art herauslesen :-)

Meine Lieblingsassoziation beim Lesen… ich lese… ich sehe ein Bild vor Augen… in meinem Kopf höre ich: „Clotted Cream“! Dann wünsche ich mir 17 h herbei und einen guten heißen Tee, vor dem Kamin, im Ohrensessel!

Autorin

Anne-Katrin Weber ist Köchin, Ernährungswissenschaftlerin, Foodstylistin und Autorin von Koch- und Backbüchern. Als Hamburgerin ist sie britisches Wetter gewohnt und findet London daher das ganze Jahr über anziehend. An London liebt sie ganz besonders die Vielfalt der authentischen, internationalen Küchen und die aufregende, innovative Foodszene Londons.

Fotografin

Julia Hoersch arbeitet seit vielen Jahren als freie Fotografin in Hamburg. Mit großer Passion fotografiert sie für Zeitschriften, Agenturen und Buchverlage. Pünktlich zum Start von „London Love Story“ kam sie voll frischer Eindrücke von einem Londonbesuch zurück. Ihre Tochter hat dort ihren Master absolviert und Julia Hoersch die hippsten Ecken der Stadt gezeigt.

Gläser mit Limetten- und Orangenscheiben auf einem Tablett serviert

Fazit: Liebevoll gestaltet, wertig verarbeitet, atmosphärisch dicht

Themen

  • Breakfast & lunch
  • Picknick (outside lunch)
  • Tea Time
  • Dinner & Pub
  • Rezepte: Full English Breakfast, Fish’n‘ Chips, Shortbread und Sunday Roast mit Yorkshire Pudding, …

Anne-Katrin Weber: „London Love Story. Rezepte und Geschichten“. Coppenrath 2022. 30,- EUR (D) / 30,90 EUR (A). ISBN 978-3-88117-287-5.

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Roadtrip durch Verschwöristan als Bilderstrecke

Comic: Die Känguru-Verschwörung

CoverDas Känguru kommt ins Kino. Das ist schon mal lustig. Noch besser gefällt mir die Känguru-Verschwörung als graphische Novelle. Allein das Vorwort lässt mich aus dem Grinsen kaum rauskommen. Denn es gibt ehrlich gesagt keins. Also kein „richtiges Vorwort“. Eher ein Fingerpointing. Stattdessen gibt es ein Interview, dem sich der Verantwortliche nicht entziehen kann. Wie das so ist, wenn man zusammen wohnt…

Worum geht es?

Diesmal geraten ein Kleinkünstler und sein Hund … öh.. Haustier… ähh… ein autarkes, starkes Beuteltier in ein Netz aus abenteuerlichen Behauptungen und skurrilen Mythen.

Marc-Uwe und das Känguru begeben sich auf einen Roadtrip, von dem das Leben abhängt. Nicht nur Ihres. Ihres allerdings ernsthaft: In Form von Spielkonsole und Wohnung.

Das Ziel: Die „Conspiracy Convention“ in Bielefeld. Eigentlich hoffen sie, Marias Mutter dort zur Vernunft zu bringen, denn die ist im Internet falsch abgebogen, trägt nun einen Aluhut und leugnet den Klimawandel. Stattdessen geraten die beiden ins Visier eines Verschwörungsgurus und seiner Fangemeinde. Blöderweise können die beiden es einfach nicht lassen, zur falschen Zeit das Richtige zu sagen.

Spoiler: Die Erde ist keine Scheibe. Schließlich hat sie ja Volumen, und das gibt es nicht nur in Form einer Kugel…

Fazit: Sehr sehr lustig! Für Fans von Anarchie, Klimawandel und Wahrheit.

Themen u. a.

  • Die falschen Kekse
  • Influencer
  • Hinweise und Indikatoren
  • (keine) Argumente
  • The End (ob happy oder nicht, lest selbst)

Marc-Uwe Kling, Jan Cronauer und Axel Eichhorst: „Die Känguru-Verschwörung. Storyboard-Comic“. Ullstein 2022. 20,- EUR (D) / 20,60 EUR (A) / 22,90 SFR (CH). ISBN 978-3-550-20224-7.

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Dieser Vogel macht Ernst! So Ernst, wie das nur ein Eichelhäher kann…

Piepmatz macht Wald aus euch. Weltrettdings für Vorangeschrittene

CoverDer Wald ist in Gefahr! Und Piepmatz ist wütend! Weil die Menschen zu dumm sind, um zu sehen, was sie anrichten. Also schmiedet er einen Plan, um die Natur zu retten…

Was regt den kleinen, klugen Vogel so auf? Die Menschen roden Wälder, bauen immer neue Häuser und Straßen, für die Tiere bleibt kein Platz mehr. Ihm, dem Eichelhäher, platzt endgültig der Kragen, die Menschen müssen gestoppt werden!

Normalerweise würden Eichelhäher ja singen (oder sowas in der Art), fliegen, frei sein, lecker voll gesund essen und Bäume umarmen, aber dafür hat er nun keine Zeit mehr. Unser Piepmatz ist wütend, weil die Menschen zu dumm sind, um zu sehen, was sie anrichten. Also pflanzt er Bäume, wo es ihm gerade passt, mit dem Ziel, die ganze Welt zu bewalden. In einer furiosen Rede – verfasst in »Eichelhäherisch« – richtet er sich an die Menschheit. Höchste Zeit, ihm zuzuhören!

Und: Keine Bange, zum Glück will er niemandem ernsthaft schaden! Nicht einmal diesen »Menschwesigen«.

Auszug:

„WÄLDER WEG. TIERE WEG. KLIMA WEG. MENSCHWESIGE WEG.

Vielleicht meinst du jetzt: Mach nicht so ein Drama ey, bleib cremig, mach nicht so viel Übertreibung. Mach nicht so fies Miesstimmung gegen uns Menschkauzige. Und dass ihr viele, viele, sehr viele gute Dinglichkeiten tut. Meine Sichtweise: Ich seh das nicht. Und hab echt zwei scharfe Augen und was im Kopfhörer.“

Fazit: Absolut empfehlenswert. Lustig und sehr ernst gemeint.

Themen

  • Tierische Solidarität
  • Heiliger Zorn
  • Kriegserklärung
  • Friedliebender „Kampf“

Stella Dreis und Michael Stavarič: „Piepmatz macht Wald aus euch. Weltrettdings für Vorangeschrittene“. leykam 2022. 20,50 EUR. ISBN 978-3-7011-8242-8.

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Unterwegs mit dem Zeichenstift

Zeichnen on the go

CoverVielleicht hast Du schon mal jemanden mit Skizzenbuch bewundert? Hast Dir gewünscht, Leerlauf auf der Fahrt in Zug oder Bahn, im Café oder im Wartezimmer kreativ füllen zu können. Dies Buch ermutigt dazu. Die Autorin führt an einzelne Objekte und Szenen heran. Sie zeigt, wie man Motive erfasst und ihre Komplexität zeichnerisch reduziert.

Einstiegsübungen helfen, das weißen Blatt rasch zu füllen. Der innere Kritiker bekommt solange einen Maulkorb.

Schließlich erreicht man einen immer besseren Blick, sogar für kleine Geschichten: Gentleman mit Filzhut in zerknittertem Dreiteiler, verspielter kleiner Hund, dort noch schüchtern einwärts gedrehte Füße.

Durch die Zeichentechniken, Hinweise und Übungen wird man schnell in die Lage versetzt, die kleinen Schätze des Lebens in lebendige Zeichnungen zu übersetzen und das eigene Skizzenbuch mit leichter Hand und raschen Strichen zu füllen.

Fazit: Praktisch, pragmatisch und für Leute, die ihr Bauchgefühl nutzen oder schulen möchten. Jede Menge Inspiration.

ThemenMein Versuch: Mammutbaum

  • Außergewöhnliches im Alltäglichen finden
  • Linien zeichnen, Umrisse skizzieren
  • Mit Schraffuren und Texturen für räumliche Tiefe sorgen
  • Fokus setzen mit Farbe
  • Zeichnen von Bewegung, Körpersprache und lebendigen Gesichtern
  • Durch Kompositionsprinzipien mit komplexen Szenen umgehen
  • Fehler in gelungene Bildelemente verwandeln
  • Geschichten erzählen

Sarah Nisbett: „Zeichnen on the go. Alltägliche Momente mit dem Stift einfangen“. dpunkt 2022. 19,95 EUR. ISBN 978-3-86490-907-8.

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