Lyrik zu Bremen

IF-Sonntag

Dieses Jahr hat der Sommer an seinem letzten Tag entschieden, uns zu verwöhnen. Die Wolken am Himmel waren spurlos verschwunden, auf der Erde hatten ihre Geschwister – die Nebel – sich aufgelöst.

Also Sonntag morgen in Bremen entsprach seinem Namen – es war schön und sonnig.

Berühmte Bremer Musiker in verschiedenen Positionen hier und da in der gesamten Altstadt. In allen diesen gemütlichen kleinen Straßen, mit leicht künstlich-touristischem Flair. In der Nähe einer der Schnoor-Kneipen saß eine Gruppe von Touristen in Trachten. Obwohl es sein kann, dass es keine authentischen Trachten waren – zu dunkel haben alle Kleider ausgesehen, trotz reichlich Stickerei auf den weiblichen Gewändern. „Haus der Peking-Enten“ – wieviel Ironie steckt in diesem Titel. Die Teiche, mit ihrer scheinbaren Ewigkeit.

Scheinbar, denn ich kann ja all die Enten und Teichhühner auf dem Stadtteich nicht unterscheiden, und es bleibt doch verborgen, dass das Teichhuhn, welches jetzt seine Küken vorführt, an meinem letzten Besuch selber ein Küken war…

Irgendwann verlasse ich die Stadt und wende mich Richtung Uni. Es war aber doch etwas zu früh für den Kurs, also spazierte ich durch eine nahe liegende Grünanlage (das Wort Wald ist eindeutig zu prächtig für so ein kleines Landstück ;) ). Dort stand Busch an Busch voll Brombeeren: süße schwarze reife Beeren, knallrote unreife und, was noch bewundernswerter war: blühende Zweige…

Die Brombeere ist meiner Überzeugung nach eine der Urpflanzen. Sie zeigt wahnsinnigen Lebenswillen. Sie wächst das ganze Jahr hindurch und versucht, den maximalen Lebensplatz zu gewinnen. Pflanzt Brombeeren im Garten und euer Leben wird zu einem Kampf, um andere Pflanzen zu retten. Gut, dass sie immer noch Wasser und Schatten lieben, sonst wären sie ein idealer grüner Aggressor.

Dann kam ich an eine kleine grüne Wiese an einem voll versumpften Bach. Sie war belebt von komisch aussehenden Pilzen und einem stolz stehenden Fliegenpilz.

Sommerliches Flüstern von Birken – es war komisch daran zu denken, dass der Sommer vorbei ist und die Erntezeit kommt.

Am nächsten Morgen hat mich der September mit dem Duft von Regen begrüßt. – Der Sommer ist zu Ende.

Kira

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.