Geschichte einer zerrissenen Heimat
Wie spricht man über einen Konflikt, bei dem fast jedes Wort Partei ergreift? Der Konflikt, gar nicht weit von hier, beschäftigt auch uns. Auf Schulhöfen, in sozialen Medien, bei Demonstrationen wird Stellung bezogen und oft auch verlangt: gern laut, gern einseitig, gern ohne Wissen um die Hintergründe.
Das Buch erzählt den Konflikt aus der Perspektive zweier 16-Jähriger: Jungs mit verschiedenen Hintergründen, beide besuchen eine Hand-in-Hand-Schule. Im Rahmen eines Geschichtsprojekts nehmen sie Leser:innen mit in ihren Alltag. Sie erzählen, was den Oktober vor drei Jahren so einschneidend machte, und schildern die langen Monate des Kriegs sowie die Auseinandersetzungen mit verschiedenen Gruppen, Ländern und Interesseninhabern.
Der oft geforderten schnellen Positionierung setzen Dieter Vieweger und Claudia Müller bewusst etwas entgegen: Fairness, Empathie und den ehrlichen Blick auf beide Seiten. Das Buch richtet sich an alle, die mehr verstehen wollen, als schnelle Antworten erlauben – ob in der Schule oder anderswo.
Fazit: Ein Lehrstück, wie sich Einandernähern, Verstehenwollen und Genauer-Hinsehen Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen können – selbst in Zeiten, die wenig Licht am Horizont erkennen lassen.
Dieter Vieweger, Claudia Müller und Ina Beyer (Illustrationen): „Geschichte einer zerrissenen Heimat. Wie junge Menschen den Nahostkonflikt erleben“. Vandenhoeck & Ruprecht 2026. 18,- EUR. ISBN 978-3-525-70361-8.
Maria