Über Wissenschaft berichten

Wissenschaftsjournalismus

CoverWissenschaft zu vermitteln, ist gar nicht so einfach. Die Themen sind oft komplex und abstrakt, nicht nur für die potentielle Leserschaft, sondern auch für Journalisten. Wissenschaftsjournalismus hat alle Bereiche des Lebens und der Welt zum Inhalt, allerdings in einer eigenen kleinen Nische.

Das Buch will den Umgang mit Wissenschaft lehren: Wie erkläre ich komplexe Zusammenhänge, wie geht das mit den Quellen, wie sind Zahlen einzuordnen? Wen interviewe ich oder wie komme ich überhaupt an die Infos ran, die ich für die journalistische Arbeit brauche? Zwischen den gut lesbaren Einführungstexten gibt es immer wieder Beispiele. Anhand dieser Beispiele zeigt die Autorin, wie wissenschaftliche Veröffentlichungen gelesen und genutzt werden können. Außerdem gibt es Methoden, Regeln und Kniffe für das Schreiben guter journalistischer Texte. Stilfragen, Sprachregeln und Schreibhilfen nützen nicht nur beim Verfassen journalistischer Texte, sondern helfen auch Profis aus der Wissenschaft.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema PR – wo sind Grenzen, welche Informationen aus der Industrie kann ich wie nutzen, ohne mich als Wissenschafstjournalistin benutzen zu lassen? Diese Frage betrifft besonders die freien Journalisten. Andersherum können auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von dem Buch profitieren. Dazu gibt es Hinweise, wie sie ihre Ergebnisse an die Presse vermitteln und was sie von Medienleuten erwarten können und was nicht.

Die Autorin

Jutta von Campenhausen ist Biologin und arbeitet als freie Wissenschafsjournalistin. Sie hat von 1998 bis 2010 auch Seminare für Wissenschafsjournalisten an der Berliner Journalistenschule „Klara“ gegeben.

Fazit: Gut lesbarer Einstieg, gute Bandbreite der Themen, macht Lust auf mehr; weniger als Nachschlagewerk geeignet

Themen

  • Warum ein Buch zum Wissenschafsjournalismus?
  • Kommunikation der Wissenschaft
  • Zahlen
  • Fakt oder Fälschung
  • Sprache
  • Chronistenpflicht
  • Journalistische Facetten
  • Kontroversen
  • Umgang mit Wissenschaftlern
  • Umgang mit PR
  • Umgang mit Journalisten

Jutta von Campenhausen: „Wissenschaftsjournalismus.“ Reihe Praktischer Journalismus. UVK 2011. 24,90 EUR (D)/25,60 EUR (A). ISBN 978-3-86764-240-8.

Wissenschafts-Journalismus

Cover

Das Buch ist für Leute, die Infos spannend unters Volk bringen können müssen, leider recht langweilig geschrieben. Die kurzen Abschnitte sind zwar günstig, um die Lektüre jederzeit unterbrechen zu können. Leider fehlt aber ein Spannungsbogen, der die Leserin wieder in den Bann zieht. Das Buch ist eher ein dröges Nachschlagewerk als ein motivierendes Lehrbuch. Eine Sammlung von Meinungen und Erfahrungen. Negativ aufgefallen ist mir auf den ersten Blick die Schreibweise des Titels mit Bindestrich. Rechtschreibtechnisch ist das doch wohl „Wissenschaftsjournalismus“, schlag mal ruhig im Zwiebelfisch nach.

Gut ist, dass sich die Beiträge nicht nur auf die Print- und Webmedien beziehen, sondern auch auf Radio- und Fernsehjournalismus zum Thema Wissenschaft. Die Arbeit der dpa wird kurz skizziert. Ein Tipp: Im Zweifel nicht veröffentlichen (wenn Fragen zum Artikel nicht geklärt sind). Das ist etwas, zu dem ich manchen professionellen Journalisten auch gern mal raten möchte. So gute Tipps wie die Überprüfung von Quellen in Quellen und Vorsicht vor Vereinfachungen (stimmt die Kernaussage, der Grundmechanismus dann noch?) sind leider selten.

Kurz angerissen werden die Verdienstmöglichkeiten im Wissenschaftsjournalismus, wo finden sich Jobs, um die Miete zu bezahlen? Nichts gegen den Traumjob, er muss ja auch seine Frau oder seinen Mann ernähren. Passend dazu sind Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufgelistet, Studiengänge und Stipendien. Es gibt Infos zur Fachgesellschaft und zu Journalistenschulen. Auch Wettbewerbe und Auszeichnungen sind enthalten. Ein Blick über die Grenze nach Österreich und in die Schweiz ergänzt das Ganze.

Am besten gefallen hat mir die kommentierte Bibliografie.

Fazit: Okay für einen ersten Überblick; nicht zu gebrauchen, um das Handwerk zu lernen; das Lesen macht keinen Spaß

Themen

  • Berufsperspektiven
  • Auswahl und Darstellung
  • Recherche
  • Textarten
  • Arbeitssituation und Themenfelder
  • Orientierungshilfen

Winfried Göpfert (Hrsg.): „Wissenschafts-Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis“. Econ 2006. 23,- EUR. ISBN 978-3-430-17682-8.

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