Mathematik und Glück – eine schwierige Verbindung

Einmal sechs Richtige

Cover

Das einzig uneingeschränkt empfehlenswerte der drei Bücher hier! Zum ersten Mal hab ich wirklich das „Rechnen mit den Fingern“ verstanden und als schnelle Alternative begriffen.

Lauter sehr kurze, sehr praktische, gut bebilderte Mathematikerklärungen vom Meister der Didaktik.66 Chancen, sich auf unterhaltsame Art und Weise mit der Mathematik zu beschäftigen. Stil: ich erklär das mal meiner Tochter. Höchst angenehm.

Kennen (und schätzen) gelernt hab ich den Autoren und Mathe-Prof durch sein Buch „Das ist o. B. d. A. trivial!“ mit  Tipps und Tricks zur Formulierung mathematischer Gedanken. Das ist wohl eher für eingefleischte Mathematikerinnen wie mich spannend, hilfreich und unterhaltsam. Darin geht’s um die richtige (und manchmal durchaus elegante) Wort- und Sprachwahl für mathematisches Niederschreiben.

Fazit: Ansehen!

Albrecht Beutelspacher: „Einmal sechs Richtige und andere Mathe-Wunder“. rororo 2008. 8,95 EUR (D)/ 9,20 EUR (A). ISBN 978-3-492-25292-8.

Warum Mathematik glücklich macht

CoverZugegeben, der Titel hat mich schon seit Längerem neugierig gemacht. Jetzt endlich hab ich mir das Buch also mal angesehen. Und bin enttäuscht. Der Autor hat nicht nur einen Hang zu seltenen Fremdwörtern, er bringt auch zeilenlange Sätze zustande. Insgesamt wirkt sein Schreibstil auf mich altbacken und selbstverliebt. Beispiel gefällig? „… und Schweres unschwer leichter zu sagen.“ Das zeugt von Lust am Schreiben – ohne das nötige Gespür für gute Formulierungen. Auch bei den Abbildungen wäre eine kluge Vorauswahl schöner gewesen.

Zum Inhalt: Mathelaien sind zwar ausdrücklich Zielgruppe, ihnen dürften aber leider an manchen Stellen das notwendige Wissen fehlen, das der Autor stillschweigend voraussetzt. Die „Geschichten“ sind aus meiner Sicht sehr zusammenhanglos aneinandergereiht. Es gibt lange, kurze, ganz kurze (1 Satz); mal zu diesem, dann zu jenem Thema. Manches ist in Anekdoten eingestreut, anderes ist seitenlang und doch komplexer, als für glückliche Laien gut verdaulich wäre.

Besonders schade ist, dass der Matheprof durchaus ab und an beweist, dass er in der Lage ist, Details verständlich darzustellen. Wieso tut er das nicht durchgängig?

Fazit: Das Buch macht mich nicht glücklich, die Verbindung ist hier nicht gelungen. Ich mag des Autors Stil so gar nicht.

Christian Hesse: „Warum Mathematik glücklich macht. 151 verblüffende Geschichten“. BECK 2011. 14,95 EUR. ISBN 978-3-406-60608-3.

100 Dinge, von denen du nicht wusstest, dass du sie nicht wusstest

Cover

Auch eine kleine Enttäuschung. Das Buch versammelt verschiedene mathematische Überlegungen. Der Autor erhebt den Anspruch, dass das sehr praxisnah ist. Kleiner Tipp von mir als Leserin: das isses nicht. Er verkauft hier komplexe und eher theoretische Dinge, als ob es leicht verständlich wäre. Leider gelingt das kaum.

Eines der wenigen gelungenen Beispiele ist das der Affen, die irgendwann echte Literatur (Shakespeares Werke) zu Papier bringen, wenn man sie nur lang genug auf der Tastatur tippen lässt. Dazu haben sich schlaue Leute eine Simulation einfallen lassen, aus der im Buch einige Beispiele gezeigt werden. Zwischen vielen bedeutungslosen Buchstabenfolgen tauchen dann einzelne Wörter auf, die tatsächlich aus einem Werk des britischen Dichters stammen.

Gut gefallen hat mir auch das Spiel, das er beschreibt: „Selbstbedienungslotto“ – da schreiben die Gäste einer Party (oder einer anderen Gruppe) jeder für sich eine Zahl und den eigenen Namen auf einen Zettel und gibt den ab. Gewonnen hat schließlich derjenige Name, der bei der kleinsten Zahl steht, die sonst niemand notiert hat. Leider fehlt die spieltheoretische Unterfütterung. Und auch die Psychologie, die mit in die Entscheidung für eine Zahl hinein spielt, wird nur erwähnt, nicht erläutert.

Ergänzungen am Ende des Buches vertiefen die – bereits theorie-/formellastigen – Kapitel um noch mehr Theorie. Gut für die, die das mögen.

Themen

  • Statistik
  • Primzahlen
  • Zahlsysteme
  • Größeneinheiten und Dimensionen
  • Teilen
  • Spieltheorie
  • Codierung
  • Geometrie
  • Zins
  • Topologie
  • … und noch mehr

Fazit: Sammlung von eher schwer verdaulichen mathematischen Anwendungen

John D. Barrow: „100 Dinge, von denen du nicht wusstest, dass du sie nicht wusstest.
Wie Mathematik unsere Welt erklärt“. rororo 2010. 9,99 EUR. ISBN 978-3-499-62617-3.

Mehr zum Thema (und empfehlenswert): Lügen mit Zahlen von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff

Augen-Logo Maria

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