Kunst programmieren

generative art

CoverDas amerikanischsprachige Buch enthält eine Anleitung, wie sich mit Processing (einem Tool) Kunst generieren lässt. Die vom Autor und anderen Künstlern hier dargestellten Bilder gefallen mir schon mal. Sie wirken organisch, kraftvoll, sind farbig und dynamisch. Dann werde ich doch mal tiefer eintauchen… Quellcode gibt’s eine Menge, daneben auch gern mal das daraus erzeugte Bild. Überhaupt Quellcode. Der Autor stellt einige Werke unter Creative Commons auf seiner Website http://abandonedart.org zur Verfügung. Diese Codestücke sind aus seiner Sicht zwar ausgemustert, er möchte aber Anderen die Möglichkeit geben, daraus was besseres zu machen. Sympathisch. Auch da gefällt mir Vieles, was zu sehen ist.

Stilistisch okay, leider mit einer Miniminiminischriftgröße (gar nicht gut für Leute mit Sehhilfen auf der Nase). Das Vorwort fand ich etwas … hmm… engsichtig (gibt’s das Wort?), denn darin beginnt die „Computerkunst“ erst Mitte der Neunziger Jahre. Schade, das hätte man auch in einen größeren Kontext und die ganze Historie einbetten können. Denn interaktive Kunst ist schon viiieeel älter, aber das ist eine andere Geschichte… Es ist eben nicht alles HTML, Shockwave und Flash mit etwas Java… Nun ja, das Vorwort ist ja nicht vom Autor, also gibt’s hier dafür kaum Punktabzug.

Fester Bestandteil der „generative art“ sind laut Autor fraktale, chaotische und unvorhersehbare Ergebnisse. Wo und wie das der Fall ist, wird anhand der vielen Programmier- bzw. Codedetails klar, die einen Hauptteil der Kapitel bevölkern.

Aber nicht nur Bilder lassen sich generieren, sondern auch Filme. Dazu gibt’s netterweise Links, denn bewegte Bilder kann auch dieses Buch nicht.

Ach ja, noch was Nettes vom Verlag: Wer das Papierbuch erwirbt, bekommt das PDF obendrauf. Hier sind’s knapp 17 MB. Und eine Version für Kindle gibt es da auch, dazu ePub und Code (als zip) als bzw. zum Buch.

Themen

  • Game of life
  • Mandelbulb (s. auch Mandeln in 3D)
  • Algorithmen
  • Programmiersprache für Künstler/Processing
  • Linien und Kreise zeichnen
  • Dimensionen hinzufügen
  • Emergenz
  • Autonomie
  • Fraktale

Fazit: Echt nett. (Achtugn: Kann Spuren von zellulären Automaten enthalten…)

Matt Pearson: „Generative Art. A practical guide using processing“. Manning 2011. 28,95 EUR (A). ISBN 978-1-935182-62-7.

Augen-Logo Maria

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