Wirklichkeit abbilden statt Wunschfotos jagen

Freude am Sehen

CoverFotografieren hat oft viel mit Vorbereitung, Technik und Planung zu tun. Wo ist die beste Location, wie ist das Licht zu welcher Tages- oder Jahreszeit am besten? Welche Objektive müssen mit?

Kontemplative Fotografie ist ganz anders. Alltagskunst, Aufmerksamkeit und stille Zufriedenheit, wenn man beginnt, in vertrauter Umgebung und während gewohnter Abläufe die Welt wirklich zu sehen. Es geht nicht darum, ein vordefiniertes Motiv zu jagen und optimal einzufangen.

Kontemplatives Sehen macht nicht entspannt im Sinne von weltabgewandt, sondern es macht sehr wach. Es lässt die Fotografin, den Fotografen im Moment ankommen. Wie erreichbar sind wir für die Welt, so wie diese sich darstellt – nicht wie sie sein soll? Die entstandenen Bilder werden nicht bearbeitet im Sinne einer Verfeinerung oder Raffiniertheit. Die Referenz ist immer, was zu sehen ist. So können neue Sehgewohnheit entstehen. Damit bekommt auch die eigene Fotografie neue Impulse. Die Grundlage ist Ruhe.

Hohe Schule!

Neulinge können diese Art der Fotografie meist besonders einfach erlernen. Oft sind sie darin besser als Profis (denen ihr Wissen im Weg steht).

Autorin

Hiltrud Enders ist Architektin und „fotografiert schon immer“. Sie unterrichtet als Trainerin im kontemplativen Fotografieren: www.miksang-fotografie.de. 2006 lernte sie die kontemplative Fotografie kennen. Sie war sofort Feuer und Flamme für diese Spielerei mit der Wahrnehmung.

Fazit: Mischung aus Kontemplation und Motivsuche. Empfehlenswert.

Themen

  • Konzentration und Bewusstheit
  • Wahrnehmung vor Bewertung
  • Unperfekt und ungeplant
  • Spielen und Beobachten
  • Aufnahmefähigkeit
  • Klarheit
  • Langeweile und Muße
  • Löschen oder bewahren?

Hiltrud Enders: „Freude am Sehen. Kontemplative Fotografie“. dpunkt 2018. 29,90 EUR. ISBN 978-3-86490-559-9.

Mehr über die kontemplative Fotografie beim Miksang Institute for Contemplative Photography:
www.miksang.com

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