Kleiner japanischer Bruder einer großen Schwester

Rainbirds

CoverRen Ishido hat gerade seinen Abschluss an der Uni in Tokio gemacht, als er vom plötzlichen Tod seiner älteren Schwester hört. Keiko wurde in einer regnerischen Nacht auf dem Weg nach Hause erstochen, und die Umstände der Tat sind rätselhaft. Ren reist nach Akakawa, um die Sachen seiner Schwester zu ordnen. Mit Keiko, die vor Jahren von einem Tag auf den anderen der Heimatstadt Tokio und der ganzen Familie den Rücken kehrte, verband ihn in der Kindheit eine enge Beziehung. Inzwischen erscheint ihm das Leben seiner Schwester so mysteriös wie ihr unerklärlicher Tod. Interessant sind die Einblicke ins japanische Leben in einer Stadt, die nicht so groß und bekannt ist wie Tokio.

Das Buch beschreibt viel von Rens Alltag in einer sogenannten „Paukschule„, in der er für einige Monate in Akakawa unterrichtet. Parallel erlebt die Leserin seine Spurensuche mit. Danach, wer seine Schwester eigentlich war.  Und was es mit ihrem Tod auf sich hatte. So tritt er buchstäblich in die Spuren seiner Schwester, indem er denselben Job übernimmt. Dort wohnt, wo sie wohnte. Im Regen die Stelle ihres Todes aufsucht. Und so weiter. Das Buch ist aus meiner Sicht weniger Krimi, sondern ein Ausschnitt aus dem Leben. Zu einem Zeitpunkt, wo das Leben für die Hauptfigur erst so richtig beginnt.

Clarissa Goenawan lebt mit ihrer Familie in Singapur. Die indonesische Autorin liebt Regentage, gute Bücher und heißen grünen Tee.

Fazit: Liest sich gut weg

Clarissa Goenawan: „Rainbirds“. Thiele Verlag 2019. 20,- EUR. ISBN 978-3-85179-423-6.

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