Gestaltete Einblicke ins visuelle Notieren

Sketchnotes!

CoverStift in die Hand und los geht’s! Komplexe Ideen schnell und einfach vermitteln: Das ist Ziel und Zweck von Sketchnotes. Geeignet für synchrone Mitschriften bei Veranstaltungen oder Vorträgen, als Präsentation, für Reiseerinnerungen oder eigene Rezeptbücher – Sketchnotes sind vielseitig.

Das Buch beginnt mit einer Einführung in das Thema, was sind Sketchnotes und wo sind sie sinnvoll, hilfreich oder einfach hübsch. In diesem Teil möchte es den Leser*innen auch die Sorge nehmen, sie wären selbst nicht talentiert genug. Danach werden allgemeine Konzepte und konkrete Tipps vermittelt, eingestreut sind Übungen und Seiten mit Platz für diese Übungen. Das Buch hat Din-A4-Format, zum Ausprobieren und Malen gut ist. Wobei das effektive Üben natürlich eher auf einem Block oder in einem Skizzenbuch stattfindet.

Seiten aus dem Buch title=Als Einstieg ist das Buch durchaus geeignet. Mir hat der Anfang nicht so gefallen, da dort sehr ausführlich argumentiert wird, warum man sich mit Sketchnotes beschäftigen sollte. Hm… das will ich ja, ich hab doch das Buch besorgt! Also bitte weiter.

Danach kommen einige handwerkliche, vor allem gute gestalterische Tipps. Zum Beispiel, dass man Hoch- oder Quer- oder Quadratformat nutzen kann. Bei den Materialtipps war ich etwas enttäuscht. Warum? Dass ein Rucksack gut geeignet ist, Dinge zusammen zu packen und zu transportieren… geschenkt. Beim Papier lese ich da, dass verschiedene Oberflächen verschieden genutzt werden bzw. verschieden funktionieren. Ja, okay. Und … woraus soll ich dann bei der Anschaffung oder Zusammenstellung des Materials achten? Welches Papier ist für welchen Einsatzbereich oder für welche Stifte geeignet? DAS erfahre ich leider nicht. Den für mich spannendsten Teil – Live Recording – fand ich etwas kurz, und auch hier wurden weniger die Fragen geklärt, die mich interessierten. Welche Klamotten ich da anziehe, naja, … das war für mich eher nicht so spannend.

Der Hinweis, dass man versuchen sollte zu lernen, Gehörtes vom Ohr direkt in die Hand zu transportieren (ohne Umweg über Kopf und Herz), weckt meine Aufmerksamkeit. Das geht!?! Ich glaube der Autorin, dass sie das kann. Offen bleibt für mich jedoch: Wie geht das? Den Hinweis sehe ich, verstanden habe ich nicht, wie man diese Fertigkeit erlangt.

Die Übersetzung ist schlecht. Beispiel: „Verwenden Sie keine Whiteboard-Farben auf einem Whiteboard.“ Hm. Musste der Text auf die Schnelle übersetzt werden? Oder kennt sich da jemand gar nicht aus? Das geht jedenfalls besser. Auch wenn man trotzdem im Großen und Ganzen verstehen kann, was erklärt wird.

Ansonsten findet man auch gute Tipps, z. B. für Inspirationen googlen gehen, wobei man ein Teil des Wortes mit dem Anhang „-zeichnung“ versieht, z. B. Glühbirnenzeichnung. So stelle ich mir ein gutes Buch vor!

Das Download-Material zum Buch ist hilfreich und umfangreich, es ist zu finden unter:
https://www.rheinwerk-verlag.de/sketchnotes-die-kunst-der-visuellen-notizen.
Die Leseprobe ist auch online, da bekommt man einen ganz guten Eindruck. Oder – noch besser – guckt Euch den Blog der Autorin an: https://sketchnoteacademy.com/blog.

Fazit: Durchwachsen. Eine erfahrene Sketchnotes-Expertin gibt Tipps und Einblicke; verliert manchmal die Leserin aus dem Blick; die Übersetzung ins Deutsche ist echt schlecht.

Themen

  • Was sind visuelle Notizen?
  • Aktives Zuhören lernen
  • Figuren, Gesichter, Hände zeichnen
  • Verschiedene Schriften ausprobieren
  • Container, Rahmen, Pfeile, Verzierungen
  • Farbe und Schattierungen
  • Mit visuellen Metaphern arbeiten
  • Sketchnotes analog und digital

 

Emily Mills: „Sketchnotes! Die Kunst der visuellen Notizen“. Rheinwerk 2020. 24,90- EUR. ISBN 978-3-8362-7912-3.

Augen-Logo Maria

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