women&work: Starke Frauen

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Starke Frauen – starke Geschichten

Podiumsdiskussion auf der women&work als Vorstellung inspirierender Unternehmerinnen

Ein Leben nach Plan? Nur wenigen gelingt es durchgängig. Die Wahrheit ist, dass das Leben viele Höhen und Tiefen bereithält. Während sich die einen irgendwann in ihr Schicksal ergeben, stehen andere immer wieder auf. Die Podiumsdiskussion „I did it my Way – hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen…“ wollte starke Role-Models vorstellen, die ihr Leben mit viel Mut, Inspiration und weiblicher Kraft leben und davon erzählen.

Eine der starken Frauen ist Inge Roterberg, Chefin der traditionsreichen Klever Werkzeug- und Maschinenfabrik, zu dessen Kunden die großen der Automobilindustrie zählen. In das Familienunternehmen, das 1929 von ihrem Schwiegervater gegründet wurde, stieg sie ein, als ihr Mann 1985 einen Herzinfarkt erlitt. „Die Leitung eines Maschinenbauunternehmens war nicht mein Traumjob“, sagt sie. „Lange stand ich mir selbst im Wege durch ein mangelndes Selbstwertgefühl. Es war auch nicht immer leicht, Frau zu sein und Mutter und Unternehmerin. Heute weiß ich, ich kann mir etwas zutrauen und was ich anpacke, das bringe ich auch zu Ende.“
Rückwirkend empfindet sie die Entscheidung der vollständigen Übernahme des Unternehmens von ihrem Mann 2006 als ihren besten unternehmerischen Entschluss. „Meine Mitarbeiter sind mein Kapital“, sagt sie stolz und fügt hinzu: „Sie schätzen es, wenn die Chefin höchst-persönlich in High Heels an der Drehbank steht und mit arbeitet.“

Von der Wall Street zum Lindenhof

Geld, Kredit und Währung waren die Leidenschaften der Diplom-Volkswirtin Sibylle Merrettig, die viele Jahre sehr erfolgreich bei „Merrill Lynch“ tätig war. Vermögende Privatkunden der Investmentbank zu beraten, das war mein Ding. Merrettig erwarb die Börsenzulassung in New York, wurde in London und Europa ausgebildet, um sowohl amerikanische wie europäische Investmentanleger zu beraten und genoss den Respekt ihrer Kolleginnen und Kollegen. Bis zu dem Tag, als ihr Körper nach 20 stressvollen Jahren im Investmentbanking signalisierte: Es ist genug! Die Diagnose: Brustkrebs. „Die Krankheit hat meine Sinne geschärft für den Kampf ums Überleben und dafür, für mich selbst eine positive Lösung zu schaffen. In der Karriere ging es nie um mich, sondern immer nur um die Firma“, sagt sie heute.
Doch es sollte fünf Jahre dauern, bis sie nach der Krankheit und dem Ausstieg aus dem Finanzmetier zu sich selbst finden konnte. Heute ist Sibylle Merrettig Besitzerin des Lindenhof – einem Gästehaus und Hofcafé am Niederrhein. „Nach dem Ausstieg aus dem Finanzbereich war mein Herz gebrochen. Heute wünsche ich allen mehr Mut, zu den eigenen Instinkten zu stehen, Signale ernst zu nehmen und zu lernen, die innere Intuition weiter zu entwickeln. Ich musste mich damals auf irgendetwas verlassen können und das konnte nur ich selbst sein.“

Ein Leben zwischen Tradition und Moderne

Auch der Lebensweg von Christiane Hetzel verlief anders als geplant. Nach dem Abitur schien sich im Beruf der Lehrerin ihr Lebenstraum zu erfüllen. Doch dann lernte sie ihren zukünftigen Mann, den Hotelier Willi Hetzel, kennen und stieg ein in ein Familienunternehmen mit einer heute 111-jährigen Tradition: das Waldhotel Tannenhäuschen. Ihr Leben änderte sich grundlegend. Mit einer erneuten Ausbildung zur Hotelfachfrau, Hotelfachschule am Tegernsee, Gesellenbrief und 1993 zur Hotelmeisterin gehören die Organisation und Leitung des Unternehmens mit heute 150 MitarbeiterInnen, Gästebetreuung, langen Nächten, fehlender Freizeit, innovativen Ideenentwicklungen und zukunftsorientiertem Handeln zu ihrem täglichen Leben. Stillstand gibt es nicht. Mit viel Mut nach vorne schauen lautet ihr Motto – auch in Krisenzeiten.

2007 nahm ihr Leben erneut eine ungeplante Wende. Im Alter von 46 Jahren wurde sie Mutter von Zwillingen, während gleichzeitig ihr Mann schwer erkrankte. Eine Herausforderung der besonderen Art, über die sie rückwirkend sagt: „Es gibt immer einen Weg, manchmal muss man nur danach suchen.“ Heute geben ihr gesunder Mann und ihre Söhne ihr viel Kraft zurück. Ihr Unternehmen ist wirtschaftlich gut aufgestellt und wurde 2012 als „Qualtity-Selection-Hotel“ und 2013 als „TOP Hotel des Jahres“ ausgezeichnet.

Podiumsdiskussion auf der women&work am 24. Mai in Bonn

Wie fühlt es sich an, wenn nach radikalen Lebenseinschnitten plötzlich alles wieder auf Neustart steht? Was zeichnet erfolgreiche Unternehmerinnen aus? Was würden sie heute anders machen? Worauf sind sie besonders stolz? Mit welchen Strategien haben sie ihre Tiefpunkte überwinden können und welche Tipps haben sie für Frauen in ähnlichen Situationen? Die Moderatorin fragte nach bei den vier Unternehmerinnen aus dem Netzwerk „unternehmerinnen forum niederrhein“. Die Podiumsdiskussion stand von 16:30 – 17:15 Uhr im Plenarsaal des World Conference Centers in Bonn auf dem Programm.

Mehr Infos:
www.womenandwork.de

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