Skandinaviens amerikanische Möbel des Grauens…

Horrorstör

CoverIch habe eine persönliche Abneigung gegen allzu spannende Bücher. Dann kann ich nämlich nicht schlafen. Und bei Thrillern, Krimis oder Horrorstorys laufe ich normalerweise ganz schnell in die andere Richtung. Naja, ich hab schon nach dem Kinoabend mit Titanic Albträume bekommen, muss ja nicht sein.

Und deswegen geb ich’s zu… ich hab das Buch nicht ganz gelesen. Liegt aber nicht am Buch, sondern daran, dass ich Gruselgeschichten zu gruselig finde.

TROTZDEM: Ich empfehle das Buch wärmstens! Warum? Ich hab den Anfang gelesen, und der ist überaus gut geschrieben. Man hat jede Menge Spaß, denn die Welt der Möbelhäuser kennen wir alle ja aus eigenem Erleben. Und das macht Vergnügen…

Das Setting des Möbelladens ist aber nicht nur in der Geschichte zu finden. Auch die Papierausgabe macht den Fake perfekt. Im echten Look eines Möbelhauskatalogs führt Horrorstör in die Untiefen eines ganz speziellen Spukhauses: des Möbelladens ORSK in Cleveland, wo die Angestellten Morgen für Morgen auf zerstörte Ware und Schmierereien an den Wänden treffen. In Ermangelung brauchbaren Materials von den Überwachungskameras werden drei Mitarbeiter dazu verdonnert, eine Nacht im ORSK-Store zu verbringen – oder skandinavisch ausgesprochen, im „Stör“. Während sie einsam ihre Runden drehen, entwickelt der Laden mehr und mehr ein Eigenleben … Möbel ändern ihre Funktion und neue Produkte erobern die Ausstellungsflächen und Buchseiten, inklusive Produktgrafik und Beschreibung:

JODLÖPP
Ein langsamer, gleichmäßiger Gang und eine aufmerksame, aufrechte Haltung werden durch das Tragen dieses hinderlichen Eisenkragens befördert. JODLÖPP versorgt deinen Schädel und Hals mit dem nötigen Gewicht, um dich in ständiger Unterwürfigkeit zu beugen, und ist mit einer Glocke ausgestattet, die jedem dein Kommen ankündigt.

Fazit: Wieviel Spaß kann eine Gruselgeschichte machen? Soviel!

Grady Hendrix: „Horrorstör“. Droemer Knaur 2015. 16,99 EUR. ISBN 978-3-426-51722-2.

Augen-Logo Maria

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