Neues Zeitmanagement? Eher normal…

Arbeite klüger – nicht härter

Cover„Beim produktiven Arbeiten geht es darum, das eigene Potenzial wirklich umzusetzen und die richtigen und wichtigen Dinge effizient zu erledigen. Ivan Blatter entwirft in seinem Ratgeber einen neuen Ansatz: Er weitet den Blick auf das Zeitmanagement und gibt sofort umsetzbare Tipps, die helfen, sich mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu schaffen“ … so der Text zum Buch.

Neuer Ansatz ? Naja, soooo neu ist der Ansatz auch nicht – Zeit sparen heute macht morgen keinen 25-Std-Tag, das weiß das klassische Zeitmanagement schon lange. Also nur ein Verkaufstrick für ein Buch? Sehen wir mal weiter…

Im Kern wird im Buch Zeitmanagement im wörtlichen Sinn (Zeit managen) zum Selbstmanagement (Eigenverantwortung, Priorisierung, Selbsterkenntnis, Veränderung und so). Auch nicht neu, auch in anderen Zeitmanagementbüchern zu finden. Noch so ein Beispiel: Der Autor holt sich eine Definition von „Produktivität“, die für Maschinen aufgestellt wurde, und zeigt, dass Menschen nicht so funktionieren wie Maschinen. Auch eher ein alter Taschenspielertrick. Sei’s drum, die Schlüsse, die er zieht, und die Empfehlungen, die er gibt, sind durchaus zielführend.

Insgesamt hat mich dieses „Die andern machen’s falsch – ich zeig es Euch richtig“ beim Lesen ermüdet. Man könnte das Buch nochmal überarbeiten, nur die hilfreichen Hintergründe und die konstruktiven Tipps und Empfehlungen drin lassen und – voilà – könnte ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Manchmal ist weniger mehr!

Und dann bitte ohne sowas: „Ich werde die Begriffe Zeitmanagement und Produktivität synonym gebrauchen. Bei allem geht es nämlich streng genommen gar nicht um die Arbeit, sondern nur um Sie […]“. Lassen wir das Synonymgebrauchen mal weg. Dann geht es um den Menschen. Richtig. Und es reicht, wenn das ein- bis dreimal im Buch erwähnt und nicht ständig wiederholt wird. Abgesehen davon würde ich die beiden Begriffe niemals soweit verallgemeinert gebrauchen, dass sie synonym werden.

Fazit: Kein neuer Ansatz, die Ratschläge sind jedoch brauchbar, manche richtig gut

Themen

  • Umgang mit Störungen und Ablenkungen
  • Selbsterkenntnis und das eigene Potenzial
  • Priorisierung (fürs Leben, nicht nur für die Arbeit)
  • Entscheiden
  • Viel Arbeit heißt nicht viel Stress – und umgekehrt
  • Aufschieben
  • Rhythmus
  • Schnell ist nicht gehetzt
  • Der beste Zeitpunkt
  • Nicht übertreiben!

Hier geht’s zur Leseprobe: http://bit.ly/2hsl69z

Ivan Blatter: „Arbeite klüger – nicht härter: Ratgeber“. humboldt 2017. 19,99 EUR. ISBN 978-3-86910-776-9.

Augen-Logo Maria

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