Improvisationstechniken
Zuerst war ich skeptisch… klingt der Titel nicht reißerisch? Irgendwie unseriös? Effekthaschend? Doch ich bin schnell eines Besseren belehrt worden. Immer mal wieder gibt es Situationen, in denen man improvisieren muss, ob man will oder nicht. Erfahrungsmäß geht dies mal gut, mal nicht.
Interessant ist der Ansatz: Das Buch stellt Techniken aus dem Improvisationstheater vor, d. h. vor allem Regeln und Absprachen aus dieser Kunstform, übertragen auf Situationen im Berufsleben. Vor allem in Deutschland hat der Begriff „Improvisation“ ein teils schlechtes Image. Manche verstehen das ja so: „Eher schlecht als recht“ oder „nicht durchdacht“. So ist es nicht gemeint! Es geht nicht um chaotische oder ständige Richtungswechsel ;-) Und was ist das Geheimnis guter Improvisation? Vorbereitung und Übung, um auf Unerwartetes souverän zu reagieren.
Der Autor weiß sehr genau, wovon er schreibt. Was geht und was nicht. Wo Improvisation zwingend notwendig ist und wo sie sinnvoll ist. Im Kern geht es um Kooperation und darum, das eigene Ego im Sinne der Sache etwas zurückzunehmen.
Das Buch ist übrigens kein Plädoyer gegen das Planen. Das ist nämlich auch sehr sinnvoll.
Hervorragend ist der Abschnitt über Brainstorming. Danach versteht man, warum es so oft so schlechte Ergebnisse zu liefern scheint. Weil es inkonsequent und schlecht durchgeführt wird… Und wie man es besser gestalten kann, lernt man hier, so dass auch was dabei rauskommt. Oft was Neues, Besseres.
Ein paar Übungen werde ich sicher in meinen Seminaren mal machen.
Fazit: Viel besser, als ich zuerst dachte!
Themen
- Spielräume nutzen
- Zurückfinden in die Komfortzone
- Pannen und kleine Katastrophen auflösen
- Perspektive wechseln: Lösungsangebote erkennen
- Flexible Körpersprache
- Typische Situationen
- Eigene Ideen loslassen
- Angebote machen
- Andere gut aussehen lassen
- Scheitern
- Statusverhalten verstehen, Statusflexibilität und Status in Teams
- Seminare und Training
- Agiles Projektmanagement
- Improvisationsübungen
Jörg Preußig: „Improvisationstechniken. TaschenGuide“. Haufe 2017. 7,95- EU. ISBN 978-3-648-10016-5.
Souveräner Umgang mit schwierigen Zeitgenossen
„Schwierige Zeitgenossen, kenn ich, davon wimmelt es doch nur so!“ Wem das schon mal durch den Kopf gegangen ist, für die oder den sei dieses Büchlein warm empfohlen. Es beschreibt, wie man souverän mit den Schwierigen umgeht. Strategien und Lösungen zu verschiedenen Konfliktarten sind hier zu finden. Dabei liegt der Schwerpunkt im Berufsleben, auch wenn Manches sicher auch persönlich und privat hilfreich ist.
Ob im Meeting, im Team oder bei der Arbeit über Hierarchiestufen hinweg – im Job muss man öfter mit schwierigen Zeitgenossen zurechtkommen, die man privat meiden würde. Was tun? Als Antwort ein Zitat: „Es gibt viel mehr Möglichkeiten, als Sie denken.“ Stimmt!
Die Autorinnen geben einerseits Input zu Ursachen von Schwierigkeiten und Konflikten, andererseits zum Umgang damit und zum eigenen Handeln. Dazu gehört u. a. das Thema Widerstand. Im Buch ist das sehr gut dargestellt: Warum andere nicht tun, was wir wollen. Und warum das manchmal sogar gut ist. Man erfährt, welche Formen von Widerstand es gibt (nicht alle sind sofort zu erkennen) und welche Ursachen Widerstand haben kann. Man lernt, wie man Konflikte vermeidet oder löst, wie man mit Konflikten überhaupt umgeht – und wo man seine eigenen Grenzen kennenlernt und ausweitet oder schlicht hinnimmt.
Fazit: Kluges Buch. Obacht, es gibt natürlich hier auch keine simplen Standardlösungen :-)
Themen
- Widerstand
- Verständnis
- Die eigenen roten Knöpfe: Auslöser und Notbremsung
- Konfliktkompetenz: Ein Weg, kein Zustand
- Beziehungen und Konstellationen
- Ent-Täuschung
- Tiefenschichten im Konflikt
- Gespräch und Meeting
- Vorgesetzte kritisieren
- Selbstmanagement und Selbsterkenntnis
- Haltung, Geduld, Durchhalten
- Wachsen an Schwierigkeiten
Andrea Lienhart und Theresia Volk: „Souveräner Umgang mit schwierigen Zeitgenossen. TaschenGuide“. Haufe 2017. 7,95- EUR. ISBN 978-3-648-09419-8.
Statistik
Kenngrößen, Konzentrationsmaße, Regression, Zufallsvariablen – alles Gängige aus der Welt der Statistik ist hier vertreten. Das Büchlein führt kurz in die wichtigsten statistischen Verfahren und Wahrscheinlichkeitsrechnungen ein.
Was mir als erstes auffiel: Sehr knapp, dabei erstaunlich verständlich.
Was ich gelernt habe: Was ein Boxplot ist, nämlich eine visuell verdichtete Darstellung verschiedener Merkmale. Eine beeindruckende Visualisierung, darauf muss man erst mal kommen : -)
Leider hab ich auch was für einen Punktabzug in der B-Note gefunden, und zwar einen kleinen Tippfehler: Ein blau markiertes Feld im Koordinatensystem wird im Text als „rosa Fläche“ genannt. Ha! Aufgefallen! Nunja, da sieht das letzte Layout farblich wohl etwas anders aus als in der ersten Version… und dieser kleine Fauxpas tritt leider nicht nur einmal auf. Tipp ans Lektorat: Einfach „farbig markiert“ schreiben, das passt dann immer ; -)
Ein Bezug auf Kalkulationsprogramme wie Excel & Co. wird im Vorwort angekündigt als Information „in roter Umrahmung“. Hm, das finde ich jetzt nicht, müsste doch beim Durchblättern schnell ins Auge fallen. Ist damit Excel-Formel-Syntax gemeint? Sowas seh ich hier nirgends. Mysteriös. Ach, doch! Es ist eine blaue Umrahmung, und etwas versteckt platziert unter der mathematischen Formel, die prominent als Eyecatcher funktioniert. Und dann teils mit griechischen Buchstaben, deswegen hab ich’s auch nicht gleich gecheckt.
Fazit: Gutes Preisleistungsverhältnis. Kommt bei mir ins Büro. Für Studium und Beruf bestens geeignet.
Themen
- Praxisbeispiele
- Statistische Funktionen und ihre Parameter
- Verteilungen, Häufigkeitsverteilungen
- Zeitreihen und Indexzahlen
- Regression und Korrelation
- Wahrscheinlichkeit und Zufallsvariablen
- Grenzwertsätze
- Schätz- und Testtheorie
Johannes Grabmeier und Stefan Hagl: „Statistik. Grundwissen und Formeln. TaschenGuide“. Haufe 2016. 7,95- EUR. ISBN 978-3-648-08403-8.
Und hier noch ein kleiner Bonus für Leserinnen und Leser dieser Rezension: That’s a Boxplot!
Erklärvideo zu Boxplots https://de.khanacademy.org/math/probability/data-distributions-a1/box–whisker-plots-a1/v/reading-box-and-whisker-plots
Maria

Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt:
Führungskräfte müssen immer öfter auch moderieren. Das Ziel ist klar: Gute Ergebnisse, mehr Ideen, wie das Unternehmen weiterentwickelt werden kann, eine höhere Motivation und Einbindung möglichst aller Beteiligten. Und das möglichst ohne lange Vorbereitungen.
Eine Managementmethode, die hilft, besser zu werden, wenn es eng wird. Der eigentliche Benefit von Kanban entsteht komplett erst dann, wenn mehr als nur die persönliche Arbeitsleistung auf einem Board steht. Erst wenn mehrere Teile der Wertschöpfungskette diszipliniert miteinander arbeiten, lässt sich für das Unternehmen ein echter Nutzen ableiten. Diszipliniert heißt übrigens nicht, dass es nicht auch Spaß machen kann! Weil man eben merkt, dass sich sowohl der persönliche als auch der unternehmerische Erfolg einstellt.









Wer als Bastlerin (neudeutsch: Maker) unterwegs ist, benötigt in der Regel Wissen über den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen, z. B. um das eigene Arduino-Projekt in einer optisch anspruchsvollen Holzbox unterzubringen.
Giulia Enders ist Wissenschaftlerin und kann überaus unterhaltsam erzählen. Besonders darüber, was wir mit dem Darm für ein hochkomplexes und wunderbares, und doch vernachlässigtes Organ haben. Er ist der Schlüssel zu Körper und Geist. Er ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – und er ist wichtigster Berater unseres Gehirns. Guck an!
Ein besonderes Organ! Dazu gibt es erstaunlich viel zu entdecken, zu staunen und zu lernen. Genuss springt am Ende womöglich auch noch dabei raus… Denn wie wir uns selbst kennen und spüren, beeinflusst grundlegend unsere Gefühle, Stimmungen und unser generelles Wohlbefinden.
Als Mischung aus Fachbuch und autobiografischen Fotosessionberichten ist das Buch nach einem eher außergewöhnlichen Konzept aufgebaut. Aufmerksam gemacht hat mich als erstes mal der Titel. Super! Fehlerkultur! Da bekomme ich nicht nur fotografische Inspiration, sondern auch etwas mehr. Leider war meine Erwartungshaltung zu hoch… die Fehler, die beschrieben sind, sind zwar lehrreich. Manche davon hätte ich selbst allerdings auch beim ersten Mal eher nicht gemacht ;-)
75 % der Frauen in Deutschland erwartet später eine Rente unter 400 EUR. Nicht schön. Gar nicht schön.
Am 12. November 1918 veröffentlichte in Deutschland der Rat der Volksbeauftragten einen Aufruf an das deutsche Volk, in dem die Reichsregierung verkündete: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“
