Moderationskompetenz für Führungskräfte
Führungskräfte müssen immer öfter auch moderieren. Das Ziel ist klar: Gute Ergebnisse, mehr Ideen, wie das Unternehmen weiterentwickelt werden kann, eine höhere Motivation und Einbindung möglichst aller Beteiligten. Und das möglichst ohne lange Vorbereitungen.
Führungskräfte sollen hier stöbern können. Sie sollen „einfach mal Methoden ausprobieren“, passend zur Situation im Team. Die Methodensammlung ist grafisch gestaltet und will Praktiker (und Praktikerinnen wohl auch…) auf ungewöhnliche Art unterstützen, ihre Moderationsfähigkeiten spielerisch auszubauen, ohne sich lange inhaltlich vorbereiten, planen oder besonderes Material einsetzen zu müssen. Die Idee scheint gut; leider kommen ein paar Aspekte etwas kurz… doch dazu später genauer.
Das Buch ist in zwei „Schwierigkeitsstufen“ aufgeteilt: Basic (schnell, einfach) und darauf aufbauend Upgrade (Methoden erfordern mehr Erfahrung / Zeit). Jeder Teil liefert Methoden, Visualisierungsideen und Input zum Mindset. Dies „Mindset“ ist hier definiert als Motivationshilfen und Tipps, um die Entwicklung im Team zu fördern. Im Basic-Teil sind durchaus auch gute, kurze und prägnante Methodenbeschreibungen zu finden.
Das Thema Kanban-Board ist meines Erachtens zu knapp für den Basic-Teil und wird ohne weitere Vertiefung der Methode nicht gerecht. Und verfehlt hier das eigentliche Ziel, da die wichtigsten Hebel der Methode unerwähnt bleiben. Hier fehlt mindestens ein Hinweis, dass es Teil einer umfangreichen Zusammenarbeitsmethode ist. Und idealerweise ein direkter Verweis auf eine gute Quelle, die die Einführung von Kanban im Team vorstellt.
Insgesamt sind mir viele Methoden zu oberflächlich beschrieben, das Wesentliche ist dort aus meiner Sicht nicht immer gut herausgearbeitet. Manches ist sogar so verkürzt dargestellt, dass man durch falsche Anwendung auch leicht die Unterstützung durch die Methode ad absurdum führen würde… Arg verkürzt ist z. B. der Rat: „Flipchart-Blätter nie umschlagen, sondern aufhängen“; natürlich ist das so gemeint, dass es gut ist, wenn man immer alles sehen kann. Klar ist das oft hilfreich. Andererseits ist das oft an der Praxis vorbei, weil es schlicht nicht in jedem Raum möglich ist, das umzusetzen. Und es ist auch nicht für alle Fälle wirklich unbedingt notwendig. Und dann gibt es auch noch einen wirklich „gefährlichen“ Rat: Flipchart-Blätter mit Kreppband aufhängen, mit der Aussage, dies „hinterlässt.. keine Rückstände“. Das ist schlicht falsch, denn je nach Wandbeschaffenheit und Qualität vom Kreppband kann man durchaus Löcher in der Tapete oder abgerissene Wandfarbe riskieren…
Schließlich frage ich mich, wer genau die anvisierten Zielgruppe ist: Ist das Buch für angehende und sehr unerfahrene Führungskräfte gedacht? Dafür fehlt das Prädikat „idiotensicher“. Liebe Zielgruppe, nicht persönlich nehmen, ich akzentuiere ;-) Oder ist es für erfahrene Führungskräfte? Denen würde ich eher andere Bücher als Nachschlagewerke empfehlen… Für jede Art von Zielgruppe gilt, dass man Führungskräfte nicht so sehr unterschätzen sollte, wie es für meinen Geschmack passiert, wenn hier das Wort Sketchnotes ins Deutsche übersetzt wird mit sketch = Skizze und note = Notizen. Die Führungskraft, die sich das nicht selbst erschließen kann, halte ich nicht für eine Führungskraft, die diesen Namen verdient … jedenfalls ist das mein Anspruch an verantwortungsvolle Positionen.
Jetzt zur B-Note: So gut wie alles an handschriftlichen Wörtern in den Visualisierungen ist in GROSSBUCHSTABEN geschrieben. Was nachgewiesener Maßen schlecht lesbar ist. Das sollte so ziemlich in den ersten Stunden einer Moderationsausbildung gelernt worden sein, dass man so etwas tunlichst vermeidet.
Hier doch noch etwas, das positiv aufgefallen ist: Ein paar gute Ideen findet man beim „Skizziervokabular“. Auch von den „Meeting-Templates“ für Flipcharts kann man gut was einsetzen oder sich inspirieren lassen.
Den Lesern (und Leserinnen wohl auch…) stehen digitale Handouts, nämlich Empathy Map und Ideen-Canvas, als Download zur Verfügung. Dass der Verlag darauf hinweis, dass diese als persönliche Arbeitshilfe jederzeit in beliebiger Anzahl ausgedruckt werden können, nun ja… hätte man sich vielleicht auch selbst denken können ;-)
Fazit: Verbesserungsfähig. Eine ausreichende Hilfe zur Auswahl von Methoden fehlt.
Themen
- One Minute Meditation
- Meeting ohne Tagesordnung
- Das allwissende Team
- Kopfstandmethode
- Stand-up Meeting
- Stuhlkreis
- Fotoprotokoll
- Kanban-Board
- Der Filter
- Walk and Talk
- Working out loud
- Retrospektive
- Warum es sinnvoll ist, wenn Führungskräfte Meetings moderieren
- Intrinsische Motivation fördern
- Gemeinsam Rahmenbedingungen für die Arbeit klären
- Haltung im Meeting
Tanja Föhr: „Moderationskompetenz für Führungskräfte. Methoden und Mindset für Meetings mit Partizipation, Eigenverantwortung und Kreativität“. managerSeminare 2018. 24,90 EUR. ISBN 978-3-95891-046-1 .
Maria
Eine Managementmethode, die hilft, besser zu werden, wenn es eng wird. Der eigentliche Benefit von Kanban entsteht komplett erst dann, wenn mehr als nur die persönliche Arbeitsleistung auf einem Board steht. Erst wenn mehrere Teile der Wertschöpfungskette diszipliniert miteinander arbeiten, lässt sich für das Unternehmen ein echter Nutzen ableiten. Diszipliniert heißt übrigens nicht, dass es nicht auch Spaß machen kann! Weil man eben merkt, dass sich sowohl der persönliche als auch der unternehmerische Erfolg einstellt.









Wer als Bastlerin (neudeutsch: Maker) unterwegs ist, benötigt in der Regel Wissen über den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen, z. B. um das eigene Arduino-Projekt in einer optisch anspruchsvollen Holzbox unterzubringen.
Giulia Enders ist Wissenschaftlerin und kann überaus unterhaltsam erzählen. Besonders darüber, was wir mit dem Darm für ein hochkomplexes und wunderbares, und doch vernachlässigtes Organ haben. Er ist der Schlüssel zu Körper und Geist. Er ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – und er ist wichtigster Berater unseres Gehirns. Guck an!
Ein besonderes Organ! Dazu gibt es erstaunlich viel zu entdecken, zu staunen und zu lernen. Genuss springt am Ende womöglich auch noch dabei raus… Denn wie wir uns selbst kennen und spüren, beeinflusst grundlegend unsere Gefühle, Stimmungen und unser generelles Wohlbefinden.
Als Mischung aus Fachbuch und autobiografischen Fotosessionberichten ist das Buch nach einem eher außergewöhnlichen Konzept aufgebaut. Aufmerksam gemacht hat mich als erstes mal der Titel. Super! Fehlerkultur! Da bekomme ich nicht nur fotografische Inspiration, sondern auch etwas mehr. Leider war meine Erwartungshaltung zu hoch… die Fehler, die beschrieben sind, sind zwar lehrreich. Manche davon hätte ich selbst allerdings auch beim ersten Mal eher nicht gemacht ;-)
75 % der Frauen in Deutschland erwartet später eine Rente unter 400 EUR. Nicht schön. Gar nicht schön.
Am 12. November 1918 veröffentlichte in Deutschland der Rat der Volksbeauftragten einen Aufruf an das deutsche Volk, in dem die Reichsregierung verkündete: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“


