Umfrage: erster Computer

Umfrage-Ergebnisse: Mein erster Computer

In der ersten Ausgabe fragten wir die Teilnehmerinnen und Dozentinnen des Sommerstudiums „Was war Dein erster Computer“

Statt einer kompletten Auflistung hier einige Highlights:


Die frühesten Fundstücke stammen aus den Jahren 1977, 1972 und 1966.

Neben PCs in den 90ern und Homecomputern aus den 80ern gibt es noch einige exotische Stücke:

TRS von Radio Shack:


TRS

Kleincomputer 85/3:


Kleincomputer 85/3 made in GDR.

Mentoring-Projekt Muffin

Mentees gesucht!


Die Idee eines Mentoring-Programmes ist, dass eine erfahrene Frau (Mentorin) einer weniger erfahrenen (Mentee) beim Einstieg in den Beruf berät und ihr hilft.


Das Projekt MUFFIN – Mentoring zwischen Universität und Forschung für Informatikerinnen – begann letztes Jahr mit neun Paaren. Für dieses Jahr bieten sich wieder Mentorinnen an. Morgen (Freitag) gibt es die Chance das Projekt und die Mentorinnen kennenzulernen. Die Mentees des letzten Jahres berichten von ihren Erfahrungen.


Während der Kaffepause haben uns Simone Frintrop, Annett Wenzl, Birgit Koch und Ursula Wörz schon einiges verraten: Von der Mentorin kann man einen einmaligen Einblick in das Fachgebiet und in die Organisation erhalten. Die Mentorinnen geben wertvolles Feedback bei Studienfragen, Zeiteinteilung,… Es ist auch interessant zu sehen, wie Frauen, die einige Jahre älter sind, ihren Beruf und ihre Familie managen.


Ein Warnhinweis: Mentoring braucht Zeit. Regelmäßiges E-Mail Schreiben, Besuche bei der Mentorin, Treffen der Mentees. Aber wenn in Deinem Terminplan noch Platz ist, Du im letzten Drittel Deines Informatik-Studiums bist und Interesse hast – schau vorbei:


Freitag 14.00 bis 15.30 Uhr in der Cafeteria des Sommerstudium (MZH Raum 5300)





Jobbörse auf der feminale

Tag der Unternehmen auf der informatica feminale


Neben den vielen Seminaren, Vorträgen und Workshops, welche auch diese Jahr angeboten werden, findet am Freitag den 08.09.2000 eine Job- und Informationsbörse »Frauen in der Informationstechnik« statt. Im Rahmen der informatica feminale 2000 stellen sich Unternehmen den Fragen der Studentinnen zum Thema Anforderungen und Einstiegschancen.


Bereits im letzten Jahr konnten interessierte Studentinnen Kontakte zu verschiedenen Unternehmen knüpfen und dabei Informationen sammeln. Die Jobbörse bietet die Möglichkeit, die Unternehmen kennen zu lernen, Angebote zu vergleichen und unverbindliche Kontakte zu knüpfen. Die Unternehmen präsentieren sich ihren potentiellen Mitarbeiterinnen und beantworten alle Fragen zu den Aufagbenbereichen, Anforderungen und beruflichen Aufstiegschancen. Diese Fragen werden an den Ständen von namenhaften Unternehmen wie IBM, SAP, SIEMENS, HP und Nokia von Personalleiterinnen beantwortet.


Neben der Möglichkeit eines direkten Kontaktes mit den Personalverantwortlichen kann man sich in Vorträgen der einzelnen Unternehmen von 13.00 – 16.00 Uhr einiges über die Unternehmen und das Unternehmensziel erfahren.


Auch für Studentinnen im Grundstudium ist es interessant, die Anforderungen der Unternehmen zu kennen und dadurch ihr Studium praxisorientiert zu gestalten.


Meine persönliche Erfahrungen aus verschiedenen solcher Jobbörsen sind sehr positiv. Die Kosten für die Angebotssuche und Berwerbungsverfahren sinken, denn schon beim ersten Kontakt merkt die Studentin, ob es der passend Job und ein für sie angenehmes Umfeld ist. Lange Anfahrtswege für dieses Erstgespräch entfallen.


Viel Spaß und viele neue Kontakte!!!!!


Autorin: Romy Hönig, Borna


(P.S. Romy hat übrigens gerade einen Job bei einer Firma bekommen die sich letztes Jahr bei der Jobbörse vorgestellt hat.)

Dr. habil. Barbara Paech

Interview


Interview mit Dr. habil. Barbara Paech, Fraunhofer Institute for Experimental Software Engineering (Fhg IESE), Kaiserslautern.


Sie hielt am 5.9.2000 in der Ringvorlesung den Vortrag zur »Schrittweisen Verbesserung von Requirement Engineering Prozessen«


ifz: Sie nehmen bereits zum dritten Mal an der informatica feminale teil. Ist es nach wie vor etwas Besonderes, hier einen Vortrag zu halten?


BP: Es ist diesmal anders, da ich die letzten Male ein längeres Projekt gemacht habe. Jetzt ist es einfach schön, ein ganzes Auditorium nur mit Frauen zu haben. So viele Frauen hat frau sonst selten um sich in der Informatik. In dem Vortrag habe ich versucht, auch ein bischen mehr von mir zu erzählen. Das kann ich hier anders machen, als im Arbeits­alltag.


ifz: Haben Sie am Fraunhofer Institut viele Frauen in der Arbeitsgruppe?


BP: In meiner Abteilung ist nur noch eine andere Wissenschaftlerin. Insgesamt sind wir acht Leute und die Sekretärin. Am Institut haben wir – verglichen mit anderen Firmen – einen guten Prozentsatz von ca. 20% Frauen. Das kenne ich auch aus dem Studium. 20% ist für mich eine Untergrenze.


ifz: Sie haben erzählt, dass Sie sich mit Frauenprojekten beschäftigen.


BP: Ich muß gestehen, dass ich zur Zeit etwas weniger dabei bin. Das war anders, als ich noch an der Uni war. Dort war ich bis vor zwei Jahren auch als Frauenbeauftragte tätig. Ich habe mich früher auch mehr in der "Gesellschaft für Informatik" in der Fachgruppe "Frauenarbeit und Informatik" engagiert.


Der Austausch mit anderen Fachfrauen ist sehr schön und die Fachgruppe bietet auch die Möglichkeit, Dinge zu gestalten, wie zum Beispiel Einführungen für Schülerinnen. Während des Studiums hat mich dieses Thema kaum beschäftigt. Das kam dann erst durch die Berufstätigkeit und durch die Kinder.


ifz: Wie schaffen Sie das mit Kindern und Berufstätigkeit?


BP: Da habe ich einfach Glück, weil ich einen Mann habe, der sich auch beteiligt. Wir haben uns den Erziehungsurlaub geteilt. Er ist genau wie ich ein halbes Jahr zu Hause geblieben, und danach sind wir beide auf Teilzeit gegangen.


ifz: Arbeiten Frauen in der Informatik anders als Männer?


BP: Ich glaube nicht, dass das an der Informatik liegt. Frauen haben oft ein anderes Kommunikationsverhalten und eine andere Wahrnehmung. Daher setzen sie auch die Schwerpunkte anders innerhalb der Informatik. Das gilt auch für die Themen meines Vortrags, Requirements Engineering und Softwareprozesse. Frauen arbeiten oft lieber menschenbezogen als viele Männer.


ifz: Ist es so, dass sich Frauen und Männer diese Welt und die Aufgaben teilen können?


BP:Was heißt aufteilen. Ich finde es eigentlich besser, wenn sie voneinander lernen. Auch die Tatsache, dass wir als Frauen Dinge anders sehen und uns anders verhalten oder eben Schwerpunkte anders setzen, ist stark historisch bedingt. Das muss nicht unbedingt angeboren sein. Für mich ist nicht eine Teilung erstrebenswert, sondern das voneinander lernen.


ifz: Fördern Sie Frauen bei Ihrer Arbeit?


BP: Ich fördere sie dadurch, dass ich sie bestätige. Sie erzählen mir zum Beispiel von Projekterfahrungen, wo sie das so und die Kollegen es anders gesehen haben.


Dann bestätige ich sie dadurch, dass mir das oft genauso gegangen ist. Ich hoffe, dass es ihr Selbstvertrauen fördert. Ich fördere sie nicht, indem ich sie vorziehe.


ifz: Was raten Sie Studentinnen? Praxis oder Wissenschaft?


BP: Das ist schwierig. Ich halte Praxisbezug für sehr wichtig. Eigentlich würde ich empfehlen, dass frau nach dem Studium erst in die Praxis geht und sich dann vielleicht für die Wissenschaft entscheidet. Ich habe es aber auch nicht so gemacht. Ich war lang an der Uni und bin erst jetzt näher an die Praxis gekommen. Grundsätzlich denke ich, sollten Frauen beständig prüfen, ob sie in einer Umgebung arbeiten wo sie sich wohl fühlen und ihre Qualitäten einbringen können.


Was ich gerade bei vielen Frauen an den Universitäten erlebe und was ich schade finde, ist dass sie oft in einer Nische arbeiten: zum Beispiel bei einem Professor, der bald emeritiert wird. Das heisst sie haben niemanden, der sie noch weiter fördern kann, gerade auch nach einer Promotion. Frauen sind da oft ungeschickt und trauen sich nicht, berechtigte Forderungen zu stellen. Sie nehmen häufig Bedingungen auf sich, die ihre männlichen Kollegen so nie akzeptieren würden.


ifz: Wie sind Sie zur Informatik gekommen?


BP: 1978 habe ich angefangen. Das ist schon lange her. Damals hat das Arbeitsamt mir das empfohlen, da ich in Mathematik gut war. Ich hatte nie vorher etwas von Computern gehört, aber ich war neugierig darauf.


Ich hatte während des ganzen Studiums eigentlich keine Vorstellung gehabt, wie die Praxis aussieht. Ich habe immer für mich überprüft, ob mir die Situation gefällt oder nicht. Wenn es mir nicht mehr gefallen hat, habe ich mir ein neues Thema gesucht. Auch nach der Promotion habe ich mir ein ganz anderes Thema für die Habilitation gesucht.


Meine männlichen Kollegen haben meistens im selben Bereich promoviert und habilitiert. Ich habe vorher theoretische Informatik gemacht (temporale Logik) und habe dann festgestellt, dass mir dort der Praxisbezug fehlt. Ich hatte dann das Glück, eine Übergangsstelle zu finden, in der es um formale Methoden in der Praxis ging.


ifz: Haben sie Mentoren gehabt? Wie haben Sie sie gefunden?


BP: Ich habe sie in einem bestimmten Rahmen gehabt. Mit dem Professor, bei dem ich promoviert habe, habe ich beispielsweise gar keinen Kontakt mehr. Aber ich habe auch das Fachgebiet gewechselt. Ich habe mir die Personen, mit denen ich gearbeietet habe, nicht gezielt unter dem Mentorengesichtspunkt ausgesucht. Das war häufig Zufall. Während meiner Promotion, wo ich kaum Frauen um mich hatte, habe ich mir dagegen meine Unterstütztungs gezielt in der Fachgruppe geholt. Das war sehr wichtig.


ifz: Vielen Dank.




Dr. habil. Barbara Paech



Fraunhofer Institute for Experimental Software Engineering (Fhg IESE)



Sauerwiesen 6



D-67661 Kaiserslautern



Germany



Tel. ++49-6301-707-226



Fax. ++49-6301-707-200




http://www.iese.fhg.de


Autorinnen: Zina Benenson benenson@castor.uni-trier.de

Herle Forbrichherle@gmx.de

von Zina

Fortsetzungsgeschichte

Fortsetzungs-Geschichte

Es war einmal ein sprechender und fühlender, kleiner Computer. Der saß im PC-Pool der Uni Bremen, ganz alleine, unterr 1000enden PCs und wartete sehnsüchtig auf Input. Ihm war langweilig. Aber da kam ein Dau des Wegs – er mußte einiges über sich ergehen lassen, und das obwohl er nur sehr sparsam ausgestattet war: Viele große Bilder, dieselben Programme und Anwendungen mehrfach und gleichzeitig gestartet, ständig mußte er neue Daten downloaden. Stürzte er aus lauter Verzweiflung ab, bekamn er kein Mitleid, sondern wurde auch noch ausgeschimpft – „Blöde Kiste!“ und noch schlimmer; der Dau wurde sogar noch handgreiflich, also ob es sich so wieder besser hochfahren ließe…

Gibt es Rettung für den kleinen Computer?

…. Fortsetzung folgt …

wenn Du sie schreibst:






























Text:
deine Unterschrift (Name, e-mail, was du willst)

Bild:



Farbe:
funktioniert leider mit Ihrem Browser nicht
!


keines keine

rot

blau

lila

Dr.Herbst: Windows

Frau Dr. Herbst, Computer-Sorgen-TanteFragen Sie Dr. Herbst


W. User aus Redmont fragt an: Ich will in der 0. Ebene Windows benutzen, wie mach ich das?


Liebe W. User. Du leidest an einer weit verbreiteten UNIX-Phobie, die wir wahrscheinlich nicht so schnell kurieren können. Um hier Windows benutzen zu können, musst Du leider 2 Minuten an den UNIX-Rechnern arbeiten.



  • Besorge Dir eine Benutzerkennung im Raum 5400


  • Geh in die 0. Ebene, vergiss nicht, die Karte immer in den Kartenleser zu schieben


  • Melde dich bei einem UNIX-Rechner an,


    das heisst:



    • Wenn am Bildschirm »login:« steht, sollst Du Deine Kennung eintippen und Enter drücken.


    • Dann erscheint »Passwort« und Du tippst Dein Passwort ein.


    • Wenn das gelingt, erkennt Dich der Rechner, es erscheint die »Eingabeaufforderung«



  • tippe den Befehl »mksmb« ein, drücke Enter


  • tippe »exit« ein, drücke Enter


  • damit bist Du fertig, Du kannst jetzt zu den Windows-Rechnern am Ende des Ganges gehen.



ACHTUNG: Die Anführungszeichen nicht eintippen !




Bonustrack (nur in der online-version):

  • Linuxwelt – doch ein bisschen Linux/UNIX lernen

Mensa-Tipps

Mensa – Tipps


In der Serie »Überleben in Bremen« befragen wir Einheimische Spezialistinnen zu den überlebenswichtigen Themen des Studenten-Lebens. Alle Meinungen sind rein subjektiver Natur und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. YMMV.


Unsere erste Inverviewpartnerin war Tanja Jahnz, Studentin der Informatik, seit 4 Jahren Kundin der Mensa.





Das neue Mensa-Gebäude in rot und orange findet man vom MZH schräg über die Strassenbahngleise, die Treppe hoch und dann der Nase nach.





Die preisgünstigsten Gerichte in der Mensa sind die beiden "Essen": Essen I zu DM 3,50, Essen II zu DM 2,00. Zu Essen I gibt es immer eine Tagessuppe, deren positive Eigenschaften mit den Worten "warm" und "salzig" erschöpfend beschrieben sind.





Konkret zum Plan der nächsten Tage:


Mittwoch: Essen I: Broccoli- Nußecke mit Käsesauce, Kaisergemüse, bunte Spiralnudeln, Eiskrem. Tanjas Kommentar:Ok, aber sehr wenig. Es empfiehlt sich das Essen II (deftiges Bauernfrühstück
mit Gewürzgurke) gleich auch noch zu essen, wenn man satt werden will.





Donnerstag: Das Essen I (bunter Krautsalat, Rinderhacksteak gefüllt mit Frischkäse, Tomatenrahm u. Tagliatelle) bekommt wieder ein "OK". Tanjas enthusiastische Empfehlung gilt dem Essen II: "Milchreis
in Bio-Milch gekocht mit Schattenmorellen Zimt & Zucker". (Auch ohne Zähne verzehrbar).


Die Mensa-Woche endet am Freitag
mit "paniertem Seelachsfilet, Schnittlauchdipp und buntem Kartoffelsalat" (Essen I). Achtung: Der Kartoffelsalat ist manchmal warm und mit viel Majo. Essen II "Minestrone" kann Tanja wegen ihrer Tomaten-Allergie nicht beurteilen.





Es bleibt immer noch die Flucht zu "Pfanne, Wok & Co" oder "Pasta, Suppen & Co" – dort sind die Preise aber um einiges höher.





Fazit: "OK aber wenig" kann man die Kommentare von Tanja zusammenfassen. Für eine Mensa und für die geringen Preise ein sehr gutes Urteil.





Noch ein paar allgemeine Tipps: Allergikerinnen seien gewarnt vor unerwarteten Zutaten, am besten den Koch holen lassen und fragen. Barzahlung ist bei den beiden äusseren Kassen möglich, auch bei der linken!





Für alle, die noch das Mensa-Zelt vom letzten Jahr kennen, lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch des wirklich sehr schönen neuen Mensa-Gebäudes.





Autorin: Brigitte Jellinek, Salzburg
Interviewpartnerin: Tanja Jahnz, Bremen.

Willkommen

Editorial


informatica feminale 2000. Von Frauen, für Frauen und mit Frauen.


»Wie – NUR Frauen???« Das war die häufigste Reaktion, wenn wir erzählt haben, dass wir zur informatica feminale fahren würden.


Nur Frauen? Ja! Zwei Wochen lang Workshops, Vorträge, Diskussionen von, für und mit ausschliesslich Frauen.


Und warum nur Frauen? – Weil wir im üblichen Uni-Alltag nur vereinzelt vorkommen und endlich VIELE andere (werdende) Informatikerinnen kennenlernen wollen, weil wir uns unter den (männlichen) Cracks oft nicht trauen, unsere »dummen« Fragen zu stellen, weil wir ohne Leistungsdruck Neues lernen wollen, weil es Spass macht, sich mehrere Tage lang mit nur einem Thema zu beschäftigen oder auch in neue


Themen reinzuschnuppern…und die, die schon mal hier waren, freuen sich natürlich auf alte Bekannte!


Und wer sind »wir«? – Zur Zeit: Brigitte, Maria, Zina, Andrea, Herle, Friederike, Johanna, Vera … und morgen vielleicht auch Du??


Wir betrachten uns als eine eher lockere Gruppe, die versucht, während der informatica täglich eine Zeitung herauszugeben, und zwar sowohl offline, als auch online unter http://ifzeitung.horus.at. Wir treffen uns Mo-Fr 10:30-11:00 im MZH 5300 und ab 13:30 im P2, Rechnerraum im MZH,
0. Ebene, ansonsten achtet auf Aushänge in der 5. Ebene (beim Veranstaltungsbüro).

Prof. Dr. Birgit Pfitzmann

Interview


Interview mit Prof. Dr. Birgit Pfitzmann, Universität des Saarlandes, Saarbrücken.


Am 4.9.2000 eröffnete Birgit Pfitzmann mit ihrem Vortrag »Sicherheit in elektronischen Marktplätzen« die Ringvorlesung der 3. informatica feminale in Bremen. informatica feminale Zeitung hat sie zu ihrem Werdegang und ihrer Rolle als Professorin befragt. Sie hat Tipps zum Studium gegeben.


ifz: Wie und wann haben Sie angefangen, sich für Informatik zu interessieren?


BP: Ich habe an der Uni Karlsruhe Mathematik studiert. Mein Mann hat sich mit dem Thema »Sicherheit» beschäftigt. Ich fand das sehr spannend. Zu dritt haben wir eine kleine Arbeitsgruppe gebildet. Eine zeitlang habe ich versucht, neben dieser Forschungsarbeit mein Mathematikstudium weiter zu führen. Das ging zeitlich nicht und so habe ich zu Informatik gewechselt.


ifz: Wie verlief Ihre Karriere weiter?


BP: Ich habe an der Uni Hildesheim bei Prof. Joachim Biskup promoviert, dann ging ich für drei Monate nach Cambridge. Seit 1997 bin ich Professorin in Saarbrücken.


ifz:Was sind Ihre Interessen außerhalb der Informatik?


BP: Klassische Musik, Wandern, etwas Sport


ifz: Welche Tipps können sie den Studentinnen geben, was halten Sie für wichtig im Studium?


BP: Wichtig ist, »richtige« Leute kennenzulernen, mit denen man dann zusammenarbeiten kann. Wichtig ist auch, schon früh ins Gespräch mit Mitarbeitern und Professoren zu kommen. Kaum jemand kommt zu mir und meinen Kollegen in die Sprechstunde. Das ist langweilig. Man muß sich mehr trauen, Mut zum Fragen haben. Die Professoren haben oft wenig Kontakt zu Studierenden, bekommen kein feedback auf ihre Vorlesungen. Man soll auch etwas tun, um als »eine gute Studentin« aufzufallen. Man kann sich z.B. vor einer Vorlesung eine Frage überlegen, und sie nach der Vorlesung stellen. Dadurch werden Professoren auf gute Studentinnen aufmerksam.


ifz: Viele Studentinnen fürchten sich vor Prüfungen. Was würden Sie raten?


BP: Bei uns an der Uni gibt es bei der Fachschaft Listen mit typischen Prüfungsfragen. Man muß auf diese Fragen Antworten vorbereiten. Prüfer sind daran interessiert, eine gute Note zu vergeben und nicht daran, Studenten reinzulegen. Deshalb stellt man am Anfang keine speziellen Fragen. Es macht einen guten Eindruck, wenn die erste Frage sicher beantwortet wird.


ifz: Wie finde ich ein Thema für die Diplomarbeit?


BP: Um eigene Interessen zu bestimmen, würde ich raten, mehr in die Seminare als in die Vorlesungen zu gehen, auch wenn es nach der Studienordnung nicht notwendig ist. Seminare sind interaktiv, man kann mehr Fragen stellen, diskutieren, Vorträge halten, Mitarbeiter und Professoren kennenlernen.Um ein Thema zu finden, kann man auch zu verschiedenen Professoren gehen und fragen, welche Themen sie haben. Professoren brauchen gute Diplomandinnen, deshalb kann man sich solche Gespräche ruhig trauen.


ifz: Fördern und unterstützen Sie Frauen an der Uni?


BP: Es gibt zu wenig Frauen im Studiengang, deshalb habe ich nicht viele spezifische Erfahrungen damit. Ich hatte bisher nur 2 Diplomandinnen, eine von ihnen habe ich angestellt.


ifz: Was ist wichtig, wenn man in die Forschung gehen will?


BP: Man muß viel publizieren und zwar mehr auf englisch und in renommierten Zeitschriften. Man muß sich umsehen, welche Tagungen als »gut« und welche als »schlecht« gelten. Man muß viel international arbeiten, das gibt mehr Möglichkeiten, »schlaue« Leute kennenzulernen, mit denen man Ideen und Probleme diskutieren kann.


ifz: Was ist wichtig und interessant am Leben einer Professorin?


BP: Man darf nicht stehen bleiben. In der Forschung wird man immer gedrängt zu publizieren, weiter zu arbeiten, sich zu entwickeln. Man darf sich nicht zur Ruhe setzen und jedes Jahr schlicht und einfach dieselben Vorlesungen halten. Interessant ist die Möglichkeit, Themen selber zu wählen. Man hat motivierte Mitarbeiter, die promovieren oder ihre Diplomarbeit schreiben. Ich hatte das Glück, immer in netten Gruppen zu arbeiten. Man kann weiter vorausschauen und muß nicht in z.B. zwei Jahren ein »Produkt« abliefern.


ifz: Vielen Dank.


Prof. Birgit Pfitzmann ist unter pfitzmann@cs.uni-sb.de
zu erreichen.
Ihre Homepage ist http://www-krypt.cs.uni-sb.de.


Autorinnen: Zina Benenson benenson@castor.uni-trier.de

Herle Forbrichherle@gmx.de

von Zina