Digitaler Blick

Buchrezension

Grundkurs Digital Fotografieren

Cover Ganz ehrlich, ich hatte mir ein bisschen mehr von dem Einführungsband erwartet. Die vielen Themen machen das Buch zwar zum Nachschlagewerk. Möchte frau aber etwas tiefer gehen, z. B. bei Kompositions- und Gestaltungsfragen, ist schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.

Nach einigen technischen Details und Hilfen für die Kaufentscheidung erfährt die Leserin Grundlegendes zur Bildkomposisiton und zu verschiedenen Darstellungskategorien. Sehr interessant, leider viiiiieeel zu kurz! Der Übergang zu den gängigen Bildbearbeitungshilfen war denn auch etwas abrupt. Trotzdem ist dieser Teil des Grundkurses lehrreich. Denn auch Fortgeschrittene dürften hier noch das ein oder andere neue Detail entdecken.

Zum Schluss kehrt der Autor wieder zur Technik zurück; diesmal nicht die der Kamera und Speichermedien. Hier geht’s um den Output. Also der Weg aus der Kamera heraus in den Rechner; vom Rechner zum Betrachter. Per Drucker, elektronischer Präsentation oder gleich als Poster, Kalender etc.

Im Anhang listen Tabellen wichtige Daten auf, darunter Bildformate, Farbdaten, Bild- und Dateigrößen, Rasterweiten, Speicherkarten … Ein Glossar fasst die wichtigsten Begriffe und Abkürzungen zusammen. Auch das Literatur- und Quellenverzeichnis ist ergiebig; darunter viele Internetquellen und URLs zu kostenlosen Tools.

Fazit: Weniger Breite, dafür mehr Tiefe ist wünschenswert; für den Preis aber ein guter Einstieg.

Themen

  • Kameras und ihr Zubehör
  • Kamera-Anschaffung
  • Kompositionsschemata und Gestaltung
  • Motive in Szene setzen
  • Bearbeitung der Aufnahmen
  • Was machen mit den fertigen Bildern?

Jürgen Gulbins: „Grundkurs Digital Fotografieren. Kameratechnik, Bildkomposition, Bildbearbeitung, Bildverwaltung“. dpunkt 2004. 29,- EUR (D) / 29,90 EUR (A). ISBN 3-89864-252-6.

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Maria

von Maria

Aufzug fahren für Fortgeschrittene

Aufzug fahren für Fortgeschrittene

Der Elevator-Pitch

Damals, im Amerika der Achtziger, hatten die Vertriebler ein Problem. Sie kamen an die wichtigen Leute nicht ran. Hm. Was jetzt? Wie die neuen Ideen kund tun? Da bot sich die Gelegenheit: Lift fahren mit dem Boss. So entwickelte sich eine Art Power-Präsentation, Überzeugungsarbeit in 30 Sekunden.

Foto Nun will ich nicht behaupten, dass hiesige Aufzüge genauso schnell fahren. Aber die Idee ist ja gar nicht mal schlecht. Frau denke nur an Jobbörsen oder Karrieremessen. Ganz zu schweigen von diesen unglaublichen Zufällen, dass man auf dem Campusfest arbeitgebenden Alumnis über den Weg läuft. Prinzipiell lässt sich diese Technik natürlich auch für andere Zwecke nutzen. Die konkrete Anwendung bleibt da ganz der geneigten Zeitungsleserin überlassen…

Wie funktioniert’s?

Zielperson möglichst genau spezifizieren

Will ich einen Arbeitgeber überzeugen, dass ich die Richtige für den Job bin? Möchte ich meiner/m Professor/in meine Idee für eine Abschlussarbeit schmackhaft machen? Möchte ich dem Journalisten mein Forschungsprojekt als interessante Story verkaufen? Also bitte erst mal recherchieren, wie der Alltag der Zielperson aussieht, welche "Sprache" sie spricht, welche Schlüsselwörter es gibt.

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Thema festlegen und komprimieren

So, erstmal aufschreiben, aufmalen oder sonstwie vergegenwärtigen, was ich überhaupt rüberbringen will. Dazu gehört auch gründliche Recherche, besonders für die Argumentation, die später in der Überzeugungsphase entscheidend ist. Das Ganze kann ja auch erst mal ins Unreine aufgezeichnet werden. Danach geht es dann ans Kürzen. Dabei hilft es ungemein, wenn noch jemand redigiert, zuhört oder das Versuchskaninchen spielt. Klar: Hier kommt mir die Vorarbeit zugute, die Zielperson zu durchleuchten.

Begeistern

Ganz wichtig ist, dass ich meine eigene Begeisterung ausdrücke. Dann lässt sich (meist) auch das Gegenüber mitreißen. Ist vielleicht manchmal schwierig, weil auch mal Dinge auf dem Plan stehen, die mich nun nicht absolut aus den Latschen hauen. Da hilft dann ein bisschen schauspielerisches Talent. Das hat jede! Frau denke nur an ihre letzte Klausurbesprechung zurück: "Klar weiß ich, dass da noch ein Zwischenschritt ist. Den habe ich aus Trivialitäts- und Platzgründen weggelassen."
Außerdem unschlagbar: Treffende Metaphern und Vergleiche. Möglichst drastisch, das prägt sich besser ein.

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Überzeugen

Wie kann ich mein Gegenüber überzeugen? Indem ich unsere Ziele auf einen Nenner bringe. Also überlege ich mir, welchen Nutzen ich meiner Zielperson bieten kann. Zum Beispiel, wie sich der Unternehmenserfolg durch meine Idee vergrößern lässt. Zu abstrakt? Ein Beispiel: Für mein Leben gern makle ich an schlechter Software rum. Dafür möchte ich gern bezahlt werden. Also erzähle ich einem potentiellen Arbeitgeber, dass Studien belegen, xyz Prozent der Kunden (=Benutzer!) nur dann wieder kommen, wenn sie die Software benutzen können statt über sie nachdenken zu müssen.

Abschluss

Besonders rund erscheint der Pitch, wenn ich am Ende wieder etwas vom Anfang aufgreife. Dazu formuliere ich noch deutlich, was ich von meinem Gegenüber erwarte. Last, but not least: Der elegante Abgang. Sowas wie einen schönen Tag wünschen passt immer. Besser noch ist es, etwas aus dem Gespräch aufzugreifen. Das kann z. B. sein, dass Sie dem Boss eine erfolgreiche Dienstreise wünschen. Oder dem Professor interessierte und interessante Studenten im beginnenden Semester.

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Testläufe für den vollen Erfolg

Wie bei jedem Projekt gilt es auch beim Elevator-Pitch, vor dem offiziellen Freischalten gründliche Testläufe zu absolvieren. Da müssen dann eben die Leute in meinem Umfeld herhalten, bis alles sitzt. Vielleicht ist das ja auch mal als Party-Spiel zu gebrauchen? So als Einstieg, und um Hemmungen abzubauen. Immer dran denken: Der mögliche Nutzen ist oft größer als erwartet. Also, Mädels, nur keine falsche Bescheidenheit. Eine [zugegeben, amerikanische, Anm. der Redaktion] Studie besagt, dass Karriere nur zu 10% auf Leistung beruht. Der Rest sind Selbstpräsentation und (persönliche) Netzwerke. Und die wiederum lassen sich leicht knüpfen, wenn frau die eigene positive Ausstrahlung ausreizt.

Du kannst das!

Links
Weblogging "Elevator Pitch" Competition
Die Idee für diesen Artikel lieferte eine Meldung auf www.CampusChances.de

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 Maria

von Maria

Getaggte Daten

Buchrezension

XML-Datenbanken

Cover Seemann gibt in seinem Buch einen Überblick über das Thema XML-Datenbanken. Dazu gehören auch Ablagemöglichkeiten von XML-Dokumenten in relationalen und objektorientierten Datenbanken. Je nach Einsatzwunsch reicht ja schon eine simple „Übersetzung“ von XML-Elementen und -Attributen in die herkömmlichen Datenbankmodelle.

Reicht eine einfache Abbildung der Daten nicht mehr aus, so kommen neue Datenbankmodelle ins Spiel. Wie die Speicherung selbst gehört noch mehr zu einer Datenbank: Entwurf, Suche und Anfragen, Zugriffsrechte etc. Alle diese Themen werden aufgegriffen. Ein Schwerpunkt des Titels liegt auf aktuell verfügbaren XML-Datenbanken, die gegenübergestellt werden. Der Autor nennt die Vor- und Nachteile verschiedener Lösungen.

Wer jetzt direkt loslegen will, ist mit der beiliegenden CD gut bedient. Dort gibt es alle Beispielprogramme, Quellcode, Editoren und Tools.

Fazit: Eines der ersten deutschsprachigen Bücher zum Thema. Umfangreich, aber nicht erschöpfend.

Themen

  • XML in Datenbanken
  • Indizierung, Suche, Kompression, Zugriffssteuerung
  • Definition: XML Schema, RelaxNG, Schematron
  • Manipulation: XUpdate, SiXDML
  • Anfragen: XPath, XQuery
  • APIs: XML:DB
  • eXcelon, infonyte, Tamino, Xindice
  • Weitere native XML-Datenbanken

Michael Seemann: „Native XML Datenbanken im Praxiseinsatz“. Software & Support Verlag 2003. 34,90 EUR (D) / 35,90 EUR (A). ISBN 3-935042-35-3.

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Maria

von Maria

Ein Interview: Mentoring Wissenschaftsjournalismus

Der Weg bis in die entlegendsten Ecken der Wissenschaft

Die Bertelsmann Stiftung, die BASF AG und die VolkswagenStiftung erleichtern mit einem Mentoringprogramm jungen Wissenschaftler/innen den Einstieg in den Journalismus. Das Programm für wissenschaftliche Schreiberlinge bietet fachkundige Unterstützung. Mitte Juli startet der Erstling, bei Erfolg und Interesse sollten weitere folgen… Holger Hettwer, der Projektmanager, stellte sich meinen Fragen.

Maria Haben Sie auch Frauen als Mentorinnen gesucht und gefunden?

Holger Hettwer Im Rahmen des Projektmoduls "Mentoringprogramm für Natur- und
Technikwissenschaftler" haben wir Frauen als Mentoren an Bord. Als
Mentoren agieren zum einen die Ansprechpartner / Ressortchefs in den
Redaktionen; zum anderen ein Pool aus Wissenschaftlern, die die Mentees
als inhaltiche Ansprechpartner unterstützen und die je nach Fachgebiet zur
Verfügung stehen. Bei den journalistischen Mentoren sind Lilo Berg als
Ressortleiterin Wissenschaft der Berliner Zeitung, und Simone Humml,
Ressortleiterin dpa, dabei. In der Wissenschaft waren allerdings in den für
uns interessanten Forschungsfeldern Natur- und Technikwissenschaften – unser
inhaltlicher Fokus liegt bei den Life Sciences – relativ wenige weibliche
ausgewiesene Experten mit Professorenstatus (bzw. Institutsleiter) zu
finden. Zudem haben drei Expertinnen aus der Wissenschaft unsere Anfrage
negativ beantwortet.

Maria Wieviele Frauen nehmen als Mentees am Projekt teil? Wie haben Sie aus den Bewerberinnen ausgewählt?

Holger Hettwer Als Mentees nehmen sieben Frauen (von insgesamt zwölf Mentees) teil.
Logo Auf unsere Ausschreibung hin haben uns über 120 Bewerbungen erreicht. Davon haben wir
die uns am geeignetsten erscheinenden 22 Kandidaten (darunter 14 Frauen)
Anfang März zu einem Vorstellungsgespräch nach Berlin eingeladen. Die
fünfköpfige (Männerköpfe) Jury aus Redaktions- und Ressortleitern (GEO, ZEIT,
DLF, SWR, WELT) hat sich dann für insgesamt zwölf Teilnehmer entschieden. Die
Ausschreibung richtete sich in erster Linie an Absolventen der Natur- und Technikwissenschaften mit ausgeprägtem Interesse am
Wissenschaftsjournalismus; gefördert werden vor allem Absolventen der
Disziplinen Physik und Astrophysik, Ingenieurswissenschaften, Informatik [sic! Anm. der Redaktion] ,
Medizin, Chemie und Geowissenschaften, da hier der größte Bedarf bei den
Redaktionen besteht.

Auswahlkriterien waren neben dem journalistischen
Potenzial und der wissenschaftlichen Sozialisation vor allem auch die
Fähigkeit, angrenzende Themenfelder bearbeiten zu können.

M Wie läuft das Mentoringprogramm ab?

HH Das Mentoringprogramm startet im Juli mit einem zweiwöchigen Intensivtraining in
Leipzig, bei dem das journalistische Handwerkszeug im Mittelpunkt steht und
mit dem die Mentees auf die anschließenden beiden Praktika (je drei Monate)
in den teilnehmenden Redaktionen vorbereitet werden sollen.
Abschließend folgt eine freie Recherchephase über drei Monate, in der die Mentees
möglichst eigenständig arbeiten und dabei von den journalistischen und
wissenschaftlichen Mentoren unterstützt werden sollen. Nach der diesjährigen
Premiere wollen wir das Mentoring umfassend evaluieren und – ein positives
Feedback aller Beteiligten vorausgesetzt – zu einem späteren Zeitpunkt
wiederholen.

Bei unseren Seminaren in Bremen und Luwigshafen waren übrigens drei bzw. acht von
jeweils zwölf festen und freien Wissenschaftsjournalisten aus Regional- und
Publikumsmedien weiblich; in Köln (Juli) und Leipzig (Oktober) werden acht bzw.
sechs Teilnehmerinnen dabei sein. Dieses Geschlechterverhältnis kommt allerdings eher zufällig
zustande; pro Seminar erreichen uns ca. 50 Bewerbungen aus der jeweiligen
Region, und bei der Auswahl ist uns eher die Heterogenität der Gruppe –
Feste/Freie, Medienformat (Print, Radio, TV, Online) – am Herzen.

M Ist es auch für Außenstehende möglich, an Unterlagen zu kommen?

HH Das "Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismus" besteht aus mehreren Modulen: Es gibt demnach Unterlagen zu den Weiterbildungsseminaren für feste und freie Wissenschaftsjournalisten, Unterlagen zu unserem Mentoringprogramm für Natur- und Technikwissenschaftler und Unterlagen zum
neuen Dialogforum WISSENSWERTE in Bremen (November 2004).

Die Teilnehmer unserer Weiterbildungsseminare erhalten von uns im Vorfeld
einen A4-Ordner mit Programm, Organisatorischem und speziell ausgewählten Texten. Diese enthalten Themen wie Wissenschaftspolitik (Strukturen der Forschungsfinanzierung),
Probleme und Debatten des Wissenschaftsjournalismus, Online-Recherche etc.
Hinzu kommen die Handouts der Referenten während des Seminars.

Auch für das 14-tägige journalistische Intensivtraining in Leipzig, mit dem Ende Juli
2004 das Mentoringprogramm beginnt, ist ein solches "Literatur-Package" für
die Teilnehmer in Vorbereitung.

Bislang haben uns de facto noch keine Anfragen zu den Unterlagen über den
Teilnehmerkreis hinaus erreicht; prinizpiell sind wir hier aber offen – auch
wenn es sich, wie gesagt, insgesamt um einen fetten Leitz-Ordner handelt…
Weiterhin arbeiten wir an einem Webportal für Wissenschaftsjournalisten, das
u. a. die Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten abbilden, die
News-Angebote bündeln und thematische Recherche-Tools anbieten soll – auch
hier ließen sich Unterlagen bestens zum Download anbieten.

Infomaterial:
www.bertelsmann-stiftung.de/wissenschaftsjournalismus

Infoblatt_Mentoring.pdf

Flyer_Publikationen.pdf
Flyer_Wissenswerte.pdf
Infoblatt_Weiterbildungsseminare.pdf

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 Maria

von Maria

Das 7. Jahr – noch gibt es Plätze!!

Das 7. Jahr – noch gibt es Plätze!!

 +++ Programmierkurse voll +++ Theoriekurse spannend +++ E-Learning noch frei +++
 

Hallo, Spät- und Unentschlossene,

für das Sommerstudium vom 6.-17.9.2004 in Bremen sind noch Plätze zu haben. Die Programmierkurse sind schon proppenvoll. Dafür gibt es noch jede Menge weitere spannende Angebote, auf die wir Euer Augenmerk lenken wollen. Als da wären im TIF-Bereich:

Tools, die Studium und Praxis erleichtern (da könnt Ihr mich noch besser kennen lernen ;-); Linux-Anwendungen (für Pinguin-Fans); Zellularautomaten (machen Laune); Graphen und Sortierungen; und Datensammlungen unter Gender-Aspekt.

Webbies aufgepasst, auch für’s Netz gibt es noch Interessantes: Hier könnt Ihr E-Learning lernen, mit digitaler Kreide schreiben und in die Rechtsinformatik reinschnuppern (macht sich gut bei Bewerbungen, wenn frau da ein paar Kenntnisse mitbringt…)

Das nächste Thema ist Software-Entwicklung. Die Geheimtipps hier sind "Software Engineering", "Software-Entwicklung" und "Funktionale Programmierung".

Zu Studium und Karriere könnt Ihr noch die folgenden Softskills erwerben bzw. wertvolle Unterstützung einholen:

  • Moderieren und Visualisieren
  • Technisches Schreiben (da hätte ich dann gern die Kursunterlagen, Mitschriften, Erfahrungsberichte…!)
  • Abschlussarbeit finden und in der Diplomandinnenrunde diskutieren

Natürlich gibt es insgesamt mehr. Seht Euch also ruhig noch mal im Programm um.

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 Maria

von Maria

Use Shneiderman

Buchrezensionen

Information Visualization
Designing the user interface

Information Visualization

Cover Die Zusammenfassung englischsprachiger Lesungen bietet einen breiten Überblick über alles, was Daten in Bilder verwandelt. Dabei geht es um grundsätzliche Darstellungsmöglichkeiten, aber auch um spezielle Fachgebiete, z. B. Darstellungen des menschlichen Körpers.

Fazit: Interessant – aber vielleicht lieber ausleihen.

Themen

  • Space: Physikalische Daten, eine und mehr Dimensionen, Bäume, Netze
  • Interaction: Dynamische Anfragen, Interaktionsanalyse, Überblick vs. Detail
  • Focus + Context: Fischauge, Bifokale Linse, visuelle Transformationen, Alternate Geometrie
  • Data Mapping: Text in 1-2-3-D und Zeit zur Visualisierung von Dokumenten
  • Infosphere, Workspace, Tools, Objects: Internet, Informationen, visuelle Objekte
  • Using Vision to Think
  • Applications and Implications
  • Conclusion

Stuart K. Card, Jock D. MacKinlay und Ben Shneiderman: „Readings in Information Visualization. Using Vision to Think“. Morgan Kaufman Publishers 1999. 78,95 $ / 73,90 EUR. ISBN 1-55860-533-9.

Cover Es gibt noch mehr zum Thema,
z.B. aus einer älteren Ausgabe: „Sehen und zeigen“ (Mai 2003) oder
„Websites visualisieren“ von P. Kahn, K. Lenk (16,90 EUR)

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Designing the user interface

Cover Den englischsprachigen Klassiker gibt es jetzt in der brandneuen 4. Auflage, eigentlich ist er schon aus dem nächsten Jahr…

Fazit: Wer sich irgendwie mit User Interface Design beschäftigt, sollte das Buch kennen. Außerdem ist es gut!

Themen

  • Development: Design Prozesse, Evaluation von Interface-Designs, SW-Tools
  • Interaction Styles: Direkt und virtuell, Handling, Sprachen, Eingabegeräte, Kollaboration
  • Design: Qualität, Funktion vs. Fashion, Schreiben für den User, Informationen suchen und visualisieren
  • Einfluss von User-Interfaces auf Gemeinschaft und Individuum

Ben Shneiderman und Catherine Plaisant: „Designing the user interface. Strategies for effective human-computer interaction“. Addison Wesley 2005 (steht da wirklich). 62,95 $ / 68,50 EUR. ISBN 0-321-26978-0.

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Maria

von Maria

Mathematik – Königin der Wissenschaften

Mathematik – Königin der Wissenschaften

Buchrezension

Mathe macchiato

Cover Das Buch ist wirklich gut gemacht. Selbst wer mit den komischen Figuren wenig anfangen kann, ist gut bedient. Die Beispiele sind anschaulich und die Metaphern treffend. Für alle, die irgendwelchen Leute irgendwelche Mathematik nahe bringen wollen, ist das Buch als Hintergrundliteratur empfehlenswert. Es sei denn, Ihr habt es mit absoluten Cracks zu tun, die unterhalb von Funktionalanalysis und Lebesgue-Integralen nur Langeweile verspüren. Das heißt aber nicht, dass das Buch nicht anspruchsvoll ist! Meine Lieblingsmerksätze (eigentlich keine Sätze, sondern Phantasietiere) sind das Klapustri und das Klapopustri. Damit kann frau auch mal in der Schulmathematik Sympathie erwecken. Schönes Detail: Die Beispiele kommen mit Lösungen daher.

Fazit: Alle, die mit Mathematik zu tun haben, sollten das Buch lesen!

Inhalte

  • Zahlen
  • Variablen, Operatoren, Ausdrücke
  • Geometrie
  • Funktionen, Koordinaten, Graphen
  • Gleichungen
  • Diskrete und stetige Wachstumsvorgänge
  • Winkelfunktionen
  • Reihen
  • Differenzialrechnung

Tiki Küstenmacher, Heinz Partoll und Irmgard Wagner: „Mathe macchiato. Cartoon-Mathematik-Kurs für Schüler und Studenten“.
Pearson Education 2003. 14,95 EUR. ISBN 3-8273-7061-2.

von Maria

Lernen und nicht damit aufhören

Lernen und nicht damit aufhören

Buchrezensionen

Lernplattformen
Blended Learning
E-Learning und E-Kooperation
Lernplattformen

Lernplattformen für das virtuelle Lernen

Cover Abgesehen davon, dass der BSCW (Basic Support for Cooperative Work) als Lernplattform eingeordnet wird, hat das Buch auch sonst den Charme eines Telefonverzeichnisses: Es ist staubtrocken.

Immerhin nennt Schulmeister auch die Open Knowledge Initiative (OKI) von MIT, ADL (Advanced Distributed Learning Network) und IMS Global Learning Consortium sowie weiteren. Deren Ziel ist, eine Architektur und technische Spezifikationen für Open-Soruce-Software gemäß SCORM (Sharable Courseware Object Reference Model) und JA-SIG(Java in Administration – Special Interest Group) zu entwickeln. Schließlich gibt es noch einen Usability-Fragebogen, der ganz okay aussieht. Manche Fragen darin überzeugen zwar auch nicht, aber insgesamt gibt er Anregungen, wenn frau sowas mal einsetzen will.

Themen

  • Was sind Learning-Management-Systeme?
  • Rahmenbedingungen und Software-Evaluationsmethoden
  • Praxistest
  • Studienergebnis
  • Didaktische Qualität mit Lernplattformen
  • Szenarien netzbasierten Lernens
  • Didaktisches Design
  • Taxonomie der Interaktivität
  • Virtualisierung der Ausbildung

Fazit: Ein bisschen teuer für das, was drin steckt.

Rolf Schulmeister: „Lernplattformen für das virtuelle Lernen“.
Oldenbourg 2003. 49,80 EUR. ISBN 3-486-27250-0.

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Blended Learning

Cover Ebenso wie das folgende ist dieses Buch ein Werk aus der Wirtschaft. Dementsprechend ist die Sicht von Sauter, Sauter und Bender wirtschaftlich geprägt. Der Einstieg fällt leider sehr „Statistik“-lastig aus. Viele Kuchen- und Säulendiagramme sollen motivieren, den Bereich E-Learning eingehender zu betrachten. Ich hab an der Stelle mal weitergeblättert…

Doch, es gibt ein interessantes Ergebnis bei diesen anfänglichen Zahlen. „Unternehmen, die in Lernen investieren, liegen in ihren Leistungen deutlich über dem Marktdurchshcnitt“. Aha! Da gibt es also doch einen Grund, Geld für Zeit auszugeben, die dem Lernen und damit dem Vorwärtskommen der Einzelnen gewidmet wird. Was ist denn jetzt eigentlich Blended Learning? Der Blender ist englisch und heißt auf deutsch Mixer. Blended Learning ist also der Mix aus klassischen Präsenzveranstaltungen und computergestützten Elementen. Die Autor/innen beschreiben die Entwicklung des modernen Lernens in vier Stufen ein, Computer Based Training, Web Based Training, Blended Learning (früher) und (heute und morgen) Blended Knowledge Process.

Themen

  • Konsequenzen der Trends für Qualifizierungssysteme
  • Betriebliches Lernen im Wandel
  • Blended Learning Konzeption
  • Methodik und Gestaltungsprinzipien
  • Integratives Wissensmanagement
  • E-Learning-Inhalte
  • Der Weg zu Blended Learning
  • Praxisbeispiele

Annette M. Sauter, Werner Sauter und Harald Bender: „Blended Learning“.
Luchterhand 2004. 42,- EUR. ISBN 3-472-05592-8.

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E-Learning und E-Kooperation in der Praxis

Cover Die Autor/innengruppe arbeitet so, wie ihr Thema lautet, nämlich e-kooperativ. Das allein macht das Buch schon zu etwas Besonderem. Die Sichtweise ist eine praktische, d.h. es werden betriebliche, praktische Erfahrungen behandelt. Duch den fachlichen Hintergrund bekommen die Texte eine deutliche Färbung. Schlagworte aus der großen Organisation wie Skills, Maintrust, Bildungsverantwortliche etc. sollen aber nicht über den Pioniercharakter des Buchprojekts hinwegtäuschen. Positiv fällt etwa auf, dass eine Entschleunigung auch im E-Learning Ziel sein muss. Denn Einstellen von Inhalten und Lesen durch die Zielgruppe bedingt noch lange kein Verstehen! In diesem Sinne zählt vor allem ein ganzheitlicher Ansatz in der Bildung. Aber wem sag ich das. Viele von Euch haben sicher schon Erfahrung mit „E-Learning“. Der erste Teil des Buches stellt Intranet-Plattformen als Basis für E-Kooperation und E-Kommunikation dar. Der zweite Teil beschreibt kooperative Lernprozesse bzw. E-Learning-Projekt aus der Praxis. Die Bandbreite reicht von Banksystemen bis zu medizinischer Diagnostik. So kann frau sich aus jedem etwas Interessantes herauspicken.

Im dritten und letzten Teil gehen die Autor/innen den Erfolgsfaktoren von E-Learning-Projekten auf den Grund. Dort findet sich auch die Bilanz zum Projekt E-Writing. Oberflächlich betrachtet ist die anspruchsvolle Anfangserwartung nicht erfüllt worden, aber was hat frau bis dahin nicht alles gelernt! Wichtigste Erkenntnis: Ohne persönliche Kontakte funktioniert E-Irgendwas nicht. Oder positiv ausgedrückt, E-Irgendwas ist erfolgreich, wenn persönliche Treffen ergänzend durchgeführt werden.

Sehr informativ sind die Kommentare, die teilweise unter den Texten einen eigenen Diskussionsstrang bilden. So fühlt frau sich wie mitten im Gespräch, was das Buch sehr lebendig erscheinen lässt. Kompliment!

Autorengruppe E-Writing.de: „E-Learning und E-Kooperation in der Praxis“.
Luchterhand 2002. 49,- EUR. ISBN 3-472-04528-0.

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Lernen und Gedächtnis

Cover Für diejenigen unter Euch, die Lernen auch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sehen, ist dieses Buch gedacht. Es behandelt das Lernen und das Gedächtnis aus psychologischer Sicht. Nicht nur Pawlow lässt schön grüßen. Also, Nachschlagen und Sichergehen ist mit diesem dicken Wälzer möglich. Außerdem lässt sich die ein oder andere Theorie sicher auch für das Software-Design einsetzen: Wer weiß, wie Benutzer/innen reagieren, wenn sie eine neue Applikation vor sich haben, kann manche Missverständnisse leicht vermeiden. Also wieder ein kleiner Beitrag zu einer Welt mit mehr Usability. Sowas.

Fazit: Keine leichte Bettlektüre, aber ein Nachschlageband für die, die über den Tellerrand gucken und dabei nicht nur Nullen und Einsen im Hinterkopf haben.

Themen

  • Psychologie des Lernen und Verhaltens
  • Einfache Ideen, Assoziationen und Zellen
  • Angeborene Verhaltensmuster und Habituation
  • Klassische Konditionierung
  • Operante Konditionierung
  • Verstärkungspläne
  • Vermeidung und Bestrafung
  • Stimuluskontrolle und Konzeptbildung
  • Komparative Kognition
  • Beobachtungslernen
  • Motorische Fertigkeiten lernen
  • Wahl

James E. Mazur: „Lernen und Gedächtnis“.
Pearson Education 2003. 39,95 EUR. ISBN 3-8273-7086-8.

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Maria

von Maria

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz

Buchrezension

Künstliche Intelligenz im Klartext

Cover Zunächst klärt Alison Cawsey die Grundlagen. Dazu gehört eine Definition von Künstlicher Intelligenz, die typischen KI-Probleme und -Techniken, aber auch Philosophie. Danach folgt der Einblick in Wissensrepräsentation und Inferenz, also semantische Netze und Frames, Prädikatenlogik, Regelsysteme und Vergleiche verschiedender Wissenrepräsentationssprachen. Im weiteren geht die Autorin auf Expertensysteme, die Suche bei der Problemlösung und die Verarbeitung natürlicher Sprache ein. Ein Glossar hilft der Leserin dabei, den Überblick zu behalten.

Fazit: Ein guter Einstieg in das Thema Künstliche Intelligenz, mit anschaulichen Beispielen und nicht zuviel Stoff für den Anfang.

Weitere Inhalte

  • Bildverarbeitung
  • Maschinelles Lernen
  • Neuronale Netze
  • Agenten und Roboter

Alison Cawsey: „Künstliche Intelligenz“.
Pearson Education 2003. 17,95 EUR. ISBN 3-8273-7068-X.

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Maria

von Maria

Förderprogramm Young Ladies Network of Technology

Förderprogramm "Young Ladies‘ Network of Technology"

Darf ich vorstellen? Yolante Siemens

Ja, es ist proprietär. Ja, es ist im ureigensten Interesse einer einzelnen Firma. (Nämlich: Guten Nachwuchs zu finden.) Aber: YOLANTE ist für technik-begeisterte Mädels wirklich einen Blick wert. Und den gibt es hier und jetzt.

Das Programm startet schon im ersten Studiensemester. Hier mal die Highlights aus dem Werbeflyer:

  • Betreuung durch Mentorin oder Mentor
  • Praktika und Werkstudentenjobs, Praxiseinblicke
  • Der Rahmen, um ein Netzwerk aufzubauen
  • Informationsmaterial
  • Klar: Späterer Job bei Siemens nicht ausgeschlossen

Je früher Studentinnen in Kontakt mit Praktiker/innen kommen, umso leichter wird es für sie, die eigenen Interessen auszuloten und Schwerpunkte zu setzen. Dazu verhilft das Förderprogramm. Vorausgesetzt werden natürlich Interesse an Technik, Abi oder FH-Reife, naturwissenschaftliche Kurse in der Oberstufe und ein technischer Studienwunsch. Dann gilt es nur noch, die Bewerbungsunterlagen abzuschicken. Etwa 100 Studienanfängerinnen werden jedes Jahr gefördert.

Mit der MUFFIN-Erfahrung im Hintergrund kann ich solche Netzwerk-Förderprogramme wirklich nur empfehlen. Vor allem, da sich – soweit jedenfalls meine Recherchen – keine verpflichtet, später bei Siemens einsteigen zu müssen.

Mehr Infos:
www.siemens.de/yolante/

Zeitungsartikel "MUFFIN 21 – the next generation" – Sep 2001
Zeitungsartikel zum Mentoring für Frauen – Mai 2002

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 Maria

von Maria

Bremer stapeln

Wer stapelt mit?

Foto Heimweh nach Bremen? Diese Website hilft. Und vertreibt die Zeit bis zum nächsten Sommerstudium.

Wieso stapeln?
Stapeln ist in Bremen ein Recht, verbrieft seit 1541. Klingt gut, hatte aber einen Haken: Händler, die durch Bremen kamen, mussten ihre Waren eine Zeit lang stapeln, d.h. zum Verkauf anbieten. Ganz schön clever. Damit hatten die Bremer ein Vorkaufsrecht und wurden schwer reich. Oder so. Heute sehen die Stapel anders aus, aber seht selbst (Foto unten).

Wettbewerb

ePostkarten Und jetzt wird’s spannend: Wir von der Zeitung rufen Euch auf, auch solche Stapelbilder zu machen. Ob gemalt und gescannt, per Grafikprogramm komponiert oder einfach als Foto. Reicht ein, was die Ideen hergeben. Natürlich hindert Euch niemand daran, den Computer bzw. die Informatik irgendwie einzubeziehen … wir sind schon sehr gespannt!

Mehr und her – mit Euren Werken:
zeitung(at)horus(dot)de

Beispiel

Quelle:
www.bremen2010.de

 Maria für die Redaktion

von Maria und die Redaktion

Der Tag wird zur Nacht

Ein Audio-Computerspiel für Hörende

PlakatWorum geht’s?

Im Jahr 2003 entwickelte ein Projektteam an der Hochschule der Medien in Stuttgart ein Spiel für blinde und sehbehinderte Kinder (ab 10 J.). "Der Tag wird zur Nacht" ist für übliche Rechner geeignet. Es genügt die Standard-Audio-Ausgabe, weder Braille-Zeile noch Screenreader kommen zum Einsatz. Der Bildschirm bleibt während des gesamten Spiels dunkel. Denn die Kinder steuern das Spiel ausschließlich nach Gehör.

Der Plot

"Die Geschichte spielt im antiken Pompeji während des Ausbruchs des Vesuvs. Aufgabe des Spielers ist es, in einer bestimmten Zeit aus der Stadtvilla in einen Geheimgang zu finden und von dort zum Meer. Die gesamte Navigation des Spiels beruht auf akustischen Hinweisen: Stößt der Spieler beispielsweise gegen eine Wand, hört er einen dumpfen Schlag. Dann heißt es umdrehen und einen anderen Weg suchen."

Ziel des Projektes

Studierende entwickelten das Spiel im Rahmen des Master-Studiengangs Medienautor. Das Spiel sollte selbsterklärend, einfach und schnell zu benutzen sein: Die Kinder können ohne fremde Hilfe sofort mit dem Spielen beginnen. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Kommunikation zwischen behinderten und nicht-behinderten Kindern zu fördern. Dazu tragen die geringen technischen Anforderungen bei. Ein gemeinsamer Erfahrungshintergrund, der die Grundlage zum gegenseitigen Austausch sein kann, bringt beide Gruppen von Kindern zusammen. Sehende Kinder bekommen außerdem ein Gefühl für das Nicht-Sehen-Können.

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Entwicklung

Foto Nach der Spielidee wurde erst einmal ein Prototyp gebaut. In einem mobilen Testlabor mit blinden und sehbehinderten Schülern der Nikolauspflege in Stuttgart sowie mit sehenden Kindern der Warmbronner Grundschule wurde dieser getestet. Dabei zeigte sich, dass bzgl. des Spiel-Verständnisses kein Unterschied zwischen den nicht-sehenden und sehenden Kindern festzustellen war: Alle entwickelten die gleichen Strategien, um das Spielziel zu erreichen.

Technik

Klassische Elemente des Hörspiels wurden übernommen. Durch Musik und Geräusche werden Emotionen wie Spannung und Identifikation mit der Spielfigur erreicht. Der Klang-Eindruck sollte möglichst realistisch sein. Zu diesem Zweck wurden entweder echte Klänge aufgenommen oder aus Sound-Bibliotheken übernommen. Der spezifische Raumklang jedes Raumes ist eine Kombination aus verschiedenen Einzelgeräuschen. So wurde bei größeren Räumen entsprechend größerer Hall eingerechnet. Geräusche werden lauter oder leiser, wenn das Kind sich nähert oder entfernt. Besonders eindrucksvoll ist das beim Brunnen im Innenhof geglückt, der laut plätschert, wenn frau ihn erreicht.

Ein weiteres wichtiges Kriterium war die technische Einfachheit. Grundlegende Technik ist Flash. Der Flashplayer ist in die ausführende Datei integriert. Die Soundfiles im MP3-Format sowie die Daten, die die Struktur der Räume bezeichnen, liegen in einem Data-Verzeichnis. So ist es jederzeit möglich, zusätzliche Räume hinzuzufügen oder eigene Geschichten für das Spiel zu entwickeln.

Kinderspiel

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Online-Spiel und Download: www.DerTagwirdzurNacht.de

Infos: Christa Stoll, kontakt@DerTagwirdzurNacht.de
© Textgrundlage und Foto: Christa Stoll, Plakat: M. Wanner, 2003
Spiel: Tanja Dannecker, Matthias Pasedag, Christa Stoll, Heinrich Sturm, 2003

 Maria

von Maria

Mensch und Computer – zwei Freunde (?)

Buchrezension

Human-Computer Interaction

Cover Das englischsprachige Buch ist ein Klassiker. Neben dem breiten Themenspektrum zeigen „Design-Focus“-Kästen die praktische Anwendung von HCI-Konzepten. Kommentierte Literaturhinweise helfen beim tieferen Einstieg in die Materie. Zusammenfassungen erleichtern den Überblick, die Einordnung und das Verständnis. Es gibt Aufgaben, die von Dozentinnen eingesetzt oder von Leserinnen zum Überprüfen des Gelernten genutzt werden können. Den Abschluss bildet ein sehr ausführliches Stichwortverzeichnis. Viele Abbildungen zeigen u. a. Icons, Hardware für Evaluation und Usabilitytests (z. B. Eyetracker), eine Avatarkonferenz…

Etwa 800 Seiten prall gefüllt mit Erklärungen, Beispielen, Bildern, Übersichten und dem Schwerpunkt auf einem optimalen Zusammenspiel von Rechner und Mensch. Tenor: Es muss (gut!) funktionieren!

„As the distinctions between the physical and the digital, and between work and leisure start to break down, human-computer interaction is also changing radically. […] the book is firmly rooted in strong principles and models idependent of the passing technologies of the day: these foundations will be the means by which today’s students will understand tomorrow’s technology. The third edition of Human-Computer Interaction can be used for introductory and advanced courses on HCI, Interaction Design, Usability or Interactive Systems Design. It will also prove an invaluable reference for professionals wishing to design usable computing devices.“

Inhalte

  • Grundlagen: Mensch, Rechner und Interaktion
  • Designprozess: Designregeln, Implementationshilfen, Evaluationstechniken, einheitliches Design für vielfältigen Einsatz
  • Modelle und Theorien: Anforderungen, Kommunikation und Zusammenarbeit, Systemmodelle (Abschätzung der Usability-Eigenschaften bei der Modellierung)
  • „Outside the Box“: Groupware, Ubiquitous Computing und Augmented Realities, außerdem Hpertext, Multimedia und das Web

Website zum Buch: www.hcibook.com mit…
…Fallbeispielen (case studies)
…Volltextsuche durch die Buchtexte (auch per WAP)
…Hintergrundinfos, Links und außerdem Aufgaben-Lösungen
…PPT-Folien für alle Kapitel

Alan Dix, Janet Finlay, Gregory D. Abowd, Russell Beale: „Human-Computer Interaction“.
Prentice Hall 2004. 60,53 EUR. ISBN 0-13-046109-1

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Maria

von Maria

Digitale Medien in Bremen


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Neuer Master-Studiengang Digitale Medien im nächsten Wintersemester

Im Land Bremen bieten die Hochschulen gemeinsam den uebergreifenden
Studiengang Digitale Medien an. Ab dem Wintersemester 2004 gibt es das neue
Master-Studium in diesem Fachgebiet. Diverse Studienprojekte stehen zur Wahl. Bremerhaven bietet z.B. "E-Learning und Learning Management". Dort kümmern sich Prof. Dr. Ulrike Erb und Prof. Dr. Michael Ziegenbalg von der University of Applied Sciences Bremerhaven um die Studierenden.

Das Projekt "E-Learning und Learning Management"

Die Projektbeteiligte werden mit verschiedenen didaktischen, organisatorischen und technischen Aspekten konfrontiert. Sie werden Modellierungs- und Designtechniken anwenden. Video und Internet spielen auch eine Rolle, um eine Lernmanagementumgebung und multimediale E-Learning-Kurse aufzusetzen.

Einerseits untersuchen und evaluieren die Teilnehmer/innen verschiedene Komponenten von E-Learning-Plattformen und Authoringsystemen, Kursverwaltungssysteme, Lernumgebungen, kollaborative Tools (Email, Diskussion, Whiteboard, Videokonferenzen etc.)
Auf der anderen Seite werden die Studierenden webbasierte, mehrsprachige Kurssoftware inklusive Videoaufnahmen produzieren. Diese Software wird auf der Grundlage von Papierunterlagen entwickelt.

Das ganze Projekt ist kollaborativ angelegt. Das bedeutet, dass einige Aufgabe durch kleine Teams erledigt werden. So wird es ein Team für die Evaluationstools geben, ein anderes für die Analyse der Lernmanagement-Anforderungen der kooperierenden Firma. Ein Team wird die Videos für die Kurse aufnehmen. Um diese und weitere Teams zu koordienieren und ihre Kommunkation zu unterstützen, werden kollaborative Tools eingesetzt.

Viel Interesse

Bei solch spannenden Projekten ist es kein Wunder, wenn der Studiengang auf reges Interesse stößt. Also, wer jetzt Lust hat, kann sich über die Aufnahmekriterien, Organisatorisches und natürlich weitere Projekte informieren. Und wie immer – wer zuerst kommt, mahlt (oder lernt) zuerst.

Weitere Projekte und Informationen zum Studiengang sind auf der Website zu finden: www.digitale-medien-bremen.de/

 Maria

von Maria

Das Web – unendliche Weiten

Buchrezensionen

HTML, XHTML & CSS
designing with web standards
Webdesign und Web-Ergonomie

HTML, XHTML & CSS für Einsteiger

Cover Das Buch kommt in meinem Lieblingslayout daher: Mit Marginalien. Also schmaler Text, so dass am Rand noch Platz bleibt für Stichwörter. Die Einteilung in Grundlagenwissen über Vertiefungs- und Spezialwissen bis hin zu Expertenwissen erleichtert das Lesen. Wichtige Begriffe findet frau im Glossar.

Schön ist, dass auch HTML-Editoren vorgestellt werden. Balzert gibt Installationshinweise und beschreibt Grundfunktionen z. B. von Phase 5 (Freeware), aber auch vom Profitool Dreamweaver. Auch Linuxerinnen kommen hier auf ihre Kosten. Soviel Service gibt es aber nicht nur für die Editoren, sondern auch für Web- und Mailserver (Apache, IIS, ArGoSoft). Ob Javascript wirklich der Weg im Web ist, ist meiner sehr persönlichen, unbescheidenen Meinung nach fraglich. Aber bitte sehr, wer’s mag, findet auch das.

Themen:

  • HTML & CSS
  • HTML und die erste Webseite
  • Web- & Mailserver
  • XHTML: Tabellen, Frames und Formulare
  • Javascript
  • Entscheidungen bzgl. meiner Website

Helmut Balzert: „HTML, XHTML & CSS für Einsteiger. Statische Websites systematisch entwickeln“.
W3L GmbH 2003. 34,90 EUR. ISBN 3-937137-00-9.

Zum Thema gibt es vom selben Verlag auch Quick Reference Maps, und zwar: „CSS“, „HTML&XHTML“ und „JavaServerPages“. Und was ist das?
Das Patent dieses „Fuschzettels“ ist Stadtplänen und Straßenkarten abgeguckt. Es ist sehr praktisch, die wichtigsten Befehle und Strukturen dabei zu haben, ohne sich gleich mit einem dicken Nachschlage-Wälzer abzuschleppen. Das Ding besteht aus 8 Spalten, die sich mit den wichtigsten Themen befassen. Ein Bild davon ist am Ende des Artikels zu finden. Preis je 8,95 EUR.

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designing with web standards

Cover Auf dem Titel ein Mann, der wie ein Gangsta-Rapper aussieht. Was soll frau da vom Inhalt erwarten? Eben. Und so schreibt Zeldman auch: Sehr direkt. Er will Standards im Web stärken und vielfachen Entwurf für jeden noch so exotischen Browser in die Vergangenheit verbannen. Das englischsprachige Buch geht auf Design und Aufbau ebenso ein wie auf die modernen Browser, und zwar die Guten, die Schlechten und „the ugly“.

Die Dreieinigkeit: Struktur, Präsentation und Verhalten. Das sind nach Zeldman die drei Komponenten jeder Webseite in der Welt der Webstandards. Webdesign steckt in der Sackgasse und Zeldman hält sich für den, der den Ausweg gefunden hat. Und das klingt so:

„It’s time to stop living in the past and get away form the days of spaghetti code, insanely nested table layouts, <FONT> tags, and other redundancies that double and triple the bandwidth of even the simplest sites. Instead, it’s time for forward compatibility.“

Tja, und was sind jetzt solche Standards? XML, XHTML, CSS, DOCTYPE, DOM und die Arbeit mit WYSIWIG-Tools. Dabei verliert Zeldman aber nicht das wichtigste Ziel aus dem Auge: „Accessibility and standards have much in common. They are both about ensuring that our work will be useable and available to the largest possible number of readers, visitors, and customers.“
So. Und so soll es sein. Im Kapitel CSS-Redesign geht es dann ans Eingemachte. Sehr hilfreich dort sind die 10 obersten Ziele, u.a. die Benutzbarkeit in den neuesten und besten Browsern genauso wie in Textbrowsern.

Fazit: Gutes Buch, das aber Zeit zum Lesen und Durcharbeiten verlangt

Jeffrey Zeldman: „designing with web standards“.
New Riders Publishing 2003. 35,- $ (USA) / 27,50 $ (Net UK) / 23,- EUR. ISBN 0-7357-1201-8.

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Webdesign & Web-Ergonomie

Cover Leider lesen viel zu wenige Webmaster Bücher wie dieses. Die Stärken liegen hier u.a. in der Pro- und Kontra-Darstellung verschiedener Elemente. Dazu gehören zum Beispiel Frames und Scroll-Pages. So hat frau die Freiheit, je nach Bedarf die Möglichkeiten und deren Einsatz einzuschätzen. Besonders beeindruckend finde ich die Beispiel-Bilder, die einer den Eindruck von farbblinden Surfer/innen vermitteln. Darüberhinaus gibt es Daumenregeln, z.B. für die optimale Zeichenzahl pro Zeile, Farbwahl und Hervorhebungen von Text. Bei der Fallstudie ist mir positiv aufgefallen, dass viele Frauen in Führung und Technik vorkommen. Das könnte ruhig öfter mal auftauchen in der einschlägigen Literatur!

Fazit: Ein lehrreiches Buch, auch mal zum Nachschlagen während der täglichen Arbeit geeignet. Einziger großer Kritikpunkt ist die Farbauswahl für das Buch (blau, lila, pink, grün…), nicht sehr überzeugend. Aber ich bin ja auch visuell geprägt.

Themen:

  • Website-Kategorien
  • Navigation
  • Dialogführung
  • Struktur, Layout und Druckversionen
  • Farben im Web mit kleiner Farb-Psychologie
  • Barrierefreiheit (z. B. in Bezug auf Farbenblindheit)
  • Webtexten
  • Bilder
  • Ergonomie (Grundlagen, Gebrauchstauglichkeit…)
  • Formulare und Tabellen
  • Fallstudie Web-Anzeigenmarkt

Heide Balzert: „Webdesign & Web-Ergonomie“. W3L GmbH 2004. 44,90 EUR. ISBN 3-937137-02-5.

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Quick Reference Map als Faltplan
Bild

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Maria

von Maria

Programmieren

Buchrezensionen

How Computer Programming Works
Java für Studenten

How Computer Programming Works

Cover Das amerikanische Buch ist bunt und plakativ gestaltet. So verlieren auch Skeptiker die Scheu vor den teilweise gar nicht so abstrakten Ideen, die das Programmieren eines Computers erst möglich machen. Daniel Appleman räumt mit dem Mythos auf, dass nur ganz besonders begabte (und seltsame?) Leute programmieren lernen können. Nein, das kann so gut wie jeder, nur das Interesse muss vorhanden sein. Ja, und dann kann’s ziemlich schnell auch schon los gehen. Das Buch ist kein Programmierbuch für bestimmte Programmiersprachen oder Sprachkonzepte. Vielmehr geht es um die konzeptionellen Grundlagen. Also sowas wie Schleifen, Binärsystem, Wiederverwendung und modularer Aufbau von großen Programmen.

Inhalte

  • Data (Variables, Numeric Values, Text, Boolean and Flag, Pointers …)
  • Code (Statements, Blocks, Program Flow, Variable Declaration …)
  • Organizing Data (Arrays, Structures, Stacks, Lists, Trees …)
  • Algorithms (Searching, Scanning, Recursion, Sorting, Working with Files and Graphics …)
  • Methods and Tools (Computer Languages, Programmers …)
  • Languages and Technologies (Assembly, C, BASIC, Event-Driven Programming, User Interface Design, Object-Oriented, Component, Client-Server, Internet, Embedded …)

Daniel Appleman: „How Computer Programming Works“.
Apress 2000. 29,95 US $. ISBN 1-893115-23-2.

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Java für Studenten

Cover Sobald frau fit ist in den Grundlagen aus dem Buch oben, kann sie sich zum Beispiel in die Java-Welt stürzen. Mit knapp 700 Seiten ist der Band gut für einen ausführlichen Einstieg. Nach allgemeinen Einführungen („Was ist ein Programm?“) geht es um Grafik, Variablen, Berechnungen sowie Methoden und Parameter. Darauf folgt das Kapitel „Ereignisse“. Hier lernt die Leserin etwas über AWT, skalierte Rollbalken und Label. Weiter geht’s mit der Entscheidung, if und switch.

An diese Stelle folgt die erste Wiederholung, also while, for und do werden erläutert. Danach kann die Leserin sich dann mit Objekten und Klassen befassen. Danach wird’s wieder sehr spannend, denn ohne Benutzerschnittstelle – sei es grafisch oder nicht – kein vernünftiger Einsatz. Hat frau dann Vererbung, Berechnungen und Arrays drauf, werden Zeichenketten manipuliert. Das macht doch mal Spaß … Nichtsdestotrotz kümmern sich die Autoren noch um Ausnahmen.

Alles in allem ein umfangreiches Buch, damit sollte frau eine Weile beschäftigt sein. Was Ihr draus macht, ist bestimmt noch besser, wenn Ihr wisst „How Computer Programming Works“ ;-) siehe oben.

Inhalte

  • Eigenständige Programme
  • Dateien
  • Grafische und akustische Elemente
  • Objektorientiertes Design
  • Programmstil
  • Testen
  • Debuggen
  • Threads
  • Große Programme – Pakete
  • Abstrakte Klassen und Schnittstellen
  • Polymorphismus
  • Swing-GUI
  • Java im Kontext (Sicherheit, Datenbanken, Internationalisierung …)
  • Java vs. C++
  • Java-Bibliotheken
  • HTML- und UML-Zusammenfassung
  • Widgets und Ereignisse
  • Namensregeln, Schlüsselwörter, Sichtbarkeitsregeln
  • Code-Fragmente, Swing-Beispielcode

Douglas Bell, Mike Parr: „Java für Studenten. Grundlagen der Programmierung“.
Pearson Education 2002. 34,95 EUR. ISBN 3-8273-7045-0.

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Maria

von Maria

Roberta, Tux, Machiavella und: ein Baum ist auch nur ein Graph

Das Programm 2004 ist da!

Seit Anfang Mai können wir jetzt endlich wieder stöbern, was es in Bremen bei der nächsten informatica feminale zu entdecken gibt. Das neue Veranstaltungsprogramm für 2004 ist online! Dort gibt es neben dem Kultur- und Sportprogramm, den öffentlichen Vorträgen und Ringvorlesungen jede Menge harte und weiche Informatik. Eine Jobbörse wird stattfinden (aber bitte mit Anmeldung, sonst funktioniert sie nicht!). Auf der alljährlichen Vollversammlung ist Eure Teilnahme und rege Diskussion gefragt. Nicht ganz neu, aber mit neuem Namen: Der Chor, "wav".

Noch ein kleines Sahnestückchen: Die Zeitung hat Geburtstag und wird im September 5 Jahre alt. Wer also dazu beitragen will, sei es mit Fotos, Artikeln, Comics, Gedichten…. was auch immer, einfach an zeitung(at)horus(dot)at oder if(at)informatica-feminale(dot)de schicken. Wir werden uns natürlich wieder Überraschungen(en) für die Kreativen überlegen, versprochen.

Kernstück der informatica feminale aber – wie immer – ist das Kursprogramm. Diesmal können wir uns den folgenden Themen widmen:

  • Studium und Karriere
  • Softwareentwicklung
  • Web und Internet

Unter dem Punkt "Themenübergreifendes" finden sich außerdem jede Menge spannende Dinge, die manchmal auch mal den Blick über unsern technischen Tellerrand zulassen. Also wühlt Euch durchs breite Angebot und meldet Euch an. Je mehr Frauen kommen, desto besser!

Online-Programm: www.informatica-feminale.de/Sommerstudium/Sommer2004/Lehrangebote.html
PDF-Programm: www.informatica-feminale.de/Sommerstudium/Sommer2004/ifprogramm2004.pdf

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Wie frau die Welt ein bisschen besser machen kann…

Buchrezension

User Interface Design for Programmers

Cover Wie mir Joel doch aus dem Herzen spricht! Es ist nicht nur wichtig, dass Software funktioniert, sondern auch, wie! Es ist sogar wichtiger, dass sie gebrauchstauglich ist, als dass es Features über Features gibt. Genau dafür gibt es Tipps in diesem Buch. Es ist für Praktikerinnen gedacht, die mit gebrauchstauglichen Produkten die Benutzer/innen ein bisschen glücklicher machen wollen. Denn das ist der Tenor des Buches: Gebrauchstaugliche Software macht die Welt ein bisschen besser. Oder wenigstens kann frau sich dann auf die zu erledigenden Aufgaben konzentrieren. Und das ist doch viel wert. Wer schon einmal aus Versehen die Menüleisten in Word so verschoben hat, dass sie quasi verschwunden waren, weiß, was ich meine. (Menüleisten müssen nicht wegschiebbar sein!)

Das Buch ist amerikanisch, aber nicht schwer zu verstehen. Besonders nett ist, dass es den Text auch im Web gibt; sehr studentinnenfreundlich! Und es passt ja auch zum Thema… Fazit: Lesen und anwenden, bitte!

Inhalte

  • Controlling environment makes happy
  • What they expect
  • Affordances and metaphors
  • Consistency and other hobgoblins
  • Designing for people who have better things to do
    • Users don’t read
    • Users can’t use the mouse
    • Users can’t remember anything
  • Imagine you have users

Joel Spolsky: „User Interface Design for Programmers“.
Apress 2001. 29,95 US $. ISBN 1-893115-94-1.
Online: www.joelonsoftware.com

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von Maria

Die Wahrheit über Dienstreisen

Die Wahrheit über Dienstreisen

Arbeiten in einem europäischen Forschungsprojekt

Foto Was ist eigentlich ein EU-Forschungsprojekt? Viele Forscher/innen, in meinem Fall der Zusammenschluss von acht Partnerinstitutionen aus fünf Ländern. Dazu ein innovatives Forschungsvorhaben, in meinem Fall die Einbindung kollaborativer Software in ein pädagogisches Konzept.

Worum geht’s? Um COLDEX (Collaborative Learning and Distributed Experimentation). Wir wollen wissenschaftliches Experimentieren und Modellieren ermöglichen, indem wir IT-Methoden und -Tools entwickeln und Schulen, Universitäten und anderen Einrichten zur Verfügung stellen. In Schweden werden in so ’ner Art naturwissenschaftlichem Mitmach-Museum Workshops zum Thema Biodiversität durchgeführt. Dabei geht es darum, autarke Gewächshäuser einerseits zu simulieren, andererseits wirklich solche Gewächshäuser zu bauen und Basilikum anzupflanzen.

Der Schwerpunkt liegt bei diesem Projekt nicht im technischen, sondern im pädagogischen Bereich. Soll heißen, im Mittelpunkt stehen verschiedene Szenarien aus Wissenschaften wie Biodiversität, Chemie, Seismologie, Astronomie … alles zusammen im großen Kontext des "Life in Space".

Dieser Ansatz soll zur Motivationssteigerung unter den Lernenden beitragen. Das funktioniert auch. Zum Beispiel haben wir mit Schüler/innen zusammen versucht, Lego-Robotern einen Weg aus verschiedenen Labyrinthen zu zeigen. Der Reiz liegt darin, die Simulation der Mindstorms mit Robotern zum Anfassen zu kombinieren. Und das Thema "Robotik" passt ja wieder zur Mars-Mission, also zum Weltraumthema.

Jetzt aber mal zum interessanten Teil – den Projektinterna. Unsere Partner kommen aus Schweden, Spanien, Portugal, Chile und Deutschland. Genau, Chile liegt gar nicht in Europa. Das darf aber trotzdem mitspielen, was den Vorteil hat, dass wir unsere Szenarien und Tools auch in Südamerika verbreiten können und so eine interkulturelle Brücke schlagen.

Ein wichtiger Meilenstein für dieses hehre Ziel ist ein Workshop in Buenos Aires, bei dem Lehrenden und andern "Multiplikatoren" das Projekt, die Szenarien und Möglichkeiten zum Einsatz nahe gebracht wurden. Bisher habe ich auch schon in Schweden, Luxemburg und Madrid gearbeitet. Und damit kommen wir, wie versprochen, zur Wahrheit über Dienstreisen.

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Die Wahrheit über Dienstreisen

1. Dienstreisen sind nicht so toll

Foto Dienstreisen heißen Dienstreisen, weil man dort Dienst schieben muss. Meistens sitzt man in irgendwelchen Diskussionen oder Präsentationen, während es draußen doch soviel zu entdecken gibt. Es ist auch gar nicht so einfach, eigene Gedanken in einer fremden Sprache exakt auszudrücken (in Echtzeit, weil es ja ums Sprechen, nicht ums Schreiben geht; LEO hilft also nicht weiter…). Genauso schwierig kann es sein, die Gedanken der Anderen zu verstehen. Während der Veranstaltungen muss jemand protokollieren (guess, who!). Schließlich gilt es, Vor- und Nachbereitungen, inklusive der leidigen Bürokratie und Reiseorganisation zu bewerkstelligen. Last, but not least: Die tägliche Arbeit bleibt liegen und schreit nach der Rückkehr um so lauter.

2. Dienstreisen sind toll

Foto Das liegt daran, dass man eine Menge netter Leute kennenlernt. Oft bekommt man vor Ort Einblicke, die einem als Touri vollkommen verborgen blieben. Es gibt Insider-Restaurants und Blicke hinter die Kulissen, z. B. in Schweden in die Deko einer schwedischen Raumfahrer-Serie. Und in Luxemburg gibt es in der Kantine der Europäischen Kommission froschgrüne Stühle. Wer hätte das gedacht. In Buenos Aires habe ich mir die "Installationsanleitung" für Mate besorgt. Mehr zu Argentinien gibt es im Argentinien-Artikel.

Links
COLDEX: www.coldex.info
LEO (Dt-En Wörterbuch): dict.leo.org

Fußnote:
kollaborative Software – Benutzer/innen können von mehreren Rechnern aus gleichzeitig dieselbe Applikation (denselben Arbeitsbereich) nutzen, sie sehen also alle dasgleiche und jede/r kann eingreifen, z.B. in die Modellierung, die gerade aufgebaut wird

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Arbeiten in Südamerika

Arbeiten in Südamerika

Eine neue Erfahrung

Foto Überraschend kam die Ankündigung, dass ich nach Buenos Aires fliegen würde, um dort zu arbeiten. Sehr viel Zeit blieb nicht, außerdem gab es schon hier jede Menge Zeugs für den Workshop dort zu erledigen. Also kam ich ziemlich unvorbereitet auf einem andern Kontinent an. Nach ein paar Stunden war mir klar:

  • Regel Nummer 1: Gehe niemals allein nachts aus
  • Regel Nummer 2: Verschließe die Taxitüren von innen, das hilft gegen Raubüberfälle
  • Regel Nummer 3: Alle wichtigen Daten dabei haben; das Internet ist laaaaaaangsaaaaaaaam hier

Das wichtigste Accessoire, ein Adapter für die Steckdose, war in nullkommanix da und ich konnte sofort loslegen mit der Vorbereitung von Demos und Präsentationen. Das Frühstück ist sehr zuckerlastig, so dass das Gehirn sich nicht über Energiemangel beklagen kann.

Foto Die argentinischen Kollegen arbeiten an einer technischen Fachschule (12 – 18jährige Schüler/innen, Gebäude s. rechts)- Fundación ORT – die Schwerpunkte in Chemie, Elektronik, Musikproduktion und Informatik anbietet. Sie haben einen sehr großen Computerraum, ein Studio für Musikaufnahmen und koscheres Essen. Der Techniker, der mir zur Seite steht, mag dieselben Filme wie ich und das ist eine sehr gute Arbeitsgrundlage. Die Kollegin managt die Organisation und liest mir jeden Wunsch von den Augen ab. Das Lustigste aber ist die Unterhaltung mit dem Fahrer, mit dem ich auf Deutsch, Englisch und Spanisch radebreche und der einen holländischen Großvater hat. Er hat mir den Namen eines seltsamen Gehölzes verraten, das hier wächst: Der Ombu, ein riesiger Busch (s. Foto unten).

Freitag nachmittag um fünf beginnt der Sabbat und die Schule leert sich. Da ich mir in den Kopf gesetzt hatte, Postkarten zu schreiben, suchte ich die nächste Post. Dort muss man eine Nummer ziehen und wartet dann darauf, dass diese angezeigt wird. Ist ja fast wie bei uns, wenn man mal zum Telekomladen muss…

Beim Workshop lerne ich Claudio (s. Foto oben) kennen, der sich von mir das Labyrinth-Szenario erklären lässt: Er kann kein Englisch, ich kann in Spanisch nicht mehr als meinen Namen und "es tut mir leid" sagen… trotzdem bekommen wir etwas zustande, dass Claudio dem staunenden Auditorium in der Präsentation beeindruckend schildert.

Foto

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