Tipp: Sockenball / Wandball

Drinnen spielen

selbst gemachte SockenbälleAm Samstag gab’s im KIKA einen lustigen Tipp für die Quarantäne: Wandball. Ich greif das hier mal auf und bau es ein bisschen aus…
Was braucht man?
Leichte Bälle oder – noch einfacher – Socken. Zwei oder mehr Mitspieler*innen machen die Sache interessant.
Aufbau
Sockenbälle herstellen: Socken ineinander verdrehen, so dass eine Art Ball entsteht.

An einer Wand markiert man (z. B. mit Kreppband) zwei bis fünf Felder. An jedes Feld eine Gewinnzahl schreiben:

  • Je größer das Feld, desto kleiner die Zahl;
  • je kleiner das Feld, umso größer die Zahl (denn dann ist es schwieriger, das Feld zu treffen).

Unter den Feldern stellt man jetzt noch eine große Kiste auf, z. B. einen Wäschekorb. Da sollen später die Sockenbälle drin landen.

Spiel starten

Mit den Socken werfen jetzt alle abwechselnd und nacheinander gegen die Wand. Trifft man in ein Feld, bevor der Sockenball in die Zielkiste fällt, bekommt man die Zahl gutgeschrieben.

  • Ohne einen Feldtreffer gibt es keine Punkt.
  • Ohne Treffer in die Kiste auch nicht.

Die Zahlen werden notiert und aufaddiert; bei Streitsüchtigen gern durch jemanden, der neutral ist (Mama, Papa, große Schwester..)

Spieldauer

Alle Spielerinnen und Spieler überlegen sich, wie lange das Spiel dauern soll. Zum Beispiel:

  • 10 Runden.
  • Oder man steigert sich: Erstes Teilturnier mit „normalen Würfen“ mit 6 Runden. Zweites Teilturnier: Rückwärts durch die Beine. Wieder ein paar Runden lang.
  • Oder was auch immer Euch Spaß macht ;-)

Spielziel

Wer am Ende die höchste Gesamtzahl gesammelt hat, hat natürlich gewonnen.

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ALBAs tägliche Sportstunde auf YouTube

Kids bewegen in der Zu-Hause-Zeit

Sceenshot Video
Behördliche Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus halten uns zu Hause.

Uns – und unsere Kids.

Die Kitas und Grundschulen sind zu, Vereinstraining gibt es gerade auch nicht. ALBA, Basketball-Club aus Berlin, bringt ab sofort mit seiner „ALBA Sportstunde“ täglich Bewegung, Fitness und Wissenswertes für alle Kinder und Jugendlichen – zum Ansehen und Mitmachen in den eigenen vier Wänden.

Die ersten beiden Sendungen sind für Kinder im Grundschulalter bzw. für Kitakinder. Mo 23. März startet dann noch um 11 h die Runde für Oberschüler*innen. Ab Di 24. Mär 2020 wird täglich gesendet.

ALBAs tägliche Sportstunde #1 – Grundschule
www.youtube.com/watch?v=olNR0RNaXyU

ALBAs tägliche Sportstunde #2 – Kita
www.youtube.com/watch?v=q8Rl1VhxXbk

Mehr Infos zu ALBA Berlin
www.albaberlin.de

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Wir-versus-Virus-Hackathon

Corona gegenübertreten – Let’s go!

Der #WirVsVirus Hackathon

Worum geht’s?

Gemeinsam mit der Bundesregierung den digitalen Beteiligungsprozess in der Corona-Krise starten. Überall in Deutschland arbeiten Leute individuell und gemeinsam an Lösungen. Der #WirVsVirus Online Hackathon ist der digitale Raum, in dem alle gemeinsam Lösungen für neu auftretende Herausforderungen entwickeln, testen und verbessern können.

Aufruf für das Wochenende 20 bis 23.März 2020

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Bis Donnerstagabend hatte jede:r Bürger:innen sowie die Bundesministerien Zeit, Herausforderungen einzureichen. Was sind derzeit die drängendsten Herausforderungen? Für welches Problem wünschst Du Dir eine Lösung?

Alle sind eingeladen, die Zeit, Lust & Internetzugang haben.

Startpunkt Hackathon

Zitat von der Website:

Der Hackathon ist ein Startpunkt für einen kontinuierlichen Beteiligungsprozess zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen, damit wir dies große Herausforderung durch Covid-19 als Gesellschaft meistern. Du willst mit Deinem Team weiter an Eurer Lösung arbeiten? Ihr bringt das Commitment mit, in den kommenden Wochen und Monaten aus Euren Prototypen echte tragfähige Lösungen zu entwickeln? Oder ihr seid bereits eine bestehende Initiative und braucht Unterstützung in den nächsten Schritten? Genau dafür werden wir gemeinsam mit der Bundesregierung ein digitales Unterstützungsprogramm starten, damit Eure Lösungen maximale Wirkung in der Corona-Krise entfalten können.

Schirmherrschaft

Der #WirVsVirus Hackathon ist der Hackathon der Bundesregierung und steht unter der Schirmherrschaft des Chefs des Bundeskanzleramtes Prof. Dr. Helge Braun.

Mehr Infos:
https://wirvsvirushackathon.org/

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Tipps für Telefonkonferenzen und Online-Meetings

Sehr gute Ideen für Gespräche

Folgende Tipps empfehle ich sehr. Wer sich daran nicht hält, hat erkennbar weniger Spaß an remote Meetings.
So geht’s sehr gut:

  • Teste vorher deine Tools
  • Sorge für einen pünktlichen Start
  • Bestimme einen Moderator
  • Plane etwas mehr Zeit ein als für Offline-Meetings
  • Setze einen klaren Fokus für das Meeting
  • Starte mit einem Check-In
  • Folge dem Moderator
  • Rufe die oder den nächsten Gesprächsteilnehmer*in auf
  • Schließe deine Geräte am Strom an

Gute Ideen für Gespräche

Wer die sehr guten Ideen aufgreift, kann noch mehr tun, um verteiltes Arbeiten angenehmer zu machen. Sei es akkustisch, sei es kommunikativ.

So geht’s gut:

  • Nutze möglichst ein Headset
  • Mikro aus, wenn du nicht sprichst
  • Halte eine Audio-Alternative bereit
  • Stelle geschlossene Fragen
  • Frage nach Widerstand
  • Reflektiert gemeinsam

Bedarfsorientiert

Hier kommt es drauf an, worüber man spricht. Ob sprechen reicht oder ob der optische Kanal essenziell ist.

Gemeinsam ansehen:

  • Schalte deine Kamera ein
  • Mache dein Gesicht erkennbar
  • Bereite unterstützende Tools vor, z. B. Screensharing oder eine gemeinsame Dateiablage in der Cloud

Drumherum

Vergiss das drumherum nicht, vor allem bei längeren Gesprächsterminen.

Konzentration aufrecht erhalten:

  • Stell Getränke bereit
  • Stell gern auch Essen für Dein Hirn bereit;, nur soll’s keine Geräusche machen, also KEINE CHIPS ;-)
  • Mache Pausen
  • Beweg dich zwischendurch mal, und wenn’s nur Zappeln vorm Rechner ist

 

Aufgegriffen und ergänzt nach: www.it-agile.de/remote

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Finnischer Onlinekurs zur Künstlichen Intelligenz

The Elements of AI

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Der KI-Onlinekurs wurde in Finnland entwickelt. Teemu Roos, außerordentlicher Professor, ist für den wissenschaftlichen Teil verantwortlich, und Hanna Hagström, Direktorin von KI bei Reaktor, für den wirtschaftlichen. „The Elements of AI“ ist Teil des KI-Bildungsprogramms des finnischen Zentrums für KI und wird in Kooperation mit The Open University und Mooc.fi angeboten.

Reaktor bietet als KI- und Tech-Partner für moderne Unternehmen Unternehmensberatungs- und Vermittlungsleistungen an, die auf technologischer Kompetenz und Implementierungsexpertise basieren. Reaktor KI sagt von sich, dass sie Maschinen hilft, komplexe Realitäten zu verstehen.

Die Uni in Helsinki ist die größte und älteste Universität Finnlands.

Mehr Infos und Onlinekurs:
www.elementsofai.de

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Scheitern als Schritt nach vorn

Fail good

CoverScheitern tut weh, Scheitern stigmatisiert. Wer scheitert, hat ganz persönlich versagt. Diese einseitige Sicht hat Folgen: Wir vermeiden alles, was mit einiger Wahrscheinlichkeit Erfolg verspricht. Und dann gibt es Menschen mit großen Träume und Visionen, die ihr Ziel trotz Widrigkeiten und Niederlagen erreichen. Was machen sie anders? Warum ist Scheitern für sie ein Ansporn?

Ein ehemaliger Sportprofi erzählt von seinen Erfahrungen und wie er aus Niederlagen mehr Kraft geschöpft hat als aus seinen Siegen.

Der Ansatz ist interessant und passt. Leider wirkt der Stil auf mich trotzdem in weiten Teilen wie bei andere Motivationstrainern. Hier weiß jemand, wie die Welt funktioniert. Ach ja. Auch wenn er schreibt, dass er es nicht weiß und auch nicht den Anspruch erhebt. Trotzdem für mich etwas zuviel „ich hab’s erlebt, Ihr müsst nur anpacken… dann kann nichts mehr schief gehen am Ende… „. Was fehlt mir? Mehr handfeste Tipps, wie man mit üblichen Scheitersituationen umgeht. Mehr als „steh auf und mach weiter“.

Was mir sehr gefällt, ist das Plädoyer gegen die Null-Fehler-Toleranz.

Fazit: Gute Idee; das Buch könnte kürzer und prägnanter sein

Markus Czerner: „Fail good. Die Kunst des Scheiterns“. BusinessVillage 2020. 9,95 Eur (D) / 10,30 Eur (A). ISBN 978-3-86980-490-3.

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Einmal quer durch: „Digitalisierungsübersicht“

Stand der Dinge: Anfang 2020

Die digitale Herausforderung

Cover

Was bedeutet das Stichwort Digitalisierung? Vieles. Alle wollen (müssen?) dabei sein, Digitalisierung soll Erfolg bringen – und möglichst auch noch reich(er) machen. Tja.

Wie kann man denn nun einschätzen, wann neue Technologien reif sind? Wann sich das Kaufverhalten relevant verändert? Wie Unternehmen ihre Organisation verändern müssen, um noch wettbewerbsfähig zu sein? Tja.

Das Buch will hier etwas Überblick geben. Es stellt Hypes und Trends dar, erklärt die Grundlagen und will Orientierung geben. So fällt schließlich eine Einschätzung für die eigene Situation und die eigenen Herausforderungen (etwas) leichter. Das Buch will so auch Werkzeuge liefern, um disruptive Veränderungen erkennen und den richtigen Zeitpunkt zum Handeln bestimmen zu können.

Als grobe Orientierung funktioniert es ganz gut. Für meinen Kontext war der Fokus zu speziell (macht aber nix, wer sich in der freien Wirtschaft tummelt, ist da sicher eher Hauptzielgruppe). Einfache Lösungen sucht man hier natürlich vergebens, denken muss man schon noch selbst ;-)

Fazit: Breiter Überblick, der einem die Arbeit, seine Hausaufgaben zu machen, nicht abnimmt.

Themen

  • Unterschied zwischen Disruptionen von Innovationen
  • Was an Erfolg gefährlich ist
  • Digitalisierung ist kein Technologie-Thema
  • Plattformökonomie schreibt neue Regeln
  • Virtuelle Produkte sind anders
  • Agilität statt Sicherheit
  • Umbau der Organisation: Netz statt Pyramide
  • Die deutsche Erfolgsfalle und deutsche Einhörner
  • Erfolg macht blind und träge
  • Skepsis
  • Niedergang oder Erneuerung?
  • Vergangenheit UND Zukunft
  • Wir können nur linear
  • Kundenbedürfnisse drehen
  • Wertschöpfung umlenken
  • KI und autonome Systeme
  • Mobilität
  • Additive Fertigung
  • Kunde: Gewohnheitstier und nie zu unterschätzen
  • Virtuelle Produkte
  • Fans statt Kunden
  • Kunde als Produkt und virtueller Zwilling
  • 24/7-Aufgaben
  • Data Driven Company
  • Plattformen
  • FOMO, PoC, … Hammer sucht Nagel
  • Organisatorische Schulden
  • Kulturkampf

Christof Horn und Frauke Kreuter: „Die digitale Herausforderung. Tipping Points, die Ihr Unternehmen verändern werden“. Haufe 2020. 24.95- EUR. ISBN 978-3-648-13604-1.

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Initiative: Erste deutsche Astronautin

Frau(en) ins All!

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Die Initiative in Form einer Stiftung soll dafür sorgen, dass die erste deutsche Astronautin zu einer Mission zur internationalen Raumstation ISS aufbrechen kann. Der Start erfolgt dann 2021, wenn alles klappt.

Unter anderem sollen Erkenntnisse in der medizinischen Forschung gewonnen werden. In Deutschland liegen noch keine Forschungsergebnisse aus medizinischen Selbstversuchen zum weiblichen Körper im All vor. Dabei könnte die medizinische Forschung im All signifikante Erkenntnisse zur Frauenmedizin am Boden liefern, von denen Millionen von Frauen profitieren würden. An Bord der ISS führen Wissenschaftler immer auch medizinische Selbsttests durch, um wichtige Erkenntnisse für die Medizin am Boden zu gewinnen. Da diese Wissenschaftler aus Deutschland bisher alle männlich waren, profitieren Männer bisher stärker von dieser Art der Forschung.

Mir gefällt auch der Aspekt der Role Models daran sehr gut. Das Projekt möchte Mädchen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen – denn Mädchen brauchen starke Vorbilder. Und was könnte stärker sein als eine Astronautin? Eben.

Wofür die Stiftung sorgen möchte:

  • Mädchen und junge Frauen für die Raumfahrt sowie Naturwissenschaften und Technik begeistern
  • Wissenschaft und Forschung an Bord der ISS unterstützen und die Ergebnisse der Wissenschaft zugänglich machen
  • Organisation, Planung und Durchführung der Forschung der ersten deutschen Astronautin im Weltall
  • Intensive Vorbereitung auf der Erde
  • Begleitung des Fluges
  • Aufenthalt auf der Raumstation ISS und anschließende Rückkehr

Mehr Infos
https://dieastronautin.de

Mehr zum Thema

Eine super Ergänzung zu der Astronautin…
Link: https://code4space.org

(Danke für den Tipp, Birgit)
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Die Dänen… ganz schön pfiffig

Einfach und effektiv was tun gegen Hamsterkäufe

Während der weltweiten Quarantäne darf man ja nur noch wenig tun; z. B. Einkaufen. Was Manche nicht verstehen:
Einkaufen ≠ Hamstern

Dänische Rechnung

Die Dänen nun sind so klug und führen einen Staffelpreis ein.

Das Prinzip:

  • 1 Gebinde = Normalpreis
  • ab dem 2. Gebinde = 25-facher Preis

Hamsterkäufe erledigen sich damit quasi von allein…

Quelle: www.radiopilatus.ch/artikel/159886/so-einfach-stoppen-daenen-die-hamsterkaeufe

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Selbst gewählte oder verordnete Quarantäne? Ein paar Tipps…

Lesen und Schreiben

  • Endlich alle die Bücher lesen, die schon so lange auf dem Stapel liegen. Die man immer schon lesen wollte und noch nicht dazu gekommen ist.
  • Bullet Journal: Endlich mal ein eigenes anfangen.
  • (Bücher aus der) Onlinezeitung lesen ;-)
  • Onlinezeitungskommentare schreiben oder Artikel für die Onlinezeitung schicken: zeitung.informatica-feminale (bei) web.de ;-)

Gucken

Filmtipps

  • Cover DVDInterstellar: Quantenphysik, Astrophysik, Wissenschaft… und eine Wissenschaftlerin, deren persönliche Geschichte die Handlung trägt.
    Besonderheit: Weitgehend realistische Darstellung der physikalischen Phänomene (z. B. keine Geräusche bei Explosionen im All).
  • Cover DVDTomorrow: Die Klimakrise und die Probleme, die dadurch entstehen, sind der Ausgangspunkt. Von dort gibt es eine Reise durch Projekte, die sich auf Lösungen konzentrieren.
    Besonderheit: Menschen, die das tun, was geht. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.
  • Cover DVDDer Marsianer: Eine Mission. Ein Unfall. Ein totes Teammitglied. Abflug! Doch… der Astronaut ist gar nicht gestorben, sondern lebt. Und muss nun eine Zeit lang allein auf dem Mars überleben.
    Bsonderheit: Frauen in verantwortungsvollen Positionen (Kommandantin, Coderin, …). Klingt nach düsterem Szenario, kommt aber mit einer gesunden Portion Humor daher. Und Wissenschaft als großartige Gelegenheit, eine auch psychisch schwierige Lage anzugehen.

 

Na, dann noch schnell Popcorn gepoppt oder Chipstüte geholt, Knabberzeug oder Gemüsesticks bereitgestellt und… los geht’s.

Wahrnehmung und Optik

Farbsehen und Tests: „Bin ich Tetrachromatin?“ u. a.

Machen

  • Frühjahrsputz!
  • Schubladen aufräumen!
  • Basteln, werkeln, löten, …
  • Eine neue Programmiersprache lernen, z. B. im Open Roberta Lab.

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4. März: World Engineering Day…

17 Icons Development Goals…for Sustainable Development

Die 40. Generalkonferenz der UNESCO hat 2018 den Ingenieurtag für nachhaltige Entwicklung definiert.

2020 wird er nun zum 1. Mal gefeiert. Organisationen, Ämter der Vereinten Nationen, Regierungen, Schulen, Universitäten sollen an diesem Tag für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren. Damit möchte die UNESCO auf den wichtigen Beitrag hinweisen, den speziell Ingenieur*innen zur nachhaltigen Entwicklung leisten.

Rund 23 Millionen Ingenieur*innen auf der ganzen Welt kommt eine zentrale Rolle bei der Erreichung der 17 UN Sustainable Development Goals zu.

In Deutschland hat sich der Verein deutscher Ingenieure (VDI) ebenfalls mit dem Thema beschäftigt (und ja, der Verein ist auch für Ingenieurinnsen, klar).

Seit 2018 gibt es eine Arbeitsgruppe, an der der VDI beteiligt ist. Es gibt z. B. eine Veröffentlichung „VDI-Handlungsfelder Zirkuläre Wertschöpfung„, die klare Handlungsempfehlungen gibt, wie sich der Rohstoffverbrauch senken lässt und wie sich wirtschaftliche Wachstumseffekte erzielen lassen. Werkstoffe lassen sich ja nicht endlos aus Primärrohstoffen gewinnen.

Darüber hinaus arbeitet der Verein eng mit der WFEO (World Federation of Engineering Organizations) zusammen, in der er bei den globalen Themen wie Nachhaltigkeit gemeinsam mit den Partnern in der WFEO daran arbeitet, die Rolle der Ingenieur*innen und Technologie hervorzuheben.

Außerdem gibt es ein binationales Projekt zum Thema Food Security: Studis sowie Young Professionals aus Deutschland und Brasilien haben gemeinsam eine Möglichkeit entwickelt, die dem nachhaltigen urbanen Gemüseanbau dient. Wie das? Damit können Nahrungsmittel ohne großen Aufwand und sehr einfach zu Hause angebaut werden. Der Anbau von Nahrungsmitteln geschieht dort – natürlich – rein ökologisch. Wer setzt zu Hause schon Pestizide ein? Außerdem wird nur das angepflanzt, was man wirklich braucht.

Mehr Infos
www.wfeo.org/world-engineering-day-for-sustainable-development
www.vdi.de/news/detail/wir-feiern-heute-den-world-engineering-day-for-sustainable-development

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Macht mit: freestyle-physics

Physik-Wettbewerb für Kids

Screenshot

Der Nachwuchs ist wieder gefragt. Wissenschaft zum Anfassen, Physik für Neugierige.

Herausforderungen in Kürze:

  • Selbstlaufender Fußball
  • Luftkissenfahrzeug
  • Klapp-Papierbrücke
  • Solarofen
  • Wasserrakete

Eckdaten

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13

Wann?
Anmeldung bis 1. Jun. 2020
Wettbewerb vom 15. bis 19. Jun. 2020

Wo? Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg

Mehr Infos

Aufgabenplan:
https://aglorke.uni-due.de/wp/aufgaben-2020
Aufgabendetails:
Aufgaben zu freestyle physics 2020 (pdf)

Anmeldung:
https://aglorke.uni-due.de/wp/anmeldung-zum-wettbewerb-2

Rahmenprogramm:
https://aglorke.uni-due.de/wp/was-ist-freestyle-physics/rahmenprogramm

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Berlin: Anteil der Professorinnen deutlich gestiegen

An den Berliner Hochschulen findet man mehr und mehr Professorinnen.

2019 gingen an der FU, der HU, der TU und der Charité 44 % der erteilten Rufe an Wissenschaftlerinnen. An den künstlerischen Hochschulen waren es sogar 53 % und an den staatlichen FHs 50 %. Das sah 2016 noch ganz anders aus, damals stand der Frauenanteil bei den Ruferteilungen noch bei 29 %.

Trotz der positiven Entwicklung ist das Ziel für den Regierenden Bürgermeister Müller ganz klar, dass es in Zukunft noch mehr Professorinnen, Dekaninnen und Rektorinnen in Berlin geben soll.

Zum Vergleich: Bundesweit lag der Anteil der Professorinnen bei gerade einmal 24.7 %.

Mehr Infos:
www.berlin.de/sen/wissenschaft/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.896212.php

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Angebote für geflüchtete Studis

Programme an NRW-Hochschulen

Wann? Bis 2020

Das Wissenschaftsministerium und der Dt. akad. Austauschdienst (DAAD) entwickeln das Projekt mit Fokus auf Lerherbildung und akademische Nachqualifizierung.

NRWege ins Studium

Das Programm unterstützt Hochschulen dabei, Geflüchtete zu integrieren.

NRWege Leuchttürme

Das Programm hilft Geflüchteten dabei, ihren akademischen Abschluss hier anerkennen zu lassen. Danach werden die Absolventen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt. Lehrkräften und Ingenieur*innen von ausländischen Hochschulen sollen so schneller einen adäquaten Arbeitsplatz finden.

Die Unis in Bochum, Bielefeld, Duisburg-Essen, Köln und Siegen bieten dafür z. B. Zusatzqualifizierungen an, die auf den Schuldienst vorbereiten.

Mehr Infos

Wege ins Studium:
www.land.nrw/de/tags/nrwege-ins-studium
Leuchttürme:
www.daad.de/de/infos-services-fuer-hochschulen/expertise-zu-themen-laendern-regionen/fluechtlinge-an-hochschulen/hintergrundinformationen-programm-nrwege-leuchttuerme/

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Graphen (sprich: Graphéén)

Material mit nützlichen Eigenschaften

ScreenshotGraphen, was ist das? Kohlenstoff. Allerdings nicht irgendeiner. Es ist ein 2-dimensionaler, wabenförmiger Kohlenstoff (anders als z. B. Graphit, das aus vielen Schichten besteht). Damit ist Graphen so etwas wie eine Folie aus Kohlenstoff. Die Stärke beträgt 0,3 Nanometer, d. h. es ist 100.000-mal dünner als menschliches Haar.

Vorteile: Leitfähigkeit (Strom & Wärme) und Flexibilität.

Forscher*innen am SAIT (Samsung Advanced Institute of Technology) haben es geschafft, daraus Graphenkugeln („Graphenbälle“) herzustellen: Um einen Nanopartikelkern aus einer Graphen-Siliziumoxid-Verbindung schichten sich weitere Schichten Graphen. Schließlich erhält das Ergebnis eine 3-dimensionale, popcornähnliche Form.

Graphen ist 200-mal stärker als Stahl. Es gilt als das stärkste Material der Welt. Dabei hat es ein sehr geringes Gewicht. Wie stabil ist es? Ein Elefant müsste auf einem spitzen Bleistift auf der Folie mit der Dicke von Frischhaltefolie balancieren, um sie zu löchern. Die Stabilität rührt von den negativ geladenen Eletronen her, die durch die positiv geladenen Kohlenstoffatome fließen. Der Ladungsunterschied bewirkt eine starke elektrostatische Anziehung.

Ein Fußballfeld-großes Stück Graphenfolie wiegt weniger als ein Gramm. Krass.

Anwendungsfall Akku

Die Idee, dieses Konstrukt als Ersatz für herkömmliche Akkutechnologie einzusetzen, besteht daraus, diese kugelartigen Gebilde an der Kathode bzw. Anode von Li-Ionen-Akkus zu ölatzieren. Die Graphenbälle fungieren dann als Schutzmantel für nickreiche Kathoden. So soll die Langlebigkeit erhöht werden. Problem dahinter: Beim Aufladen kommt es zum Abbau der Schichtstruktur. Das liegt an der Chemie. Durch den Graphenmantel soll dieser Abbau verringert werden, die Grenzflächenstsbilität mit den Elektrolyten wird verbessert. Eletrolyte sind das Medium, das die Ionen zwischen Anode, Kathode und Elektronen wandern lässt.

Die Leitfähikgeit der Elektrode wird mit Graphen stärker. Auch das führt wiederum zur einer höheren Langlebigkeit. Außerdem können solche Akkus schneller wieder aufgeladen werden: 12 bis 30 Minuten für eine Ladung statt aktuell ca. 15 Min. für die erste Hälfte der Ladung und einer noch langsameren Ladezeit für die restliche Hälfte.

Wird neben der Kathode noch die Anode graphen-verschichtet, so verbessert das die Akkus weiter, was sich vor allem in einer verbesserten Lebensdauer zeigt: 78,6 % der Kapazität konnten nach 500 Ladezyklen bie 5 Coloumb und 60 °C nachgewiesen werden. Herkömmliche Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid-Akkus mit Graphit lagen nach weniger als 25 Ladezyklen nur noch bei 10 % ihrer Kapazität.

Anwendung

Diese Art herkömmlicher Akkus ist u. a. in Fahrzeugen zu finden. Das macht das erforschte Prinzip nicht nur für Handys, sondern auch für die Autobranche natürlich sehr interessant.

Die Folieneigenschaft von Graphen eignet sich für den Einsatz in Bildschirmen. Forscher*innen des FEP (Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik) haben laut einer Pressemitteilung vom 11. Jan. 2017 OLED-Elektroden aus Graphen herstellen können.

Quelle: ak[due]ll (Printausgabe), Uni Duisburg-Essen, Februar 2020

Mehr Infos:
www.giga.de/extra/forschung-und-wissenschaft/news/fraunhofer-graphen-oled-unzerbrechliche-displays-touchscreen-erfolg

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Mal andersrum denken

Perspektivenwechsel als Methode

CoverAls Setting dient dem Buch die Welt des Films: Kinofilme und wie ihre Dramaturgie funktioniert, das Handwerk der Regie und Blickrichtungen aus der Kameraarbeit.

Kehren Probleme immer wieder, werden sie immer wieder von denselben Gefühlen begleitet, lohnt es sich, den Kreis bewusst zu unterbrechen. Das gilt für mich persönlich, aber auch für Gruppen und natürlich in der Arbeitswelt.

Das Buch möchte hlefen, aus diesem Teufelskreis herauszufinden und sich hinein in die Vielfalt neuer Lösungsmöglichkeiten zu begeben. Kurz gesagt: Persönlichkeitsentwicklung durch einen spielerischen Zugang zum Perspektivwechsel.
Der Autor stellt praxisorientiert verschiedene Möglichkeiten vor und greift auf Modelle, Theorien und Methoden der Psychologie zurück. Er veranschaulicht seine Ideen unterhaltsam durch filmische Beispiele sowie Techniken der Regie und Kamera. So vermittelt er, wie man aus gewohnten Denkmustern und altbekannten Konfliktschleifen ausbrechen kann.

Wissenschaftliche Hintergründe und Handlungsimpulse geben dem Buch eine stabile Basis. Eine Anleitung zum Handeln, quasi eine fertige Vorgehensweise, sucht man jedoch vergebens. So ist es nicht gemeint, man muss schon noch den eigenen Weg finden.

Der ungewöhnliche Plot weckt das Hirn auf und macht aufmerksam. Das ist gut, denn Neues prägt sich deutlicher ein als herkömmliche und bekannte Tipps. Gegen Ende schleift sich das etwas ab, trotzdem ein geschickter Dreh, der ja auch gut zum Titel passt.

Zielgruppen: Trainer*innen, Coaches und Berater*innen und alle, die sich mit Metathemen der Zusammenarbeit beschäftigen.

Fazit: Flüssig geschrieben, gut lesbar, nachvollziehbar

Themen

  • Phänomen Zeit
  • Neuronen und Emotionen
  • Angst und Erwartungen
  • Autonomie und Beziehung
  • Motivation / Handeln
  • Team, Diversität und Konflikte
  • Verstehen
  • Persönliche Freiheit
  • Gelassen bleiben
  • Sturheit und Entwicklung
  • Empathie und Egoismus
  • Mitgefühl und Miteinander

Klaus Vollmer: „Perspektivenwechsel als Methode. Strategien, Tools und Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung. Mit Beispielen aus Film, Regie und Kamera“. BELTZ 2019. 34,95 EUR. ISBN978-3-407-36667-2.

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Daten bis in alle Zeit

3-D-Druck als Datenspeicher

Screenshot
Analog zur Funktionsweise von DNA haben findige Leute ein Verfahren erforscht bzw. entwickelt, mit dem sie synthetische DNA herstellen können, die als Hochleistungsdatenspeicher dient.

Gekühlt und in einem Trockenmittel gut geschützt aufbewahrt, hält diese Art von Speicher „viele Tausend Jahre“. Hexerei? Magie? Nö. Redundante Datenspeicherung und vom Prinzip Leben abgucken. Die Informationen sind quasi fehlerlos abrufbar, wenn die Redundanz entsprechend genutzt wird.

Dazu werden Fehler-erkennende und Fehler-korrigierende Algorithmen genutzt. Mathematisches Fachwort: „Fountain Code„.

Wie funktioniert das nun?

Mit einer gängigen Laborausrüstung und Stoffen (Chemikalien) werden künstliche DNA-Stränge hergestellt. Darin sind die Daten codiert – ähnlich wie bei biologischer DNA. Das können Produktinfos sein oder z. B. eine Anleitung, wie man einen 3-D-Hasen druckt. Gegen die Gefahr, dass sich – bedingt durch chemischen Zerfall – beim Auslesen Fehler oder Lücken einschleichen, ist das Ganze durch den erwähnten Fehler-korrigierenden Algorithmus abgesichert.

Abgeguckt haben sich das die Datenspeicherprofis von der Natur. Dort kann z. B. in Knochen DNA hunderttausende Jahre überstehen. Also haben die Forscher (ob es auch Forscherinnen gibt, das konnte ich so schnell nicht herausfinden) die künstliche DNA in 150 nm kleine Glaskügelchen eingeschlossen.

„DNA ist derzeit die einzige Datenspeicherform, die auch in flüssiger Form vorliegen kann. Das erlaubg es uns, sie in Objekte jeglicher Form einzubringen“, so einer der Forscher, Yaniv Erlich.

Was macht der Hase da?

Um die These zu untermauern, dass man eine Anleitung für ein 3-D-Objekt in eben jenem Objekt speichern kann, haben die Wissenschaftler den Hasen aus Kunststoff gedruckt und ihm seine eigene Bauanleitung (rund 100 kB) in den oben genannten Glaskügelchen eingefügt.

Möchte man den Bauplan wieder herausholen, trennt man ein kleines Stück vom Hasen ab. Die in den darin in Glaskügelchen eingeschlossene DNA wurde herausgelöst (mittels einer Fluoridlösung) und anschließend sequenziert. Et voila! Diesen Prozess konnten die Forscher 5x wiederholen.

Anwendungsbereiche

So könnte man in der Praxis auch Medikamente, Klebstoffe oder Farben kennzeichnen. Damit könnten Arzneimittelbehörden Messergebnisse der Produktqualitätskontrolle direkt am Produkt erheben. Bei Bauten könnte man noch lange nach Fertigstellung feststellen, welche Produkte von welchen Herstellern verbaut wurden.

Nachteile? Geld und Zeit

Wie so oft… es ist (noch) sehr teuer. Außerdem benötigt das Speichern viel Zeit: Microsoft-Forscher und Forscher von der University of Washington haben es ausprobiert: 5 Bytes speichern dauert 21 Stunden. Wow. Auslesen kann man das dann schon deutlich schneller: 6 Minuten, und die Information ist da.

Quelle: VDI nachrichten vom 24. Jan. 2020

Mehr Infos:
https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2019/12/dna-der-dinge-alltagsgegenstaende-als-datenspeicher.html

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Ausstellung: Rechenmaschinen

Sammlung in Bonn

Im Arithmeum sind seit dem letzten Jahr besondere historische Exponate zu sehen. Die Ausstellungsstücke hat IBM dem Museum geliehen, sie sind bis auf Weiteres in Bonn zu finden.

Mechanik übernimmt Kopfarbeit

1645. Ein junger Mann erfindet eine Maschine, die mit dem Übertrag auf den nächsten Zehner fertig wird: Die Pascaline. Der junge Mann heißt Blaise Pascale. Und sein Vater kann das Gerät als Steuerberater gut gebrauchen. Sie ist aus Messing, Elfenbein und Holz.

1855. Das Piano-Arithmometer von Charles Xavier Thomas de Colmar wurde auf der Weltausstellung 1855 vorgestellt. Es ist die größte Rechenmaschine des 19. Jahrhunderts. Das Arithmometer verwendet das Prinzip der Leibniz-Maschine.

Mehr Infos

Arithmeum:
www.arithmeum.uni-bonn.de

Sonderausstellung:
www.arithmeum.uni-bonn.de/ausstellungen/details/dauerleihgaben-von-rechenmaschinen-aus-der-sammlung-ibm.html

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Webtools

Tools für Webmistress und Content Manager

Lass Deine Website scannen, finde die richtigen Worte und mach keine (Rechtschreib-) Fehler.

Wie? Zum Beispiel mit diesen kleinen Helferlein, die Dir als Tools ein paar lästige Arbeiten abnehmen und Deine Kreativität anstupsen können.

Qualität checken

Link: Screenshotsiteliner.com
Finde Doppelten Content, kaputte Links, die durchschnittliche Seiten(datei)größe, Ladezeit der Seiten, …
Screenshot

Rechtschreibprüfung

Link: www.duden.de/rechtschreibpruefung-online
Duden: Text eintippen oder kopierten Text einfügen. Finde Fehle, Wortwiederholungen, Interpunktion, überzählige Leerzeichen, …
Screenshot

Texte analysieren

Link: https://wortliga.de/textanalyse
Prüfe Lesbarkeit, Lesezeit, Satz- und Wortlänge. Finde Abkürzungen, Nominalstil, Phrasen, …
Screenshot

Suchmaschinen-Magie

Frage an die Welt im Web

Link: answerthepublic.com
Finde Formulierungsideen, Suchverhalten der Weböffentlichkeit, zusammenhängende Begriffe, … Eine Frage oder ein Wort eingeben in Deiner gewünschten Sprache, und das Tool liefert eine grafische Darstellung von Webinhalten:
Screenshot

Wortideen finden durch die Welt im Web

Link: www.hypersuggest.com
Finde Deine Wörter im Zusammenhang, Sätze, Phrasen, Bilder zum Suchwort, News zum Begriff … Wörter eingeben, Ergebnisse finden im Web. Man kann einfach googlen, oder W-Fragen (englisch) dazuschalten, die Sicht einschlägiger Webvorreiter einholen.
Screenshot
Das Ergebnis für meinen Beispielbegriff (englisch mit Wh-Questions):
screenshot

Noch ein Tipp für Bilder: Fotos und Grafiken

Aktuelle Daumenregeln für Bilder im Web:

  • Format: png
  • Bildgröße optimal max. 150 KB

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Ich schaumschlage doch nur die ganze Zeit…

Wenn große Leistungen zu großen Selbstzweifeln führen

Cover„Wenn große Leistungen zu großen Selbstzweifeln führen“ widmet sich dem innerlichen Kampf erfolgreicher Menschen, die sich als Hochstapler fühlen. „Wenn andere wüssten, wie sehr sie mich überschätzen …“, ist dabei nur einer von vielen Gedanken, die betroffene Menschen mit sich herumtragen.

Das Buch richtet sich an interessierte Laien sowie wissenschaftlich und praktisch tätige Fachleute. Dementsprechend ist es auch sehr sachlich im Stil.

Worum geht’s?

Manche Menschen haben trotz belastbarer Belege ihres tatsächlichen Könnens ständig Angst, ihre Erfolge äußeren Zufällen zuschreiben zu müssen und bei nächster Gelegenheit „aufzufliegen“. Sie sind beruflich erfolgreich, erbringen Höchstleistungen und sind offenkundig fähig, qualifiziert und kompetent. Aber… Sie schreiben berufliche Erfolge übermäßiger Anstrengung oder unkontrollierbaren Faktoren wie Glück zu. Sie erleben sich als inkompetent.

Das Phänomen nennt man Impostor-Syndrom oder Hochstapler-Selbstkonzept. Betroffene sind überzeugt, nicht so intelligent und fähig zu sein, wie sie anderen erscheinen. Sie sind überzeugt, dass sie unverdient in ihre Positionen gelangt sind. Sie erleben sich als Betrüger*in und befürchten, früher oder später als Hochstapler*in entlarvt zu werden.

Das Buch befasst sich mit den Merkmalen, Erfassung des Phänomens, seiner Verbreitung, seiner Entwicklung. Darüber hinaus werden Zusammenhänge mit anderen Persönlichkeitsmerkmalen erläutert und seinen Auswirkungen dargestellt. Schließlich wird der Frage nachgegangen, wie man dem Impostor-Syndrom begegnen kann. Und wie man lernen kann, die eigenen Kompetenzen realistisch einzuschätzen, Selbstzweifeln zu begegnen und ein gesundes Wohlbefinden (wieder) zu erlangen.

In einer Gesellschaft, in der Versagensangst, Selbstzweifel oder auch eine allgemeine emotionale Überlastung besonders unter beruflich erfolgreichen Personen selten kommuniziert werden, ist es beruhigend, wenn man sich dank des Buchs mit diesem (Tabu-)Thema intensiver befassen kann.

Mein „Wieder-was-gelernt“-Moment: Am anderen Ende der Skala ist der Dunning-Kruger-Effekt (Selbstüberschätzung) zu finden.

Besonders betroffen sind laut einer vorgestellten Studie Frauen im wissenschaftlichen Umfeld. Und dort besonders Doktorandinnen. Warum? Das Arbeitsumfeld „Wissenschaft“ fördert das Auftreten des Syndroms ( Selbstkonzepts). Wieso? Die professionelle Sozialisation im Wissenschaftsbetrieb fördert die Tendenz zum Impostor, da man sich kompetent und selbstbewusst darstellen muss, und zwar oft mehr als man sich fühlt, z. B. in direkter Konkurrenz zu anderen Promovierenden.

Besondere Faktoren hierbei:

  • Unsicherheit des Karriereweges als Normalität der Wissenschaftskarriere
  • Glaubenssätze über das Arbeiten in der Wissenschaft: „Der Wahrheit verpflichtet“ – obwohl alle wissen: It’s all about pretending
  • Notwendigkeit, sich kompetenter und selbstbewusster darzustellen, als man ist, bei wissenschaftliche Vorträgen auf Konferenzen, Berufungsverahren etc.
  • Frauen sind mehr gefährdet, durch ihre Sozialisation, die eine Machtposition als untypisch einstuft. Oder durch die Unsicherheit, ob man als Quotenfrau die Position bekommen hat statt durch Kompetenz, weil sich z. B. die Hochschule entsprechend darstellen möchte = positive Diskriminierung.

 

Fazit: Interessante Einblicke, Überblicksliteratur zum Thema aus wissenschaftlicher Sicht

Themen

  • Wer ist betroffen und wie verbreitet es sich?
  • Wie entwickelt sich das verschobene Selbstkonzept?
  • Potenzielle Auswirkungen
  • Interventionen

Sonja Rohrmann: „Wenn große Leistungen zu großen Selbstzweifeln führen. Das Hochstapler-Selbstkonzept und seine Auswirkungen“. hogrefe 2019. 19,95 EUR. ISBN 978-3-456-85772-5.

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