World Photo Day – 19. August

Wer hat’s erfunden? Die Australier…
https://worldphotoday.com/blog/category/news/australia

Dazu nochmal eine der wichtigsten Fragen: Worauf muss ich bei Bildern achten, wenn andere Personen im Spiel sind?

  • Urheberrecht: Verwende keine Fotos andere Fotograf:innen ohne explizite Erlaubnis!
  • Recht am eigenen Bild: Abgebildete Personen müssen einer Veröffentlichung zustimmen!

 

Ist das geklärt, dann dürfen Fotos verwendet werden. Am schönsten ist, man macht selbst Fotos und spricht mit den Personen, die man ablichtet :-)

Technik: Danke für die Erfindung dieser kleinen Glückskiste… ohne sie macht Spazierengehen, Urlaubmachen, Feiern und Faulenzen im Freien nur halb soviel Spaß.

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Leben in der Stadt. Motive mit Menschen.

Streetfotografie

Cover Urbanes Leben, großen Metropole, besondere Plätze bieten viele Möglichkeiten. Alltagsszenen und Augenblicke mit der Kamera festhalten oder kleine Geschichten durch ein Bild erzählen. Auch im unmittelbaren Umfeld, sei es die Kleinstadt, das verschlafene Nest oder der Arbeitsalltag, finden sich für die Straßenfotografie ausreichend Gelegenheiten für authentische und ausdrucksstarke Fotos. Ihre Erfahrungen dazu teilt die Autorin und Fotografin in diesem Buch. Es besteht aus genau 3 Teilen: Einleitung (2 S.), Übungen (191 S.) und Fazit (1/2 S.) – 75 Übungen, um genau zu sein.

Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Gestaltung und der Vorbereitung. Technische Details oder Tipps kommen nur ganz vereinzelt darin vor. Als Motiv steht der Mensch im Mittelpunkt. Dafür ist mir der Hinweis zu kurz gekommen, wann man die Protagonisten um Erlaubnis fragen muss, Stichwort: Recht am eigenen Bild. Es wäre schön, wenn die nächste Ausgabe dazu etwas mehr Hilfe geben würde (speziell auf Europa/Deutschland bezogen).

Lichtverhältnisse sehen und „auf die Lauer legen“, den richtigen Moment erkennen, schnell reagieren; um ein sauber komponiertes Bild zu bekommen, gehört alles das mit zum Handwerkszeug. Wer gezielt etwas ausprobieren möchte, findet im Stichwortverzeichnis die „Abkürzung“ zum Gesuchten.

Manches wiederholt sich ein bisschen in den Texten. Was sich auch nicht ganz vermeiden lässt, wenn jede Übung für sich stehen können soll.

Bei den Beispielbildern fehlte mir manchmal ein (ausführlicherer) erläuternder Text, weil mir nicht sofort ersichtlich war, wieso gerade dieses Bidl die Übung veranschaulicht. Oder weil ich mehr über die Entstehung des Bildes erfahren wollte, um die Übung besser selbst nachmachen zu können.

Tolle Ideen habe ich für ungewöhnliche Selfies für mich mitgenommen. Mein zweites Herzensthema sind dann jetzt wohl… Hände!

Fazit: Viele Anregungen, ein paar davon könnte man weglassen (zu ähnlich) und damit die nächste Auflage straffen. Ansonsten tolles Thema :-)

Themen

  • Straßenportraits
  • Ausdruck
  • Licht
  • Schatten / Silhouetten
  • Streiflicht
  • Abstraktion
  • Spannung
  • Bewegung
  • Komposition / kreative Ausschnitte
  • Farbe und Schwarzweiß

Valérie Jardin: „Streetfotografie. 75 Übungen für bessere Bilder“. dpunkt 2021. 29,90 EUR. ISBN 978-3-86490-832-3.

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„Freiburger“ Sommerstudium am Strand

Kurzbericht informatica feminale Ba-Wü

Arbeitsplatz mit Rechner, Thermoskanne, Papier, Stiften, Calliope, Krokodilklemmen...Das Sommerstudium in diesem Jahr ist komplett online gelaufen, und war doch auch in Furtwangen und in Freiburg – wie ursprünglich geplant, widergespiegelt in den Grußworten beim Auftakt.
Wie wir alle schon festgestellt haben: Dies hat Vorteile. Und Nachteile.

Natürlich spart man sich jede Menge Umstände… Anreise und Abreise, Hotelsuche, jeden Morgen der Weg zum Hörsaal oder Seminarraum. Und man kann vielleicht viel mehr Angebote wahrnehmen (Vernetzungsabend, F*ckup Night, Abschlussrunde in der Mittagspause).

Dafür fehlen: Flurgespräche, Pausenbekanntschaften. Essen, Cafeteria mit Heißgetränken und Keksen. Eine andere Aussicht aus dem Fenster. Lustige Bahngeschichten von der Reise hierher.

Wir haben diesmal alle das Beste draus gemacht, davon bin ich jedenfalls überzeugt.

Die Bar

Immerhin wäre ich „in echt“ nie in der Strandbar der IF unter Palmen gelandet (statt in einem Seminarraum der Uni als Cafeteria).

Screenshot

Diverse Dinge aus dem Care-Paket, Faszienbälle, Anschreiben, SamentütenUnd so konnte ich mich ganz  bequem abends in die Events reinbeamen…

Natürlich hätte ich alle auch gern persönlich kennengelernt, wäre im Kursraum herumgelaufen und hätte in echt über Schultern geschaut. Insgesamt war es jedenfalls sehr, sehr nett. Wie immer bei den IFs und meccanicas.

Und für die Haptik hatten wir ja die Care-Pakete. Übrigens passt in die FruchtSecco-Kartons super mein Paar Fingerpuppen rein (s. Bild). Kreativ macht so ein Sommerstudium offensichtlich in jedem Fall.

Keynote: „Bridging the Gender Data Gap“

Screenshot

Ohje, schon wieder Gender? Das war mein erster Gedanke. Denn bisher habe ich noch keinen guten Vortrag über das Thema erlebt. Bis jetzt. GROSSARTIG! Auf so einen fundierten Einblick in das Thema, mit Fokus auf die Datenbasis, mit (Warn-)Hinweisen zu verführerischen biasierten Blicken habe ich gewartet. Und am Eröffnungstag habe ich ihn bekommen, von Prof. Dr. Helena Mihaljević (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin). Sie hat uns „Publikationspraktiken im MINT-Bereich in den letzten 50 Jahren“ vorgestellt, was viel langweiliger klingt, als es ist. Darin fanden sich im Kern Vergleiche zwischen Männer- und Frauenanteil sowie weitere Aspekte, die sich zeigen, wenn man mal tief in die Publikationsdaten eintaucht.

ScreenshotLernen und gewinnen konnte man hier:

  • Gute Argumente, warum das Thema (Immer noch?!?! JA sicher!) aktuell ist.
  • Einblicke, wie man Daten erfasst, interpretiert, einschätzt in einem größeren Kontext.
  • Überblick, was an Fakten bekannt ist und was nicht bzw. in welchen Fächern mehr oder weniger Daten vorliegen.

Austausch: F*ckup Night

Unter dem Titel „F*ckup Night meets Informatica Feminale“ haben wir am Mittwochabend in fröhlicher Runde über Fehler und Fallen geplaudert. Das war nicht nur ermutigend, sondern teils auch sehr lustig. Wir haben Gemeinsamkeiten entdeckt und die Macht der Fehlerkultur. Es gab Berichte von Vorstellungsgesprächen, Mann-Frau-Missverständnissen, Machtspielchen und sogar ein Lehrstück über „Hot Pants“ – was weniger mit Kleiderwahl als vielmehr etwas mit Technikbedienung zu tun hatte… Und dass man Geräte beim ersten innovativen Einsatz lieber nicht 1 Sek aus den Augen lässt!

Einige von uns sind vermutlich schlauer ins Bett gegangen, als wir morgens aufgestanden waren. Ein großartiger Abend!

Workshop: Herz & Hirn für mein virtuelles Haustier

Schließlich fehlt noch ein Bericht aus einem Kurs bzw. Workshop.

Screenshot Abschlusspräsentation Haustier-Robot mit Kartonkatze

Naja, das ist eine eigene Geschichte ein eigener Artikel

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Sommeruni 2021: Herz & Hirn für’s Haustier

Workshop: Herz & Hirn für (m)ein virtuelles Haustier

Foto der Finalpräsentation mit Kartonkatze, Calliope-Platine vor der Brust

Finale: Das Ende. Aber lasst uns am Anfang anfangen…

Am Anfang

Calliope auf der Morph-Matrix als Ausgangspunkt für das Haustier-Konzept

Los geht es mit den zwei Eckpfeilern, die im Workshop immer wieder die Hauptrolle spielen:

  1. Das Konzept: Wir morphen die Eigenschaften möglicher (virtueller) Haustiere
  2. Die Hardware: Platine mit Sensoren und Anschlüssen – damit werden wir arbeiten

Erst mal morphen – Schritt 1 Konzeption. Für die Konzeptionsphase machen wir uns mit einer Kreativitätstechnik vertraut. Dazu sammeln wir ein paar Haustiere (pink, links, Zeilen). Dann entscheiden wir uns für Eigenschaften, die wir zu diesen Haustieren finden könnten (gelb, oben, Spalten). Als nächstes füllen wir die Felder, die sich daraus ergeben. Schließlich dürfen drei Teilnehmerinnen (Grün, Orange, Bleu) die Felder kombinieren. So kommen wir auf fantasievolle, innovative Supertiere. Damit bekommen wir ein paar Ideen, in welche Richtung später mit der Hard- und Software gebaut werden könnte.
Tabelle mit Eigenschaften der virtuellen Haustiere

Wir bilden Blöcke – Schritt 2 Editor. Für die Konstruktion nutzen wir eine grafische Programmierumgebung. Verschiedene Paletten (Logik, Sensoren, Kontrolle, Mathematik etc.) bieten verschiedene Komponenten und Bausteine für die Programmierung. Wir starten, die Orientierungsphase ist angelaufen.

Programmcode und Simulation in der EditoransichtDort kann man praktischerweise die Hardware auch als Simulation ablaufen lassen, so dass man schnell mal sehen kann, was schon läuft. Da kann man auf Knopfdruck die Werte für die verschiedenen Sensoren einstellen oder „schütteln“, um den Lagesensor anzusprechen. Wenn es denn klappt, wie geplant ;-)

Was uns zum nächsten Punkt führt…

Der schweißtreibende Teil: Die eigentliche Arbeit

Schritt 3 Lustiges Debugging Nachdem alle mal ein bisschen gebaut haben, kommen – wie erwartet – die ersten Hindernisse. Wie geht es weiter? Was ist – f*** it – falsch am eigenen Code? Wieso verd**** geht denn das nicht?!?

Screenshot Programmcode und Tn-Runde
Wir suchen. Wir fragen nach. Wir vermuten Ursachen und verwerfen sie wieder. Das Übliche. Erfolgsmeldung: Wir haben alles geklärt, was uns auf dem Weg zum laufenden Programm blockiert hat. Ha!

Damit kommen wir zu einem weiteren Schritt 4 Showbühne vorbereiten. Alle sind aufgerufen, ihre Ergebnisse zu präsentieren (schließlich wollen wir hier nicht nur Programmierskills vermitteln, sondern auch ein paar Soft Skills drumherum.) Dazu entsteht eine ganze Menge an Material, das nach Auswahl der relevanten Artefakte und in geeigneter Reihenfolge aufbereitet wird.

Screenshot

So wie im Bild läuft jede Präsentation ab: Was war geplant (ggf. wie), wie sieht die Programmierung aus, und – ganz wichtig – wie sieht es aus, wenn das läuft? Kurz gesagt, alles drin: Planung, Programmierung, Pokal.

Abschlusstag

diverse Kamerabilder als Collage

Am dritten Tag ist die Stimmung gut. Einige Haustier-Settings sind am Start, jetzt nur noch das Finetuning für den Teil „Show&Tell“.

Finalfoto mit verkabelter Karton-Katze

Die Katze mit den LED-Ohren lächelt, und da ist sie nicht die Einzige.
Finale! Oh-ho… Finale! Ohohohooo!

Screenshot Tn-Runde

Alle Programme laufen, alle Haustiere sind zum LEBEN erweckt, die Laune ist entspannt und fröhlich :-)

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In 80 Spielen durchs LOT

80 Spiele für Live-Oline-Trainings

CoverLive-Online-Trainings (LOT) erleben (offensichtlich) einen Boom. Virtuelle Lernformate können oft genau so reichhaltig und lebendig sein wie Face2Face-Veranstaltungen. Hier wie dort sorgen die Formate dafür, dass sich die Teilnehmer:innen kennenlernen, in Interaktion gehen, Themen bearbeiten. Dass gewiefte Anwendung, Auffrischungen und Wiederholungen das Gelernte vertiefen.

Virtuelle Vorreiter:innen und Praktiker:innen sind der Einladung gefolgt, ihre besten Übungen und Spiele zu beschreiben. 22 davon habe ich als persönliche Lieblingsübungen für mich markiert. Davon will ich mir jetzt nochmal 4 ansehen, mit denen ich meinen nächsten Workshop bestreiten könnte. Mal sehen, mal sehen…

In der vielfältigen Sammlung finden sich Spiele, die teilweise nur online funktionieren sowie klassische Übungen, die durch einen gewissen Dreh nun auch online durchgeführt werden können. Alle Beschreibungen sind kurz und gleichzeitig nachvollziehbar und sofort umsetzbar. Man erfährt jeweils auch etwas über Einsatzbereich, den Vorbereitungsaufwand, Anforderungen an die Plattform, Spielvarianten und bekommt weitere praktische Hinweise der Trainingsprofis.

Ein Beispiel: „Das weiße T-Shirt“ (Vorschlag von Evelyne Maaß und Karsten Ritschl). Hier üben die Teilnehmenden mit einem T-Shirt das improvisierte Geschichtenerzählen. Mit haptischem Anteil, der das Ganze eindrucksvoll macht.Wie genau, das steht im Buch ;-)

Fazit: Umfangreiche Werkzeugkiste für Gruppen, die sich online zusammenfinden. Praxis-bewährt.

Themen

  • Aktivierung für Zwischendurch
  • Abwechslung, Auflockerung, Bewegung
  • Feedback, Reflexion & Rückmeldungen
  • Gelerntes verankern
  • Kommunikation
  • Kooperation
  • und der passende Abschluss

Gert Schilling (Hrsg.): „80 Spiele fürs Live-Oline-Training. Von der Aktivierung bis zur Interaktion mit Tiefgang: Lebendige, sofort umsetzbare Übungen für virtuelle Lernformate“. managerSeminare 2021. 49,90 EUR. ISBN 978-3-95891-085-0.

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„Zukunft erfolgreich gestalten: Frauen in der Wirtschaft“

ditact-Eröffnung

Screenshot
Die offizielle Eröffnung der ditact_womens IT summer studies 2021 erfolgt online. Sie ist öffentlich zugänglich.

Wann? Mo 23. Aug. 2021 von 12:30 bis 14 h

Die Keynote spricht Hon. Prof. DI Dr. Brigitte Bach. Die technische Physikerin und Astronomin ist seit Anfang 2021 Vorstand der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation.

Im Anschluss an die Keynote gibt es eine Statementrunde der Partnerinstitutionen der Salzburger Hochschulkonferenz – Fachhochschule Salzburg, Pädagogische Hochschule, Universität Mozarteum, Paracelsus Medizinische Privatuniversität und Privatuniversität Seeburg.

Thema Zukunft

Worum geht es in der Keynote? Zitat von der Website: „Die einzige Konstante ist die Veränderung. Dies wird in Zeiten einer weltumspannenden Pandemie, dem Klimawandel und der Digitalisierung umso augenscheinlicher. Die Rufe nach zukunftsorientierten Konzepten zur Bewältigung dieser Herausforderungen sind allgegenwärtig und hier stellt sich nun die Frage, wer diese gestaltet. Um gesamtheitliche Lösungen zu finden, ist es wichtig, dass Leute mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Ansätzen daran arbeiten. Frauen sind also ein integraler Teil dieser Veränderung und nur mit ihnen in der Verantwortung wird es möglich sein zukunftsorientierte Antworten auf die Fragen der Zeit zu finden.“

Gerne auch teilen und weitersagen – Danke!

Mehr Infos:
https://ditact.ac.at/course/2248-online-ditact-er-ffnung

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IT-Vorträge & Co. verdichtet visualisieren …

… und Gelesenes auch.

Sketchnotes in der IT

CoverDas ist das einzige Sketchnotebuch für den IT-Bereich, das ich kenne. Und es braucht Konkurrenz auch nicht zu fürchten. Es enthält, komplett aus der Perspektive der Arbeit in der IT eine vielfältige Einführung ins Sketchnoting für alle möglichen Einsatzbereiche. Alle Einsatzbereiche kann ich mir gut vorstellen (nur nicht die tägliche Arbeitsplanung, was an meinen persönlichen Präferenzen liegen mag).

Zuerst gibt es allgemeine Grundlagen: Aufbau des Buches, Definition von Sketchnotes, analoge und digitale Sketchnotes. Dann folgen genau die verschiedenen Settings, für die Sketchnotes eine gute Wahl sein können. Die Tipps, wie man niedrigschwellig anfängt und sich dann nach und nach steigern kann, haben mich überzeugt und können auch skeptische Neulinge leicht motivieren.

Die Materialtipps sind sehr kurz gehalten, allerdings absolut ausreichend, da findet man die wesentlichen Punkte (z. B. was brauchbare Stifte „können müssen“).

Toll:

Einige Symbolideen finde ich sehr passend, z. B. die Idee, wie man „Benutzbarkeit“ skizzieren kann. Sehr, sehr einfach sind auch die Zeichenanleitungen, schlicht und „unvermalbar“, alle als Schritt-für-Schritt-Abfolge dargestellt. Außerdem gefällt mir außerordentlich gut der Hinweis, wie man selbst auf weitere, eigenen Ideen kommt, u. a. mittels Anschmeißen der bewährten Googlemaschine (kleiner Spoiler, z. B. so: $begriff icon).

Nicht so toll:

Bei den Grafiken, die das jeweils im Text beschriebene veranschaulichen sollen, gab es einige wenige, die mir nicht gefallen haben. Warum? Es sind Abbildungen, bei denen zwar vermerkt ist, aus welchem Vortrag-Sketching sie stammen (mäßig interessant), aber nicht, was sie genau verdeutlichen sollen. Und im dazu gehörigen Abschnitt ist auch nicht auf die Abbildungsnummern referenziert. Hmpf. Die zweite Sache, die mir nicht gefällt, ist im Abschnitt „Vorbereitung“ zu Votragssketches zu finden. Da rät die Autorin tatsächlich: „… solltest du deinen digitalen Stift zur Hand haben.“ Im Ernst?! Wer da nicht selbst drauf kommt, wie soll er oder sie dann aus dem Vortrag in Echtzeit die wichtigsten Punkte herausfiltern können, um sie zu zeichnen? (Meine bescheidene Meinung zur Qualifikation und grundlegender kognitiven Voraussetzung …). Der Satz kann in der nächsten Auflage raus ;-)

Added Value:

Der Hinweis, dass man Sketchnote sehr gut teilen kann, so dass andere (z. B. Vortragsteilnehmende) auch was davon haben. Mein erster Gedanke: Sowas ist auch super zum Netzwerken geeignet :-)

Anders als andere „Protokolle“ sieht man sich solche verdichteten Infos, die visuell ansprechend sind, doch eher nochmal an, um sich das jeweilige Thema ins Gedächtnis zu rufen.

Autorin

Lisa-Maria Moritz ist Softwareentwicklerin. Sie arbeitet als Consultant im Bereich der Full-Stack-Entwicklung und interessiert sich auch für Softwarearchitektur. Seit einigen Jahren macht sie unter anderem bei Meetups und Konferenzen Sketchnotes, um das sich an das Gehörte besser erinnern zu können. Sie begleitet seit 2020 regelmäßig „Softwarearchitektur im Stream“ mit einer Sketchnote. Ihre Expertise merkt man dem Buch an. Online ist sie als teapot418 präsent, nach ihrem Lieblings-HTTP-Status-Code ist „418 – I’m a teapot“. In ihrem Blog kann man sich einen Eindruck verschaffen: www.sketchnotes.tech/blog

Fazit: Handwerklich erstklassig, in gut verständlichen Abschnitte dargestellt. Perfekte Länge. Auch für „Unkreative“ absolut machbar.

Themen

  • Sketchnotes von Vorträgen
    • Live
    • Aufgezeichnetes
  • Sketchnotes als Überblick über Schriftliches (Bücher, Blogs etc.)
  • Sketchnotes von Meetings
  • Symbolbibliothek

Lisa Maria Moritz: „Sketchnotes in der IT. Abstrakte Themen mit Leichtigkeit visualisieren“. dpunkt 2021. 22,90 EUR. ISBN 978-3-86490-830-9.

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Neuer Studiengang: Cyber Physical Systems

Uni Duisburg-Essen

Screenshot Diagramm StudiengangIm Wintersemester 2021/2022 startet der neue Masterstudiengang Cyber Physical Systems (CPS). Zunächst 30 Studierende pro Semester mit Bachelorabschlüssen in Informatik oder den Ingenieurwissenschaften lernen, vernetzte Verbundsysteme aus softwaretechnischen Komponenten, mechanischen und elektronischen Teilen zu entwickeln und dabei auftretende Probleme fundiert zu analysieren und zu lösen.

Anwendungsgebiete:

  • Mobilitätssysteme
  • intelligente Stromnetze
  • Industrie 4.0

Hochkomplexe Systeme

Verteilte und eingebettete Systeme erfassen mittels Sensorik den Zustand der physischen Welt, verarbeiten ihn mit Methoden der künstlichen Intelligenz und
initiieren darin Veränderungen mit Aktuatoren.

Studium

Im Studium werden tiefergehende Kenntnisse aus der Informatik vermittelt, die zum Entwurf, Bau und Betrieb sowie zur Weiterentwicklung des Gebiets der CPS benötigt werden. Der Studiengang ist projektorientiert ausgerichtet mit einem fächerübergreifenden Fokus. Er vereint Studis aus der Informatik und aus den für CPS wichtigen Ingenieurwissenschaften Maschinenbau und Elektrotechnik.

Dazu gibt es zwei Schwerpunkte für den Einstieg: Für Informatiker:innen werden Studis mit einem Bachelorabschluss in Informatik zusätzliche grundlegende Kenntnisse aus den Ingenieurwissenschaften vermittelt. Im Einstiegsschwerpunkt für Ingenieur:innen werden die Studis mit einem Abschluss in Ingenieurwissenschaften zusätzliche Grundlagenkenntnisse aus der Informatik vermittelt, damit sie die für CPS besonders relevanten Kenntnisse in der Informatik erwerben.

Die zentralen CPS-spezifischen Inhalte studieren alle gemeinsam. Gearbeitet wird (z. B. in und für Projektarbeiten) in gemischten Teams. In den ersten drei Semestern werden fachliche und nichtfachliche Kompetenzen in studentischen Projektgruppen erworben; außerdem gibt es davon unabhängige Vorlesungen. Im 4. Fachsemester wird Masterarbeit ausgearbeitet (Dauer: 6 Monate).

Mehr Infos

www.uni-due.de/vdb/studiengang/494/detail

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Uni Bremen Jul bis Sep 2021: Kurse & Co. in Technikwissenschaften

Kostenlos auf hohem Niveau weiterbilden

Alle Veranstaltungen online

24. Internationales Sommerstudium Informatica Feminale
www.informatica-feminale.de

13. Internationale Ingenieurinnen-Sommeruni
www.ingenieurinnen-sommeruni.de

Die Sommeruniversitäten umfassen rund 60 Kurse mit Fachinhalten der Technikwissenschaften vom Studieneinstieg über Grundlagen bis zu Spezialthemen. Workshops zu Beruf und Karriere runden das Programm ab.

Themen:

  • Nachhaltigkeit und Technologien
  • Modellierung und Datenanalyse
  • Biotechnologie
  • Maschinelles Lernen
  • Bildauswertung
  • Ethik in der Technikgestaltung
  • Programmierung für Profis und für Einsteigerinnen
  • Mensch-Computer-Interaktion
  • Erneuerbare Energien
  • Gender und Diversity in der Technikinnovation
  • Gender- und Diversity-Kompetenzen in Studium und Beruf
  • Datenschutz und Sicherheit
  • Robotik und technische Netzen
  • Datenbanksysteme
  • Betriebssysteme
  • CAD-Modellierung
  • IT in der Medizin
  • Projekt- und Qualitätsmanagement
  • Schreibtechniken
  • Verhandlungsstrategien

 

Das Programm der 24. Informatica Feminale und die 13. Ingenieurinnen-Sommeruni wird sukzessive auf den Websites veröffentlicht:
Wann? Juli bis Sep. 2021

Der Umfang der Lehrveranstaltungen entspricht mindestens einer Semesterwochenstunde in geblockter Form. Teilnehmerinnen können Leistungsnachweise sowie Credit Points erwerben. Unterrichtssprachen sind Deutsch oder Englisch.

Die Teilnahme an allen Lehrveranstaltungen ist 2021 sowohl für Studentinnen wie erwerbstätige Frauen kostenlos.

Radio IT: Beiträge im Deutschlandfunk
(Juli 2021)

Aus meinem Posteingang…

IT-Studentinnen und Gendern im Radio

Der Deutschlandfunk hatte jetzt Beiträge zum Frauenstudiengang Informatik und Wirtschaft an der HTW Berlin sowie zur Studentinnenförderung der Informatik an der Uni Bamberg.

Der Beitrag Anfang Juli 2021 in Campus & Karriere heißt „IT, aber nicht für Männer: Was bringen reine Frauenstudiengänge?“

Link:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/07/02/it_aber_nicht_fuer_maenner_was_bringen_reine_dlf_20210702_1439_655a1434.mp3

Am 2. Jul. 2021 gab es den Schwerpunkt „Geschlechtergerechte Sprache? Gendern in der Bildung“ dort.

Link:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/07/02/campus_und_karriere_02072021_ganze_sendung_dlf_20210702_1435_8a57429a.mp3

Mehr Infos:
https://deutschlandfunk.de/campus

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Virtual Grace Hopper Celebration 2021: Theme & Dates

Aus meinem Posteingang…

Announcing Virtual Grace Hopper Celebration 2021 Theme

The last year, marred by a global pandemic, social injustice and upheaval in our professional and personal lives, forced us all to think differently about how we show up, interact and lean into uncertainty. We’ve seen incredible innovation, remarkable fortitude, and unwavering bravery in the face of such monumental shifts to our world.

For this year’s Virtual Grace Hopper Celebration (vGHC 21), we announce our theme – #DareTo. Meant as a call to action and reminder of all that we have to offer: to ourselves, to our communities, to our place of work, and to each other.

We invite you to #DareTo make a difference, #DareTo join our community and #DareTo drive inclusive technology that will shape our future.

Who? Tech women, allies, and sponsors

When? Sep 27 to Oct 1, 2021

Want to be part of our #DareTo Marketing Campaign? We invite you to record a 20 second video and tell us:

    • Your name
    • Where you’re from
    • How you Dare To inspire, innovate or transform the tech world
    • Why you’re excited to attend vGHC 21

Thank you for being part of the movement to transform tech!

Links:
Celebration: https://ghc.anitab.org
Registration & dates:
https://ghc.anitab.org/attend/registration

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Sporen vom Bärlapp

Wissenschaft für die Ferien

Sporentauchen

ScreenshotIn einem ihrer Videos hat Kathi Bärlappsporen auf die Oberfläche einer mit Wasser gefüllten Schale gestreut. Weil diese hydrophob sind, kann man die Hand durch die Sporen ins Wasser eintauchen, ohne nass zu werden. Hier kann man Kathis Experiment ansehen:
www.youtube.com/watch?v=bUOPw5tukzw

Das kann man an einem verregneten Sommertag sicher gut zu Hause ausprobieren. Und ein fröhliches Gelb hat man dann auch gleich hergerichtet … sonnenscheinfarbene Spielerei

B-)

Weitere lustige Effekte

Screenshot

Noch viel mehr Spielereien und Verblüffungen, eingesammelt auf minkorrekt.de (methodisch inkorrekt), findet Ihr hier in Form von Podcasts:

 

Schön: Die kann man sich als mp3 auch für den Offlinegebrauch herunterladen.

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Space-Hamsta! Nicht süß! (Doch)

Das Raumschiff der kleinen Forscher

CoverKim, Vanessa und Metin staunen nicht schlecht, als sie einen kleinen Hamster treffen, der ein  Raumschiff fliegt. Er lädt sie ein, ihn zu seinem Heimatplaneten zu begleiten. Auf ihrer Reise durch den Weltraum erleben sie jede Menge Abenteuer …

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es richtige Wissenschaft enthält. Und dass man mitmachen kann! Viele Zutaten habt Ihr vielleicht schon zu Hause: Eine Batterie, einen Staubsauger, Ü-Eier, einen Luftballon und hier und da eine:n Erwachsene:n.

Junge Bücherfans sind eingeladen, mit auf eine Weltraummission zu kommen und dabei Forscher:in, Ingenieur:in und Techniker:in zu werden.

Die Mischung ist sehr gelungen, die Zielgruppe wird mitreißend in die Abenteuer katapultiert… und die Experimente passen sehr gut in den Kontext der Geschichte. Die Kids werden hier immer in ihrer eigenen Weltsicht ernst genommen. Mehr als die Erwachsenen, die nur assistierende Funktionen haben. Sehr lustig und angemessen finde ich auf jeden Fall, dass die Erwachsenen unter der Zutatenliste der Experimente eingebaut sind!

Schön ist auch der Cliffhanger am Ende, die Rückreise könnte nochmal ein Buch geben. Das will ich dann auch lesen!

Jo Hecker ist Autor und Ingenieur und Wissenschaftsjournalist, er erklärt anhand von einfachen Experimenten verschiedene Phänomene absolut einprägsam.

Ein Lieblingslearning von mir in diesem Buch ist diese Definition, die ich daraus mitnehme: Statistik ist ausprobieren und zählen, Mathematik ist vorher überlegen und weiterdenken.

Fazit: Lustige Mischung aus Abenteuer, Mathematik & Naturwissenschaft. Selbst lesen, verschenken, unbedingt einige Experimente ausprobieren! Unbedingt!!!

Themen

  • Wie oft muss man 1 Tafel Schokolade brechen? (Nachher unbedingt die Schokolade essen)
  • Ü-Eier-Experimente (vorher unbedingt die Schokolade essen)
  • Kaugummis kauen für die Sicherheit
  • Planeten mit und ohne Atmosphäre
  • Feuer, Wasser
  • Gefahr, Rettung

Joachim Hecker (Autor) & Sabine Kranz (Illustratorin): „Das Raumschiff der kleinen Forscher. Spannende Experimente zum Selbermachen“. rowohlt 2021. 20,- EUR. ISBN 978-3-499-21738-8.

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Eins sein mit der Welt, durch die Kameralinse

Flow – Fotografieren als Glückserlebnis

CoverAm Beispiel der Straßenfotografie nimmt uns die Autorin (Biologin und Fotografin) mit auf ihre persönliche Reise zum Flow. Also zum Zeitvergessen und Einswerden mit der Welt, transportiert durch den Akt des Fotografierens.

Der Anspruch ist, das Phänomen des Flows auf wissenschaftlicher Basis zu vermitteln und die Verbindung zur Fotografie zu beleuchten. Dabei knüpft das Buch an die Erfahrung der Leser:innen an; denn fast jede und jeder hat diesen Zustand schon mal erlebt, beim Musizieren, beim Sport, beim Lösen einer komplizierten Aufgabe, beim kreativen Schreiben oder eben auch beim Fotografieren. Oft ist das ein wichtiger Faktor, der auch die Weiterentwicklung hin zur Expertise auslöst, unterstützt oder triggert.

Neben den Erläuterungen zum Flow und wie dieser beim Fotografieren quasi eingeladen werden kann, gibt es Aufgaben, die man ausprobieren kann. So bekommtn man Impulse für eigene Umsetzungsideen (d. h. Herausforderungen finden, die für Flowerlebnisse notwendig oder hilfreich sind). Mein Favorit: Einmal losgehen und soviel wie möglich zu einem vorher festgelegten Thema fotografieren (eher wildes Knipsen, einfach draufhalten, „aus jedem erdenklichen Winkel“). Und dann dasselbe mit Limitierung: Maximal 5 Fotos zu machen ist erlaubt. Nach beiden Sessions ist die Aufgabe damit beendet, 1 einziges Foto aus der Ausbeute auszuwählen. Und für sich zu reflektieren, was man dabei für sich erlebt hat und mitnehmen kann, um künftig den eigenen Flow vorzubereiten.

Immer wieder wiederhlt sich der Inhalt, die Definition und Beschreibung der Benefits des Flow kommt für meinen Geschmack (viel) zu oft vor. Gut daran ist, dass man das Buch so besser querlesen kann.

Das Ganze ist eine Kombination aus Psychologie, Motivation (Flow) und Gestaltungstechnik (Fotografie). Für mich mit klarem Schwerpunkt auf den ersten beiden.

Die Bilder sind meist gestalterisch gut und passend zum Text ausgewählt. Bzw. passen die Texte zu den Fotos, nur manchmal hat mich mal ein Text irritiert, weil er für mich zu wenig zum Foto passte bzw. umgekehrt.

Als Start gut ist der kurze Überblick zum Stand der Wissenschaft zum Thema Flow.

Die Verbindung von Flow und Depression zu ziehen, diese Bezüge finde ich in diesem Kontext fast gewagt. Für mich geht das über das Thema hinaus. Hier wird mir auch nicht klar, wie fundiert diese Aussagen oder Schlussfolgerungen sind. So dünnes Eis hat das Buch eigentlich nicht nötig, m. E. sollte man diese Thema weglassen. Oder andersrum klarer aufblättern und nicht nur andeuten.

Insgesamt ist mir das Buch zu lang, darunter leidet die Struktur. Je mehr ich lese, desto mehr bekomme ich das Gefühl, das Thema zerfasert sich ziemlich. Wobei die Überschriften immer klar sind. Mir fehlte: Wieso kommt dieser Aspekt (nochmal) an dieser Stelle?

Als Hinweis taucht auch das Thema Texten auf, dass es für (professionellere) Fotografie notwendig ist, die Bilder und Motive auch in Worte zu fassen, für Auftraggeber:innen, Wettbewerbe etc. Also Titel, Beschreibung, Konzept. Eine konkrete Anleitung gibt es dazu zwar nicht, dafür wird die Notwendigkeit des Textens zu Bildern klar. Das finde ich gut.

Fazit: Zu lang. Leider, das Thema ist spannend.

Themen

  • Flow: Definition
  • Kreativität: Definition
  • Glück: Definition
  • Flow-Zustand erreichen: Wie?
  • Flow & Foto: Kamera, Persönlichkeit, Thema
  • Inspiration: Flow im Bild

Pia Parolin: „Flow – Fotografieren als Glückserlebnis“. dpunkt 2020. 34,90 EUR. ISBN 978-3-86490-783-8.

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Schwärme: Mechanik, Dynamik, Struktur und Funktionsweise

Heuschrecken haben keinen König

CoverAlles beginnt mit der Heuschreckenplage. Ein uraltes Phänomen. 1875 gewissenhaft dokumentiert: 12.5 Billionen Tiere, die u. a. die kleine Farm (aus „Unsere kleine Farm„) kahl fraßen. Ein Schwarm, der 175 x 2.000 km (!!!) groß war. Oha.

Ortswechsel: In Asien blinken Leuchtkäfer synchrone Lichtvorführungen in den Dschungel, Tausende Käfer in perfekter Harmonie, im selben Rhythmus. Solche und andere faszinierende und auf den ersten Blick kaum zu erklärende Vorgänge haben Forschende aus Mathematik und Physik zusammengebracht, sich mit anderen aus der Biologie zusammen zu tun, um die Strukturen hinter den Beobachtungen zu ergründen.

Wie werden aus einzelnen Heuschrecken sonnenverdunkelnde Wolken von Wanderheuschrecken? Was passiert mit Darwins „Survival of the fittest“, wenn sich z. B. Arbeiterinnen (Ameisen, Bienen etc.) gar nicht fortpflanzen? Wie macht die Evolution das? Wieso findet ein von England nach Amerika per Kiste und Flugzeug verfrachteter Vogel wieder zurück und warum kann er das in so kurzer Zeit schaffen?

Diese und mehr Fragen stellen sich, während ich das Buch lese. Die meisten werden beantwortet, andere, unerwartete Fragen eröffnen sich. Und machen mich wieder neugierig auf diese verdammt interessante Welt da draußen. Wie entsteht das Verhalten von Insekten- und Vogelschwärmen, ohne dass es zentral koordiniert wird? Was hat das Schwarmverhalten von Fischen und Käfern mit Magnetismus und Laserstrahlung zu tun? Der Autor ist Physiker, er widmet sich diesen faszinierenden Themen und unerwarteten Verbindungen.

Wo verstecken sich die Antworten? Interdisziplinär: Biologie, Physik, Mathematik. Informatik spielt auch mit. Zugrunde liegende Muster und emergente Ordnungsprinzipien teilen sich in vielfältigen Phänomenen mit. Ähnlichkeiten und Naturgesetze erschließen sich mir, wo ich nicht damit gerechnet hatte. Ferromagneten und Baby-Heuschrecken folgen denselben Selbstorganisationsregeln. Wow.

Das Buch zeigt Parallelen der biologischen Vorgängen zu physikalischen und technischen Prozessen. Angedeutet wird am Rande auch, was das tierische Verhalten und menschliche Gesellschaften verbindet.

Es wird ein bisschen Mathematik benötigt, chemische Grundvorstellungen (z. B. Atomkern und Elektronen auf ihren verschiedenen Energieebenen) und Physik werden in Erinnerung gerufen. Die angeführte Wissenschaft ist gut verständlich erklärt; ist man gerade denkfaul, kann man auch einfach z. B. die mathematischen Erläuterungen überspringen und trotzdem noch folgen.

Schade, dass die Bebilderung schwarzweiß ist; da wäre Farbe nett. Außerdem hätte man bei den Bienen und Ameisen sehr gut Brutpflegerinnen, Nestbauerinnen, Nahrungssammlerinnen und Soldatinnen schreiben können – schließlich sind das alles weibliche Wesen. Dafür ist das Buch sehr überschaubare rund 120 Seiten dünn. Erstaunlich, wieviel man da hinein packen kann! Und im Anhang kann man dann noch tiefer in die Wissenschaft eintauchen, wenn man möchte.

Fazit: Aus einfachen Gesetzmäßigkeiten entstehen komplexe Phänomene – interessant, spannend, weckt jede Menge Neugier! Mehr davon!!

Themen

  • Wie bildet sich ein Schwarm?
  • Wie sind Schwärme strukturiert?
  • Wie kommunzieren die Schwarmmitglieder?
  • Wer koordiniert das Ganze?
  • Wie orientiert sich so ein Schwarm?
  • Wie finden Schwärme ihren Weg?
  • Staaten und Kasten im Schwarm

Helmut Satz: „Heuschrecken haben keinen König. Schwarmbildung und Selbstorganisation in Tierwelt, Physik und Informatik“. Wiley-VCH 2021. 24,90 EUR. ISBN 978-3-527-34749-0.

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Eine Woche für das Hirn: Vernetzung und Wissensaustausch zur Gehirnforschung

Brain Awareness Week

Die Brain Awareness Week ist eine weltweite Aktion, die über Fortschritt und Nutzen der Hirnforschung informiert. Jedes Jahr im März stellen Hirnforscher ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor und beantworten Fragen zum Thema Gehirn und Fragen zu ihrer Forschung darüber. In diesem Jahr gab es die Week (auch) in Berlin.

Auf der englischsprachigen Website findet man Rätsel rund um Wissen zum Gehirn, für verschiedene Altersstufen. Außerdem findet man Fact Sheets, ebenfalls aufbereitet für verschiedene Lebens- und Lernalter. Material für Lehrkräfte und andere Profis aus der Bildung stehen dort ebenfalls zum Download bereit.

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Die Brain Awareness Week startete 1996 bescheiden, involviert waren 160 Organisationen in den USA. Die erste Brain Awareness Week wurde organisiert, um verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen. Gruppen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Das Zie war, die Gruppen zusammenzurbringen, die sich für Gehirnforschung begeistern. Noch etwas verbindet sie: Die Hoffnung, dass diese Forschung die Basis bildet für Behandlungen, Vorbeugung und mögliche Heilung von Gehirnerkrankungen, um eine bessere Lebensqualität zu erreichen, in jedem Alter.

Eine nicht ganz kleine Sache.

Hinter der Aktion steht die Dana Foundation, eine private, philantrope Organisation, die sich zum Ziel setzt, das Verständnis über das Gehirn – ob gesund oder krank – durch Forschungsförderung und Öffentlichkeitsarbeit zu vertiefen.

Mehr Infos

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Aquarellfarbenes Glücklichwerden

Florentinchen und das Glück

CoverEin paar bunte Augenblicke mit Florentinchen, und schon ist man dem Glück näher. Also wenn man einen ruhigen Moment findet und sich drauf einlässt, dann auf jeden Fall.

Wunderschöne Aquarelle, leuchtende Farben, viel Weiß: Die Bilder sind fröhlich, mal kunterbunt, dann wieder harmonisch mit viel Grün. Oder ganz in warmen Tönen. Kurze Texte inspirieren zur eigenen Glückssuche.

Die Glücksbotschafterin hier ist das Florentinchen, eine Elfe, die auch nicht ganz perfekt ist… Sie macht vor, wie es geht; Wir sehen ihr zu, wie sie im Alltag und auch in schwierigen Zeiten glücklich ist. Florentinchens kindliche Perspektive bringt uns zurück zum Wesentlichen. Das Buch strahlt die pure Lebensfreude aus.

Florentinchen denkt über das Glücklichsein gar nicht nach. Sie macht die Dinge aus Intuition und kindlicher Sicht richtig. Diese Sicht auf das Leben reißt einen mit, einfach durch Zugucken.

Meine Lieblingsstelle: „Florentinchen, was machst Du?“ – „Ich mach nix.“ (Den Satz hatte ich in Erinnerung, wenn ich was angestellt haben sollte… hier ist er viel schöner.)

Man kann hier und da im Buch selbst kreativ werden und „einen Baum pflanzen“ oder „Blumen zum Blühen bringen“. Ein Florentinchen-Malbuch zum Runterladen bekommt man obendrein auch noch. Sehr schön!

Dünn, leicht, (fast) quadratisch. Inhaltlich beschwingt. Was so beschwingt daher kommt, dahinter steckt tatsächlich Wissenschaft (Pädagogik, Psychologie, Glücksforschung). Das Buch funktioniert für alle Altersgruppen. Das Buch eignet sich sehr, sehr gut als Geschenk. Die fröhliche Kunst bringt Freude, Mut und Leichtigkeit.

Fazit: So. Ein. Schönes. Buch! Bunt und wahr und für alle :-)

Themen

  • Das Gute sehen
  • Herzlich sein
  • Pausen machen
  • Achtsam sein
  • Für andere
  • Dankbar sein
  • Mehr bewegen
  • Sich mögen
  • Ziele und Aufgaben entdecken
  • Freunde finden
  • Welt lieben
  • Lachen

Birgit Osten: „Florentinchen und das Glück. Das Glück liegt so nah, wir müssen es nur erkennen“. Tümmel Verlag 2021. 19,80 EUR. ISBN 978-3-98229330-1. Das Buch ist als Hardcover und mit bester Fadenbindung in einer kleinen Stückzahl von nur 1.000 Stück aufgelegt.

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Random Acts of Kindness

Die Idee

Einfach mal wild und rundum und für irgendwen… FREUNDLICH sein, unangenehme Dinge übernehmen, Kleinigkeiten wertschätzen. Sowas.

Das steckt hinter dem Ausdruck „Random Acts of Kindness“. Davon hatte ich mal gehört, heute morgen ist mir das wieder eingefallen. Ich habe mit dem Team einen Preis bei uns gewonnen und nun sollten wir sagen, wann wir mal wieder im Büro sind. Das kann ich noch nicht sagen, deswegen habe ich vorgeschlagen, dass die „Preis-Verteilerin“ einfach meinen Preis der ersten Person schenkt, die sie auf dem Flur trifft. Mit einem schönen Gruß von mir.

Es gibt eine Website: www.randomactsofkindness.org

Noch mehr Ideen

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Auf der Website findet man Inspirationen, wenn man gerade nicht nachdenken mag oder nicht kreativ sein kann. Macht schon beim Lesen gute Laune, finde ich!

Blog

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Tiefer eintauchen kann man im Blog:
www.randomactsofkindness.org/the-kindness-blog

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Was Entscheidungen verzerrt und wie wir sie verbessern können

Noise

CoverDieses Buch klärt über die Vielzahl von oft zufälligen Faktoren auf, die unsere Entscheidungsfindung stören und häufig leider negativ beeinflussen. Er führt dafür den Begriff „Noise“ ein, den er vom bekannteren Phänomen des „Bias“ abgrenzt. Um zu lernen, diese kognitiven Störgeräusche zu verstehen und mit ihnen umzugehen, gibt er viele Beispiele an und zieht Schlussfolgerungen aus vielen Studien. Denn: Nur wenn mir der Effekt bewusst ist, kann ich auf Dauer bessere Entscheidungen treffen. Oder die Entscheidungsqualität anderer beurteilen.

Das Thema ist nicht ohne, wer bei Statistik immer warme Ohren bekommt, wird hier das eine oder andere Dejavu haben. Über das Gehirn, speziell das eigene Denken nachzudenken, das ist schon eine Sache erhöhter Konzentration. Aber keine Sorge, das Buch gibt immer wieder auch sehr einprägsame Beispiele, verständliche Erläuterungen und treffende Metaphern. So kann man sich Noise z. B. gut merken, wenn man sich vorstellt, dass eine Reihe von Schüssen auf eine Zielscheibe abgegeben wurde, und wir betrachten diese jetzt von hinten, ohne zu wissen, wo das Ziel mit seinem Zentrum war. Noise zeigt dann ein Bild mit vielen Treffern, wild verteilt auf der ganzen Scheibe. Im Gegensatz dazu erzeugt Bias ein anderes Bild, die Treffer konzentrieren sich in einem eher kleinen Bereich. Bei Noise: Eine Streuung. Bei Bias: Eine Clusterung.

Und dieses Grundprinzip des Noise betrachtet das Buch nun vor allem in Bereichen wie Urteilsfindung, Einschätzung (von menschlichem Verhalten) und Prognosen (z. B. wie erfolgreich ist eine heute neu eingestellte CEO?) und zeigt dabei Möglichkeiten (z. B. ist es so, dass regelbasiert arbeitende Algorithmen vielfach menschlichen Urteilen überlegen sind, allerdings auch nicht immer zufriedenstellend genau) und Grenzen (wo unser Gehirn uns gern mal in die falsche Richtung irreleitet).

Wem der Name bekannt vorkommt, vom selben Autor gab es schon einmal eine Rezension in der Zeitung: „Schnelles Denken, Langsames Denken„.

Fazit: Dicker Wälzer, schlaues Thema, erhellend – gut lesbar, wenn man sich Zeit nimmt.

Themen

  • Gerichtsurteile
  • Einmalige Entscheidungen
  • Fehler messen
  • Noise (systematisch) analysieren
  • Noise in Gruppen von Menschen
  • Prädikative Urteile
  • Objektive Unwissenheit
  • Das „Normale“
  • Heuristiken, Bias und Noise
  • Matching
  • Skalen
  • Muster
  • Noise-Quellen
  • Urteilsbildung verbessern
  • Debiasing und Entscheidungshygiene
  • Informationsfluss gezielt steuern
  • Selektion und Aggregation bei Prognosen
  • Leitlinien in der Medizin
  • Leistungsbewertungen
  • Personalauswahl
  • Entscheidungsprotokoll
  • Noise bekämpfen
  • Regeln oder Standards?

Daniel Kahneman, Olivier Sibony und Cass R. Sunstein: „Noise. Was unsere Entscheidungen verzerrt – und wie wir sie verbessern können“. Siedler 2021. 30,- EUR (D) / 30,90 EUR (A) / 41,50 CHF (CH). ISBN 978-3-8275-0123-3.

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