Prozesspsychologie
Prozesse identifizieren, modellieren und optimieren – dazu gehört auch Psychologie. Komplexe Veränderungen in Unternehmen haben unterschiedliche Ursachen. Sei es Unternehmensnachfolge und Generationswechsel, die Zusammenführung von Unternehmensbereichen, die Fusion mehrerer Gesellschaften oder die Einführung und Optimierung von IT-Systemen. Diese Szenarien haben eins gemeinsam: Die Herausforderung, alle Strukturen des Unternehmens zu betrachten und zu berücksichtigen. Veränderungen betreffen dann die gesamten Wertschöpfungsprozesse und damit alle Beteiligten (Führungskräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen).
Für gelungene Veränderungen ist es laut der Autoren und der Autorin zwingend erforderlich, Unternehmensabläufe, Kommunikation und organisationales Wissen zu betrachten und an entsprechenden Zielen auszurichten. Für diese Situationen liefert das Buch einen Ansatz. Prozesspsychologie kombiniert die Expertensichtweisen zu Prozess, Kommunikation und Wissen. Dabei berücksichtigen die Experten psychodynamische Methoden und stellen auch für Psychologie-Laien menschliche Motive als wichtigsten Treiber menschlicher Handlungen im Unternehmenskontext dar. Überlegenswert finde ich z. B. den Einsatz eines Soziogramms, um plastisch die sonst eher verborgenen emotionalen und interpersonellen Kräfte zu visualisieren.
Theorie und Praxis stehen hier in einem ausgewogenen Verhältnis nebeneinander. Die Theorie ist dabei für Fachfremde wie mich verständlich erklärt. Dazu kommen Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis, die sehr gut nachvollziehbar sind. Das Ganze wird lebendig beschrieben, mit Wiedererkennungswert. Interessant, wie ähnlich sich Menschen und Gruppen und Organisationen doch sind. Veränderungsprozesse bringen die üblichen Symptome dann noch deutlicher hervor.
Leider ist das Ende aus meiner Sicht eher butterweich; vielleicht könnte man es in der nächsten Auflage etwas straffen. Und Schwierigkeiten werden zwar angerissen, aber Lösungsoptionen kommen auch da zu kurz. Ansonsten ist das Buch durchaus empfehlenswert.
Fazit: Spannendes Thema, mit anspruchsvollen Theorien als Basis fürs Verständnis
Jörg Heidig, Kim Oliver Kleinert, Thorsten Dralle und Marianne Vogt: „Prozesspsychologie. Wie Prozesse, menschliche Faktoren und Wissen im Unternehmensgeschehen zusammenwirken“. EHP 2012. 37,99 EUR (D) / 59,99 CHF (Schweiz). 29,99 EUR als PDF oder epub. ISBN 978-3-89797-076-2.
Maria
Das Buch ist sicherlich leicht zu lesen,jeweils 3 kurze Seiten zu einem Thema (mit nicht sehrhübschen Bildern „angehübscht“). Leider sind die einzelnen „Irrwege“ aber insgesamt doch etwas stark vereinfacht und reißerisch dargestellt. Z. B. behauptet der Autor, dass in Science-Fiction-Filmen nur die Menschen verschiedene Kulturen haben, nicht aber die Außerirdischen. Klassischer Fall von schlecht recherchiert. Und da spreche ich mit einem bekannten klugen Mann: „Wovon man nichts versteht, dazu soll man auch nix sagen“ (oder so ähnlich).
Der Titel könnte etwas irreführend sein, es geht hier nicht um reine Arbeitsorganisation. Das Buch will der Leserin bzw. dem Leser helfen, die persönlichen Fähigkeiten effektiv einzusetzen, als Voraussetzung für beruflichen Erfolg und innere Ausgeglichenheit. Es enthält Abschnitte dazu, wie sich die eigenen Fähigkeiten einschätzen und Ziele klar und deutlich definieren und konsequent verfolgen lassen. Die Beispiele aus der Praxis finde ich sehr gut, da kommt z. B. ganz selbstverständlich Ilse, die Ingenieurin vor oder die Projektkoordinatorin einer großen Softwarefirma, es gibt Chefinnen neben Chefs und so wird die weibliche Seite der Professionalität abgebildet.
Hauptzielgruppe dieses kleinen Bandes sind Schüerinnen, Schüler und Studis. Aber auch Profis können vom einen odern andern Tipp noch profitieren. Es gibt sehr viele Übungen, wie bei allen Büchern dieser Reihe, Lösungsvorschläge inklusive. Bekannt ist ja die Technik des Lesens mit Leitfragen. Dazu ordnet man den Text vor dem eigentlichen Lesen ein und überlegt sich, welche Fragen er beantworten soll. Beim Lesen fokussiert man sich dann darauf, Antworten zu diesen Fragen zu entdecken. Hindernisse beim Lesen und auch beim Verstehen von Texten werden erläutert – und wie man sie überwindet. Und nicht nur das Lesen, auch das Bearbeiten von Texten kann man hier verbessern lernen. Für deutsche und auch für fremdsprachige Texte.



Der Autor von „Gut gegen Nordwind“ beschreibt als Theos Onkel dessen Sicht der Welt. Theo ist neu. Auf dieser Welt. Er weiß genau, wozu die andern Leute da sind, die ihm am Anfang seines Lebens so begegnen. Sie sind dazu da, ihn zu bedienen.



