Perl, Shell und andere Waffen

Perl, Shell und andere tödliche Waffen


kill -9 StarOffice



Laut Murphys Gesetz wird alles, was schiefgehen kann, genau dann schiefgehen, wenn es den größten Schaden anrichtet. Für die Redaktion der Zeitung bedeutet das: StarOffice hängt sich 10 Minuten vor Redaktionsschluss auf.


Das kann eine erfahrene UNIX-Frau natürlich nicht erschüttern. Mit Strg-Alt-F1 wechselt sie in die Konsole, mit ps ux sieht sie sich eine Liste ihrer Prozesse an, und mit kill <prozess-id>
beendet sie den entsprechen Prozess.

Soweit die Theorie. Die Praxis erwies sich als etwas komplizierter. Mit dem „normalen“ kill ließ sich StarOffice nämlich nicht beeindrucken. Also fährt unsere Redakteurin schärfere Geschütze auf: kill -9 <prozess-id>
.


Doch was antwortet der Computer: „Sorry, Dave…

No no no. Don't use kill -9. [..]mapped command to kill -15. 

Um ein kill -9 abzusetzen, müsste frau einen Techniker holen. So geht’s ja wohl nicht. Unsere tapfere Redakteurin greift nach der Schweizer Taschen-Kettensäge: Perl. Mit perl -e ‚kill -9, <pnr>‘ kann sie endlich den Prozess erlegen.


Nun hat aber StarOffice nicht nur einen Prozess gestartet, sondern eine ganze Schar davon. Mit ps ux
kann man sie alle sehen. Nun greift die Redakteurin zur Pipe.

ps ux

zeigt alle Prozesse.
 

Ps ux | grep Of

zeigt nur noch die StarOffice-Prozesse.
 

ps ux |grep Of |cut -c8-15

schneidet aus der Prozessliste die Spalte 8 bis 15, dort steht die Prozessnummer.
 

ps ux | grep Of | cut\ -c8-15 | perl -n -e \ ‚kill 9, $_‘

mit der Option -n macht Perl eine Schleife über die Zeilen des Inputs und schreibt die jeweils aktuelle Zeile (die die Prozessnummer enthält) in die Variable $_
 

Und weil’s so schön ist und morgen sicher auch wieder gebraucht wird, kommt das ganze in ein shell-Skript namens ‚killoffice‘. Waidmanns Heil!


#!/bin/sh ps uxf | grep Of | cut \ -c8-15 | perl  -n -e 'kill 9, $_;' 


Brigitte


von Brigitte

Medieninformatik in Berlin

Medieninformatik in Berlin


Bericht über einen Studiengang



Ein kleiner Text zu meinem Studiengang – eigentlich eine prima Möglichkeit, meine wirren Gedanken bezüglich meines Studiums ein wenig zu ordnen – ich will es versuchen!


Also, ich studiere seit 4 Semestern an der TFH Berlin Medieninformatik, von Scherz-Zungen an der FH auch "Mädcheninformatik" geschimpft. Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte mir, wie viele meiner – insbesondere weiblichen – KommilitonInnen auch, ein etwas medienlastigeres Studium vorgestellt, aber dazu später.


Zunächst kurz zu den Rahmenbedingungen: Das Studium ist in 3 Semester Grundstudium und 5 Semester Hauptstudium eingeteilt. Nach Bestehen aller Klausuren des Grundstudiums hat frau automatisch ihr Vordiplom in der Tasche.


Wie an Fachhochschulen üblich, gibt es einen mehr oder weniger festen Stundenplan, der das Leistungssoll, sprich die Anzahl der zu bestehenden Scheine, um ins nächsthöhere Semester zu gelangen, vorschreibt.


Frau hat jedoch auch die Möglichkeit, kreuz und quer zu belegen, sprich auch Lehrveranstaltungen aus höheren Fächern zu belegen oder sich ein Semester zu teilen. Das Mindestsoll liegt bei einem Schein pro Semester, was natürlich eine erhebliche Studienverzögerung nach sich ziehen würde ;->


Die obligatorischen Prüfungen (meist schriftlich, gegen Ende des Studiums vermehrt auch in Form von Projektabgaben/Präsentationen), können wahlweise am Ende des aktuellen Semesters oder zu Beginn des Folgesemesters abgelegt werden.


Zu Beginn des Hauptstudiums wird das Semester geteilt, in einen Software- und einen Medienzug, sprich frau hat die Möglichkeit, einen Studienschwerpunkt zu wählen.


Dieser Schwerpunkt bezieht sich auf rund 6 Semesterwochenstunden, die restlichen LV`s besucht frau nach wie vor gemeinsam. Im 5. Semester ist laut Lehrplan ein Praktikum zu absolvieren.


Ich kann hier zunächst nur über das Grundstudium berichten, da ich erst nach den Semesterferien mein Vordiplom (hoffentlich) in der Tasche haben werde.


Nun, wie oben schon kurz erwähnt, ist das Studium an der TFH, entgegen meinen anfangs blauäugigen Wünschen und Vorstellungen, sehr informatiklastig.


Im Grundstudium sollen die Grundlagen für die medialen bzw. softwaretechnischen (je nach Studienschwerpunkt) Projekte im Hauptstudium gelegt werden, was für mich bedeutete, dass ich mich durch Fächer wie Rechnerarchitektur, Digitaltechnik, Programmieren und Mathe beißen musste.


Ich sage deshalb "beißen", weil ich mich aus der Ferne, sprich vor dem Studium, auf eben diese Fächer sehr gefreut hatte, von der Idee, "hinter die Oberfläche" des Rechners zu schauen, beseelt war, dann in der konkreten Situation jedoch immer wieder feststellen musste, dass es doch teils sehr trocken zugeht und ich immer seltener die Motivation aufbrachte, die erforderlich gewesen wäre, diese technischen Details "mit Leben" zu füllen – nun, ich arbeite wieder daran ;->.


Parallel finden Lehrveranstaltungen statt, die die mediale Seite abdecken sollen, wie Medientheorie (Vorstellung einiger Theoretiker und ihrer Gedanken, Klärung des Medienbegriffes etc. ), Hypermedia (HTML, Internet-Grundlagen), Mediengestaltung (Farblehre etc.) und Autorensysteme (Flash, Director).


Leider kommt diese Seite meiner Meinung nach etwas zu kurz, was einerseits in meinem Semester daran gelegen haben kann, dass diese Fächer von den meisten nicht wirklich ernst genommen, sondern als "Laber-Fächer" abgetan wurden, andererseits jedoch auch etwas mit dem Arbeitsumfang/Zeitaufwand für die einzelnen Fächer zu tun hatte, wobei hier der Fokus eindeutig auf den Technik-/Informatik-Fächern lag.


Trotzdem denke ich, die TFH bietet im Studiengang Medieninformatik eine breite Auswahl an Fächern (wie diese vermittelt werden, differiert ja bekanntlich von Fall zu Fall und die Auseinandersetzung mit dieser Thematik wäre in diesem Rahmen zu weitreichend), allerdings habe ich immer das Gefühl, von allem "nur ein bisschen" zu lernen, und dieses "bisschen" ist auch im Medien/Gestaltungsbereich eher technischer Natur.


Eben dieses "bisschen" erfordert, trotz der Spezialisierung im Hauptstudium, dass frau sich nebenbei auch selbst Schwerpunkte setzt und diese selbstständig, z.B. durch Jobs, private Projekte, oder Gasthörerschaft in interessensrelevanten Fächern, vertieft.



Tine (etwas redigiert von Maria)

von Tine

Bre(h)ms Tierleben

"Bre(h)m s Tierleben"


Bericht



Die Bremer Stadtmusikanten sind ja nie bis nach Bremen gekommen – sie blieben lieber im Räuberhaus, nachdem sie die eigentlichen Bewohner verjagt hatten. Trotzdem sind sie in Bremen gleich mehrfach zu sehen: "beinahe echt" vor dem Theater am Goetheplatz (die morbide Version gleich daneben) und in Bronze (1951 von Gerhard Marcks gestaltet) zwischen Rathaus und Liebfrauenkirche – oft gesucht und manchmal sogar gefunden.


Esel, Hund, Katze und Hahn sind aber nicht die einzigen Tiergestalten, die in Bremen herumstehen. Ebenfalls in der Innenstadt, in der Sögestraße, tummeln sich seit 1974 lebensgroße Schweine samt Hirt. Die Straße hat ihren Namen von den Schweinen, die im frühen Mittelalter hier entlang getrieben wurden und sich gern von den Abfällen der ansässigen Metzgereien ernährten. Auf dem Ziegenmarkt im Viertel (Vor dem Steintor) werden heute zwar nur noch Blumen, Brot und Käse gehandelt, aber zumindest eine Ziege lässt sich dort immer noch bewundern. An der Hermann-Böse-Straße östlich von der Bürgerweide (die heißt so, weil dort, vor den Toren der Stadt, bis – wann ? – die bürgerlichen Kühe frei grasen durften) erinnert ein überlebensgroßer steinerner Elefant an die kolonialzeitliche Vergangenheit Bremens, und nur ein kleines Stück weiter Richtung "Stern" sitzt seit 1905 Kaiser Friedrich III. auf einem Pferd. Zwei weitere Pferde samt ReiterIn – diesmal als Kunst – rollen über eine Grünfläche an der Emmastraße. Elefant und Pferde könnt Ihr übrigens auch aus der Straßenbahn von und zur Uni sehen. "Etwas" weiter weg, in der Vertriebenensiedlung an der Höxterstraße in Kattenesch, erinnert seit 1962 ein großer Elch an Ostdeutschland. Seit 1787 werden nämlich alle in Trakenen geborenen Pferde mit einem Brandzeichen in Form der siebenzackigen Elchschaufel gekennzeichnet.


Vergängliche Tier-Kunst findet sich in diesem Sommer am Neustädter Werdersee: dort stehen neben anderen mehr oder weniger gelungenen Holzskulpturen auch einige Vögel und ein Krokodil an den Ufern.


Angesichts dieser "tierischen" Tradition ist es wohl keine Überraschung mehr, dass auch das vor einem Jahr eröffnete Universum Science Center nahe der Uni in Gestalt eines Wals entworfen wurde.


Natürlich hat Bremen auch lebendige Tiere zu bieten. Zwar gibt es hier keinen echten Zoo, aber z.B. im Bürgerpark einige Gehege mit Eseln, Vögeln, Rehen, Wildschweinen, einem Pfau und anderem Getier, und beim Jürgenshof nahe dem Weserstadion finden sich Hängebauchschweine, Ziegen und allerlei gefiedertes Viehzeug.


Übrigens: die Bremer Stadtmusikanten sind zwar viel bekannter, aber das eigentliche Wahrzeichen Bremens ist der "Roland" auf dem Marktplatz. Der Legende nach wird jede, die seine spitzen Knie berührt, wieder nach Bremen zurückkehren. Und wenn Ihr ein bisschen Glück habt, so könnt Ihr den Roland sogar in der Straßenbahn treffen!
Die Redaktion

von Rike

Weite Web-Welt

Weite Web-Welt


Von der privaten Homepage zur Materialsammlung von weltweitem Interesse


Dieser Bericht soll allen Mut machen, die sich überlegen, Zeit und Wissen für andere zu investieren. Als ich anfing, meine Homepage aufzubauen, war klar, dass ich keine Das-bin-ich, Das-ist-mein-Hund, Meine-Briefmarkensammlung Seiten machen wollte. Nein, ich wollte die Welt verbessern! Na, ja, zumindest wollte ich irgendwas ins Netz stellen, was mehr Leute interessiert als nur mich und meine Freunde.Nachdem ich auf der if ’99 einen Seminarvortrag über interaktive Kunst erarbeitet hatte, legte ich ihn auf meine Site. Es kamen die Mitschriften aus dem Studium, Püfungsvorbereitungen und -protokolle dazu. Auch Kommilitonen (nein, leider keine Frauen bisher) stellten mir das ein oder andere zur Verfügung. Mittlerweile überlege ich mir bei vielen Texten, ob sie auch für andere interessant wären.Natürlich hatte ich immer gehofft mitzubekommen, ob es jemanden da draußen gibt, der wirklich etwas mit meiner Datensammlung anfangen kann. Trotzdem erwartete ich eigentlich nicht, dass sich die Studenten, die mein Material benutzen, melden würden. Würde ich das tun? Eher nicht.Aber: Nach ein paar Monaten kam das erste Feedback!Von einem Versicherungsvertreter… Dann kamen Studenten, WiMis und Praktiker.Inzwischen habe ich emails nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich, den USA, der Türkei und – ganz frisch – Brasilien bekommen. Einige meiner Inhalte werden offenbar schon in newsgroups gehandelt.Dies gab mir zu denken. Und deswegen werde ich in meiner Diplomarbeit den ganzen Datenwust ordnen und mit professionellen Mitteln (Datenbank, Web Application Server, theoretische Methoden als Konzeptionsgrundlage) realisieren. Vielleicht gelingt es mir sogar, diese Arbeit dann zu vermarkten, um die Kosten für die Website zu decken.




Fazit: Wissen teilen macht Spaß!



Maria

von Maria

Umfrage-Ergebnisse

Umfrage-Ergebnisse


Merchandising-Produkte zur informatica feminale, die Ihr Euch wünscht




Viele möchten gern schlammfarbene, dunkelblaue oder rote T-Shirts haben. Je nach Qualität dürften sie DM 20,- bis DM 30,- kosten.


In diesem Zusammenhang würde ich gern noch einmal auf unsern T-Shirt-Wettbewerb hinweisen… Mädels, malt!


Außerdem fehlt es an Tassen (für die Cafete und zum Mitnehmen). Bis DM 10,- würde frau dafür bezahlen. Ein Button ginge für DM 2,- weg wie warme Semmeln. Toll wäre eine Musik-CD: Mal sehen, was es an Kulturbeiträgen beim Abschlussfest gibt…Wie gestern bereits ausprobiert: Original-Live-Mitschnitte (Audio, Video, mp3) von tollen Ringvorlesungen könnten uns über den langen Winter retten.Dann bitte für die modisch Interessierten noch Halsketten oder Armbanduhren.


Sicher schreibt eine ein Buch mit vielen bunten Bildern und Fotos zum Preis von EUR 20,- über die informatica. Natürlich darf auch ein frauenspezifisches PC-Spiel nicht fehlen!


Passend zur heutigen Vorlesung wurden noch Turnschuhe mit Klettverschluss (knotenfrei!) erbeten. Vielleicht gehen auch HausschuheWeitere Wünsche: Kugelschreiber, Papiertaschentücher, Mauspad, Schal, Regenschirm, Pudelmütze,…
Maren und Maria


von Die Redaktion

T-Shirt-Wettbewerb II

T-Shirt-Wettbewerb II


Lasst uns nicht hängen!



Ihr könnt sicher bessere T-Shirts für die informatica entwerfen als dieses.


Also seid kreativ! Die vielen wertvollen Preise, die beim Abschlussfest verliehen werden, warten auf Euch! (siehe auch zeitung vom 06. Sept.)



Die Redaktion




von Die Redaktion

Die Neue Online-Zeitung

Als Ergebnis des Kurses „IF
NET 04 – Die Technik der Online Zeitung
“ präsentieren wir voll
Stolz die neue Version der Online-Zeitung.

Rosa, Wiebke und YvonneDie
Umfrage-Gruppe

Rosa, Wiebke und Yvonne Nr. 1 haben die Umfrage programmiert. Als Leserin der
Zeitung siehst Du nur die jeweils aktuelle Umfrage des Tages, und die Ergebnisse
der Umfrage. Für die Redaktion gibts ein Verwaltungtool, mit dem sie Umfragen
anlegen und freischalten können.

Umfrage, Ergebnis, und Verwaltungstool

Judith und BirgidDie
„reguläre“ Gruppe

Judith, Patricia (hier nur als Piktogramm vertreten) und Birgid haben ein Programm
entwickelt, das mit Hilfe von regulären Ausdrucken aus Staroffice-HTML
normales HTML macht.

Die drei haben sich in eines der schwierigsten Themen von Perl eingearbeitet:
reguläre ausdrücke und pattern matching/substitution. Ein kleines
Zitat aus dem Programm:

# eliminate trash tags
    $datei =~ s/</?DIV[^>]*>//gs;
    $datei =~ s/</?SPAN[^>]*>//gs;
    $datei =~ s/</?MULTICOL[^>]*>//gs;
    $datei =~ s/</?BR>//gs;


Yvonne, Annika, Rike und DinaDie
Datenbank-Gruppe

Yvonne Nr. 2, Annika, Rike und Dina haben mit der Datenbank gerungen, und waren
dabei sehr erfolgreich: Zu jedem Artikel sind Titel, Autorin, Abstract, Erscheinungsdatum,
Thema und Schlagwörter in der Datenbank abgelegt.

Die Liste der Artikel auf der Homepage
der Zeitung wird vollständig aus der Datenbank erstellt. Am letzten Tag
haben Yvonne und Dina hier noch schnell einen Filter eingebaut, du kannst Dir
zum Beispiel alle
Artikel zum Thema „Bremen“
anzeigen lassen.

Ausserdem gibt es die Möglichkeit zu jedem Artikel Kommentare abzugeben,
auch diese werden in der Datenbank gespeichert.

von Brigitte

Bonus-Beilage Fragebogen

Bonus-Beilage


Fragebogen


Wie hat Dir bisher das Wetter in Bremen gefallen?


[] gut, denn in Wirklichkeit bin ich ein Frosch!


[] Warum? War was? Ich bin aus dem Pool gar nicht heraus gekommen.


[] Sch…lecht


[] Sonstiges…


Wer bist Du?


[] ein Frosch


[] künftige/letztjährige Nobelpreisträgerin


[] Die aus dem Pool


[] Brigitte


[] Sonstige…


Was nimmst Du mit nach Hause?


[] einen Haufen Papier, wo man nie wieder reinguckt


[] viele Gesichter ohne Namen


[] gute Kontakte mit Namen


[] eine Erkältung


[] eine große Tasche mit Regenschutz


[] Sonstiges…


Wovon ernährst Du Dich?


[] Schokolade


[] Kekse


[] Schokolade und Kekse


[] Koffein


[] Nikotin


[] Mensazeugs


[] Hausfrauskost


[] Sonstiges…


Welche Programme haben bei Dir alle nicht funktioniert?


[] Alle


[] Keines


[] Andere…








Disclaimer: Dieser Fragebogen ist nicht ernstgemeint. Wir wollen ihn nicht zurückhaben. Es gibt auch keine Auswertung. Aber vielleicht habt Ihr ja trotzdem Spaß damit – bei dem Wetter könnt Ihr das bestimmt genauso gut gebrauchen wie wir…

MUFFIN 21 – the next generation

MUFFIN 21 – the next generation


Die Abenteuer des neuen Netzwerkes zwischen Unis, Forschung und Firmen


Die Informatik – unendliche Weiten. Wir befinden uns im Jahr 2001. Das Projekt MUFFIN 21 dringt in Bereiche vor, die nie ein Mann zuvor gesehen hat. Unsere Crew besteht aus 27 Wissenschaftsoffizierinnen (Mentees) und dem Außenteam (Mentorinnen). Dazu kommen die taktischen OffizierInnen (Steuerungsgruppe, mit fünf Frauen und einem Mann). Sie organisieren die Gruppentreffen und dokumentieren.



Die Mentees studieren Wirtschaftsinformatik, Naturwissenschaftliche Informatik, Psychologie, Pädagogik, Mathe an der Berufsakademie, Uni, Gesamthochschule… Sie unterrichten nebenbei an der Akademie, sind Mitglied des IEEE, arbeiten in der freien Wirtschaft oder beim Prof und haben doch eine gemeinsame oberste Direktive: Engagement und Offenheit. Die Atmosphäre des ersten Kontakts war entsprechend gut.


Die Mentorinnen kommen aus Forschung und Wirtschaft, sind gegenüber den männlichen Kollegen in der Minderheit und wollen Hilfe geben, aber auch gleichberechtigte Ansprechpartnerinnen sein. Sie möchten ihrerseits vom Nachwuchs auch Neues lernen.


Die Crew der ersten Generation von Muffin hat uns Neulinge mit offenen Armen empfangen. Bei der großen Konferenz bestiegen die neugebildeten Paare ihre Shuttles, um sich auf das Abenteuer Mentorship einzulassen. Sie gingen ihre Allianzen ein und festigten das Netzwerk. Jedes Paar einigte sich auf die Rahmenbedingungen der jeweiligen Beziehung und hielt Vertraulichkeit und Verbindlichkeit des Mentorships vertraglich fest.


Inzwischen gab es jeweils ein Treffen der Mentees und eins der Mentorinnen. Da ging es um den Fortschritt der Paare und um organisatorische Probleme. Fachliche Vorträge oder Workshops auf den kommenden Treffen sind angedacht, aber leider noch nicht konkret geplant.


Im Sommer hatten anscheinend alle Landurlaub, so dass der Austausch – auch über email – eher träge als rege war. Das nächste gemeinsame Treffen findet im Oktober statt. Außerdem sind viele Mentees auf der informatica – sie sind mitten unter uns. Widerstand ist zwecklos!


Die Abschlussveranstaltung von Muffin21 ist im Dezember 2002 – wir hoffen aber alle, dass das Netzwerk noch viele gemeinsame Abenteuer bestehen wird.


Wer sich für Mentorship interessiert – ob als Mentee, als Mentorin oder als Organisatorin – kann sich im Internet unter http://www.muffin21.de/ über das Projekt Muffin 21 informieren. Träger sind die GMD (mittlerweile zusammengeschlossen mit der Fraunhofer Gesellschaft), die Initiative D 21 und die informatica feminale.



Maria

(redigiert und genehmigt von
einigen Mitmentees)


Zum Stichwort Mentoring


Lili Segerman-Peck hat den Mentor/die Mentorin heutiger Prägung so beschrieben:


„Your mentor is your guardian angel. Someone who is knowledgeable, helpful, wise, prepared to help you along the path of your career, take you by the hand to help you puddles in the road, catch you when you fall, and eventually give you wings to fly alone.“


Seit langer Zeit haben sich MentorInnen in sehr persönlichen Beziehungen um NachfolgerInnen gekümmert. Die Begabtesten, die Aktivsten, die Wachsten wurden gefördert – von Medizinmännern und Beginen, von Generälen, von Äbtissinnen.

Das Wort Informatik

Das Wort „Informatik“


Das Fach Informatik und seine Bedeutung – ein Versuch der Analyse anhand des Wortes Informatik bzw. den Bezeichnungen und Erklärungen in anderen Ländern


Ein Ansatz zur Klärung der Frage „Was ist Informatik?“ ist sicherlich, sich einmal die Geschichte des Fachgebietes anhand der Geschichte des Wortes Informatik genauer anzuschauen. Es ist auffallend, dass in fast jeder Sprache ein anderes Wort verwendet wird (was man spätestens merkt, wenn man ein Auslandssemester einlegen will und an den entsprechenden Unis scheinbar Informatik gar nicht studieren kann). Die verschiedenen Begrifflichkeiten dokumentieren damit auch jeweils die Geschichte der Herausbildung des eigenen Gebietes, ebenso die unterschiedlichen Philosophien und Motivationen, die dahinter stehen.


Bekannt ist, dass sich die Informatik aus den Gebieten Mathematik, Elektrotechnik und Ökonomie herausgebildet hat, aber auch in die Ingenieurswissenschaften und Bibliothekswissenschaften hineinreicht.


In den USA nannte man die entstehende Disziplin 1963 zunächst „information science“, bereits 1965 war jedoch der Begriff „computer science“ allgemein verwendet, parallel dazu gab es „computer engineering“ (dieses war mehr den Ingenieurswissenschaften angegliedert).


In Frankreich prägte 1962 Philippe Dreyfuss den Begriff „Informatique“ als Kunstwort aus „Information“, „Automatique“ und „Electronique“. Die Academie Française definierte Informatique 1967 als „Science du traitment rationnel, notamment par machines automatiques, de l’information considerée comme le support des connaissances humaines et des communications dans les domaines technique, économique et social.“


In Dänemark erfand 1966 Peter Naur den Begriff „Datalogi“ als Beschreibung für „Die Disziplin der Daten, ihrer Natur und Anwendung“. Zudem führten Paul Lindgreens und Per Brinch Hansens den Begriff „Datamatik“ für die technischen Aspekte der Disziplin ein.


In der Sowjetunion wurde 1965 definiert: „Informatik ist eine wissenschaftliche Disziplin, die die Struktur sowie Eigenschaften (jedoch nicht den konkreten Inhalt) wissenschaftlicher Informationen untersucht und die Gesetzmäßigkeiten, die Theorie, Geschichte, Methodik sowie Organisation der wissenschaftlichen Informationstätigkeiten erforscht.“ 1970, im Vorwort der deutschen Version, die in der DDR erschien, heißt es: „Das Wort Informatik ist eine durchaus akzeptable sprachliche Lösung für die Bezeichnung einer Wissenschaft, die sich mit Informationen, Informationstätigkeit, Informationsnutzern usw. zu beschäftigten hat“.


In der BRD gab es erstmals 1968 eine gemeinsame Tagung der TU Berlin mit dem MIT über den „Computer in der Universalität“, bei der Forschungsminister Stoltenberg eine Grundsatzrede über den Begriff Informatik hielt. Dabei sollte der Begriff Informatik synonym mit „computer science“ sein und all das umfassen, was in den USA darunter verstanden wurde. Das Problem war nur, dass es in den USA kein allgemeines Verständnis dessen, was diese Disziplin sein sollte, gab (und gibt). Im ersten Lehrbuch von 1970 heißt es: „Informatik ist die deutsche Bezeichnung für computer science.“ Im Inhaltsverzeichnis allerdings kommt das Wort Informatik nicht vor, es wird auch im Text nirgends erläutert; die „zentralen Begriffe“ Information und Nachrichten gelten als „nicht weiter definierbare Grundbegriffe“. 1974 schrieb dann L. Bauer in seinem Buch „Was heißt und ist Informatik?“: „Informatik ist die Wissenschaft von der Programmierung der Informations-, das heißt Zeichenverarbeitung; Informatik ist Ingenieurs-Geisteswissenschaft bzw. eine Geisteswissenschaft wie auch die Mathematik“. Wilfried Brauer definierte ab 1975 Informatik als die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen – insbesondere der automatischen Verarbeitung mit Hilfe von Digitalrechnern und damit die Informatik als eine Strukturwissenschaft (wie die Mathematik). Und auch später gab es immer mehr Definitionsansätze, Informatik als Ingenieurswissenschaft im Kontext der Softwaretechnik (1968), als Formale Wissenschaft (1985), als Wissenschaft von den formalen Strukturen der Informationsverarbeitung (1993), als Intelligenzformalisierungstechnik (1996), als Gestaltungswissenschaft (1992), als Maschinierung von Kopfarbeit (1977), als Technikwissenschaft (1988), als Gesellschaftswissenschaft (1993), als Abstrakte Architektur (1992) usw.


Im heutigen Brockhaus kann man lesen: „Informatik [Kurzwort aus Information und Automatik], Computerscience Wissenschaft von der automatischen Informations-Verarbeitung mithilfe von Computern, insbesondere dem Entwurf und der Formulierung von Algorithmen in Programmiersprachen sowie ihrer physikalischen Realisation.“


Einig wird man sich wohl nie ganz werden, und auch die früher übliche Abgrenzung zu an-deren Bereichen wird wieder mehr aufgehoben, durch die Differentierung der Informatik in die verschiedenen Teilbereiche, die eigenständig werden, sei es Bioinformatik, Wirtschaftsinformatik oder Medieninformatik und Ähnliches. Eine klare Definition scheint nicht in Sicht. Was nicht unbedingt ein Manko sein muss. Amaya

Anker lichten, Segel setzen!

Anker lichten, Segel setzen!


Bemerkungen zum Wochenende


Damit ihr uns übers Wochenende nicht abhanden kommt, weil ihr womöglich von Sturmböen davon geweht werdet, können wir nur empfehlen, dass ihr euch ein lauschiges Plätzchen sucht, an dem ihr die Zeit verbringt. Aber für Naturfreaks kann der Anblick einer echten Sturmflut auch ganz nett sein.


Also: wer es stürmisch mag, der kann entlang des Osterdeichs einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen (für Risiken und Nebenwirkungen übernimmt die Redaktion keinerlei Haftung).


Wie ihr euch auch immer entscheidet: wir wünschen euch ein unterhaltsames oder erholsames Wochenende in Bremen und verabschieden uns bis Montag.
Die Redaktion

Bremer Besonderheiten

Bremer Besonderheiten


In dieser kleinen Serie wollen wir einige besonders auffallende und charmante Besonderheiten des Bremer Lebens vorstellen, die vielleicht nur Auswärtigen so auffallen können. Heute: die Linienpost. Welche Postkarte, welcher Brief darf sich da nicht besonders geehrt vorkommen, mit der Straßenbahn befördert worden zu sein?
Und Dir? Was ist Dir aufgefallen?

Teilnehmerinnen der if 2001

Teilnehmerinnen der if 2001


Portraitserie


Wie ihr schon gemerkt habt, sind die Teilnehmerinnen der informatica feminale sehr verschieden (siehe auch Artikel in der Zeitung vom 15.09.2000 „Die typische Informatikerin“), es gibt also keine typische Teilnehmerin. Trotzdem starten wir heute eine nichtrepräsentative Portraitserie „Teilnehme-rinnen der if 2001“. Wer gerne interviewt werden möchte, melde sich bei uns (redaktion@horus.at).


Alexandra aus Köln


Studiert BWL im 4. Semester, hat aber auch schon ein abgeschlossenes Pädagogikstudium absolviert. Arbeitet an der Uni als Webmistress, wobei sie nicht nur das gute alte HTML, sondern auch XML kann. Nach ihrem Studium möchte sie im IT-Bereich promovieren, und zur informatica feminale kam sie unter anderem, um sich nach den Möglichkeiten für eine Promotion im Bereich „Virtuelles Lernen“ zu erkundigen. Außerdem will sie sich hier in einer entspannten Atmosphäre weitere IT-Kenntnisse aneignen und Erfahrungen austauschen. Zina

von Zina

Murphys Law

Murphy’s Law


„If anything can go wrong, it will“


Wer kennt das nicht: Eben noch glücklich im Traum durch die Botanik gehüpft – dann ein plötzliches aufschrecken – Mist, verschlafen! Und war da heute nicht diese wichtige Präsentation…? Also jetzt schnell ins Bad; die letzten Reste der Zahnpasta aus der Tube gequetscht, kurze Katzenwäsche, nochmal eben schnell mit dem kleinen Zeh gegen den Türrahmen gedonnert, in die Klamotten geworfen, oh je, ein Fleck auf der Bluse, okay, nächster Versuch: irgend wie fehlt hier ein Knopf, gut, die Nächste bitte: keine Flecken, alle Knöpfe – sieht aber hässlich aus, ist jetzt auch egal, die Zeit drängt! Frühstück fällt aus, Jacke gegriffen und raus, Haustür abschließen und los – ähh? Büroschlüssel? In der anderen Jacke, also nochmal retour, Schlüssel geholt und los. Langsam dämmert’s: Wieder mal so ein Tag, an dem alles schief geht. Also, die Erwartungen runtersetzen und jetzt ganz vorsichtig…


Für alle, die etwas Aufmunterung gebrauchen können: Unter www.fileoday.com/murphy
gibt es haufenweise Beispiele und Links, besonders empfohlen sei der Link Computer Laws. Marion

von Marion

Das Podium seid ihr!

„Das Podium seid ihr!“


Podiumsdiskussion „Uni, selbständig oder große Firma? Wo soll mein Job sein?“ vom 6.09. im Rahmen der Ringvorlesung



Unter einer Podiumsdiskussion stellt sich frau ein paar VIPs vor, die hoch auf dem Podium sitzen und sich über Dinge streiten, die manchmal nicht ganz zum Thema passen. Deshalb war ich ziemlich skeptisch gegenüber dieser Veranstaltung.


Aber dann kamen die ersten Worte von Veronika Oechtering, der Moderatorin: „Das Podium seid ihr!“ Daraufhin sind wir aus dem Hörsaal in einen gemütlichen, jedoch ausreichend großen Seminarraum gewechselt, und aus der Podiumsdiskussion ist ein spannendes, offenes Gespräch geworden. Bravo Veronika!


Eine kurze Bilanz: Selbständig lebt man frei (keine dummen Chefs), aber unsicher (gibt es morgen Aufträge, werde ich überhaupt einen Gewinn haben?). Uni ist für flexible Arbeitszeiten gut (also für Mütter mit Kleinkindern geeignet), wenn der Chef das einsieht, eine Teilzeitstelle artet dort aber manchmal zeitmäßig zu einer vollen Stelle aus. Und die Bezahlung ist nicht so toll. Große Firmen scheinen sich mittlerweile auch darauf eingestellt zu haben, dass Frauen manchmal Kinder kriegen, und bieten Teilzeitarbeit und Telearbeit an. Letztere ist aber mit Vorsicht zu genießen, denn wenn frau immer nur von zu Hause aus arbeitet, sieht keiner, dass frau etwas Gutes macht, so kann eine auf der Karriereleiter übergangen werden. Es heißt also: Auch trotz eines Telearbeitplatzes sollte frau sich immer mal wieder in der Firma blicken lassen und ihre Kontakte pflegen. Zina

von Zina

UrMeL? Augsburger Puppenkiste?

UrMeL? Augsburger Puppenkiste?

Kursbericht zu Admin@ in Bremen: Modellierung mit UML (IF SOF 03)

Jein. Jede, die schon einmal versucht hat, größere Projekte umzusetzen, ist irgendwann an die Grenzen der Übersichtlichkeit gestoßen. Diesem Problem widmeten sich die „drei Amigos“ Grady Booch, James Rumbaugh und Ivar Jacobson.

Im Laufe des Jahres 1996 spezifizierten sie die Unified Modeling Language – UML entstand. Im September 1997 (und damit ziemlich genau 1 Jahr vor der ersten informatica ;-) wurde UML in der Revision 1.1 freigegeben
(www.rational.com/uml) und an die Object Management Group
(www.omg.org/) zur Verabschiedung als Standard weitergeleitet. Als visuelle Diagrammsprache zur Modellierung, Konstruktion und Dokumentation von Software-Systemen eignet sich UML sehr gut, um die reale Welt in ein Modell zu packen. Wer schon einmal mit ER-Modellen in der Datenbanktheorie gearbeitet hat, wird einige Ideen wiedererkennen. Es gibt verschiedene Arten von Diagrammen, die Übersichten über Objekte, Abläufe, Abhängigkeiten usw. darstellen. So kann frau nach Bedarf verschiedene Sichtweisen visualisieren. Die Diagramme dienen dann als Diskussions- und Implementierungsgrundlage.

Seit Mittwoch bieten die Frauen von Admin@ (Frauentutorium der Uni Hamburg) eine Einführung in UML an. Erst mal ein großes Lob an die Dozentinnen: Sie machen ausreichend Pausen und sorgen für eine entspannte, aber Viel-Lernen-Können-Atmosphäre. Prima!

Zu dritt stellen sie die Theorie kurz vor, danach dürfen wir Teilnehmerinnen selber rumprobieren. D.h. malen, diskutieren, argumentieren, präsentieren.

Wenn Du leider nicht teilnehmen kannst, Dich aber für UML und diesen Kurs interessierst, macht nix! Du findest ab Mitte September im Admin@-Webspace die Folien:
www.informatik.uni-hamburg.de/Frauen/Admina/Projekte/Bremen/Bremen01

Da finden sich dann auch Links, z.B. zu einer Übersicht über die Tools, die den Entwurf am Rechner unterstützen. Maria

Quellen:
www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/data/jk-26.09.97-000/default.shtml&words=UrMeL
www.gi-ev.de/informatik/lexikon/inf-lex-uml.shtml

von Maria

Wettbewerb

Wettbewerb


Wie (hoffentlich) allgemein bekannt, findet am Donnerstag, den 13.09. das Kulturhighlight der diesjährigen informatica statt – und ihr habt die Gelegenheit, zum Star des Abends zu werden: Bis Mittwoch, 12.09.2001, sammeln wir Eure besten T-Shirt-Entwürfe für die informatica feminale ein. Seid kreativ! Seid witzig! Schließlich brauchen wir alle eine bleibende und waschbare Erinnerung an die Tage hier.


Ein Hinweis: Weniger Farben und der Verzicht auf die Beschriftung z.B. der Ärmel machen die Realisierung Eures Entwurfes einfacher und billiger.


Gebt uns Eure Werke persönlich oder benutzt unseren Postkasten im Veranstaltungsbüro MZH 5400. Eine unabhängige Jury wird sich die Köpfe zerbrechen und … tada da daaammm … wir prämieren die besten Stücke beim Abschlussfest (der Rechtsweg ist wie üblich ausgeschlossen). Natürlich sind die Preise zahlreich und wertvoll – also denkt an Euren Namen!!! Die Redaktion

Interview mit Dr. Cornelia Brunner

Dr. Cornelia Brunner hat am 3.09.01 die Ringvorlesung der 4. Informatica Feminale eröffnet. Frau Brunner arbeitet seit mehr als 15 Jahren im Center for Children and Technology, Education Development Center, New York. In ihrem Vortrag „Gender and Technological Desire“ sprach sie über die Unterschiede in „männlichen“ und „weiblichen“ Einstellungen und Erwartungen an die Technik, wobei sie betonte, dass diese Unterscheidung „männlich-weiblich“ nicht biologisch, sondern soziologisch verstanden werden soll, d.h. die meisten Frauen haben die „weibliche“ Einstellung zur Technologie, aber es gibt durchaus Männer mit der gleichen Einstellung, und umgekehrt.

Zusammenfassend: Die Frauen wollen Geräte, die Kommunikation und Zusammenarbeit erleichtern, während die Männer mit Hilfe der Technik die Natur oder die Zeit beherrschen und grenzenloses Wissen erreichen wollen. Frauen machen sich mehr Gedanken über die Auswirkungen der neuen Technik auf die Umwelt und die menschlichen Beziehungen.

IFZ sprach mit Frau Brunner nach ihrem Vortrag.

IFZ: Frau Brunner, sie sind speziell aus den USA gekommen, um einen Vortrag hier in der Informatica Feminale zu halten. Was waren Ihre Beweggründe dazu?
CB: Die Situation in den technischen Studiengängen ist bei uns dramatisch, was die Anzahl der Frauen betrifft. An den Universitäten werden Hilfegruppen für Frauen angeboten, es gibt aber keine Veranstaltungen wie Informatica Feminale. Es werden Summercamps für Mädchen angeboten, aber praktisch nichts für Studentinnen.
IFZ: Warum brauchen Frauen eine extra Unterstützung in den technischen Studiengängen und Berufen?
CB: Viele Frauen haben eine andere Art zu kommunizieren während der Arbeit. Deshalb können sie oft den psychologischen Druck in einem von Männer dominierten Arbeitskreis nicht ertragen. Männer können häufig im Gegenteil zu Frauen kein Multitasking, also konzentrieren sie sich immer ganz auf eine einzige Aufgabe, was Frauen oft sehr schwierig finden. Das ist einer der Hauptgründe, warum Frauen ihr technisches Studium abbrechen oder die Arbeit aufgeben.
IFZ: Wie kommt es, dass die Männer kein Multitasking können? Das ist ja eigentlich eher schlecht für die Arbeit?
CB: Natürlich können Männer Multitasking lernen, wenn damit früh genug angefangen wird. Frauen können es nur deshalb, weil sie so erzogen werden, weil es von ihnen erwartet wird, im Gegenteil zu Männern. Es ist ja auch unmöglich, auf ein Kind aufzupassen, wenn man keinen Multitasking kann! Diese Fähigkeit ist sehr wichtig für die Zusammenarbeit, deshalb werden zur Zeit Frauen für die technischen Berufe gesucht. Aber erwarten Sie nicht, dass das die Lösung aller Probleme ist. „Typische“ Frauen werden es in dieser Welt nicht weiter auf dem Karriereleiter schaffen, wie es ihnen „erlaubt“ wird, und in der Zukunft werden die „weiblichen“ Fähigkeiten in technischen Berufen höchstwahrscheinlich wieder unterschätzt und unterbezahlt.
IFZ: Wenn der Unterschied zwischen der „männlichen“ und der „weiblichen“ Einstellung zur Technik und der Art zu arbeiten so groß und grundlegend ist, gibt es denn überhaupt Chancen für „typische“ Frauen, Erfolg in einem technischen Beruf zu haben?
CB: Das kommt darauf an, wie der Erfolg definiert wird. Frauen definieren ihn anders als Männer. In den USA gibt es zum Beispiel Firmen, die von Frauen organisiert wurden und wo ausschließlich Frauen arbeiten. Diese Firmen sind meistens klein, aber sie sind erfolgreich, und das wäre ein Weg, den Frauen auch hier gehen könnten.

Feministinnen, wo wart Ihr??

Feministinnen, wo wart Ihr??


Endlich mal eine Veranstaltung, die sich auch politisch mit Frauen/Les-ben und Informatik beschäftigt – und wie viele kamen? ZWEI! Zwei ganze Teilnehmerinnen und eine Dozentin. Wahnsinn!! Als ich die Ausschreibung las, stellte ich mir einen Haufen frauenpolitisch interessierter Informatikerinnen vor, die sich die Köpfe heißreden würden über weiblichen Zugang zu IT&Co, Frauen/Lesbenpräsenz im Internet, wie „ideale“ Frauen/Lesben-Sites aussehen könnten und was der spannenden Themen mehr sind. Mir scheint, die „typische“ Sommerstudentin sucht hier Wissensinput, möchte Scheine scheffeln und ansonsten vom feministischen Konzept der informatica nicht weiter behelligt werden. Ihr geht es gut in ihrem Studium oder beruflichen Umfeld; dass sie vorwiegend oder gar ausschließlich mit Männern zu tun hat, hält sie für Schicksal oder naturgegeben, ihre Schwierigkeiten sind rein persönlicher Natur und haben nichts mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Geschlechterrollen zu tun. Ist das wirklich so?? Rike

von Rike