Drecksarbeit
Wilde Mikrofotografie – eine eigene Welt
Kleinsttierzoo und Minifauna: Ohne sie kein fruchtbarer Boden, keine Ernte, leere Teller. Die Lebewesen in der Erde finden im Alltag wenig Beachtung, während es zu den „Großen“ überall tolle Dokus gibt. Wunderbare Winzigwelt: Ohne einen Boden, der Wasser speichert und Nährstoffe bereithält, gibt es keine Pflanzen und damit auch keine Tiere.
Im Buch wird unberührter Waldboden unter die Lupe genommen. Winzlinge auf Daumendicke vergrößert sind hier zu bestaunen. In beeindruckenden Aufnahmen mit dem Rasterelektronenmikroskop zeigen sich an Totholz kauende Springschwänze, Bakterien futternde Wimperntierchen, Fadenwürmer jagende Amöben, fressgierige Milben und Netzwerke bildende Pilze und Flechten. Top: Größenordnungsvergleich, damit man sich das wenigstens ein bisschen vorstellen kann, von winzig über kaum zu erkennen bis hin zu „schon mal gesehen“.
Bis zu zehn Milliarden Lebewesen bevölkern eine Handvoll Boden, ihr Lebenszyklus dauert von wenigen Stunden (Bakterien und Einzeller) bis zu Jahrhunderten (Wachsen und Vergehen eines Baumes).
Einige beeindrucken durch ihre Rekorde, z. B. die Riesen unter den Unscheinbaren: Pilze können teilweise viele Quadratkilometer groß werden. Noch ein Begeisterungsfaktor: Hab die Sprache der Pilze entdeckt! Andere sind knuffig. Knuffig? Richtig gelesen; Bärtierchen sind meine Lieblingskleinstlebewesen, sehr coole Eigenschaften (robust! Überlebenskönner! Bisschen pummelig). Auch schön: Rädertierchen und Schalenamöben (s. Bild).

Mein Verständnis für diese verblüffend belebte Welt wird durch für mich neue und wissenschaftlich fundierte Geschichten netterweise zusätzlich vertieft. Was willst Du mehr, neugieriges Forscherherz.
Das Buch ist recht schwer, ein Großformat (> Din A4), broschiert, mit vielen hübsch bunten Bildern.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Biologin Nicole Ottawa und der Fotograf Oliver Meckes gewannen als »eye of science« zahlreiche Preise für Wissenschaftsfotografie.
Die Biologin und Sachbuchautorin Veronika Straaß und der Autor Claus-Peter Lieckfeld schrieben als Autorenduo schon öfter zu biologischen Zwergen.
Fazit: Wunderlich, ein bisschen monstermäßig, bunt, überraschend, auch mal knuffig… Großartig! Kleinstfaszinierend!
Themen
- Astronomische Zahlen
- Humusherstellung
- Zersetzen = freisetzen
- Edaphon
- Asseln
- Bärtierchen
- Bakterien
- Einzeller
- Würmer: Regen und Faden
- Pilze und keine Pilze (aka Schleimpilze)
- Boden & Mensch
- Agroforst, Weidekarussel, Carbon Farming
- Grubbern, Terra preta
- KI im Feld
Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld / Nicole Ottawa und Oliver Meckes: „Drecksarbeit. Der Mikrokosmos unter unseren Füßen“. Dölling und Galitz 2025. 30,- EUR. ISBN 978-3-86218-172-8.
Forschung
Tipp: Beitrag „Sounding Soil – So klingt der Erdboden unter unseren Füßen“ vom 9. Aug. 2021 im Deutschlandfunk anhören. Hier taucht man ein in die Forschung von Marilena Schumann aus der Schweiz. Ui, spannend.
Eindrücke siehe auch eyeofscience.de
Maria


Hier wird KI wirklich einfach erklärt: Die Grundlagen, und zwar leicht verständlich – auch für Techniklaien. Deswegen auch gern den Großeltern schenken (Alter! Bias?!).

Wie fühlt es sich an, am Meer zu sein, wenn die blaue Weite strahlt, Salz die Luft durchdringt und Wellen rauschen und säuseln?
Was war denn das? Was macht denn SOOO ein Geräusch? KRAKKS!
Motivation ist eine Kampfkunst, und zwar zum Wohle aller Beteiligten (und Betroffenen). Eine tiefe innere Disziplin, Regeln definieren & durchsetzen, Werkzeuge geeignet wählen & in die Hand geben, … das ist das grundlegende Handwerkszeug. Das Buch geht noch darüber hinaus: Schulung der Wahrnehmung, Training in entschlossenen Entgegentreten, Respekt vor Menschen ohne Wegducken bei Schwierigkeiten – das alles bedeutet, dass gute Moderation immer mit ausreichend Vorbereitung einhergeht. Und mit der Bereitschaft, diese Rolle durchzusetzen. (Und das Buch erklärt auch, wo man auch mal zurückstecken sollte.)
Besonders auch für Jüngere ein bunter Einstieg. Und … tadaaaa! …. schon in den Innenumschlagseiten vorn und hinten findest Du VIELE der unendlich vielen Nachkommastellen von π (für Manche sicher so gut zum Einschlafen zu lesen wie Schäfchen zu zählen 😉).

Kennt Ihr das? Wenn der Chef jeden wohlformulierten Einwand mit einem Dreiwortsatz kontert oder die Kollegin mit großer Geste den Konferenztisch dominiert, wenn Donald hinter dem Rücken von Hillary Grimassen schneidet, geht es um Macht. Nie geht es im Gespräch nur um Argumente. Manche verzichten sogar ganz auf sie.





Film (1991/1992): „My Girl. Meine Erste Liebe“.
Film (2007): „Die Brücke nach Therabitia“
Richard Powers: „Erstaunen“. Fischer Verlag 2021
Forme deine Insel

Erinnert sich wer? Lockdowns? Pandemiezeiten? Hier habe ich ein Fundstück aus der Zeit, dass mir sehr gefallen hat.
… aus gegebenem Anlass.