Organisation und Inspiration: Ein neues Modell von Führung

Transformation und Führung sowie den Begriff der Inspiration für Management, Organisations- und Personalentwicklung auf dem Hintergrund westlicher Theologie – das will das Buch aufgreifen. Ausgehend von Ansätzen des Buddhismus, erschließt das Buch das Thema Inspiration unter Rückgriffe auf westliche Ansätze (z. B. Altes und Neues Testament).
Dabei ist Führung ein immer komplexeres Phänomen verstanden, das über die Person des Führenden hinausgedacht werden muss, nämlich im Kontext von Teamführung als Systemsteuerung und Beziehungsaufbau im Team. Dabei werden auch die in der Führung üblichen Heldengeschichten adressiert. Den Abschluss macht eine Ergänzung im Kontext von Zukunftsfähigkeit: Preferred Futuring von Larry Lippitt. Als allgemeiner Bezugsrahmen dienen die bewährten Organisationsentwicklungsansätze von Edgar H. Schein: Helfen, Prozessberatung, Gutes Befragen und Kulturentwicklung.
Ein Aspekt widmet sich Überlegungen zur Frage, wie man z. B. Lernangst verringert. Dies geschieht u. a. durch…
- positive Vision
- notwendige Fertigkeiten trainieren
- Lernende am Lernprozess beteiligen
- beteiligte Gruppen informell trainieren
- positive Rollenvorbilder beobachten lassen
- Organisationsstruktur anpassen
Gut gefallen hat mir die Unterscheidung der Definitionen von Change (Changemanagement, Veränderungsmanagement) und Transformation (organisationalen Kontext ändern in zukunftsfähig). Das Buch ist aktuell genug und verständlich. So gibt es ein Beispiel zu systemischen Effekten und Krisenmanagement im Kontext der Ölkatastrophe von 2010 („Deepwater Horizon“-Explosion). Wie es gelaufen ist. Wie es klüger gemanaget worden wäre.
Der Abschnitt „System und Person entwickeln“ dagegen verdient Kritik: Hier ist mir gar nicht klar geworden, wie das zu den restlichen Inhalten passen soll?!?
Achtung: Es handelt sich doch um eine anspruchsvolle Lektüre. Was sich an diesem Zitat einschätzen lässt: „Wollen wir diese Überlegungen für die beratende Arbeit fruchtbar machen, braucht es eine Übersetzung von Lebensbeobachtungen auf ihr inhärentes Prinzip. Die existenziellen Vollzüge müssen in ihrer Wesenhaftigkeit beschrieben und begreifbar werden. Eine strukturierende Landkarte hilft dann prospektiv auch dazu, klärende Porzesse schrittweise einzuordnen und zu verstehen.“
Es liest sich also nicht einfach so weg, sondern man muss schon sehr konzentriert sein beim Lesen.
Das Buch gibt dafür durchaus hilfreiche Impulse, vor allem dadurch, dass die Beiträge im Buch die religiöse Bildsprache (Altes und Neues Testament) zurück in „unseren supervisorischen Kontext“ übersetzen. Es gibt viele Metaphern, entwicklungspsychologische Aspekte und Erkenntnisse zur Gruppendynmik. Ausgangspunkt und Grundannahme ist, dass Organisationen werden als lebendiges System betrachtet werden, die mehr sind als „viele Personen“. Das kennt jeder, der mal länger in einer größeren Organisation war und beobachten konnte, dass die „Kultur“ sich durchsetzt, auch wenn die Personen wechseln und durchaus änderungsbereit sind.
Hier geht es um mehr als Methoden, es geht um innere Haltung, Offentheit und die Bereitschaft zur Persönlichkeitsentwicklung. Es geht unter anderem auch um „Weisheit“. Und wie das bzw. diese in Beratungssituationen Menschen unterstützen kann, für sich selbst Veränderungen (also hier: krasse Veränderungen, nämlich Transformationen) mutig zu durchleben.
Achtung, es gibt sogar Poesie (Gedicht „Morgendämmerung“ von Britta Schönberger) ;-)
Vor dem Hintergurnd von Systemtheorie, Theorie U und dem Berücksichtigen von spirituellen Gesichtspunkten werden organisationsberaterische Ansätze vorgestellt, wie erwähnt u. a. die „Acht Schritte im Preferred Futuring“ von Lawrence L. Lippitt (hier kurz in meinen Worten):
- Die eigene Geschichte erzählen = einander verstehen
- Prouds & Sorries sichtbar machen
- Werte und Anschauungen offenlegen
- Umfeld (Trends, Ereignisse) einbeziehen = Sog in die Zukunft
- Bevorzugte Zukunftsvision entwickeln
- Vision auf Umsetzbarkeit prüfen (u. a. Hindernisse identifizieren und ggf. ihre Überwindung)
- Lernangst überwinden = Ermutigung
- Plan in Aktionen umsetzen = Machen!
… mit den entsprechenden (organisatorischen) Voraussetzungen:
- sorgfältige Auftragsklärung (sic!)
- alle(!!) Beteiligte: Bereitschaft sich einzulassen
- Vertrauen in die Methode
- Fähigkeit, Energie zu halten, und mit wachsender Energie umzugehen
- Dokumentation der Lernschritte = Erfolgsschatz (echt, nicht als Feigenblatt)
- erfahrerne/r Transformationsleiter/in
Fazit: Anspruchsvoll, tiefgründig, übergeordnet und teils abstrakt
Gerhard Fatzer, Britta Schönberger und Sabina Schoefer: „Organisation und Inspiration: Ein neues Modell von Führung“. EHP Organisation. EHP 2015. 37.99 EUR (D) / 61,- CHF (CH). ISBN 978-3-89797-070-0.
Maria



Wer als Bastlerin (neudeutsch: Maker) unterwegs ist, benötigt in der Regel Wissen über den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen, z. B. um das eigene Arduino-Projekt in einer optisch anspruchsvollen Holzbox unterzubringen.
Als Mischung aus Fachbuch und autobiografischen Fotosessionberichten ist das Buch nach einem eher außergewöhnlichen Konzept aufgebaut. Aufmerksam gemacht hat mich als erstes mal der Titel. Super! Fehlerkultur! Da bekomme ich nicht nur fotografische Inspiration, sondern auch etwas mehr. Leider war meine Erwartungshaltung zu hoch… die Fehler, die beschrieben sind, sind zwar lehrreich. Manche davon hätte ich selbst allerdings auch beim ersten Mal eher nicht gemacht ;-)
75 % der Frauen in Deutschland erwartet später eine Rente unter 400 EUR. Nicht schön. Gar nicht schön.
Pepper (die fröhliche Rothaarige auf dem Karton) geht auf Entdeckungstour. Im Dschungel besucht sie ihre Tante. Diese ist leidenschaftliche Affenforscherin und lebt in einem Baumhaus, ganz ohne Zivilisation. Dafür hat es eine trickreiche Strickleiter, eine Seilwinde, Rollen und Zahnräder. Das Gepäck ist zu schwer, um es alleine ins Baumhaus zu tragen? Kein Problem! Ein Flaschenzug schafft Abhilfe.
Physikalische Grundgesetze und mechanische Helferlein haben nach dem Abenteuer alle kapiert. Ob Katapult, Affenaufzug oder LED-Lichterkette: Gemeinsam mit Pepper Mint gelingt alles sehr leicht.
Pepper begleitet eine Expedition ins Bermuda-Dreieck. Als die Motoren und Geräte des Forschungsschiffs ausfallen, beginnt sie, Wasser als Antrieb zu nutzen und experimentiert mit Druck und Dichte. Die begleitende Geschichte führt die Nachwuchsforscherinnen von Versuch zu Versuch und zeigt, wie sie Maschinen mit Wasser bewegen können. Am Ende ist der Strom wieder da und junge Elektroingenieurinnen bauen ihre eigene Seifenblasenmaschine.
Wer Spaß am Basteln hat und nebenbei noch programmieren lernen möchte, kann sich dieses Buch mal ansehen. Ohne Vorwissen wird man Schritt für Schritt in die Welt des Programmierens eingeführt und kann mit wenigen Klicks eigene Anwendungen für den Mini-Computer erstellen. Den (jungen) Leserinnen und Lesern werden verschiedene Editoren vorgestellt: Calliope mini Editor und MakeCode und Open Roberta Lab. Auch das Ausprobieren von Programmen in der Simulation kommt dort vor. Sehr ausführlich ist die bebilderte Beschreibung aller Hardware-Komponenten, das ist wirklich gut gemacht!
Ein Journalist und eine Künstlerin, Niklas Maak und Leanne Shapton, wandern zwei Tage durch Manhattan, immer nordwärts. Sie lassen sich treiben und beobachten die Stadt: Die Straßen, die gelben Taxen, die alten Backsteinfassaden, den chinesischen Schrotthändler, die Überwachungskameras, den Trump-Tower, die Flugzeuge am Himmel. Niklas Maak macht sich Notizen, Leanne Shapton tuscht dazu stimmungsvolle, meist eher abstrakte Farbflächen. Nach und nach entsteht ein Blick auf New York, banal und gleichzeitig sehr eigentümlich, ein Stimmungsbild der Stadt. Dabei authentisch und irgendwie intim. Intim? Ja, man begleitet den Erzähler und die Zeichnerin quasi auf einem Spaziergang von Süd nach Nord und sieht ihnen dabei über die Schulter bei dem, was ihnen so begegnet. Gegebenheiten und kurze Einblicke in Menschenleben, Situationen und Historie. Oft sind es Beobachtungen, dann wieder wiedergegebene Gespräche.
Mathematik ist nicht die Kunst des Rechnens. Trotzdem hilft sie, wenn man mal rechnet. Der Mathematiker Christian Hesse sagt, Mathe sei die Kunst, Rechnen durch Denken weitgehend überflüssig zu machen. Wie das geht, und zwar im Kopf, zeigen seine vielen Beispiele.
Zitat: „An Heiligabend des Jahres 1695 versank das Handeslsschiff Constant […] bei den Felsen des Eddystone-Riffs. […] Keiner hat jemals all die Schiffe gezählt, die hier zerschellten. […] Die Kaufleute von Plymouth hatten die köngliche Erlaubnis bekommen, auf dem Eddystone ein Leuchtfeuer zu errichten.“
Wer sich mit dem Arduino beschäftigen möchte, kommt nicht umhin, sich einige Grundkenntnisse in Elektronik anzueignen. Sei es, LEDs zum Leuchten zu bringen, Sensordaten auszulesen oder Motoren anzusteuern. Das Buch bietet genau diesen Einstieg für all diejenigen, bei denen der Physikunterricht schon etwas her ist oder im Hirn nicht wirklich haften geblieben ist.

Der Leuchtturm ist ein eindrucksvolles Motiv. Hier gibt es allerdings noch mehr zu lernen: Einfache Motive zeichnen und so Aussagen verstärken. Das Buch ist eine Vorlagensammlung, Inspiration und Anleitung für weitere Motivideen. Dank der Schritt-für-Schritt-Erklärungen lässt sich eine Menge an Bildern, die auf den ersten Blick kompliziert aussehen, einfach und schnell nachzeichnen.
Das fertige Symbol wird in drei verschiedenen Ausführungen vorgestellt, von schlicht und schnell bis professionell schattiert und mit Wachsmalblöcken gefärbt. Gezeichnete Varianten der Symbols sowie eine Verschlagwortung bringen sofort Ideen für den Einsatz zu eigenen Zwecken.
Design Thinking ist eine Methode, die bei der Neuentwicklung von Produkten und Services hilft, die wirklichen Kundenprobleme zu identifizieren und innovative Lösungen für diese zu finden. Aus dem Buchtext: „Ein […] Gedanke – bevor es nun wirklich losgeht: Die meisten erfolgreichen Innovationen sind das Ergebnis von Teamarbeit. […] Und für solch ein Team gilt: Je diverser – in Hinsicht auf den beruflichen, aber auch kulturellen Hintergrund – die Zusammensetzung des Teams ist, desto besser für das Projekt.“
Hast Du weder Zeit noch Lust auf langatmige Belehrungen eines Kollegen oder darauf, Dich durch unzählige Webseiten zu klicken oder ein dickes Fachbuch zu wälzen? Dafür wurde dieser kompakte Ratgeber verfasst. Das Buch hat sich eine klare Aufgabenstellung gesetzt: Es will den Anforderungen anspruchsvoller Leser genügen, die mehr über die Anwendung von Design Thinking in einer digitalen Welt erfahren möchten. Dann sehen wir mal….
Die Teilnahme an einer Diskussionsrunde ist oft mühselig – lediglich eine Pflicht oder gar eine Last… Schlimmstenfalls führt das Gespräch zu keinem Ergebnis. Dagegen möchte das Büchlein vorgehen. Der Autor ist erfahrener Gesprächsleiter und gibt in seinem Ratgeber praxisnahe Tipps für eine effektivere Gesprächskultur. Außerdem kennt er die Sicht als Sprechtrainer, Coach und Vortragsredner.
Der Calliope mini ist ein 5-Gramm-Computer, der erschwinglich ist und Digitalisierung so für alle möglich macht, die spielerisch an das Thema herangehen wollen. Hier kann man ein grundlegendes Verständnis bekommen bzw. schaffen, das für die Zukunft wichtig ist. Und faszinierend ist es auch noch!