Besser fix als fertig
Das Buch will Antworten liefern und zeigt, wie man neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung in der Arbeitswelt nutzen kann. Ein Neurobiologe hat’s geschrieben. Er zeigt, was seine Behauptung, dass wir nicht hirngerecht arbeiten, mit unseren Instinkten, mit Belohnungssystemen und mit unserer abnehmenden Veränderungsbereitschaft zu tun hat. Fachlich ist er breit aufgestellt: Neben der Neurobiologie hat er Erfahrungen als Trainer von Führungskräften und im Mangement. So drückt es der Verlag aus: „10 Jahre Hirnforschung hinterlassen eine gute Basis.“ Stimmt. Und dann widmet er sich schon seit 11 Jahren dem Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitswelt. Dabei bleibt sein Blick am Ende stets konstruktiv.
Stress und Burnout werden oft undifferenziert diskutiert, vor allem in der Arbeitswelt. Das Buch ist ein Plädoyer für mehr Geduld und Achtsamkeit im hektischen Alltag. Es bietet tatsächlich eine neue Sichtweise und stellt die innere Logik der Arbeitswelt internationaler Konzerne der Logik unseres Gehirns gegenüber. Praktische, in der Praxis bewährte Tipps ermöglichen sowohl Ursachenbekämpfung als auch Symptomlinderung.
Das Buch beginnt damit, die Entstehung der verschiedenen Hirnareale zu beleuchten, immer mit Blick auf die Arbeitswelt. Wirklich interessant. Okay, auch vereinfacht, aber ich bin ja auch keine Expertin in Sachen Hirnbiologie. Dann folgt das Thema Arbeit: Die moderne Arbeitswelt stellt für Viele von uns keinen hirngerechten Rahmen dar, die Folge ist Sinnverlust und damit verliert sich auch die Motivation. Das wiederum bewirkt weniger Belastbarkeit, denn man merkt nicht mehr, dass Anstrengung sich lohnt. (Weswegen es übrigens für Fachleute im Handwerk relativ einfach ist, sich zu motivieren, da sie den Lohn für ihre Leistung handfest erfahren.)
Dazu ein Beispiel aus dem Buch: Das Phänomen der Demotivation kann man als „Vermeidung zukünftiger Energieinvestition“ verstehen. Die Schlüsselfrage, die sich das Gehirn stellt und nach der es lernt: Hat sich meine Energieinvestition gelohnt? Man denke nur an ein gescheitertes Projekt wie dieses: Bei der Mammutjagd erlegen die Jäger der einen Gruppe kein Mammut, und noch schlimmer: Es kommt einer von ihnen durch ein Raubtier um. Die andere Gruppe bringt ein Mammut mit – egal, wie schwer es war, hier hat sich die Jagd gelohnt.
Zurück zur Wissensarbeit. Das Gehirn fragt sich ständig: Hat sich die Energieinvestition gelohnt? Wer das mit „Ja“ beantwortet, weiß, wie sich das anfühlt – und Jede von uns kennt auch die Emotionen, die bei der Antwort „Nein“ entstehen. Wie sieht die Biochemie dabei aus? Die positiven Emotionen kurz vor Erreichen des Ziels werden durch Dopamin ausgelöst, das uns „von innen überredet“, uns wieder anzustrengen. Also sozusagen der Endspurt-Trick des Hirns.
Permanenter Erfolg ohne Risiko allerdings hemmt die Weiterentwicklung, macht übermütig und faul. Entscheidend ist der sichtbare Fortschritt, weniger der konkrete Abschluss des Vorhabens. Tja. Da hat mir einer Dopamin mal richtig gut erklärt :)
Zum Thema Multitasing, Aufmerksamkeit und Konzentration erzählt der Autor auch von ein paar einleuchtenden Effekten, die ich hier mal noch nicht verrate. Es gibt dazwischen immer wieder den ein oder andern Sinnspruch, der mir auch sehr gefallen hat. Mein aktueller Favorit ist die Formel t/w=g, also „Taten geteilt durch Worte gleich Glaubwürdigkeit“. Je länger man drüber nachdenkt, desto mehr Tiefe bekommt das.
Mitunter ist das Lesen auch richtig lustig: Angst hemmt bekanntlich den Speichelfluss, weswegen Teenager und Savannenbewohner im Clinch dem Gegner gern mal vor die Füße spucken, um zu zeigen: „Ich bin nicht gestresst!“ Dies im nächsten Mitarbeitergespräch zu tun, könnte leicht falsch verstanden werden, meint der Autor…
Für mich war Vieles nicht ganz neu, aber der Blickwinkel hat mich auf neue Erkenntnisse gebracht. Das Kapitel über Denkfallen zum Beispiel gibt einen kurzen und knappen Überblick erster Güte. Und das Literaturverzeichnis verrät mir, dass der Autor und ich mitunter dieselben Bücher lesen: „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman.
Fazit: Fundiert, unterhaltsam, interessant
Themen
- Wie arbeiten im Multitaskingmodus?
- Was ist die Logik unseres Gehirns?
- Wie entwickeln wir bei Stress innere Widerstandskraft
- Wie bestehen wir Arbeit und Belastung?
- Wie leisten vor allem Manager*innen & Co. eine hirngerechte und für jeden gute Mitarbeiterführung?
Dr. Bernd Hufnagl: „Besser fix als fertig. Hirngerecht arbeiten in der Welt des Multitasking“. Molden-Verlag 2014. 22,99 EUR. ISBN 978-3-85485-331-2.
Maria
Demnach hat nur der oder die Erfolg, die ihre Aufgaben oft genug neu sortiert, bewertet und den Mut hat, Aufgaben ersatzlos zu streichen. Der TaschenGuide stellt Techniken vor, mit denen man im Arbeitsalltag die richtigen Prioritäten setzen kann, Aufgaben effektiver bewältigt und so die Chance hat, zufriedener und entspannter zu werden.


Pergamentpapier
Das ist ein sehr, sehr dickes Buch, mal eben durchlesen funktioniert bei rund 750 Seiten nicht. Und schwer isses deswegen auch noch, vor allem wenn man es in der Bahn dabei haben will… Aber ich denke, es lohnt sich. Deswegen jetzt zum Inhalt, und der wiegt die gewichtsmäßigen Nachteile doppelt und dreifach wieder auf. Denn der ist sehr gut.
Ein Bildband für die Pause, den Urlaub, Geburtstag oder Weihnachten – „für die ganze Familie“, wie es so schön heißt. Die Aufnahmen zeigen das Rudeltier von seiner verspielten Seite. Die lebhaften und farbenfrohen Unterwasserfotos bilden die Emotionen kleiner Welpen ab – wild, spektakulär, zielsicher oder orientierungslos.



Ausführlich und mit vielen Beispielen zeigt der Autor, wie nutzerfreundliches Texten funktioniert und wie man es auf der eigenen Website und in der eigenen App in Wort, Bild und Layout optimal umsetzt. Das Buch beantwortet genau jene Fragen, die sich im Onlinejournalismus und allen Webprojektverantwortlichen stellen: Wie gelingen gute, suchmaschinenoptimierte Teaser? Wie strukturiere ich scanfreundliche Artikelseiten? Wie lenke ich die Nutzerblicke mit Wörtern, wie mit Fotos? Wie können Themen multimedial erzählt werden und wo nutze ich die Vorteile gegenüber dem Klassiker „Text + Bild“? Usw. usf.
Auf dem Bild sieht man es nicht – oder nur, wenn man 



Das Buch will einen praxisorientierten Überblick über die am weitesten verbreiteten Techniken für die Anforderungsspezifikation und das Requirements Management in agilen Projekten geben. Im Wesentlichen ist das Buch ein Nachschlagewerk der einschlägigen Begriffe. Dazu aus meiner Sicht zu wenige greifbare Beispiele und sehr, sehr knappe Definitionen bzw. Beschreibungen. Alles eher theoretisch, formal und bürokratisch. Für meinen Arbeitsalltag steht dort kaum etwas, was mich direkt (mit andern Worten: „agil“) vorwärtsbringt. Schade.
Ob Versuchsprotokoll, Praktikumsbericht oder Abschlussarbeit: Das Schreiben fachlicher Texte ist irgendwann Pflicht – und wer Textarbeit mag, die oder der kann sogar Spaß am Fortschritt des Schriftstücks haben.


Im Zeitalter von Mail, Blog und Twitter gibt es viele Formen der Kommunikation, und da was zu verstehen, ist gar nicht so leicht. Wer gut schreibt, gewinnt (z. B. Leserinnen und Leser). Wie das geht, steht hier. Denn wie meint der Autor: Was ein guter Satz ist, hat sich seit Heinrich Heine nicht geändert.